Weinreben sind längst keine exotische Südstaatenart mehr, sondern werden auch in nördlichen Regionen angebaut. Die Beeren lassen sich aus fertigen, im Handel erhältlichen Setzlingen oder Stecklingen ziehen, die meist nach dem Herbstschnitt übrig bleiben. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Eigenschaften der Sorte erhalten bleiben und keine Veredelung erforderlich ist.
Erntezeitpunkt
Sie können mit der Vorbereitung des Pflanzmaterials im Spätherbst beginnen, sobald die Blätter abgefallen sind, aber noch kein Frost eingetreten ist. In gemäßigten Klimazonen kann dies von der zweiten Oktoberhälfte bis Anfang November erfolgen. Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, da die Knospen im Winter erfrieren und im Herbst bereit für das aktive Wachstum sind.
Merkmale des Zuschnitts für Rohlinge:
- Im Frühjahr nur 2 kräftige Knospen stehen lassen, die übrigen abschneiden;
- Im Herbst einen kurzen Trieb mit 2 Knospen und einen langen Trieb mit 4 Knospen stehen lassen;
- Im Winter werden die Reben von den Spalieren entfernt und abgedeckt.
Es ist notwendig, den richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt zu bestimmen, sonst stirbt der Strauch ab, ohne eine Ernte hervorzubringen.
Wie man Stecklinge schneidet
Zuerst muss der richtige Zweig ausgewählt werden. Er sollte gut ausgereift sein, das heißt, er sollte beim leichten Biegen knacken. Das Holz unter der Rinde sollte grün sein, ebenso das Kambium am verbleibenden Schnitt. Ist die Rebe blass und weiß, ist sie ungeeignet.
Die Rebe sollte 30–40 cm lang sein. Bei 60–70 cm sollten sich 6–7 Knospen gebildet haben. Sobald Sie sich für das Ausgangsmaterial entschieden haben, beginnen Sie mit dem Schneiden:
- Bereiten Sie einen Eimer Wasser vor, in den Sie die zugeschnittenen Stücke legen können.
- Am besten eignen sich Zweige mit Stielen auf beiden Seiten. Diese Ranken speichern die Feuchtigkeit.
- Die Zweige sollten nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da sie sonst verrotten, weil die Hälfte ihrer Feuchtigkeit verdunstet.
Zweige sollten nicht länger als 8 Stunden im Wasser bleiben. Manche empfehlen, sie 2 Tage lang im Wasser zu lassen und das Wasser regelmäßig zu wechseln.
So schneidet man Stecklinge richtig:
- Bestimmen Sie die Größe. Durchmesser 6 bis 10 cm, Länge höchstens 70 cm.
- Die Zweige werden gereinigt, wobei 4 aktive Knospen zurückbleiben.
- Mit einem scharfen, desinfizierten Instrument schneiden.
- Unten wird der Schnitt unterhalb der Knospe gesetzt; oben mittig zwischen den Knospen. Der mittlere oder untere Teil des Triebs dient als Edelreis.
- Die fertigen Zweige werden zu Bündeln zusammengefasst und mit dem Sortennamen beschriftet.
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Lagerung, Bewurzelung und Pflanzung
Stecklinge lassen sich an verschiedenen Orten lagern: im Keller, in Sägespänen. Legen Sie sie in einen Beutel und lassen Sie etwas Platz für Luft. Die Sägespäne sollten gelegentlich befeuchtet werden. Sie können die Zweige auch im Kühlschrank aufbewahren, indem Sie sie in ein Baumwolltuch wickeln und in einen Plastikbehälter legen. Stechen Sie Löcher in den Behälter, damit Luft hineinkommt, und stellen Sie ihn auf die unterste Ablage. Er sollte frei von verschimmelten Lebensmitteln sein. Befeuchten Sie das Tuch regelmäßig.
Geben Sie 10 cm feuchten Sand auf den Boden, wickeln Sie die Äste in Plastikfolie und füllen Sie anschließend eine weitere 10 cm dicke Schicht Sand und 30 cm Erde darüber. Ein Dach schützt vor Nässe. Überprüfen Sie nach dem Auslegen der Äste deren Zustand.
Vor dem Bewurzeln die Stecklinge, falls sie trocken sind, 2 Stunden lang einweichen. Bei Bedarf kann dem Wasser ein Bewurzelungsmittel beigemischt werden. Nach dem Einweichen die Stecklinge in sauberes Wasser stellen und darauf achten, dass die unteren Triebe maximal 5 cm tief bedeckt sind. Das Gefäß an einen sonnigen Ort stellen. Bei Bedarf Wasser nachfüllen. Die Pflanzreife der Stecklinge lässt sich durch Abschneiden eines kleinen Stücks prüfen. Tritt am Schnitt noch Saft aus, ist der Trieb reif. Anschließend auf die gewünschte Länge kürzen. Mittelgroße Knospen entfernen, um übermäßiges Triebwachstum zu verhindern. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, können die Stecklinge eingepflanzt werden.
Sie machen es so:
- Sie graben ein Loch und geben die notwendigen Düngemittel hinzu.
- Den Trieb vorsichtig umsetzen, mit Erde bestreuen und gießen.
- Mulchen Sie die Pflanze und decken Sie sie mit einem Behälter ab, um sie vor der Sonne zu schützen. Ein Einmachglas oder eine Plastikflasche reichen aus.
Sie können Humus oder Mineraldünger in das Pflanzloch geben. Die Mineralien sollten mit der Erde vermischt werden. Ist der Boden sandig, mischen Sie Lehm unter. Ist er überwiegend lehmig, geben Sie Kies oder Schotter hinzu. Die Pflanzung kann im Winter erfolgen. Decken Sie die Setzlinge dazu mit Laub ab. Im Frühjahr entfernen Sie das Laub.
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