In den Herbstmonaten, nach der Ernte, werden Kirschbäume und -sträucher beschnitten. Überschüssige Äste werden entfernt, sobald der Saftfluss nachgelassen hat und die Kälte eingesetzt hat.
Ein rechtzeitiger und fachgerechter Schnitt trägt dazu bei, das volle Potenzial der Pflanze auszuschöpfen und den Fruchtansatz zu verbessern. Der Kirschbaumschnitt hat, unabhängig von Alter und Art, seine Besonderheiten.
Die Notwendigkeit des Herbstschnitts
Um die Gesundheit von Obstbäumen und -sträuchern wiederherzustellen, ist es wichtig, im Herbst alte, kranke Triebe umgehend zu entfernen. Dieses Vorgehen bringt der Pflanze erhebliche Vorteile:
- bildet die Baumkrone korrekt;
- verjüngt die Pflanze;
- verhindert oder beseitigt übermäßige Kronenverdickung;
- bietet das Potenzial für höhere Erträge.
Es gibt zwei Methoden zum Beschneiden von Obstbäumen. Beim Auslichten wird der Ast vollständig abgeschnitten. Beim Kürzen wird nur ein Teil des Triebs entfernt. Beide Methoden werden im Obstanbau, beispielsweise bei Kirschen und Pflaumen, angewendet.
Wann man beschneidet
Alle Schnittarbeiten werden vor dem ersten Frost abgeschlossen. In kalten Klimazonen wie Sibirien und dem Ural sinken die Temperaturen bereits im Oktober. Daher wird der Schnitt dort Ende September durchgeführt. In milderen Klimazonen erfolgt diese Arbeit später, Ende November.
Notwendige Werkzeuge für die Arbeit
Obwohl das Schneiden von Kirschbäumen im Herbst keine schwierige Aufgabe ist, erfordert es doch etwas Aufmerksamkeit und Mühe vom Gärtner. Um den Kirschbaum nicht zu beschädigen, sollten Sie hochwertige Werkzeuge von namhaften Herstellern verwenden. Zum Schneiden benötigen Sie:
- Für diese Arbeit ist die Gartenschere das wichtigste Werkzeug. Sie dient dazu, Triebe von jungen Pflanzen oder dünne Äste zu entfernen.
- Zum Abschneiden von Ästen, die dicker als 50 mm sind, wird eine Metallsäge oder Gartensäge verwendet.
- Die Gartenschere kommt zum Einsatz, wenn man an schwer zugänglichen Stellen der Baumkrone arbeitet.
Für diese Arbeit eignen sich nur scharf geschärfte Werkzeuge. Sie erfordern weniger Kraftaufwand vom Gärtner, sind sicher und beschädigen die Pflanzen weniger. Es empfiehlt sich, die Werkzeuggriffe mit rutschfesten Gummigriffen zu versehen. Tragen Sie zum Schutz Ihrer Hände vor der Arbeit spezielle Handschuhe.
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Beim Auslichten der Kirschbaumkrone ist es wichtig, die Baumart zu berücksichtigen. Für die Formgebung von Baum- und Strauchkirschen werden unterschiedliche Methoden angewendet. Bei Baumkirschen werden die einjährigen Triebe gekürzt. Dies fördert die Bildung von Seitentrieben, die Beeren tragen. Bei Strauchkirschen werden die einjährigen Triebe nicht beschnitten, da dies zum Austrocknen des gesamten Zweiges führen würde.
Nach einigen Jahren der Entwicklung wird das Wachstum von Baumkirschen eingeschränkt. Weitere Maßnahmen umfassen das Verhindern des Verflechtens der Äste und das Unterbinden des nach innen oder unten wachsenden Triebwachstums. Bei buschigen Sorten, die zum dichten Wuchs neigen, werden während der Pflege alle großen Äste entfernt, um die Pflanze zusätzlich auszulichten.
Beschneiden von Pflanzen unterschiedlichen Alters
Die Behandlung einzelner Kirschbäume und -sträucher hängt nicht nur von der Art oder Sorte ab. Auch der Kirschbaumschnitt selbst weist je nach Ertrag und Alter der Pflanze Besonderheiten auf. Betrachten wir die einzelnen Methoden genauer.
Herbstschnitt für junge Bäume
Bei jungen Bäumen besteht das Hauptziel des Gärtners beim Herbstschnitt darin, die Krone in die richtige Form zu bringen. Diese Pflanzen sind selten krankheitsanfällig und weniger anfällig für Schädlingsbefall, daher ist das Entfernen kranker oder abgestorbener Äste nicht notwendig. Ein weiteres Ziel des Schnitts ist es, ein zu dichtes Kronenwachstum zu verhindern. Hierbei ist es wichtig, das Baumgerüst unberührt zu lassen.
