Zimmerpflanzenlampen: Anwendungen, Typen und Eigenschaften

Gartengeräte

In der kalten Jahreszeit nimmt die Lichtmenge in Wohnungen und anderen Räumen, in denen Zimmerpflanzen wachsen, deutlich ab, was sich negativ auf deren Entwicklung auswirkt. Erfahrene Gärtner wissen um die Bedeutung guter Beleuchtung und greifen daher gerne auf zusätzliche Lichtquellen zurück. Eine spezielle Zimmerpflanzenlampe ist hierfür eine hervorragende Lösung, da manche Pflanzen nicht nur im Winter, sondern auch im Herbst zusätzliches Licht benötigen.

Wann benötigt man eine Lampe für Zimmerblumen?

Anfänger, die von der Möglichkeit der Zusatzbeleuchtung erfahren haben, setzen ihre Blumen oft rund um die Uhr dem Licht aus. Dadurch werden die Pflanzen schwach und welken. Tatsächlich benötigen sie aber auch Dunkelheit, da lebenswichtige Prozesse in der Dunkelheit stattfinden.

lichtliebende Sorten

Lichtliebende Pflanzen verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie mehr Licht benötigen als alle anderen Pflanzen. Dazu gehören Arten, die natürlicherweise in offenen Gebieten, Steppen und Wüsten wachsen: Amaryllis, Kalanchoe, Abutilon und Azalee. Auch Hibiskus, Ficus und Eukalyptus zählen zu dieser Gruppe, da sie in freier Natur die Baumkronen tropischer Wälder besiedeln.

Lichtliebende Zimmerpflanzen
Lichtliebende Zimmerpflanzen

Auch panaschierte Sorten benötigen viel Licht, damit das Laub seine leuchtenden, attraktiven Farben behält. Manche panaschierte Blumen gedeihen auch im Schatten, daher ist es wichtig, die genaue Sorte Ihrer Zimmerpflanze und ihre Ansprüche zu kennen.

Wie man den Bedarf an zusätzlicher Beleuchtung ermittelt

Ein Mangel an Sonnenlicht wird sich unweigerlich auf das Erscheinungsbild der Pflanze auswirken: Wachstum und Entwicklung verlangsamen sich, und Blätter oder der gesamte oberirdische Teil verformen sich.

Der Lichtmangel lässt sich leicht am Laubwerk erkennen:

  • Die Blattstiele beginnen sich auf der Suche nach einer Lichtquelle zu biegen und strecken sich deutlich;
  • Nach der Verformung der Blattstiele krümmt sich der Stängel;
  • Die Blätter werden abfallen, und neue Blätter werden sich weit voneinander entfernt bilden;
  • Die Blattspreite nimmt eine gebogene Form an, oft mit eingerollten Rändern;
  • Das Laub verliert an Leuchtkraft und Farbsättigung, und bei panaschierten Sorten verblasst das Muster;
  • Das Laub am Fuß beginnt zu welken.
Anzeichen für unzureichende Beleuchtung
Anzeichen für unzureichendes Licht für eine Pflanze

Wenn die kalte Jahreszeit die Blütezeit einer Zimmerpflanze ist, dann kann der Lichtmangel an den Blüten festgestellt werden.

Blühende Pflanzen signalisieren ein Problem auf folgende Weise:

  • Während der Blütephase bilden sich nur sehr wenige Blütenstände, und es ist möglich, dass es überhaupt nicht zur Blüte kommt;
  • Wird das Problem nicht rechtzeitig behoben, können die gebildeten Knospen abfallen;
  • Falls es zur Blüte gekommen ist, sind die Blüten klein und verblüht.

Chlorophyll ist bekanntlich ein Nährstoff, der Wasser und Kohlendioxid aus der Umgebung aufnimmt und unter dem Einfluss von ultravioletten Strahlen in Glukose und Sauerstoff umgewandelt wird, die Pflanzen benötigen. Da Phytolampen Sonnenlicht ersetzen können, wirkt sich ihre Verwendung positiv auf die Photosynthese aus.

