Wer auch in der nächsten Saison eine hochwertige Ernte genießen möchte, sollte seine Gewächshäuser im Herbst vorbereiten. In dieser Zeit kann man entscheiden, wo man im nächsten Jahr anbauen möchte und die Gewächshäuser natürlich vor dem Winter gegen Schädlinge und Krankheiten behandeln.
Der Boden muss mit nützlichen Lösungen, die antiparasitäre Substanzen enthalten, gesättigt werden.
Wie geht man dabei richtig vor? Zuerst entfernt man jegliche verbliebene Vegetation von der Bodenoberfläche und gräbt sie aus. Das Gestell muss mit einer antiseptischen Lösung behandelt werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel.
Wo soll ich anfangen?
Bei der Bewirtschaftung eines Gewächshauses ist der erste Schritt, Pflanzenreste von der Oberfläche zu entfernen. Andernfalls kommt es zu Bodenverlusten. Pflanzenreste sind oft von Schädlingen und deren Larven befallen, die Krankheiten bei zukünftigen Kulturen verursachen können.
Manche Gärtner vertreten die Ansicht, dass aus dem Boden entfernte Pflanzen zu einem Haufen gesammelt werden können, um einen natürlichen Dünger – Kompost – zu gewinnen.
Dieser Rat kann jedoch negative Folgen haben. Denn beim Verrottungsprozess von Pflanzen entstehen zahlreiche gefährliche Bakterien, die die Ernte beeinträchtigen können.
Im Herbst sollten Sie unbedingt alle Seile, die zur Stützung der Pflanzen im Gewächshaus verwendet werden, behandeln, um Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Dies kann mit Kalk oder speziellen Desinfektionslösungen erfolgen.
Bodenbearbeitung
Nachdem Sie alle unnötigen Abfälle aus dem Gewächshaus entfernt haben, müssen Sie den Boden behandeln. Er sollte außerdem mit antiparasitären Mitteln behandelt werden. Hier einige Beispiele:
- Karbofos Dieses Mittel hilft, gefährliche Insekten wie Schwarzbeinigkeit und Wurzelgallennematoden abzutöten. Zur Behandlung eines Kubikmeters Erde im Gewächshaus im Herbst benötigen Sie eine Lösung aus 10 Litern Wasser und 90 Gramm Malathion. Nach der Behandlung muss die Erde umgegraben werden, damit das Mittel möglichst tief eindringen kann.
- Schwefel Dies hilft gegen Spinnmilben. Begasen Sie den Bereich dazu mit Schwefel, indem Sie ihn in Kohlen verbrennen. Bei bereits bestehendem Befall verwenden Sie 150 Gramm Schwefel pro Kubikmeter. Zur Vorbeugung verwenden Sie die dreifache Menge. Während der Behandlung muss das Gewächshaus abgedichtet sein. Wände und Rahmen sollten mit Wasser behandelt werden – so nehmen sie den Schwefel besser auf. Tragen Sie beim Begasen eine Atemschutzmaske. Alternativ können Sie das Gewächshaus auch mit einer Rauchbombe begasen, die in jedem Fachgeschäft erhältlich ist.
- Chlor Eine weitere Möglichkeit, Schädlinge im Gewächshaus zu bekämpfen, ist Bleichpulver. Diese Methode sollte jedoch nur im äußersten Notfall angewendet werden, wenn sich die Insekten auf keine andere Weise bekämpfen lassen. Bleichpulver hilft gegen Schwarzbeinigkeit, Kohlhernie, Weißfäule und Wurzelgallennematoden. Im Herbst kann zudem mehr Kalk zur Behandlung verwendet werden als im Frühjahr. Das Besprühen der Pflanzen mit einer Bleichmittellösung ist ebenfalls hilfreich und beugt Krankheiten vor. Sie benötigen 300 Gramm Bleichmittel auf 10 Liter Wasser.
- Kupfersulfat Wenn Sie in Ihrem Gewächshaus schon seit vielen Jahren Gemüse anbauen, benötigen Sie es im Herbst zur Behandlung gegen Krankheiten und Schädlinge. Es beseitigt viele Pilz- und Bakterienarten im Boden und auf der Oberfläche. Kupfersulfat sollte jedoch nur alle fünf Jahre angewendet werden, da ein Kupferüberschuss das Pflanzenwachstum beeinträchtigen kann.
- Bordeauxbrühe Diese Lösung wird seit dem späten 19. Jahrhundert zur Behandlung von Gewächshäusern eingesetzt. Sie besteht aus Kupfersulfat, Branntkalk und Wasser. In reiner Form kann Kupfersulfat Pflanzen abtöten. Das in der Lösung enthaltene Calcium wirkt als Bindemittel und minimiert so die negativen Auswirkungen des Kupfers.