Das erste Entfernen der Zweige bei jungen Kirschbäumen erfolgt unmittelbar nach LandungenIn diesem Fall bleiben nur fünf oder sechs der stärksten Äste erhalten, die übrigen werden abgeschnitten. Um die Wundheilung zu beschleunigen, werden die Schnittstellen am Baum mit Ölfarbe oder Gartenpech versiegelt. Damit die Kirschbaumkrone eine ausladende Form entwickelt, wachsen die Äste in verschiedene Richtungen.
Schnittmerkmale für fruchttragende Pflanzen
Im Gegensatz zu anderen Obstarten tragen Kirschen schon sehr früh Früchte. Dies ist sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil. Ein hoher Ertrag ist zwar gut für den Gärtner, doch die frühe Fruchtbildung schwächt den Baum und lässt ihn schneller altern. Daher werden fruchttragende Triebe gelegentlich auch kultiviert.
Regelmäßiger Rückschnitt verringert den Ertragsverlust des Baumes. Selbst wenige verbleibende Äste tragen zu einer reichen Ernte bei. Die Beeren werden größer und saftiger.
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Die wichtigste Aufgabe für Anfänger bei der Pflege älterer Kirschbäume ist das Entfernen vertrockneter und kranker Triebe, da diese das Wachstum junger Zweige behindern. Dies ist unerlässlich, um Krankheiten vorzubeugen und die Lebensdauer der Pflanze zu verlängern.
Der beste Zeitpunkt, einen alten Baum zu beschneiden, ist im Frühling, wenn es warm genug ist und die Frostgefahr gering. Zu dieser Zeit verträgt die Pflanze den Schnitt besonders gut. Neben beschädigten Trieben werden beim Beschneiden auch nach unten hängende oder stark gekrümmte Äste entfernt.
Hygiene von Kirschbäumen verschiedener Formen
Der Herbstschnitt von Kirschen und Süßkirschen variiert je nach Pflanzenart. Die Astentfernung erfolgt bei Baum- und Strauchsorten unterschiedlich.
Hygiene von Filzsorten
Diese Kirschsorte ist bei Gärtnern wegen ihres dekorativen Wuchses, der frühen Fruchtreife und des geringen Unterholzwuchses, der die Krone einengen könnte, sehr beliebt. Daher ist der Rückschnitt von Filzkirschen im Herbst deutlich einfacher. Gleichzeitig ist der Herbstschnitt ein sehr wichtiger Bestandteil der Pflanzenpflege. Filzkirschen haben eine sehr kurze Lebensdauer von maximal 10 Jahren, die sich jedoch durch fachgerechten Schnitt verdoppeln kann.
Da Filzsorten typischerweise an einjährigen Trieben Früchte tragen, bleiben diese beim Rückschnitt unberührt. Lediglich deutlich verlängerte und über 50 cm lange Zweige werden um ein Drittel gekürzt.
Diese Kirschsorte wird durch Entfernen aller abgebrochenen oder kranken Triebe beschnitten. Beim Verjüngungsschnitt werden ausgewählte Seitentriebe im Jahresring entfernt. Dabei bleiben der mittlere Teil der Krone und die Gerüstäste unberührt. Diese werden zunächst gekürzt und können aus ruhenden Knospen neue Seitentriebe bilden. Erst dann wird die alte Krone beschnitten.
Beschneiden von Strauchkirschen
Die Kultivierung der Buschvariante erfolgt durch vollständiges Abschneiden der Äste ohne Stümpfe. Andernfalls tritt starke Gummibildung ein. Dies verlangsamt die Regeneration der Pflanze nach der Behandlung, und nicht verheilte Wunden sind anfällig für das Eindringen von Krankheiten und Insekten.
Eine Astentfernung wird durchgeführt, wenn die Pflanze weniger als 20 cm pro Jahr wächst. Zunächst erfolgt eine Desinfektion, bei der abgebrochene und kranke Triebe entfernt werden. Anschließend werden nicht verzweigte Äste zurückgeschnitten. Die verbleibenden Äste werden bis zum ersten kräftigen Ast zurückgeschnitten.