Lampenarten für Zimmerpflanzen

Für die Zusatzbeleuchtung eignen sich verschiedene Pflanzenlampen, jede mit ihren eigenen Vorteilen und ihrer eigenen Effizienz. Vor dem Kauf sollten Sie ermitteln, welche Blumen Sie anbauen möchten und wie viel Zusatzbeleuchtung Sie benötigen.

Energieeinsparung

Energiesparlampen sind eine Art Leuchtstoffröhren für Pflanzen. Zu ihren besonderen Merkmalen zählen ihre kompakten Abmessungen und ihre lange Lebensdauer von ca. 15.000 Stunden. Energiesparlampen verfügen über ein eingebautes Vorschaltgerät und einen praktischen E27-Sockel.

Trotz aller Vorteile bevorzugen erfahrene Gärtner lineare Leuchtstofflampen. Der Grund dafür ist die geringe Lichtausbeute von Energiesparlampen. Ihr eng gewickeltes Glasrohr führt zu einer Selbstdimmerung.

Neodym

Eine Neodym-Lampe ist eine Glühbirne. Gärtnern zufolge ist sie nicht die beste Wahl, da ihre Lichtintensität gering ist und sie viel Wärme erzeugt. Ihr Lichtspektrum enthält einen hohen Anteil an Rotlicht, das schädlich für Pflanzen ist. Eine Neodym-Lampe kann jedoch auch bei geringer Lichtleistung eine gute Helligkeit bieten. Dies liegt an der Verwendung eines speziellen, mit Neodym versetzten Glases.

Glühlampen werden am häufigsten zum Beheizen von Gewächshauspflanzen verwendet. Bei der Verwendung einer Neodym-Lampe sollten folgende Nachteile beachtet werden:

  • Es wird sehr heiß, was oft zu Verbrennungen an den oberirdischen Teilen führt;
  • Das Gerät enthält keine blaue Farbe im Farbspektrum;
  • Das Gerät hat eine relativ geringe Strahlungsabgabe.

Darüber hinaus ist die Verwendung eines solchen Geräts sehr teuer, da es einen hohen Stromverbrauch hat.

Fluoreszierend

Fluoreszierende Pflanzenlampen gelten als die beste Wahl für die Beleuchtung von Zimmerpflanzen, da sie das Tageslicht imitieren. Diese Lampen sind deutlich energieeffizienter als Glühlampen. Fleißige Lieschen und St. Pauli erfreuen den ganzen Winter über mit ihrer Blütenpracht, wenn sie mit diesen Lampen beleuchtet werden. Ein weiterer Vorteil dieser Lampen ist ihre hohe Lichtausbeute bei minimaler Wärmeentwicklung, wodurch das Risiko von Blattverbrennungen deutlich reduziert wird.

Je nach Anzahl der zu beleuchtenden Pflanzen können Sie die am besten geeignete Option auswählen:

  • Lampen bis zu 70 W eignen sich für die periodische Beleuchtung und zeichnen sich durch ein niedriges Emissionsspektrum aus;
  • Fluoreszierende Pflanzenlampen mit einer Leistung von 35 bis 50 W können sowohl als vollständiger als auch als intermittierender Tageslichtersatz verwendet werden. Diese Leuchten zeichnen sich durch ein optimales Emissionsspektrum aus;
  • Kompakte Geräte mit einer Leistung von 20 W oder mehr sind nur für die Teilbeleuchtung ausgelegt.

Zu den Nachteilen einer Leuchtstofflampe gehören die hohen Kosten und die Notwendigkeit, ein Vorschaltgerät anzuschließen.

Natrium

Natriumdampflampen zählen zu den Gasentladungslampen. Sie werden hauptsächlich zur Zusatzbeleuchtung vieler Töpfe eingesetzt. Ihr Lichtspektrum ist überwiegend rot, was sich positiv auf die Wurzelentwicklung auswirkt.

Floristen empfehlen, die Beleuchtung abwechselnd mit Metallhalogenid- und Quecksilberdampflampen zu gestalten, um ein ausgeglichenes Lichtverhältnis zu erreichen.

Metallhalogenid

Metallhalogenidlampen sind für blühende Pflanzen vorteilhaft, da der hohe Rotanteil im Lichtspektrum die Knospenbildung fördert. Diese Lampen bieten eine gleichmäßige Lichtausbeute, eine hohe Leistung und eine lange Laufzeit. Ihr Hauptnachteil sind die relativ hohen Kosten.

