Der Anbau von Setzlingen und Gemüse in Gewächshäusern verläuft dank optimaler Temperatur, Beleuchtung und Bewässerung deutlich schneller. Um Zeit, Ressourcen und Aufwand zu sparen, installieren viele Gärtner Tropfbewässerungssysteme. Diese gewährleisten eine gleichmäßige Pflanzenfeuchtigkeit und vermeiden die für Gewächshäuser typische starke Verdunstung. Ein Tropfbewässerungssystem lässt sich auch selbst aus leicht erhältlichen Materialien bauen.
Funktionsprinzip
Tropfbewässerungssysteme wurden in Israel entwickelt und erstmals 1950 eingesetzt. Grund für ihren Einsatz war die in der Region weit verbreitete Wasserknappheit. Wissenschaftler wurden daher beauftragt, eine Bewässerungsmethode zu finden, die den Wasserverbrauch reduziert. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Tropfbewässerung so effektiv ist, dass sie sowohl Wasser als auch Zeit bei der Pflanzenpflege spart. Die Ernteerträge steigen durch Tropfbewässerung um 30 %.
In Gewächshäusern dient ein Fass als Wasserreservoir für diese Bewässerungsart. Es ist über eine Hauptleitung mit Spendern und Auslaufrohren verbunden. Alle Systemkomponenten werden mittels Verbindungsstücken miteinander verbunden.
Die Hauptleitung ist über einen Filter mit dem Bewässerungsfass verbunden. Von dort verläuft eine Leitung mit kleinen Düsen für die Dosierer entlang des gesamten Beetes. Durch diese Düsen sickert langsam Feuchtigkeit und versorgt die Wurzeln der Pflanzen. Um einen guten Wasserdruck zu gewährleisten, steht das Fass 50 cm bis 3 m über dem Boden. So wird eine Bewässerung durch Schwerkraft sichergestellt. Reicht der Druck nicht aus, kann eine Tauchpumpe eingesetzt werden.
Das könnte Sie auch interessieren:Zur Automatisierung der Bewässerung installieren Sie einen Bewässerungscomputer. Dieser regelt die Bewässerungsintensität und -häufigkeit. Mehrere Zeitschaltuhren können in verschiedenen Abschnitten des Bewässerungsnetzes installiert werden, um das Bewässerungsprogramm individuell an unterschiedliche Pflanzengruppen anzupassen.
Vor- und Nachteile
Bei regelmäßiger Bewässerung ist der Boden nur bis zu einer Tiefe von 10 cm gesättigt. Wird langsam gegossen, dringt das Wasser deutlich tiefer ein. Das Wurzelsystem wächst schneller und kräftiger, wodurch die Pflanze mehr Nährstoffe aufnehmen kann. Da der restliche Boden nicht durchnässt wird, ist das Risiko von Staunässe deutlich geringer. Dies reduziert das Risiko gefährlicher Pflanzenkrankheiten wie Mehltau, Schwarzbeinigkeit, Grauschimmel und Bakterienbrand.
Da kein Wasser auf die Blätter der Pflanzen gelangt, besteht keine Gefahr von Sonnenbrand. Unkraut kann sich nicht schnell ausbreiten, da das Wasser ausschließlich die Wurzeln der Kulturpflanzen erreicht. Zudem beugt dieses Bewässerungssystem Bodenerosion vor. Die Tropfbewässerung ist einfach anzuwenden und bietet das Potenzial, die Erträge deutlich zu steigern.
Der größte Nachteil dieses Bewässerungssystems ist die Notwendigkeit, seine Leistung ständig zu überwachen. Bei zu viel Wasser kann die Pflanze absterben. Daher muss der Zustand des Wasserreservoirs regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aufgefüllt werden.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Tropflöcher verstopfen. Da sie so klein sind, setzen sie sich ständig mit Schmutz zu. Deshalb werden sie regelmäßig durch Ausblasen gereinigt. Um zu verhindern, dass Schmutz in den Wasserbehälter gelangt, ist dieser außerdem mit einem Deckel versehen.
Arten von Infusionen und die Intervalle zwischen ihnen
Ein Tropfbewässerungssystem ist ein kleines Gerät mit einem Schlauch an der Oberseite, der in die Öffnung eines Bewässerungsschlauchs passt. Es reguliert die Wasserzufuhr zu den Pflanzen. Das Tropfbewässerungssystem wird je nach Pflanzenart und Größe des Gewächshauses ausgewählt.
Folgende Sorten kommen vor:
- Unkompensierte Beete sorgen für eine stärkere Feuchtigkeitszufuhr am Anfang des Beetes als am Ende;
- Kompensierte Systeme sind mit einem Ventil und einer Membran ausgestattet und sorgen daher auch in unebenem Gelände für ein optimales Feuchtigkeitsvolumen.
- Zufuhr einer bestimmten Flüssigkeitsmenge, die auf der Verpackung angegeben ist und zwischen 1 Liter und 2 Litern liegt;
- mit manuellem Modus zur Einstellung der abgegebenen Flüssigkeitsmenge;
- Bei einem Rücklaufschutzsystem wird die Flüssigkeit beim Abschalten der Wasserzufuhr vollständig aus dem Schlauch entfernt; solche Tropfer müssen nicht ausgeblasen werden, da der Druck in ihnen nicht auf ein Minimum sinkt.
