Die Calibrachoa ist ein auffälliges Beispiel für eine Kletterpflanze mit einer Fülle glockenförmiger Blüten. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ihre Wildformen findet man in Uruguay, Argentinien und Brasilien. Dieser kugelförmige Strauch erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit bei Gärtnern.
Die Pflanze wird häufig in Hängeampeln kultiviert, um Loggien, Balkone, Galerien und Gärten zu schmücken. Dieser prächtige Blütenstrauch verleiht jedem Raum, ob innen oder außen, eine lebendige Note. Seine üppige Blütenpracht hat ihm den Beinamen „Millionenglocken“ eingebracht.
Calibrachoa gilt als anspruchslose Pflanze, daher erfordert die Pflege und der Anbau des Strauchs vom Gärtner nicht viel Zeit und Mühe.
Pflanzenmerkmale
Die Calibrachoa bildet zahlreiche Knospen und Stängel, die eine wunderschöne Blütenkugel formen. Die geöffnete Blüte kann einen Durchmesser von bis zu 3 cm erreichen. Die ersten Sorten der Pflanze hatten violette Blüten, doch dank gezielter Züchtung gibt es heute eine große Farbvielfalt: blau, violett, gelb, weiß, rot und viele mehr.
Der kugelförmige Strauch mit seinen blühenden Trieben hängt kaskadenartig aus dem Topf herab und bildet so eine Hängepflanze. Die Blüten ähneln in ihrer Form einer Glockenblume. Ein charakteristisches Merkmal der Calibrachoa ist die Farbe des Blütenkelchs, die sich von der Farbe der Blütenblätter unterscheidet. Die meisten Sorten haben einfache Blüten, es gibt aber auch gefüllte. Gefüllte Knospen sind deutlich größer, jedoch weniger zahlreich als bei einfachen Sorten.
Die langen, halb überhängenden Stängel können bis zu 1,5 m lang werden. Mit zunehmendem Wachstum verholzen sie. Die leicht behaarten, länglichen Blätter sind oval und klein.
Bis 1990 galt Calibrachoa als eine Petunienart, da die Pflanzen einander sehr ähnlich sehen. Botaniker führten 1990 Untersuchungen durch, die ergaben, dass es sich um zwei völlig unterschiedliche, wenn auch verwandte Arten handelt.
Namen von Calibrachoa-Varietäten mit Beschreibungen
Diese Pflanze gibt es in zahlreichen Sorten, von denen die meisten in Zentralrussland erfolgreich kultiviert werden. Selbst Gartenneulinge können prächtige, blühende Sträucher im eigenen Garten ziehen. Um die Sortenvielfalt kennenzulernen, lohnt es sich, Fotos und Namen der beliebtesten Sorten anzusehen.
Die Kablum-Serie, die nur vier Sorten umfasst, ist sehr beliebt. Diese Sorte zeichnet sich durch ganzrandige Blättchen von maximal 4 cm Länge und 1 cm Breite aus. Die verholzten Stängel wachsen buschig. Die hellgrünen Blätter sind fein behaart. Die Blütenbasis ist stets gelb. Die Sorten weisen folgende Merkmale auf:
- Calibrachoa 'White' verleiht jedem Garten eine elegante Note, wie die meisten weißen Blüten. Diese einjährige Pflanze eignet sich perfekt sowohl für Einzelpflanzungen als auch für Gruppenarrangements. Der Durchmesser eines ausgewachsenen Strauchs beträgt maximal 35 cm.

Weiß - Kablum Deep Pink zeichnet sich durch Miniaturblüten in Himbeer- oder Rosatönen aus. Auch der Knospenansatz ist gelb. Die lanzettlichen Blätter sind dicht behaart. Die Blütenblattfarbe variiert je nach Klima und Lichteinfall.

Tiefrosa - Calibrachoa 'Yellow' trägt leuchtend gelbe Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 3 cm. Aufgrund ihrer strahlenden Farbe trägt die Pflanze den Beinamen „Gartensonne“. Die Basis der Blütenkrone ist dunkler als die Blütenblätter.

Gelb - Deep Blue ist die beliebteste Sorte unter ihren Verwandten. Dem Namen nach zu urteilen, sollten die Blütenblätter dunkelblau sein. Tatsächlich sind sie eher violett, mit einem charakteristischen gelben Zentrum. Zahlreiche kleine Blüten blühen den ganzen Sommer und Herbst über nacheinander am Strauch.