Induktion

Das Funktionsprinzip einer Induktions-Pflanzenlampe ähnelt dem einer Leuchtstoffröhren-Pflanzenlampe, die Bauweise unterscheidet sich jedoch deutlich. Da die Induktionslampe keine Elektroden im Inneren besitzt, ist ihre Lebensdauer wesentlich länger (ca. 60.000 Stunden). Am Ende ihrer Lebensdauer nimmt die Lichtintensität lediglich um 5 % ab.

Diese Lampe ist unempfindlich gegenüber Stromspitzen und flackert nicht. Die Glühbirne erwärmt sich im Betrieb kaum, sodass die Pflanzenlampe in geringem Abstand zum Blumentopf platziert werden kann. Induktionslampen ähneln in ihrer Lichtfarbe dem Sonnenlicht und können daher ohne zusätzliche Pflanzenbeleuchtung verwendet werden.

Induktionslampe
Induktionslampe

LED

LED-Leuchten erzeugen helles Licht bei minimalem Energieverbrauch. Die spektrale Zusammensetzung lässt sich durch die Installation der benötigten Anzahl roter und blauer LEDs einfach anpassen. Ihre Lebensdauer beträgt 50.000 Stunden.

Bitte beachten Sie!
Ein besonderes Merkmal dieses Geräts ist seine stabile Strahlung, die unabhängig von Dauer und Bedingungen der Anwendung ist. Die geringe Wärmeabgabe schließt das Risiko von Blattverbrennungen aus.

Installationsempfehlungen

Je nach Pflanzenart sollte die Lampe 25–50 cm von den Pflanzen entfernt angebracht werden. Sie sollte oberhalb des Laubs positioniert werden, da seitliches Licht zu Triebverformungen führen kann.

Anzahl der Lampen

Die meisten Blumen benötigen etwa 8.000 Lux (lx). Eine 60-Watt-Induktionslampe erzeugt beispielsweise 4.800 Lumen (lm). Wird die Lampe 30 cm von den Pflanzen entfernt installiert, verringert sich der Lichtstrom um den Faktor 1,3. Die Pflanzen erhalten dann nur noch 4.800 / 1,3 = 3.692 Lumen. Bei einer Pflanzkastenfläche von 1 m² ergibt sich eine benötigte Beleuchtungsstärke von 8.000 Lux × 1,0 m² = 8.000 lm.

Eine 60-Watt-Lampe, die 30 cm von den Blumen entfernt installiert ist, erzeugt eine Lichtstärke von 3.692 Lumen. Die benötigte Anzahl an Leuchten lässt sich wie folgt berechnen: 8.000 / 3.692 = 2,16. Aufgerundet auf die nächste ganze Zahl ergibt das zwei Pflanzenlampen. Hersteller geben die Ausleuchtungsfläche oft in Quadratmetern an, was die Auswahl der passenden Leuchte deutlich vereinfacht.

Leistung

Die Lampenleistung wird anhand folgender Parameter ausgewählt: Abstand zwischen Pflanze und Leuchte, Vorhandensein eines Lichtreflektors und Pflanzenart (Halbschatten, helles Licht oder mittleres Licht). Für eine mittlere Beleuchtung von 1 m² Pflanzenfläche ist eine 400-W-Glühlampe bzw. 5.500 lm erforderlich. Das bedeutet, dass eine Fläche von 1 m Länge und 0,5 m Breite 2.750 lm Beleuchtungsstärke benötigt.

Wichtig!
Wird die Lampe in einem Abstand von 30 cm über dem Laubwerk angebracht, verringert sich der Lichtstrom um 30%.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lampe pro Watt elektrischer Energie abgibt. Dieser Wert kann genutzt werden, um die Wirtschaftlichkeit einer Pflanzenlampe zu bestimmen.

LED-Streifen
LED-Streifen

LED- und Leuchtstoffröhren gelten als die am besten geeigneten Lampen für die Blumenbeleuchtung. Sie sind am energieeffizientesten, erzeugen keine Wärme (wodurch die Verbrennungsgefahr ausgeschlossen wird) und fördern die Blütenbildung und das volle Blütenwachstum.

