Blaubeeren im Herbst: Pflege und Vorbereitung auf den Winter, typische Fehler

Blaubeere

Heidelbeeren gehören zu den wenigen Pflanzen, die wenig Pflege benötigen. Dennoch ist im Herbst etwas Vorsorge nötig, um den Strauch auf den Winter vorzubereiten und eine gute Ernte süßer, aromatischer Beeren zu sichern. Der Strauch muss im Herbst fachgerecht zurückgeschnitten, mit Mineraldünger gedüngt und anschließend abgedeckt werden, um ihn auf die kommende Kälte vorzubereiten.

Beschreibung

Heidelbeeren sind kleine Sträucher mit sommergrünen Blättern und gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie werden oft auch als Wasserheidelbeeren oder Blaubeeren bezeichnet. Die Pflanze bevorzugt das kühle und gemäßigte Klima der Nordhalbkugel. Man findet sie typischerweise auf sumpfigen Böden, im Hochland oder in Nadelwäldern.

Heidelbeersträucher erreichen eine maximale Höhe von 1 m. Ihre Zweige sind gerade, mit brauner oder dunkelgrauer Rinde und kleinen, steifen Blättern an kurzen Blattstielen. Die Blattoberseite ist bläulich-grün und mit einer Wachsschicht überzogen, die Unterseite heller. Während der Blütezeit trägt der Strauch zahlreiche kleine, hängende, fünfzähnige Blüten in Weiß oder Rosa. Daraus entwickeln sich später kleine, längliche, blaue Beeren mit bläulichem Belag.

Im russischen Klima gedeihen gewöhnliche Heidelbeeren und einige frühreife Gartensorten gut. In südlichen Regionen mit günstigem Klima können auch Amerikanische Kulturheidelbeeren angebaut werden. Sie tragen große Beeren mit einem Gewicht von 10–20 g. Bei optimalen Anbaubedingungen sind Erträge von bis zu 7 kg möglich.

Pflege von Blaubeeren im Herbst

Allgemeine Pflegeempfehlungen

Die richtige Pflege von Blaubeeren im Herbst ist für ein gesundes Wachstum unerlässlich. Ohne ausreichende Bewässerung ist dies nicht möglich. Ab Juli sollte der Strauch großzügig gegossen werden, da sich dann die Fruchtknospen für die nächste Wachstumsperiode bilden. Mit dem Näherrücken des Herbstes wird die Bewässerung reduziert. Bei Regenwetter wird das Gießen vollständig eingestellt.

Wichtig!
Einer der wichtigsten Schritte bei der Herbstpflege ist das Mulchen. Dadurch wird die Feuchtigkeit im Boden besser gespeichert. Geeignete Mulchmaterialien sind beispielsweise verrottetes Sägemehl, Rinde oder Nadelbaumzweige.

Heidelbeeren werden ausschließlich mit Mineraldünger versorgt, da sie organische Stoffe nicht vertragen. Im Sommer wird zweimal gedüngt. Im Herbst genügt eine einmalige Gabe von Kalium und Superphosphat. Nährstoffmangel führt zum Welken und Austrocknen der Blätter.

Im Herbst sollte der Strauch hygienisch zurückgeschnitten werden. Dabei werden abgebrochene, vertrocknete oder kranke Zweige entfernt. Auch von Schädlingen befallene Pflanzenteile sollten zurückgeschnitten werden.

In Gebieten mit strengen, frostigen Wintern müssen Heidelbeeren abgedeckt werden. Dazu werden die Triebe an Seilen befestigt, die zwischen Stützen gespannt und mit Fichtenzweigen bedeckt werden. Sinkt die Temperatur in der Region nicht unter -25 Grad Celsius, ist das Abdecken der Heidelbeeren im Winter nicht notwendig.

Blaubeeren im Herbst

Herbstlicher Rückschnitt von Heidelbeeren

Diese Maßnahme ist für eine gute Ernte in der folgenden Vegetationsperiode unerlässlich. Wird der Herbstschnitt vernachlässigt, verwildern die Kulturbeeren rasch. Im Frühjahr treiben zahlreiche neue Triebe aus, die der Pflanze ihre gesamte Energie für ihr Wachstum entziehen. Durch den dichten Wuchs werden die Zweige schwach und dünn, und der Geschmack der Beeren leidet. Die dichte Baumkrone zieht zudem zahlreiche Schädlinge an und bietet einen idealen Nährboden für Krankheiten.

Schwache, kranke oder abgebrochene Äste sollten ganzjährig, nicht nur im Herbst, entfernt werden. Im Frühjahr lassen sich erfrorene Triebe gut zurückschneiden. Im Sommer sollte man dichtes Unterholz entfernen, das den Strauch verdichtet. Im Herbst wird die Golbika aus hygienischen Gründen zurückgeschnitten.