Tiefblau
Unter den verschiedenen Sorten ist die Sorte „Million Bells“ besonders hervorzuheben. Ihr besonderes Merkmal ist ihre hohe Vermehrungsfähigkeit durch Samen, was man von ihren Verwandten, die meist durch Stecklinge vermehrt werden, nicht behaupten kann. Die Blüten können violett, blau oder lila sein.
Das könnte Sie auch interessieren:Pflege von Calibrachoa zu Hause
Selbst Anfänger können diese Pflanze pflegen, da sie recht pflegeleicht ist. Für optimales Wachstum und üppige Blütenpracht benötigt sie die richtige Pflege: einen idealen Standort mit viel Licht, regelmäßiges Gießen und Düngen.
Beleuchtung
Die Pflanze sollte an einem sonnigen Standort stehen, jedoch ist in der Mittagshitze Schatten empfehlenswert, da die zarten Blätter sonst Schaden nehmen können. Zugluft und starke Windböen sollten vermieden werden; stellen Sie den Topf daher am besten zwischen hohe Pflanzen oder in die Nähe des Hauses.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Pflanzen dürfen erst dann ins Freie gepflanzt oder in Töpfe gestellt werden, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Lufttemperatur sollte dabei mindestens 22 °C betragen.
Bewässerung und Düngung
Calibrachoa gießt man am besten morgens. Verwenden Sie weiches Wasser – abgestandenes Wasser oder Regenwasser. Gießen Sie regelmäßig, aber mäßig, da die Pflanze empfindlich auf Staunässe reagiert.

Für einen üppig blühenden Strauch ist regelmäßiges Düngen mit einem Volldünger notwendig. Dieser muss Kalium, Stickstoff und Phosphor enthalten. Wöchentliches Düngen wird empfohlen. Nach dem Einpflanzen sollte ein stickstoffreicher Dünger verwendet werden, während der Blütephase dann ein Dünger mit höherem Kalium- und Phosphorgehalt. Ein handelsüblicher Petuniendünger ist ideal für Calibrachoa.
Das könnte Sie auch interessieren:Beschneiden und Stutzen
Der ausladende Strauch wird regelmäßig beschnitten, um ihm ein schönes Aussehen zu verleihen und beschädigte Triebe zu entfernen.

Der nächste Rückschnitt erfolgt etwa im Juli. Die Triebe werden um die Hälfte gekürzt, was die Verzweigung des Strauchs fördert. Beim Ausgeizen werden die Triebspitzen und -spitzen entfernt, wodurch der Strauch ebenfalls breiter wächst. Beschädigte oder trockene Triebe und Blätter werden ebenfalls entfernt. Das Ergebnis ist eine üppige, formschöne Pflanze.
Krankheiten, Schädlinge und Bekämpfungsmethoden
Krankheiten befallen am häufigsten Pflanzen, die durch unsachgemäße Pflege geschwächt sind. Hier sind einige der häufigsten:
- Blassgelbes Laub und spärliche Blüten deuten auf Chlorose hin. Sie tritt auf, wenn zu viel Kalzium oder zu wenig Eisen im Boden vorhanden ist, wenn hartes Wasser verwendet wird oder zu viel gegossen wird. Die Behandlung besteht in der Anwendung eisenhaltiger Düngemittel und der Anpassung von Häufigkeit und Menge des Gießens.
- Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die Blüten und Blätter befällt. Sie kann durch Überdüngung mit stickstoffhaltigen Düngemitteln, feuchtwarmes Wetter und sogar durch zu starken Rückschnitt verursacht werden, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Krankheiten geschwächt wird. Befallene Stellen des Strauchs sollten abgeschnitten und die Pflanze mehrmals mit Schwefel behandelt werden.

Folgende Insekten können die Blume schädigen: Thripse, Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen. Aufgrund der Größe der Pflanze und ihres dichten Laubs empfiehlt sich der Einsatz spezieller Insektizide zur Bekämpfung dieser Schädlinge, da eine Behandlung mit Seifenlauge wahrscheinlich nicht wirksam ist. Zur Behandlung eignen sich Produkte wie Aktara, Fitoverm, Sanmite und andere. Bei Spinnmilbenbefall sollte die Behandlung mehrmals im wöchentlichen Abstand wiederholt werden.
Überweisen
Jährliches Umtopfen mit fast vollständigem Erdaustausch wird empfohlen. Während der Blütezeit entzieht der Strauch dem Boden fast alle Nährstoffe, daher muss das Substrat für die nächste Blüte erneuert werden. Die meisten Calibrachoa-Arten sind einjährig und müssen nicht umgetopft werden. Erfahrene Gärtner kennen jedoch einige Arten, die für die nächste Saison überdauern können.
Das könnte Sie auch interessieren:Besonderheiten der Pflege von Calibrachoa im Winter
Gartenanfänger fragen sich oft, wie man Calibrachoa im Winter richtig pflegt. Dieses Thema ist durchaus relevant, da der jährliche Kauf von Stecklingen recht teuer ist. In den meisten Fällen übersteht die Pflanze die Winterruhe gut und treibt im Frühling wieder kräftig aus.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Mutterblume zu konservieren:
- im Keller oder Untergeschoss;
- im Kühlschrank;
- auf einer kühlen Fensterbank.

