Pestizide - verschiedene Arten
Pestizide sind Substanzen, meist chemischer Natur, die für zwei Zwecke entwickelt wurden: zum Schutz oder zur Bekämpfung von Pflanzen und zur Vernichtung oder Neutralisierung von Schädlingen.
Die am häufigsten verwendeten Pestizide sind Herbizide, Insektizide und Fungizide, die jeweils gegen unerwünschtes Unkraut, schädliche Insekten und durch Pilze verursachte Krankheiten wirken.
Es gibt außerdem Rodentizide zur Bekämpfung von Mäusen, Ratten und anderen Nagetieren sowie Holzschutzmittel und Biozide zur Schimmelbekämpfung.
Einstufung
Pestizide werden gemäß einer dualen Klassifizierung in Hauptgruppen eingeteilt.
Klassifizierung nach Verwendungszweck: Es gibt vier Hauptfamilien
InsektizideDiese Mittel dienen der Insektenbekämpfung. Sie greifen ein, indem sie Insekten töten oder deren Fortpflanzung verhindern; oft sind sie besonders giftig. Hier einige Beispiele:
- Arsen, das vor dem Zweiten Weltkrieg weit verbreitet war.
- POPs, insbesondere das bekannte DDT (Dichlorodiphenyltrichlorethan), ein sehr starkes Insektizid, das vor seinem Verbot weit verbreitet war, sind sehr persistent, sehr mobil und gut löslich, da Spuren von DDT im Eis und in Säugetieren in der Arktis und Antarktis gefunden wurden.
DDT wurde 1939 von Müller synthetisiert (wofür er 1948 den Nobelpreis erhielt) und im Zweiten Weltkrieg vom US-Militär zur Bekämpfung von Läusen eingesetzt. Anschließend fand es breite Anwendung in der Mückenbekämpfung und bei Versuchen zur Ausrottung von Malaria. In den 1970er-Jahren wurde es aufgrund des Verdachts auf Krebserreger verboten. Nach jahrelanger Forschung befürwortete die WHO (Weltgesundheitsorganisation) im September 2006 die Wiedereinführung von DDT in Form von DDT-imprägnierten Moskitonetzen. Dieser Entscheidung gingen verheerende Berichte über mehrere Millionen Malariatote jährlich in den ärmsten Ländern voraus. DDT ist jedoch sehr stabil, hochmobil und gut löslich, da Spuren davon im arktischen und antarktischen Eis sowie in Säugetieren nachgewiesen wurden.
- Lindan (Hexachlorcyclohexan HCH) aus der Gruppe der Organochlorverbindungen ist seit 1999 verboten. Zu dieser Gruppe gehört die Mehrheit der Organochlorverbindungen.
- Carbaryl, berüchtigt dafür, die Bhopal-Katastrophe (Dezember 1984) durch ein Leck von Methylisocyanat in der Produktionsanlage verursacht zu haben.
FungizideDiese Mittel dienen der Bekämpfung von Schimmelpilzen und Parasiten (Pilzen usw.) an Pflanzen. Zu den ältesten Fungiziden zählen Schwefel, Kupfer und dessen organische Derivate wie die Bordeauxbrühe. Die Bordeauxbrühe ist eine Mischung aus Kupfersulfat und Calciumhydroxid (oder gelöschtem Kalk) und wird traditionell seit den 1880er Jahren im Weinbau eingesetzt. Sie ist im Handel erhältlich und findet zunehmend Anwendung im Ackerbau.
Synthetische Fungizide (meist aromatische) werden prophylaktisch und therapeutisch eingesetzt; ihr Vorteil liegt in der geringen Toxizität und dem breiten Wirkungsspektrum.
Man unterscheidet zwischen Kontaktfungiziden, die das Eindringen von Pilzen in die Pflanze verhindern (z. B. Zineb, Captan usw.), und systemischen Fungiziden, die eine therapeutische Wirkung haben (z. B. Triadimefon, Morpholin usw.).
HerbizideDiese Herbizide sind darauf ausgelegt, bestimmte Pflanzen („Unkräuter“) zu bekämpfen, die mit den zu schützenden Pflanzen konkurrieren und deren Wachstum hemmen. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise deutlich von den anderen drei Wirkstoffgruppen. Zum einen bekämpfen sie nicht den Schädling (Insekt/Parasit), sondern eine andere Pflanze. Zum anderen ist ihre Anwendungsmethode anders: Sie werden direkt auf den Boden ausgebracht, im Gegensatz zu anderen Produkten, die auf die wachsende Pflanze gesprüht werden. Die bekanntesten Herbizide sind Schwefelsäure, die bereits 1911 zur Unkrautbekämpfung in Getreide eingesetzt wurde, Phytohormone (2,4-D) sowie Derivate der 2-Phenoxyethansäure (wie MCPP) und Sulfonylharnstoffe.
In den 1930er Jahren wurde das erste Pflanzenhormon (α-Indolessigsäure oder IAA) identifiziert. Darauf folgte eine Phase der Forschung an Phytohormonen; so wurden beispielsweise Phenoxyalkansäuren wie 2,4-D-(2-(2,4-Dichlorphenoxyessigsäure)) synthetisiert.
So sehen wir, wie viele Arten von Pestiziden es gibt und in welchen Bereichen der Einsatz bestimmter Arten relevant ist.
