Hallo an alle, die sich für die Zuverlässigkeit von Dachsystemen interessieren! Mein Name ist Wladimir, und ich bin Dachdecker bei Ankons mit 15 Jahren Berufserfahrung. Im Laufe der Jahre bin ich auf die unterschiedlichsten Probleme mit Membrandächern gestoßen und möchte heute meine Beobachtungen zu Fällen teilen, in denen Leckagen selbst für erfahrene Dachdecker eine echte Herausforderung darstellen können.
Membrandachsysteme gelten zu Recht als eine der zuverlässigsten Optionen für Flachdächer. Doch auch diese Technologie hat ihre Schwächen. Es gibt Fälle, in denen die Reparatur von Leckagen ohne umfangreiche Sanierung extrem schwierig oder praktisch unmöglich ist.
Systemische Designfehler
Das Erste, worauf ich regelmäßig stoße, sind grundlegende Fehler in der Dachplanungsphase. Wenn ein Architekt oder Planer die Besonderheiten eines Membrandachs nicht berücksichtigt, können die Folgen katastrophal sein.
Beispielsweise führt ein unzureichendes Dachgefälle zur Bildung von Stauzonen, in denen das Wasser monatelang nicht abfließen kann. In solchen Bereichen ist die Dachhaut einem ständigen hydrostatischen Druck ausgesetzt, für den diese Technologie nicht ausgelegt ist. Mit der Zeit verliert das Material seine Eigenschaften, und Wasser dringt durch kleinste Beschädigungen ein.
Ein solches Problem lässt sich nicht mit lokalen Reparaturen lösen; es bräuchte eine komplette Erneuerung der Dachkonstruktion mit den korrekten Neigungen, was mit dem Bau eines neuen Daches vergleichbar ist.
Diffusionswanderung der Feuchtigkeit
Eine besonders problematische Situation entsteht, wenn Feuchtigkeit nicht durch sichtbare Schäden an der Dachhaut, sondern durch Diffusion durch die gesamte Dachschicht eindringt. Dieses Phänomen tritt auf, wenn die Dampfsperre beschädigt ist oder fehlt.
Wasserdampf aus dem Gebäudeinneren steigt auf, kondensiert in der Dämmung und durchfeuchtet diese allmählich. Feuchte Dämmung verliert ihre Wärmedämmeigenschaften, und die angesammelte Feuchtigkeit dringt ins Gebäude ein und erzeugt so den Eindruck einer undichten Membran.
Die Identifizierung dieses Problems gestaltet sich äußerst schwierig, da die feuchten Stellen an der Decke weit von der eigentlichen Ursache entfernt sein können. Die einzige Lösung besteht darin, die Dachkonstruktion vollständig zu entfernen und eine hochwertige Dampfsperre einzubauen.
Zerstörung der Basis unter der Membran
Ich stoße häufig auf Fälle, in denen der Untergrund unter der Membran beschädigt ist. Dies kann beispielsweise ein Estrich sein, der durch Temperaturschwankungen gerissen ist, oder eine alte Dämmung, die ihre Form und Festigkeit verloren hat.
Wenn Menschen ein solches Dach betreten, biegt sich die Dachhaut zusammen mit dem Untergrund, wodurch an den Befestigungspunkten Mikrorisse entstehen. Diese Schäden sind so gering, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, reichen aber aus, um das Eindringen von Wasser zu ermöglichen.
In solchen Fällen bieten lokale Reparaturen nur vorübergehende Abhilfe. Nach einiger Zeit treten die Lecks erneut auf, oft an anderen Stellen. Die einzig zuverlässige Lösung ist der Austausch von Fundament und Abdichtung.
Verborgene kalte Brücken
Eine weitere Kategorie von „irreparablen“ Leckagen betrifft Wärmebrücken in der Dachkonstruktion. Metallische Elemente, die sich durch die gesamte Dachkonstruktion ziehen, werden zu Kälteleitern. An ihnen bildet sich Kondenswasser, das herunterläuft und als Leckage wahrgenommen wird.
Dies tritt besonders häufig bei Gerätegestellen aus Metall, Antennen und Lüftungsrohren auf. Selbst wenn die Membran an den Verbindungsstellen perfekt abgedichtet ist, bleibt Kondensation ein Problem.
Die Lösung erfordert einen umfassenden Ansatz: die Wärmedämmung aller durch das Dach geführten Metallelemente, was bei einem bestehenden Dach oft technisch schwierig umzusetzen ist.