Formativer Rückschnitt

Der Formschnitt des Strauchs erfolgt, nachdem der Saftfluss vollständig aufgehört hat. Ab Mitte Oktober werden zu dicht stehende Äste entfernt und die Schnittstellen mit Gartenpech versiegelt. Dies beugt Infektionen vor. Der Schnitt wird bis Ende November abgeschlossen, um Frostschäden zu vermeiden.

Wichtig!
Das Entfernen junger Triebe beginnt im ersten Wachstumsjahr. Wurzeltriebe, die in dieser Zeit wachsen, entziehen der Pflanze Energie und schwächen sie.

Im Herbst werden die im Frühjahr gepflanzten Blaubeeren zurückgeschnitten, um alle Zweige und den über den Sommer gewachsenen Bodentrieb zu entfernen. Nach dem Rückschnitt bleibt ein junger Strauch mit aufrechten Trieben von 30 bis 40 cm Länge ohne Seitenzweige übrig.

Das Beschneiden einer ausgewachsenen Pflanze erfolgt wie folgt:

  • Horizontale Triebe werden bis zu einem kräftigen, vertikal wachsenden Ast zurückgeschnitten;
  • Triebe, die in den Busch hinein oder nach unten gerichtet sind;
  • durch Kälte oder Insekten beschädigte Astspitzen;
  • Äste, die kürzer als 30 cm sind.

Verjüngender Rückschnitt

Ausgewachsene Sträucher werden beschnitten, um ihren Neuaustrieb zu verjüngen. Dabei werden alle alten, nicht fruchttragenden Zweige entfernt, da diese den Sträuchern Nährstoffe entziehen. Nach diesem Schnitt wachsen die jungen Zweige im Frühjahr schnell aus und bringen eine reiche Ernte.

Blaubeeren beschneiden

Herbstfütterung

Nachdem alle überflüssigen Triebe entfernt wurden, behandeln Sie die Schnittstellen mit Gartenpech oder RanNet. Dies schützt die Pflanze vor Insekten und Infektionen. Anschließend die Blaubeeren gründlich wässern und düngen. Im Herbst einen mineralischen Dünger mit hohem Phosphor- und Kaliumgehalt verwenden. Stickstoffdünger vermeiden, um das Blattwachstum nicht anzuregen.

Blaubeeren sollten ab dem zweiten Lebensjahr gedüngt werden. Junge Pflanzen benötigen weniger Dünger als größere, etablierte Exemplare. Im Juli sollte Harnstoff oder Ammoniumsulfat ausgebracht werden. Achten Sie darauf, dass die Blätter nicht mit dem Dünger in Berührung kommen. Eine praktische Lösung ist, 40 Gramm Granulat in einem Eimer Wasser aufzulösen und den Boden mit dieser Lösung zu gießen. Lassen Sie dabei einen 15 cm breiten Rand um den Strauch frei.

Wichtig!
Um die Bodenqualität zu verbessern, sollte der Boden Mitte August mit Essigsäure angesäuert werden. Dazu werden 65 ml der Lösung in 10 Litern Wasser verdünnt und die Fläche bewässert.

Um die Krankheitsresistenz zu erhöhen und das Risiko von Schädlingsbefall zu verringern, sollten Sie im Herbst kalium- und phosphorhaltige Düngemittel ausbringen. Dies verbessert den Geschmack der Beeren deutlich. Geben Sie pro ausgewachsener Pflanze 40 g Kalium und Superphosphat.

Zwei Wochen vor der Ernte besprühen Sie den Strauch mit Kristalon. Dieser chlorfreie Dünger enthält wertvolle Mineralien und ist für alle Beeren-, Gemüse- und Obstsorten geeignet. Lösen Sie 20 Gramm des Produkts in einem Eimer Wasser auf und besprühen Sie den Strauch außerhalb der Hauptwachstumszeiten. Kristalon fördert das Wachstum, erhöht die Schädlingsresistenz und verbessert die Erntequalität.

Winterunterkunft

Heidelbeeren sind relativ frosthart. Sie überstehen den Winter gut, solange die Temperaturen nicht unter -22 °C fallen. Andernfalls werden die Sträucher zum Schutz vor dem Winter abgedeckt. Bei Frost, aber ohne Schnee, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Heidelbeeren deutlich. Deshalb werden Heidelbeeren in unserem Land im Winter immer abgedeckt.

