Wie kann man zu Hause eine Mandarine aus einem Kern ziehen?

Blumen

Heutzutage bieten Blumenläden allerlei exotische Pflanzen für den Hausgebrauch an, und der Mandarinenbaum nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Der Preis für einen ausgewachsenen Baum mit Früchten und zahlreichen glänzenden Blättern ist recht hoch, sodass ihn sich nicht jeder leisten kann. Aber keine Sorge, denn es gibt eine Möglichkeit, einen Mandarinenbaum selbst aus einem Samen zu ziehen – und das mit relativ geringem Aufwand.

Merkmale eines domestizierten Mandarinenbaums

Der Mandarinenbaum gehört zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Er ist eine robuste und pflegeleichte Pflanze. Seine immergrünen Blätter werden alle vier Jahre erneuert. Schöne Zweige, glänzendes Laub und angenehm duftende weiße Blüten sind nur einige der vielen Vorzüge dieses Zimmerbaums. Bei richtiger und geduldiger Pflege erfreut der Mandarinenbaum Sie zudem mit seinen duftenden Früchten.

Die Pflanze vermehrt sich vegetativ oder durch Samen. Im Hausgarten werden Obstbäume meist aus Samen gezogen. Anfänger erhalten jedoch häufig eine schöne Pflanze, die keine Früchte trägt. Das ist verständlich, da Mandarinen in Gewächshäusern durch Veredelung zur Fruchtbildung angeregt werden. Dieses Verfahren sollte daher auch bei der Anzucht in Innenräumen in Betracht gezogen werden.

Regeln für die Anzucht einer Mandarine aus einem Samen

Dieser exotische Baum benötigt die richtige Pflege, die beim Anbau in Innenräumen unbedingt beachtet werden sollte. Das richtige Mikroklima zu schaffen ist gar nicht schwer, sodass er auch von Gartenneulingen erfolgreich gepflegt werden kann.

Auswahl und Aufbereitung von Saatgut

Für optimale Ergebnisse sollten Sie mehrere Samen gleichzeitig auswählen. Dadurch erhöhen sich die Keimchancen deutlich. Am besten eignen sich Samen aus reifen, unbeschädigten Früchten. Die Samen sollten nicht verformt sein, dunkle Spitzen haben oder zu dünn, als wären sie ausgetrocknet. Zunächst benötigen die Samen Zeit zum Aufquellen und Keimen.

Mandarinensamen
Mandarinensamen

Folgende Vorbereitungsmaßnahmen können getroffen werden:

  1. Die Samen werden in feuchte Gaze oder ein dünnes Tuch gewickelt und mehrere Tage lang liegen gelassen. Achten Sie während dieser Zeit darauf, dass die Gaze stets feucht bleibt.
  2. Hydrogel eignet sich ideal bei Schwellungen, da es den Knochen die notwendige Feuchtigkeit zuführt.

Wenn Sie die Samen nicht im Voraus vorbereiten können, können Sie sie direkt in die Erde säen. Die Keimlinge werden zwar erscheinen, aber viel später als nach dem Aufquellen.

Bodenvorbereitung

Saurer und ausgetrockneter Boden ist für die Pflanze ungeeignet. Das Substrat sollte frei von Torf sein, der in den meisten handelsüblichen Substraten enthalten ist.

Es empfiehlt sich, den Boden selbst mit folgenden Zutaten vorzubereiten:

  • zwei Teile Laub Erde;
  • zwei Teile Humus;
  • ein Teil Sand.
Saatgut für die Aussaat vorbereiten
Saatgut für die Aussaat vorbereiten

Diese Erdmischung sorgt für hervorragende Belüftung und Wasserableitung. Falls Sie kein eigenes Substrat herstellen können, können Sie eine fertige Erdmischung für Rosen oder Zitruspflanzen kaufen.