Verformungen von tragenden Strukturen
Die größten Herausforderungen ergeben sich bei Verformungen des Gebäudes selbst. Wenn tragende Bauteile schrumpfen oder durchhängen, wird die Membran Belastungen ausgesetzt, für die sie nicht ausgelegt ist. In Bereichen starker Verformung bilden sich Falten, Knicke und Dehnungen des Materials.
Ich habe Fälle erlebt, in denen ein neues Membrandach aufgrund von Setzungen in einem Teil des Gebäudes bereits wenige Monate nach der Installation undicht wurde. Lokale Reparaturen halfen nicht – das Wasser suchte sich neue Wege.
In solchen Fällen ist vor Beginn der Dachreparatur eine ingenieurtechnische Untersuchung des gesamten Gebäudes und die Beseitigung der Ursachen für die Verformungen erforderlich.
Biologische Schäden
Ich möchte insbesondere auf das Problem der biologischen Beschädigung der Membran hinweisen. In einigen Regionen kommt es vor, dass Vögel oder Nagetiere die Membran beschädigen. PVC-Membranen sind besonders anfällig – manche Vogelarten picken die Weichmacher gezielt heraus.
Solche Schäden sind chaotisch und schwer vorherzusagen und zu verhindern. Selbst nach Reparaturen können Tiere zurückkehren und neue Probleme verursachen. Eine umfassende Lösung erfordert die Installation von Schutznetzen oder Abschreckungsmitteln auf der gesamten Dachfläche.
Chemische Unverträglichkeit von Materialien
In meiner Praxis bin ich immer wieder auf Fälle gestoßen, in denen Leckagen durch chemische Unverträglichkeit zwischen der Dachhaut und anderen Dachbauteilen verursacht wurden. Beispielsweise führen bestimmte Bitumenarten bei Kontakt mit einer PVC-Dachhaut zur Migration von Weichmachern, was wiederum zu einer Versprödung und Rissbildung der Dachhaut führt.
Ähnliche Probleme treten auf, wenn die Membran mit bestimmten Dämmstoffen in Kontakt kommt oder wenn inkompatible Kleb- und Dichtstoffe verwendet werden. Diese chemischen Reaktionen verlaufen langsam, und die Probleme werden erst Jahre nach der Installation sichtbar.
Eine lokale Beseitigung solcher Leckagen ist unmöglich; ein vollständiger Austausch der inkompatiblen Materialien ist erforderlich.
Fragen und Antworten zu Undichtigkeiten bei Membrandächern
Kann man ein Membrandach im Winter reparieren?
Reparaturen sind möglich, aber äußerst schwierig. Die meisten Membranschweißarbeiten erfordern positive Temperaturen. Es gibt zwar spezielle Technologien für Winterreparaturen, diese bieten jedoch nur vorübergehende Ergebnisse bis zum Beginn der wärmeren Jahreszeit.
Woran erkennt man, ob die Undichtigkeit in der Dachhaut und nicht in anderen Dachelementen liegt?
Die Ursache eines Lecks lässt sich nur mithilfe instrumenteller Verfahren präzise bestimmen. Wir setzen Wärmebildkameras und elektrische Vektorkartierung ein, wodurch wir die Position der Undichtigkeit zentimetergenau ermitteln können.
Wie lange hält ein hochwertiges Membrandach im Durchschnitt?
Bei fachgerechter Installation und regelmäßiger Wartung beträgt die Lebensdauer 25 bis 30 Jahre. Allerdings hängt vieles von der Art der Dachmembran, den klimatischen Bedingungen und der Dachnutzung ab.
Kann man auf einem Membrandach laufen?
Die meisten modernen Membranen sind für eine begrenzte Fußgängerbelastung geeignet. Bei regelmäßigem Fußgängerverkehr ist jedoch die Installation spezieller Schutzwege erforderlich, um mechanische Beschädigungen der Membran zu verhindern.
Beeinflusst die Farbe der Membran die Wahrscheinlichkeit von Leckagen?
Die Farbe hat keinen direkten Einfluss auf die Wasserdichtigkeit, aber helle Membranen erwärmen sich in der Sonne weniger stark und sind daher weniger anfällig für Verformungen durch Temperaturschwankungen, was indirekt das Risiko von Leckagen verringern kann.