- Formalin Formaldehyd ist ein weiteres Mittel, das Gärtner zur Schädlingsbekämpfung einsetzen. Es ist zwar nicht ungefährlich, aber sehr wirksam. Im Gewächshaus werden kleine Gräben ausgehoben und mit Formalinlösung gefüllt. Anschließend werden die Gräben mit Erde bedeckt. Das Gewächshaus wird dann für 1–3 Tage sorgfältig abgedichtet. Hierfür kann Klebeband verwendet werden. Danach wird der Raum 2–3 Wochen lang gelüftet, und die Erde wird anschließend entfernt.
Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz Ihres Gewächshauses vor Schädlingen und Krankheiten im Herbst können nur ergriffen werden, wenn die Innentemperatur mindestens 10 Grad Celsius beträgt. Wird diese Voraussetzung nicht beachtet, sind Ihre Bemühungen wirkungslos.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Ihr Gewächshaus zu desinfizieren: Dampfreinigung. Sie ist die umweltfreundlichste aller Optionen. So funktioniert es:
- Der Boden im Gewächshaus wird mit kochendem Wasser im Verhältnis von 1-3 Litern pro Kubikmeter bewässert;
- Unmittelbar nach der Behandlung wird der Boden für mehrere Tage mit einer Folie abgedeckt.
Um eine optimale Wirkung zu erzielen, wird die Dampfbehandlung mehrmals wiederholt. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Behandlungsmethode einen wesentlichen Nachteil hat: Regenwürmer können in gedämpftem Boden nicht überleben. Dabei sind es gerade diese Insekten, die den Boden fruchtbar machen.
Umweltfreundliche Aufgüsse
Die erfahrene Gärtnerin Galina Kizima empfiehlt, im Herbst ein pflanzliches Mittel zur Bodenbehandlung gegen Krankheiten und Schädlinge herzustellen. Diese Lösung besteht aus einem Aufguss aus Unkräutern und Wasser im Verhältnis 1:5. Rainfarn, Wermut, Löwenzahn und Zitrusschalen eignen sich dafür. Der Duft des Aufgusses schreckt Schädlinge ab. Aufgrund des unangenehmen Geruchs werden sie ihre Eier oder Larven nicht in den Boden legen und sich stattdessen einen sichereren Ort suchen.
Die Aufgüsse für die Weiterverarbeitung werden wie folgt zubereitet:
- Übergießen Sie fünf Liter Zwiebelschalen mit zehn Litern heißem Wasser. Lassen Sie die Lösung abgedeckt zwei Tage lang stehen. Anschließend abseihen und das Gewächshaus damit besprühen.
- Übergießen Sie ein Kilogramm Rainfarn mit 10 Litern Wasser und lassen Sie die Mischung 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln. Anschließend abkühlen lassen und den Aufguss abseihen.
- Ein Kilogramm Zitrusschalen einweichen, durch einen Fleischwolf drehen, mit 3 Litern Wasser übergießen und abgedeckt 5 Tage an einem dunklen Ort ziehen lassen. Anschließend den Aufguss abseihen, gut ausdrücken und in Behälter füllen. Bei Bedarf 100 Gramm in 10 Litern Wasser auflösen.
Den Rahmen für den Winter vorbereiten
Die Lösung zur Behandlung des Rahmens muss im Voraus zubereitet werden. Üblicherweise geschieht dies 4 Monate vor der Verwendung.
Zur Zubereitung mischen Sie einen Eimer Wasser mit 400 Gramm Kalk. Diese Mischung sollte auf den Boden, das Gewächshausgerüst und alle Arbeitsutensilien aufgetragen werden.
Die Wände von Polycarbonat-Gewächshäusern reagieren sehr empfindlich auf aggressive Substanzen. Vermeiden Sie daher bei der Vorbereitung auf den Winter die Verwendung von Produkten mit starken Chemikalien. Verwenden Sie außerdem keine scharfen Gegenstände an den Gewächshauswänden.
Die Holzkomponenten des Rahmens können entweder mit Bleichmittel oder Kupfersulfat behandelt werden.
Damit Ihr Gewächshaus im Winter nicht unter der Schneelast zusammenbricht, sollten Sie unbedingt das Gerüst verstärken. Dies kann durch den Einbau zusätzlicher Bögen oder T-förmiger Stützen erfolgen.
Wenn Sie im Herbst alle notwendigen Gewächshausbehandlungen durchführen, überwintern Schädlinge dort nicht und können die Bodenfruchtbarkeit im Inneren nicht beeinträchtigen. Auch Krankheiten bleiben von Ihrer Ernte verschont!
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=2j26ZrhWuYM

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