Landung

Die eingeweichten Samen werden in Anzuchtschalen oder kleine Töpfe mit Abflusslöchern ausgesät. Der Boden des Topfes sollte mit einer Schicht hochwertigen Drainagematerials (Kieselsteine, Perlit, Blähton oder Tonscherben) ausgelegt werden.

Aus einem Samen ist eine Mandarine geschlüpft
Aus einem Samen ist eine Mandarine geschlüpft

Legen Sie die Samen 4 cm tief in vorbereitete Erde und bedecken Sie sie mit Erde. Decken Sie den Behälter mit Frischhaltefolie, Zellophan oder Glas ab, um ein Gewächshausklima zu schaffen. Stellen Sie den Behälter an einen warmen, hellen Ort. Die ersten Keimlinge sind etwa drei Wochen nach der Aussaat zu erwarten.

Häufigkeit der Bewässerung der Samen

Gießen Sie die ausgesäten Samen, sobald die oberste Substratschicht angetrocknet ist. Verwenden Sie am besten abgestandenes, zimmerwarmes Wasser. Da die Samen im Gewächshaus stehen, bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden. Deshalb ist es wichtig, die Pflanzen nicht zu übergießen; gießen Sie mäßig.

Welche Bedingungen benötigen junge Triebe?

Drei Wochen nach dem Einpflanzen zeigen sich die ersten Triebe. Sobald diese sichtbar sind, sollte man zweimal monatlich organischen und mineralischen Dünger ausbringen. Um Wurzelschäden zu vermeiden, sollte der Dünger erst nach dem ersten Wässern gegeben werden.

Mandarinensprossen
Mandarinensprossen

Sobald die Keimlinge erscheinen, stellen Sie den Topf an einen hellen Ort, aber nicht in die direkte Sonne. Die optimale Temperatur für die Sämlinge beträgt 20 °C. Gießen Sie nach Bedarf und achten Sie darauf, dass die Erde nicht austrocknet.

Sämlinge umpflanzen

Ein besonderes Merkmal von Zitrusfrüchten ist ihr aktives Wurzelsystem. Solange die Wurzeln den Topf nicht vollständig ausfüllen, wächst der Sämling nicht nach oben. Jede Pflanze sollte in einem separaten Gefäß gesetzt werden, damit sich die Wurzeln nicht verheddern. Sobald die Sämlinge angewachsen sind, werden sie in Töpfe mit einem Fassungsvermögen von mindestens 4 Litern umgepflanzt. Dieser Vorgang wird vorsichtig durchgeführt, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen.

Nach dem Umtopfen wird die Pflanze an ihren endgültigen Standort gestellt. Ein nach Süden ausgerichtetes Fensterbrett ist ideal.

Pflege eines jungen Baumes

Der Mandarinenbaum gedeiht am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit und muss daher regelmäßig gegossen und besprüht werden. Verwenden Sie hierfür gut abgestandenes Wasser (mindestens drei Tage lang). Für zusätzliche Feuchtigkeit stellt man oft mit feuchtem Blähton oder Torf gefüllte Behälter in die Nähe des Topfes. Im Sommer gießen Sie bis zu dreimal täglich, im Winter nur dann, wenn die Erde austrocknet.

Notiz!
Die Pflanze gilt in den ersten acht Jahren als jung und wird daher jedes Frühjahr umgetopft. Fruchttragende Exemplare sollten alle zwei Jahre umgetopft werden.

Wie veredelt man einen Mandarinenbaum zu Hause?