Die Isolierung von Sträuchern im Herbst erfolgt in mehreren Etappen:

  1. Vor dem Einsetzen des ersten starken Frostes werden die Triebe begradigt und zum Boden gebogen. Um ein Aufrichten zu verhindern, werden sie mit speziellen Stützbögen fixiert oder mit Bindfäden zusammengebunden.
  2. Sobald die ersten Fröste im Winter einsetzen, decken Sie die Heidelbeeren mit Agrarfaser oder Jute ab. Verwenden Sie hierfür keine Plastikfolie, da die Gefahr von Fäulnis und Pilzbefall hoch ist.
  3. Wenn Schnee fällt, wird er über den bedeckten Busch geworfen. Diese zusätzliche Isolierung schützt vor den schädlichen Auswirkungen der Kälte.
  4. Mit dem Frühlingsbeginn wird die Abdeckung entfernt. Anschließend werden die Blaubeeren kontrolliert und frostgeschädigte Triebspitzen abgeschnitten. Leichter Frost stellt für Blaubeeren keine Gefahr dar. Ihre Knospen und Blüten vertragen Temperaturen bis zu -8 Grad Celsius.
Schutz für den Winter

Wintervorbereitungen nach Regionen

Die Region Moskau gilt in unserem Land als ideal für den Anbau von Heidelbeeren. Doch auch dort können die Winter recht streng sein, daher sollte man den Strauch unbedingt schützen. Wickeln Sie ihn in Jute ein, biegen Sie diese bis zum Boden und binden Sie sie mit einem Seil fest. Auch Kiefernzweige eignen sich gut als Schutz. Biegen Sie in diesem Fall die Zweige zuerst bis zum Boden und bedecken Sie sie dann mit weiteren Zweigen.

In Sibirien und im Ural werden spezielle, für diese Regionen gezüchtete Heidelbeersorten angebaut. Hybriden der Sumpfheidelbeere, wie beispielsweise „Canadian Nectar“, „Divnaya“ und „Taiga Beauty“, gelten als gute Wahl. Ihre Sträucher erreichen eine Höhe von bis zu 80 cm und zeichnen sich durch eine gute Winterhärte aus. Alle Vorbereitungsarbeiten werden wie üblich durchgeführt, ein Winterschutz ist jedoch nicht erforderlich. Sie gedeihen prächtig bei den in diesen Regionen typischen starken Schneefällen.

Das Klima der Wolgaregion ist für den Heidelbeeranbau ungeeignet. Daher wird diese Frucht hier nicht angebaut, sondern stattdessen werden importierte Beeren verwendet.

Fehler bei der Herbstpflege und der Vorbereitung auf den Winter

Obwohl Blaubeeren keine unbeliebte Pflanze sind, werden sie von manchen Gärtnern falsch gepflegt. Dies reduziert den Ertrag und verschlechtert den Geschmack.
Bei der Pflege von Blaubeeren gibt es traditionelle Fehler:

  1. Übermäßige Bewässerung führt zu Staunässe im Boden. Dadurch wird den Wurzeln während der Wachstumsperiode Sauerstoff entzogen, und das Risiko von Wurzelfäule im Winter steigt.
  2. Eine Überschreitung der zulässigen Dosis an Essigsäure droht zum Absterben des Mykorrhiza-Pilzes zu führen, der für die ordnungsgemäße Aufnahme nützlicher Elemente sorgt.
  3. Wenn der Strauch an einem schattigen Standort oder zu dicht gepflanzt wird, verursacht dies Krankheiten und mindert die Qualität der Beeren.
  4. Wird die Düngung vernachlässigt, verschlechtert sich das Aussehen des Strauchs allmählich und die Qualität der Beeren nimmt ab. Daher sollte mindestens alle fünf Jahre gedüngt werden.
  5. Die Verwendung von organischen und chlorhaltigen Düngemitteln zur Oberflächendüngung wirkt sich negativ auf den Ertrag aus und kann die Pflanzen abtöten.
  6. Wird der Boden zu tief aufgelockert, schädigt dies das flache Wurzelsystem des Strauchs. Daher ist es zulässig, den Boden nur bis zu einer Tiefe von 3 cm aufzulockern.
Wichtig!
Fehler bei der Pflege können die Fruchtbildung um mehrere Jahre verzögern. Bei richtiger Pflege können Sie sich jedoch bereits 2–3 Jahre nach der Pflanzung an duftenden Beeren erfreuen.
Blaubeeren im Herbst

Abschließend

Die grundlegende Pflege von Heidelbeeren umfasst einen rechtzeitigen und gründlichen Rückschnitt, die Zugabe von mineralischen Düngemitteln und die Schaffung eines sauren Bodens. Andernfalls verwildert die Pflanze, die Beeren verlieren an Geschmack und bleiben kleiner.

Blaubeeren für den Winter abdecken
Kommentare zum Artikel: 1
  1. Valeri Mishnov

    Dieser ganze Unsinn über Strauchheidelbeeren ist Quatsch. Die hellblaue Farbe der Früchte bedeutet nicht, dass es sich um Heidelbeeren handelt. Der Autor hat noch nie eine Heidelbeere gesehen. Strauchheidelbeeren wurden aus Kanada importiert, und in Skandinavien haben Züchter viele Sorten entwickelt, sowohl selbstfruchtbare als auch selbststerile. Beachten Sie dies beim Anbau dieser sehr nützlichen Pflanze.

    Antwort
Einen Kommentar hinzufügen

Apfelbäume

Kartoffel

Tomaten