Kirschbäume beschneiden
Anders als bei der Strauchkirsche, bei der die Beeren an einjährigen Trieben und Zweigen erscheinen, trägt die Baumkirsche nur an einjährigen Trieben Früchte. Daher sollte der Rückschnitt im Voraus geplant werden. Vermeiden Sie es, alle Triebe auf einmal zu entfernen. Der Rückschnitt sollte schrittweise erfolgen, wobei die Triebe kürzer als 2–3 Meter bleiben sollten.
Bei verlangsamtem Baumwachstum werden Äste, die keine neuen Triebe bilden, zurückgeschnitten. Bei schnellem Wachstum erfolgt eine Auslichtung. Alle alten Äste werden zur Verjüngung entfernt, sobald der jährliche Zuwachs 15 cm nicht übersteigt. Auch sich kreuzende Triebe werden zurückgeschnitten.
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Sobald alle Astentfernungsarbeiten abgeschlossen sind, werden die verbleibenden Ablagerungen im Stammbereich des Baumes zusammengeharkt und vernichtet. Dies trägt dazu bei, die Ausbreitung schädlicher Insekten zu verhindern. KrankheitenDarüber hinaus die Liste der obligatorischen Winterpflege- und Vorbereitungsmaßnahmen beinhaltet:
- Düngung mit mineralischen Komplexen oder organischer Substanz. Hierfür werden Düngemittel mit hohem Phosphor- und Kaliumgehalt verwendet.
- Die Bewässerung erfolgt in Kombination mit der Düngung. Kirschbäume werden großzügig gegossen. Zuvor wird der Bereich um den Stamm bis zu einer halben Spatentiefe umgegraben.
- Die Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen erfolgt mit einer 5%igen Harnstofflösung. Die Spritzung wird nach dem ersten Frost durchgeführt.
- Kirschbäume benötigen keinen Winterschutz, da sie für ihre ausgezeichnete Winterhärte bekannt sind. In strengen Wintern mit starkem Frost sollte der Bereich um den Stamm mit Stroh abgedeckt und anschließend regelmäßig mit Schnee bestreut werden. Dies schützt das Wurzelsystem vor dem Erfrieren.
Einige Tipps
Unerfahrene Gärtner machen beim Herbstschnitt ihrer Kirschbäume oft Fehler. Dieser Schnitt ist jedoch unerlässlich für eine konstant reiche Ernte. Darüber hinaus Bäume im Herbst beschneiden fördert das erfolgreiche Überwintern der Pflanze.
Auf die Frage, wie man Kirschbäume im Herbst beschneidet, um eine gute Ernte zu gewährleisten, empfehlen erfahrene Gärtner Anfängern folgende Tipps:
- Kirschbäume müssen vor dem ersten Frost fachgerecht beschnitten werden.
- Anders als bei anderen Obstbäumen befinden sich die Knospen bei Kirschbäumen an den Triebspitzen und nicht entlang der gesamten Länge. Daher werden sie beim Rückschnitt entweder vollständig entfernt oder so stark ausgedünnt, dass an jedem Trieb zwei bis drei Knospen verbleiben. Diese Methode gewährleistet einen hohen Ertrag.
- Eine vollständige Verjüngung von Kirschbäumen kann problemlos mit einer Säge durchgeführt werden.
- Der Baum wird beschnitten, wobei versucht wird, allen einjährigen Ästen eine Länge von 30 cm zu geben. Diese Methode verhindert kahle Äste.
- Die Wurzelausläufer werden jährlich entfernt, da sie den Ertrag erheblich mindern.
- Die optimale Höhe für eine Baumkirsche beträgt 3 m. Sobald der Baum diese Höhe erreicht hat, wird die Spitze beschnitten.
- Die Krone dieser Pflanze wächst schnell zu groß. Daher wird sie jährlich zurückgeschnitten. Andernfalls wird das Wachstum der Fruchttriebe gehemmt.
- Man sollte nicht alle Äste eines Kirschbaums entfernen. Einjährige Triebe und Zweige für Blumensträuße bleiben immer stehen.
Experten sind sich noch immer uneins, ob der Schnitt von Kirschbäumen im Frühjahr oder Herbst besser ist. Langjährige Beobachtungen haben jedoch gezeigt, dass der Herbstschnitt deutlich vorteilhafter ist. Er hilft dem Baum auch, den Winter besser zu überstehen. Ziel des Herbstschnitts ist es nicht, das Aussehen des Baumes oder Strauches komplett zu verändern, sondern die Kronenform zu korrigieren und für eine gute Hygiene zu sorgen. Dies ist wichtig für höhere Erträge und die Vorbeugung verschiedener Krankheiten.

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