Ein Wintergarten oder eine Orangerie ist ein Bauwerk, das jedes Interieur zweifellos aufwertet. Er ist ein sonniger und angenehmer Ort, der seine Besitzer das ganze Jahr über mit üppigem Grün und duftenden Blumen erfreut. Obwohl er von außen schlicht und schön wirken mag, ist es beim Bau eines Wintergartens im Privathaus unerlässlich, den Rat erfahrener Bauherren hinsichtlich Design, Materialien, Verglasung usw. sorgfältig zu befolgen.

Ein Stück Paradies im Haus
Wenn Sie sich in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung eine sommerliche Atmosphäre schaffen möchten, ist es wichtig zu verstehen, was genau ein Wintergarten ist und wie er sich von einem herkömmlichen Gewächshaus unterscheidet. Ein Gewächshaus ist eine Art Treibhaus, das für den Anbau von Nutzpflanzen unter künstlich geschaffenen Bedingungen konzipiert ist (zum Beispiel Orangen oder Bananen).

Das könnte Sie auch interessieren:Meist befindet sich ein solches Bauwerk separat vom Haus, beispielsweise im Garten, und bietet den Besitzern nicht die Möglichkeit, einen zusätzlichen Erholungsbereich für Familie und Freunde zu schaffen. Es herrschen dort für Menschen schwer erträgliche Klimabedingungen, wie beispielsweise hohe Luftfeuchtigkeit.
Ein Wintergarten bildet eine Übergangszone zwischen Wohnraum und Natur. Er schafft ein Klima, das sich positiv auf das menschliche Wohlbefinden auswirkt, und die hier angebauten Pflanzen und Blumen sind weniger anspruchsvoll, benötigen aber dennoch bestimmte Bedingungen.
Die Gestaltung und der Bau eines Gartens im Privathaus sind natürlich sehr individuell und hängen von vielen Faktoren ab, darunter Lage, Heizmethode und die gewünschten Pflanzenarten. Das heißt aber nicht, dass man dafür unbedingt Fachleute beauftragen muss. Vom Konzept über die Planung bis hin zum Bau von Polycarbonat- oder Glaswänden lässt sich alles selbst gestalten und umsetzen – der Wille ist dabei entscheidend.
Standortwahl und Gestaltung
Wenn es darum geht, einen Wintergarten in einem Landhaus oder einer Datscha anzulegen, denken die meisten Heimwerker in erster Linie ans Sparen. Natürlich erfordert die Gestaltung eines solchen Rückzugsortes Zeit und Geld, doch durch die eigenständige Planung lassen sich diese Kosten deutlich reduzieren oder zumindest optimieren.

Die erste Entscheidung, die die Besitzer treffen müssen, betrifft den Standort ihres kleinen Paradieses. Ein nach Osten ausgerichteter Indoor-Garten ist die beste Wahl, da die lichtdurchlässige Struktur eine Überhitzung verhindert. Ein nach Süden ausgerichteter Garten ist zu vermeiden, da er die Pflanzen überhitzen und die Kosten für Bewässerung und Belüftung deutlich erhöhen würde. Auch ein nach Norden ausgerichteter Garten ist nicht ideal, da er erhebliche Heizkosten verursacht. Ein nach Westen ausgerichteter Garten ist eine akzeptablere Option, allerdings wird es dort im Sommer recht heiß.
Der Garten kann auf vielfältige Weise gestaltet werden, zum Beispiel:

- angrenzend an das Gebäude — eine Konstruktion, die aus einer verglasten Veranda besteht. Diese Bauweise wird oft als „Puffergarten“ bezeichnet;
- befindet sich im Haus selbst, das heißt, ein Teil eines Esszimmers, Wohnzimmers oder Freizeitbereichs. Dieser Raum kann teilweise oder vollständig verglast sein und über ein künstlich erzeugtes Mikroklima verfügen, das den Anbau exotischer Pflanzen zu jeder Jahreszeit ermöglicht;
- freistehend — ist selten, da viele Menschen diese Anordnung eher mit einem Gewächshaus als mit einer Komfort- und Entspannungszone assoziieren.
Die vielseitigste und beliebteste Variante ist ein rechteckiger Wintergarten mit Satteldach, der als Erweiterung des Hauses errichtet wird.
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Der Garten selbst kann eine gewisse Wärmemenge speichern, aber während der kalten Jahreszeit benötigen dieser Raum und die darin befindlichen wärmeliebenden Pflanzen zweifellos eine Heizung.
Die wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Heizsystems sind Effizienz, optimale Wärmeverteilung und niedrige Kosten. Natürlich spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, beispielsweise wie viel Zeit die Besitzer in ihrem Garten verbringen, ob sie ihn als Erweiterung des Wohnraums nutzen oder ihn nur gelegentlich besuchen. Auch die Pflanzen selbst sind wichtig: Tropische Pflanzen benötigen Temperaturen über 20 Grad Celsius, während frostharte Pflanzen auch leichten Frost überstehen. Die beliebtesten Heizsysteme sind:


