Der Ficus ist eine beliebte Zimmerpflanze, die Liebhaber nicht blühender Pflanzen anspricht. Da der Gummibaum nur nach oben wächst und sich selten verzweigt, ist ein Rückschnitt notwendig, um eine schöne Form zu erzielen. Dieser Vorgang fördert zudem die Blattbildung und verleiht der Pflanze ein attraktiveres Aussehen. Das Beschneiden ist allerdings ein arbeitsintensiver Prozess, der Wissen und Geschick erfordert.
Allgemeine Informationen über Gummibäume und die Notwendigkeit des Beschneidens
Der Gummibaum (Ficus elastica) ist in den tropischen Wäldern Indiens und Indonesiens beheimatet. Er gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). In freier Natur ist er ein immergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu 40 Metern erreicht. Seine Blätter sind oval, länglich und an den Spitzen zugespitzt. Die Blattoberfläche ist glänzend, von einer Haut bedeckt und von sattem Grün. Die Blätter werden bis zu 30 cm lang und sind mit einem langen Blattstiel am Stamm befestigt.
An der Blattansatzstelle bilden sich kleine, runde, grüne Früchte. Junge Blätter sind braun mit einem rosa Schimmer und färben sich mit zunehmendem Alter dunkelgrün. Diese Ficus-Art ist für ihren Kautschuk bekannt, der im Bauwesen und in der Industrie Verwendung findet. In Indien wird der Baum zum Bau von Hängebrücken genutzt.
Zu den bekanntesten Ziersorten zählen Decora, deren junge Blätter einen bronzenen Farbton aufweisen, und Doescheri mit panaschierten Blättern.
Im Haus erreicht der Baum eine Höhe von mehreren Metern. Bei guten Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit bildet er Luftwurzeln am Stamm, die schließlich zum Boden wachsen, dort austreiben und neue Stämme bilden. Der Ficus blüht im Haus nicht; in Gewächshäusern können nur ältere Exemplare blühen.
Die Blüte besitzt zwei Arten von Knospen, aus denen neue Triebe entstehen: apikale und laterale. Apikales Wachstum erfolgt durch die Bildung neuer Blätter an der Spitze der Pflanze. Laterales Wachstum entsteht durch die Bildung neuer Blätter an der Ansatzstelle der Blätter am Stängel. Bei dieser Art überwiegt das apikale Wachstum deutlich, was zu einem schnellen Wachstum der Blüte und dem vollständigen Energieaufwand für diesen Prozess führt.
Dadurch wächst die Pflanze seitlich sehr langsam und hat nur wenige Blätter. Durch das Beschneiden wird die Energie der Pflanze umverteilt und das seitliche Wachstum angeregt, was zu einer schönen Ficus-Form führt.
Richtlinien für pflanzenschonendes Beschneiden
Um einen möglichst gewinnbringenden Rückschnitt zu gewährleisten und die Pflanze nicht zu beschädigen, verwenden Sie zunächst ein scharfes, desinfiziertes Messer oder eine Gartenschere. Für dünne Zweige eignet sich eine Schere. Entfernen Sie beim Rückschnitt 10–15 cm von der Spitze oder etwa 3–4 Blätter.
Experten empfehlen außerdem, beim Schneiden von Ficus-Pflanzen Handschuhe und eine Schutzbrille zu tragen, da der milchige Saft Giftstoffe enthält, die allergische Reaktionen auslösen können. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das Frühjahr, wenn die Pflanze in ihre aktive Wachstumsphase eintritt. Dann erzielt man die besten Ergebnisse.
Erfahrene Gärtner empfehlen, diese Maßnahme durchzuführen, sobald die Blume eine Höhe von 70 cm erreicht hat. Wichtig ist, dass das Entfernen des größten Teils des Stängels dazu führen kann, dass die Pflanze ihr Wachstum einstellt und auf derselben Größe belässt.
Methoden zur Formgebung der Krone von Gummibäumen
Ficusbäume lassen sich auf vielfältige Weise formen. Die Wahl hängt von ästhetischen Vorlieben und der Größe des Baumes ab.
Standard
Der untere Teil des Pflanzenstängels wird von überflüssigen Blättern und jungen Trieben befreit. Steht der Blumentopf auf der Fensterbank, werden etwa 40 cm, auf dem Boden 90 cm entfernt. Die Spitze der Pflanze wird um 10 cm gekürzt. Dies verlangsamt das Höhenwachstum und fördert das seitliche Wachstum.

Sobald die gewünschte Höhe erreicht ist, werden die Seitenzweige in der Nähe der äußeren Knospe gestutzt, um ein paralleles Wachstum zum Stamm und nach außen gerichtete Verzweigungen des Ficus zu gewährleisten. Dadurch entsteht eine hochwüchsige Krone.
Busch
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine buschige Krone zu erzielen. Bei der ersten Methode lässt man die Pflanze bis zu einer Höhe von 80 cm wachsen und schneidet dann 10–15 cm der Spitze ab. Seitentriebe sollten zurückgeschnitten werden, sobald sie 10 cm lang sind. Durch den Rückschnitt wird das Seitenwachstum angeregt, was zu kräftigem Wachstum und einer dichten Krone führt.
Die zweite Methode besteht darin, der Pflanze eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit zu bieten. Dies fördert die Bildung von Luftwurzeln am Stamm, die in das Substrat wachsen. Sobald die Wurzeln sprießen und Wurzeln schlagen, nehmen sie die Form eines Banyanbaums an. Überschüssige Wurzeln und Äste werden regelmäßig entfernt.

