Viele Pflanzen lassen sich nur aus Sämlingen ziehen. Das Pikieren während der Anzucht ist nicht immer ratsam, da es zum Absterben der Jungpflanzen führen kann. Aus diesem Grund werden manche Nutzpflanzen direkt in separate Behälter mit dem erforderlichen Volumen ausgesät.
Warum werden Pflanzen gepflanzt?
Das Pikieren ist das Umpflanzen von Sämlingen aus einem gemeinsamen Topf in einzelne Töpfe oder von kleineren in größere. Dieser Vorgang ist für das gesunde Wachstum der Sämlinge unerlässlich. Nach dem Umpflanzen vergrößert sich die Oberfläche, und das Wurzelsystem kann sich besser entwickeln.
Werden Pflanzen, die in einem gemeinsamen Topf ausgesät wurden, nicht umgehend umgepflanzt, vergeilen sie, werden stark geschwächt und können sogar absterben. Zu dicht gepflanzte Exemplare entwickeln sich sehr schlecht. Den Sämlingen fehlt es an Licht und Nährstoffen. Selbst wenn sie später umgepflanzt werden, beeinträchtigt eine Verzögerung des Umpflanzens Wachstum und Fruchtbildung.
Das Umpflanzen hat jedoch auch Nachteile. Der Vorgang des Übertragens von Pflanzen in andere Gefäße kann das Wurzelsystem oder die oberirdischen Pflanzenteile beschädigen. Dies kann dazu führen, dass die Pflanzen erkranken und möglicherweise absterben. Selbst ohne Beschädigung ist das Umpflanzen für Sämlinge stressig. Die Anzucht ohne Umpflanzen bietet viele Vorteile:
- spart Zeit und Geld (es müssen keine zusätzlichen Behälter gekauft werden);
- kein Stress;
- gute Entwicklung der Zentralwurzel.
Bei der Wahl der Anbaumethode ist es wichtig, die Entwicklungsmerkmale der verschiedenen Pflanzen und ihre Wachstumsperioden zu berücksichtigen. Tomaten und Paprika haben lange Entwicklungszeiten und sind daher ohne Umpflanzen schwer anzubauen. Sät man die Samen direkt in einzelne Töpfe, ist zusätzliches Licht erforderlich, da die Aussaat Ende Februar oder Anfang März erfolgt. Nicht jeder Gärtner hat den Platz, um viele Töpfe auf einer Fensterbank aufzustellen und Lampen zu installieren.
Welche Pflanzen vertragen das Umpflanzen nicht?
Manche Nutzpflanzen reagieren sehr empfindlich auf das Umpflanzen. Sie vertragen Stress schlecht. Schon geringfügige Wurzelschäden oder veränderte Wachstumsbedingungen können dazu führen, dass sie erkranken und ihr Wachstum vorübergehend einstellen. Es ist daher ratsam, diese Pflanzen nicht umzupflanzen, sondern direkt in einzelne Töpfe auszusäen. Dazu gehören:
- Gurken;
- Kürbis;
- Zucchini;
- Malve;
- Akelei (Aquilegia);
- Melone;
- Gartenerdbeeren.
Erdbeer-, Malven- und Akeleien-Sämlinge sind empfindlich, daher sollte man sie am besten in Ruhe lassen. Gurken-, Kürbis- und Zucchini-Sämlinge sind zwar recht robust, aber ihre Wurzeln sind noch schwach. Schon ein kleines Stück Erde, das sich von den Wurzeln löst, kann der Pflanze schaden. Beim Umpflanzen lässt es sich kaum vermeiden, die Wurzeln freizulegen. Um dies zu verhindern, sollten die Samen mit ausreichend Abstand ausgesät werden. In diesem Fall ist ein Umpflanzen nicht nötig. Die Sämlinge haben in einem gemeinsamen Topf möglicherweise genügend Platz.
Für kräftige Pflanzen säen Sie die Samen in mit Erde zu etwa einem Drittel gefüllte Töpfe. Torftöpfe eignen sich gut. Beim Auspflanzen ins Freiland können Sie die Sämlinge direkt in vorbereitete Löcher in diesen Töpfen setzen. Sollten die Sämlinge zu groß für die Töpfe werden, aber noch nicht ins Freiland gepflanzt werden können, schneiden Sie die Torftöpfe vorsichtig auf und setzen Sie die Sämlinge in größere Töpfe um.
Gurken-, Kürbis- und Zucchini-Setzlinge lassen sich in Torfquelltöpfen vorziehen. Die Torfquelltöpfe können in separate Töpfe gepflanzt werden, bevor die ersten richtigen Blätter erscheinen. Vor dem Einpflanzen sollten die Setzlinge und die vorbereitete Erde gründlich gewässert werden.
Die Pflege von Sämlingen, die ohne Umpflanzen gezogen werden, unterscheidet sich kaum von der regulären Pflege. Dazu gehören regelmäßiges Gießen, Auflockern des Bodens und Düngen. Sämlinge werden ins Freiland umgepflanzt, sobald der Boden 10–15 Grad Celsius erreicht hat. Die Pflanzen sollten dann mehrere echte Blätter besitzen. Einige Pflanzenarten können zwar umgepflanzt werden, dies ist jedoch nicht empfehlenswert. Kohl, Basilikum, Auberginen und Ringelblumen können nach dem Umpflanzen erkranken. Am besten sät man diese Pflanzen direkt ins Beet, mit ausreichend Abstand, und pflanzt sie später in ein Gewächshaus oder in Gartenbeete um.
Nicht alle Pflanzen vertragen das Umpflanzen gut. Manche Kulturen sollten direkt in einzelne Töpfe gesät werden, um Wurzelschäden zu vermeiden. Sorgfältige Behandlung der Sämlinge gewährleistet eine gute Ernte.