Pflegen Sie die Pflanze wie gewohnt, bis die Blütezeit vollständig abgeschlossen ist. Nach der Blütephase gießen Sie nur noch einmal wöchentlich. Senken Sie gleichzeitig die Umgebungstemperatur auf 12–18 °C. Die größte Herausforderung bei der Winterpflege besteht darin, eine moderate Boden- und Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Eine ruhende Pflanze sollte höchstens einmal im Monat mit Phosphor-Kalium-Dünger versorgt werden.
In Mitteldeutschland gilt die Calibrachoa als einjährige Pflanze, weshalb sie oft entsorgt wird. Frost schadet ihr zwar, doch wenn man den Topf in den Keller stellt, kann das vegetative Wachstum im Frühjahr wieder aufgenommen werden. Dazu schneidet man den Strauch zurück und lässt etwa 10 cm über der Wurzel kleine Stümpfe stehen. Die Erde sollte weiterhin mäßig feucht gehalten werden.
Der Keller sollte kühl und feucht sein (maximal 10 °C). Eine zusätzliche Lichtquelle ist in dieser Zeit nicht nötig. Der Topf bleibt dort bis etwa Mitte Februar. Danach stellt man ihn ins Haus auf eine Fensterbank, und mit dem Frühlingsbeginn erfreut die Pflanze mit neuen Trieben.
Ist die Lagerung der Blumen unter solchen Bedingungen nicht möglich, kann ein Kühlschrank genutzt werden, um mehreren Stecklingen ein kühles Überwinterungsklima zu bieten. Vorteile dieser Methode sind die Aufrechterhaltung einer stabilen Temperatur (um die 3 °C) und der optimalen Bodenfeuchtigkeit ohne zusätzliches Gießen. Zu den Nachteilen zählen der Bedarf an regelmäßiger Belüftung, eine kurze Ruhephase und die mögliche Beeinträchtigung der Pflanzengesundheit (Welken und Absterben der oberirdischen Pflanzenteile).
Technologie zur Anzucht von Calibrachoa aus Samen
Die Pflanze wird meist durch Stecklinge vermehrt, da aus Samen gezogene Blüten nicht immer so schön werden wie die Mutterpflanze. Die Vermehrung aus Samen erfordert viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit vom Gärtner.
Weichen Sie das Pflanzmaterial zunächst 24 Stunden lang ein und trocknen Sie es anschließend mit einem weichen Tuch oder Küchenpapier ab. Verwenden Sie ein kleines Anzuchtgefäß. Füllen Sie es mit einer Erdmischung aus Torf, Kompost und Mineraldünger. Decken Sie es nach der Aussaat mit Glas oder einer Plastiktüte ab.

Es dauert lange, bis die Sämlinge erscheinen, und nicht alle Samen keimen. Um das Wachstum zu beschleunigen, verwenden Gärtner Spezialdünger oder eine schwache Kaliumpermanganatlösung. Nach der Keimung werden die Sämlinge mehrmals gedüngt, indem der Dünger mit Wasser vermischt wird.
Zum Aussäen kann man ein Torfquelltöpfchen verwenden, das zuvor in kochendem Wasser eingeweicht wurde. Die Sämlinge werden daraufgesetzt und mit Plastikfolie abgedeckt, um ein Mini-Gewächshaus zu schaffen.

Für die Keimung ist zusätzliches Licht wichtig. Die ersten Keimlinge erscheinen nach 7–10 Tagen und sollten regelmäßig gelüftet werden. Nach einigen Tagen haben sich die Sprossen an die Bedingungen im Haus gewöhnt, und die Folie kann entfernt werden.
Sobald sich mehrere Blätter gebildet haben, können die Sämlinge umgepflanzt werden. Legen Sie den Boden eines kleinen Topfes mit einer Schicht hochwertiger Drainage, dann mit einer Schicht Sand und schließlich mit dem Hauptsubstrat aus. Nach dem Umpflanzen ist die Wahl des richtigen Düngers entscheidend, da dieser die Blütenpracht maßgeblich beeinflusst.
Häufig gestellte Fragen zum Anbau
Calibrachoa ist eine pflegeleichte Pflanze, die sich auch für Anfänger leicht anbauen lässt. Ihre schönen, kugelförmigen Sträucher sehen sowohl im Garten als auch in Innenräumen toll aus.











Die angesagtesten Blumen des Jahres 2025
Große Keramiktöpfe und Pflanzgefäße: Worin liegt der Unterschied und wie wählt man den richtigen für seine Pflanzen aus?
Schönheit und Pflegeleichtigkeit: Die 10 schönsten und pflegeleichtesten Zimmerblumen
Die 15 schönsten Blumen, die in der Vase lange halten