Bogen
Um einen Bogen zu bilden, muss die Pflanze zunächst die gewünschte Höhe erreichen, bevor die Spitze des Baumes beschnitten wird. Dadurch wird die gesamte Energie der Pflanze in das seitliche Wachstum gelenkt.

Um eine voluminöse Krone mit geschwungenen Rändern zu erzielen, werden die Seitentriebe gebogen und fixiert. Dadurch werden die äußeren Knospen des Haupttriebs aktiviert und beginnen kräftig zu wachsen. Sobald die Pflanze die gewünschte Größe und Form erreicht hat, werden die Triebe wieder freigegeben.
Spiral
Bei dieser Methode wird eine Stütze, beispielsweise ein Stab oder Stock, am Topf befestigt. Anschließend wird der Pflanzenstängel um die Stütze gewickelt, nachdem man Blätter und Triebe im unteren Bereich entfernt hat, um das Ergebnis besser beurteilen zu können.

Der umwundene Stamm ist fest an der Stütze befestigt. Seitenzweige und Triebe werden regelmäßig zurückgeschnitten, damit sie nicht herausragen.
Sense
Die Zopfform bildet sich aus, solange die Pflanze noch jung ist. Die Größe sollte 15–18 cm nicht überschreiten. Um dies zu erreichen, pflanzt man drei junge Triebe in einen Topf und wartet, bis jeder eine Höhe von 18 cm erreicht hat.

Anschließend werden die Stängel geflochten und mit Angelschnur und Faden fixiert. Die äußere Hautschicht wird vollständig von den verflochtenen Stängelteilen entfernt, und der austretende Saft wird abgelassen. Der Stängel wird während des Wachstums fixiert.
Zaun
Um eine Hecke oder einen Zaun zu formen, muss die Pflanze zurückgeschnitten werden. Die abgeschnittenen Triebe werden gesammelt und in einem großen, flachen Gefäß, vorzugsweise einem Kasten, in einer Reihe bewurzelt. Bei der Anzucht junger Pflanzen wird die oberste Rindenschicht entfernt, der Pflanzensaft abgewischt und die Triebe durch Zusammenbinden verbunden. Die Geschwindigkeit des Anwachsens hängt von der Lichtmenge im Raum ab.
Kronenbildung ohne Blattschnitt
Die gewünschte Form lässt sich auch ohne Rückschnitt erreichen. Um das Wachstum einer Knospe zu hemmen, macht man einen tiefen, senkrechten Schnitt oberhalb der Knospe und entfernt die Rinde um die Schnittstelle herum. Diese Methode nennt man Ausreißen. Alternativ können auch Pflanzenhormone, sogenannte Cytokine, eingesetzt werden, die das Seitenwachstum anregen.
Bei jungen Bäumen ist es am besten, die Krone ohne Schnittmaßnahmen zu formen, da sie flexibel sind und im Gegensatz zu ausgewachsenen Bäumen nicht brechen. Um eine gleichmäßige Krone zu erzielen, empfiehlt es sich, die Lichtverhältnisse für den Baum regelmäßig zu verändern.
Pflege nach dem Beschneiden
Es gibt eine Reihe von Regeln, die befolgt werden müssen, um einen erfolgreichen Blütenbildungsprozess zu gewährleisten:
- Beim Fällen von Bäumen sollten keine Stümpfe zurückgelassen werden, da diese einen idealen Nährboden für Pilz- und Bakterienkrankheiten bieten.
- Nach dem Rückschnitt tritt aus der Pflanze ein milchiger Saft aus, der sofort abgewischt werden sollte. Die Schnittstelle sollte mit zerstoßener Holzkohle oder einem Fungizid besprüht werden.
- Den Ficus kann man nach dem Beschneiden einmal im Monat düngen.

Der Prozess des Beschneidens eines Ficusbaums - Darüber hinaus ist es nach dem Beschneiden notwendig, regelmäßig den Staub von den Blättern abzuwischen, um das Risiko einer Pflanzeninfektion zu verringern.
- Einen Monat nach dem Eingriff, wenn die Schnittstellen vollständig verheilt sind und die Seitentriebe aktiv zu wachsen beginnen, kann die Blume umgetopft werden. Bei ausgewachsenen Pflanzen kann die oberste Substratschicht ausgetauscht werden. Experten empfehlen die Umpflanzmethode, um das Risiko von Wurzelschäden beim Verpflanzen zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen zum Anbau
Ficus ist eine beliebte, immergrüne Pflanze, die in Innenräumen mehrere Meter hoch wachsen kann. Durch regelmäßiges Beschneiden erhält der Ficus eine schöne, dekorative Form und wird gleichzeitig in seinem Wachstum angeregt.








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