Der Baum trägt in vier bis fünf Jahren Früchte. Um schmackhafte Früchte zu erhalten, muss der Mandarinenbaum veredelt werden; andernfalls wachsen die Früchte wild und schmecken völlig ungenießbar. Dies muss sorgfältig und unter sterilen Bedingungen erfolgen. Die Veredelung kann während der Hauptsaftperiode – im April und August – durchgeführt werden. Für den Eingriff benötigen Sie Folgendes:

  • ein Hausbaum (auch „Wurzelstock“ genannt) mit einem Stamm von mindestens 6 mm Dicke;
  • Veredelter Edelreis. Der Edelreis muss jung (bis zu zwei Jahre alt) und frisch geschnitten sein;
  • ein Präparat zur Wundheilung (Gartenvariante);
  • ein spezielles Messer zum Veredeln und Klebeband.
Mandarin-Veredelung

Das Instrument muss sterilisiert werden, anschließend beginnt die Prozedur Schritt für Schritt:

  1. Dornen und Blätter werden vom Edelreis entfernt, und am Stamm wird ein T-förmiger Schnitt (in einer Höhe von etwa 10 cm) vorgenommen.
  2. Schneiden Sie vorsichtig eine dünne Holzschicht mit einer Knospe vom Edelreis ab und setzen Sie diese sofort in den T-förmigen Schnitt ein.
  3. Die Schnittstelle wird fest mit Klebeband umwickelt, wodurch der Edelreis fest auf die Unterlage gedrückt wird.
  4. Einen Monat lang wird die veredelte Pflanze unter einem Beutel aufbewahrt, um Gewächshausbedingungen zu schaffen.
  5. Nach einem Monat hört der Saftfluss auf. Um den Erfolg zu gewährleisten, empfiehlt es sich daher, am selben Tag noch einige weitere dieser Prozeduren durchzuführen.

Sobald der Trieb erscheint, entfernen Sie das Klebeband und gewöhnen Sie ihn allmählich an das Raumklima, indem Sie den Isolierbeutel regelmäßig entfernen. Einen Monat später, wenn der Trieb aktiv zu wachsen beginnt, schneiden Sie den alten Wurzelstock ab. Der Schnitt sollte schräg, 0,3 cm über dem Triebansatz, erfolgen. Um starken Saftverlust zu vermeiden, bestreichen Sie die Schnittstelle mit Gartenerde. Geben Sie dem neuen Trieb eine kleine Stütze, um sein vertikales Wachstum zu fördern.

Schädlings- und Krankheitsbekämpfung

Im Innenbereich ist der Baum oft anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Die häufigsten Schädlinge sind:

  • Blattlaus;
  • Zitrus-Weiße Fliege;
  • Schildlaus;
  • Spinnmilben.
Blattlaus
Blattlaus

Diese winzigen Insekten ernähren sich vom Saft des Baumes, wodurch die Pflanze unterernährt wird und sogar abstirbt. Wie die meisten Zimmerpflanzen muss auch die Mandarine regelmäßig kontrolliert werden, da sich Schädlinge oft auf der Blattunterseite verstecken. Sollten Spinnweben oder Insekten am Baum auftauchen, handeln Sie sofort.

  1. Bringen Sie die Pflanze ins Badezimmer und spülen Sie sie gründlich unter der warmen Dusche ab. Fast alle Parasiten meiden Wasser.
  2. In einer Wohnung empfiehlt es sich, auf Hausmittel zurückzugreifen. Man kann beispielsweise eine Tinktur aus Knoblauch- oder Zwiebelschalen herstellen. Alternativ kann man die oberirdischen Pflanzenteile mit Seifenlauge abwaschen.
  3. Bei schweren Schäden wird die Mandarine in mehreren Schritten mit speziellen Insektiziden (Aktellik, Aktara, Fitoverm) behandelt.

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Pflanzenprobleme können auch durch falsche Pflege entstehen. Wird die Erde beispielsweise ständig zu stark bewässert, können kleine Fliegen auf der Oberfläche auftreten. Um diese unerwünschten Pflanzenbewohner loszuwerden, sollte man die Gießhäufigkeit reduzieren, die Erde auflockern und mit Grom-2 bestreuen.

Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Pilzkrankheit Anthraknose auslösen. Die oberirdischen Teile des Baumes werden mit hellgrünen Flecken bedeckt, die später nachdunkeln. Zur Behandlung der Krankheit sollten die befallenen Teile zurückgeschnitten und der Baum gemäß der Gebrauchsanweisung mit einem Fungizid behandelt werden. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, das Laub mehrmals pro Saison mit einer 1%igen Bordeauxbrühe zu besprühen.

Bitte beachten Sie!
Die Zitrusgummikrankheit stellt eine große Bedrohung dar, da sie äußerlich schwer zu erkennen ist. Der Pilz befällt ausschließlich die Stammrinde und die Hauptwurzeln des Baumes.

Die Krankheit lässt sich nicht anhand der Blätter feststellen, da diese erst als letzte vom Pilz befallen werden, nachdem der Stamm oder Ast bereits abgestorben ist. Vor der Behandlung muss die zugrunde liegende Ursache der Krankheit beseitigt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Mangel an Phosphor und Kalium bei gleichzeitigem Stickstoffüberschuss im Boden;
  • schlechte oder keine Entwässerung;
  • tiefe Pflanzung der Setzlinge;
  • Mechanische Beschädigungen, die zu einem „offenen Fenster“ für Infektionen wurden.

Neben der Beseitigung dieser Ursachen sollte die Wunde am Stamm gereinigt und desinfiziert werden. Eine 3%ige Kupfersulfatlösung eignet sich hierfür. Anschließend wird die beschädigte Stelle mit Gartenpech behandelt. Diese Prozedur sollte so lange wiederholt werden, bis der Mandarinenbaum vollständig verheilt ist. Falls die Behandlung erfolglos bleibt, muss die Pflanze vollständig entfernt werden.

Häufig gestellte Fragen zum Anbau

Wann erscheinen die ersten Keimlinge aus den Samen?
Es ist schwierig vorherzusagen, wann ein Samen keimt. Meistens erscheint ein Keimling nach etwa einem Monat, manchmal aber auch schon nach 15 Tagen. Achten Sie in jedem Fall darauf, die Erde feucht zu halten und eine optimale Raumtemperatur zu gewährleisten.
Womit eignet sich besser zum Abdecken von Saatgut – Folie oder Glas?
Manche Gärtner raten davon ab, Samen komplett abzudecken, da die Keimlinge sich nicht gut an die Bedingungen in Innenräumen anpassen. Glas, Plastiktüten und Folie erzeugen einen Treibhauseffekt, der das schnelle Austrocknen der Erde verhindert und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt. Alle diese Materialien erfüllen denselben Zweck, daher gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen ihnen. Wichtig ist, das Mini-Gewächshaus ausreichend zu lüften, da sich sonst Schimmel bilden kann.
Kann ich jede beliebige Sorte aus dem Laden anpflanzen?
Für den Eigenanbau von Mandarinen empfiehlt es sich, Samen von Hybridsorten zu verwenden, die mittlerweile im Handel erhältlich sind. Diese Sorten keimen schneller, wachsen kräftiger und lassen sich leichter veredeln. Sie unterscheiden sich von echten Mandarinen durch ein Merkmal: Hybriden enthalten immer Samen, während echte Mandarinen nur sehr wenige oder gar keine Samen besitzen.
Bis zu welchem ​​Alter sollte ein Baum umgepflanzt werden?
Ein Baum gilt bis zum Alter von acht Jahren als jung und wird daher jährlich umgetopft. Ausgewachsene, fruchttragende Mandarinen müssen alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Große und alte Bäume müssen nicht umgetopft werden; es genügt, die oberste Erdschicht aufzufüllen.

Einen Mandarinenbaum zu Hause anzubauen ist recht einfach. Die Ernte der Zitrusfrüchte erfordert jedoch etwas Aufwand. Ist der Baum erfolgreich veredelt, wird er Sie mit Sicherheit mit köstlichen und nahrhaften Früchten erfreuen.

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