- Heizgeräte oder Klimaanlagen (Split-Systeme) bieten Vorteile wie einfache Installation und regulierbare Heizleistung. Allerdings ist dies eine relativ teure Option, da Strom recht kostspielig ist. Zudem ist eine zusätzliche Luftbefeuchtung erforderlich, da elektrische Heizungen die Luft tendenziell austrocknen.
- Bei einer Warmwasser- oder Dampfheizung werden die Heizkörper des Gartens an die zentrale Heizungsanlage des Hauses angeschlossen. In diesem Fall kann der Wintergarten als Ess- oder Wohnzimmer genutzt werden, da kein Temperaturunterschied zwischen den Räumen besteht. Diese Option ist recht kostengünstig, die Installation und Montage eines solchen Systems erfordert jedoch Fachkenntnisse.
- Das Heizen mit einem Holzofen verleiht einem Gewächshaus zwar eine besondere Note, ist aber nicht sehr praktisch. Der Ofen erfordert ständige Aufmerksamkeit, einschließlich des Kaufs von Kohle und Brennholz, und verteilt die Wärme ungleichmäßig im Raum.
- Ein Luftsystem besteht aus einem Ventilator, der in einer Fensteröffnung zum Garten hin installiert wird. Dieser verteilt die warme Luft aus dem beheizten Raum. Diese Lösung ist relativ kostengünstig, erfordert jedoch den Kauf eines Lufterhitzers und benötigt viel Platz.
- Elektrische Fußbodenheizung ist eine hervorragende Heizoption, da sie die Wurzeln ausreichend erwärmt und zusätzlich das Bewässerungswasser vorwärmt. Die Installation eines solchen Systems erfordert jedoch erhebliche Investitionen, und auch die Wartung ist sehr aufwendig.
Belüftung und Beleuchtung
Alle im Garten wachsenden Pflanzen benötigen eine ständige Frischluftzufuhr. Dies erfordert in der Regel den Einbau von Lüftungsöffnungen oder -schlitzen, deren Fläche mindestens 25 % der Gesamtfläche der Gartenmauern ausmachen sollte. Nur so lässt sich die notwendige Sauerstoffversorgung gewährleisten. Die Lüftungsöffnungen können manuell oder automatisch gesteuert werden.
Das könnte Sie auch interessieren:Es ist wichtig, auch an eine zusätzliche Beleuchtung zu denken, da Pflanzen im Winter und bei bewölktem Wetter unter Lichtmangel leiden. Lampen für diesen Zweck sind im Handel erhältlich, doch die Wahl des richtigen Lampentyps ist entscheidend, da dieser nicht nur Licht spendet, sondern auch das Pflanzenwachstum beeinflusst. Herkömmliche Glühbirnen sind beispielsweise ungeeignet, da sie viel Wärme erzeugen und Pflanzen leicht verbrennen können. Ihr Hauptnachteil besteht jedoch darin, dass ihr Lichtspektrum nicht das für die Photosynthese notwendige Licht enthält.

Geeignete Beleuchtungsoptionen für Garten und Gewächshaus sind Leuchtstofflampen, Halogen-Metalldampflampen und Natriumdampflampen. Am besten geeignet sind Pflanzenlampen, die speziell für die Pflanzenbeleuchtung entwickelt wurden.
Das Licht sollte jedoch mäßig sein, da zu viel auch für Pflanzen schädlich sein kann. Während der Besitzer eines solchen Gartens im Winter für zusätzliches Licht sorgen muss, ist im Sommer Schutz vor zu viel Licht erforderlich. Hierfür werden Markisen aus speziellem, reflektierendem Stoff verwendet. Vorhänge und Jalousien dienen mitunter dazu, das Sonnenlicht von innen abzuschirmen.
Pflanzen gießen
Automatische Bewässerung Die beste Option für eine winterliche Gartenecke, insbesondere da es mittlerweile eine große Auswahl an mechanisierten Systemen gibt. Mithilfe der Automatisierung können Sie verschiedene Modi je nach Temperatur- und Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzen einstellen.

Experten empfehlen unerfahrenen Hausbesitzern in der Regel die Tropfbewässerung. Dieses System besteht aus perforierten Schläuchen, die das Wasser in den Boden leiten. Dadurch wird die Bildung von Pfützen verhindert und sichergestellt, dass die Pflanzenwurzeln ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Ein Drainagesystem ist ebenfalls notwendig, um überschüssiges Wasser abzuleiten.
Das koordinierte Zusammenwirken aller beschriebenen Systeme gewährleistet dem Besitzer und seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt in einer grünen Oase und versorgt die Pflanzen mit Feuchtigkeit, Wärme und frischer Luft – alles, was sie zum Gedeihen benötigen.
Wintergarten in einem Privathaus: Fotogalerie