Nutzungsdauer

Moderne LED-Leuchten zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden aus. Zum Vergleich: Die Lebensdauer anderer Leuchten beträgt:

  • Natrium – von 12.000 bis 20.000 Stunden;
  • Metallhalogenid – von 6.000 bis 10.000 Stunden;
  • fluoreszierend – 10.000 bis 15.000 Stunden;
  • Induktion – bis zu 60.000 Stunden.
Notiz!
Es ist wichtig zu beachten, dass die Bestrahlungsstärke eines Geräts mit zunehmendem Alter abnimmt. Kurz vor Ende seiner Lebensdauer beträgt sie nur noch etwa 54 % ihres Anfangswertes.

Eine DIY-Blumenlampe basteln

Sie können Ihre eigene Pflanzenlampe zu Hause bauen. Diese Art von Lampe ist viel günstiger als eine gekaufte. Am einfachsten geht das mit einer LED-Lampe. Wählen Sie die LEDs nach Wattzahl und Lichtfarbe aus. Für das einfachste Modell benötigen Sie 3-Watt-Glühbirnen in folgendem Verhältnis:

  • ein Grün;
  • ein Weißer;
  • vier blaue mit einer Lichtwellenlänge von 445 nm;
  • zehn rote mit einer Lichtwellenlänge von 660 nm.
Phytolampe
DIY-Phytolampe

Die LEDs werden mithilfe von Wärmeleitpaste auf einer Aluminium-Kühlkörperplatte befestigt. Nach der Montage werden sie verlötet und in Reihe geschaltet. Anschließend werden sie an einen Treiber mit der passenden Stromstärke angeschlossen. Ein Lüfter wird an der Rückseite des Kühlkörpers angebracht (beispielsweise ein Lüfter aus dem Gehäuse Ihres Computers).

Häufig gestellte Fragen

Wie lange sollten Pflanzen im Winter Licht erhalten?
Sofern im Winter kein Licht in den Raum dringt, sollten Blumen etwa 13 Stunden täglich künstlich beleuchtet werden. Sollen Lampen lediglich den Lichtmangel ausgleichen, sollten sie nicht länger als 6 Stunden täglich verwendet werden, da zu viel Licht den Blütenknospen schaden kann. Nur Sämlinge sollten 24 Stunden am Tag beleuchtet werden, und zwar nur in den ersten Tagen. Danach sollte die Tageslichtdauer allmählich reduziert werden.
Welche Lampen sind besser: solche mit blauem oder rotem Lichtspektrum?
Rotes Licht wirkt sich positiv auf Blüten während der Frucht- und Blütephase aus. Blaues Licht fördert die Wurzelentwicklung und das Wachstum der oberirdischen Pflanzenteile. Die meisten modernen Pflanzenlampen bieten sowohl blaues als auch rotes Licht und sind somit vielseitig einsetzbar für eine umfassende Beleuchtung.
Wie viel Watt sollte eine Lampe für Zimmerblumen haben?
Für Zimmerpflanzen empfehlen Experten Leuchtstoffröhren mit einer Farbtemperatur von 6400–6500 K. Der Farbwiedergabeindex (CRI) sollte mindestens 75 betragen (auf der Lampe mit 765 oder 865 gekennzeichnet). Je nach Anzahl der zu beleuchtenden Pflanzen eignen sich T8-Lampen mit einer Leistung von 18 W und einer Länge von 60 cm. Bei Bedarf kann eine 120 cm lange Pflanzenlampe mit 36 ​​W verwendet werden. Dies sind die beliebtesten und kostengünstigsten Optionen.
Wo soll die LED-Lampe installiert werden?
Die LED-Pflanzenlampe wird nah an den Pflanzen platziert, sodass ihr Lichtstrahl präzise auf das Laub gerichtet ist. Da diese Art von Pflanzenlampe nicht heiß wird, kann sie ohne Verbrennungsgefahr in einem Abstand von etwa 20 cm aufgestellt werden.

In der kalten Jahreszeit benötigen manche Pflanzen dringend zusätzliches Licht, daher sollten Gärtner die Anschaffung einer geeigneten Pflanzenlampe erwägen. Alternativ lässt sich auch selbst eine zusätzliche Lichtquelle für Zimmerpflanzen herstellen.

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