- Mit Spinnenspendern wird verschiedenen Pflanzen gleichzeitig Feuchtigkeit zugeführt.
Achten Sie bei der Auswahl eines Infusionssystems darauf, dass es zerlegbar ist. Dies ist für eine effektive Reinigung unerlässlich.
Beim Selbstbau einer Tropfbewässerungsanlage ist die Regulierung der Wasserzufuhr besonders wichtig. Ist der Wasserdruck zu gering, leiden die Pflanzen am Rand des Beetes unter Wassermangel. Eine zu intensive Wasserzufuhr ist ebenfalls unerwünscht, da sie den Boden überwässert.
Der Abstand zwischen Tropfern und Spendern wird je nach Pflanzenart gewählt:
- In regelmäßigen Abständen werden Tropfbewässerungsanlagen installiert. Sie dienen der Bewässerung von mehrjährigen Gewächshauspflanzen. Für Freilandbeete oder Sämlinge werden sie nicht verwendet; hierfür werden oberirdische Wasserleitungen verlegt.
- Bei anderen Kulturen beträgt der Abstand zwischen den Tropfern 30 cm.
- Wurzelgemüse wird mit Tropfbewässerung im Abstand von 20 cm bewässert.
- Zur Bewässerung von Melonen wird der Abstand zwischen den Spendern auf 1 m vergrößert.
Wie berechnet man Wassermenge und Bewässerungsdauer?
Bevor Sie ein selbstgebautes Tropfbewässerungssystem installieren, zeichnen Sie einen Plan der Beete mit Angabe ihrer Maße und den Standorten der Pflanzen. Zeichnen Sie anschließend ein Bewässerungsschema, in dem der Tank und alle Leitungen eingezeichnet sind. Ein solch detaillierter Plan ist notwendig, um die benötigten Materialmengen zu berechnen.
Berechnen Sie als Nächstes das verbrauchte Flüssigkeitsvolumen, das die Größe des Fasses bestimmt. Für eine zehn Meter lange Rohrleitung und die Installation von Tropfern im Abstand von 30 cm werden 34 Tropfer benötigt. Bei einer Durchflussrate von 5 Litern pro Stunde beträgt das Gesamtwasservolumen 170 Liter.
Wassermenge für eine qualitativ hochwertige Bewässerung mit Tropfbewässerung Der Wasserbedarf wird deutlich reduziert. Gurken benötigen nur 2 Liter pro Tag. Tomaten können alle vier Tage mit 1,5 Litern Wasser gegossen werden. Kartoffeln und Kohl benötigen 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag.
Die Bewässerungsdauer hängt von der Tropfmenge der Tropfer ab. Bei einer Durchflussrate von 3 Litern pro Stunde benötigen Kartoffeln und Kohl etwas weniger als eine Stunde Bewässerung. Für Gurken reichen 40 Minuten und für Tomaten eine halbe Stunde.
Vorteile des automatischen Reglers
Durch die Installation einer Zeitschaltuhr an einer Tropfbewässerungsanlage arbeitet diese vollautomatisch. Dadurch entfällt die manuelle Bedienung der Ventile. Das Wasser wird von speziellen Geräten zu voreingestellten Zeiten ein- und ausgeschaltet. Vollautomatische Anlagen arbeiten ohne menschliches Eingreifen. Sie regeln selbstständig Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus sowie die Bewässerungsmenge.
Um die Tropfbewässerung für ein Gewächshaus zu automatisieren, installieren Sie einfach ein Gerät, das die Bewässerung zu einem bestimmten Zeitpunkt steuert. Dieses Gerät öffnet einen Wasserhahn zu einer voreingestellten Zeit und schaltet die Wasserzufuhr nach einigen Minuten wieder ab. Der Timer kann an jeder beliebigen Stelle der Bewässerungsleitung installiert werden. Manchmal wird er mit einer Pumpe verbunden, um die Wasserzufuhr zu regulieren.
Selbstmontage eines Tropfbewässerungssystems
Für ein selbstgebautes Tropfbewässerungssystem benötigen Sie ein 100-200 Liter fassendes Fass, PVC-Rohre und handelsübliche Tropfschläuche. Das Fass wird 1-2 Meter über dem Boden platziert. Je höher es steht, desto höher ist der Wasserdruck in den Rohren. Am Boden des Fasses wird ein Wasserhahn mit Filter installiert. Anschließend werden die Wasserleitungen ins Gewächshaus geführt.
Die Wasserzuleitungen werden entsprechend der Anzahl der Beete verlegt. Zur Verteilung werden T-Stücke oder Winkelstücke verwendet. Die Rohrenden werden verschlossen. Ventile regulieren den Wasserdurchfluss. Die Tropfer werden entsprechend der Pflanzenanzahl in jedem Beet positioniert. Dazu werden sie zunächst markiert und anschließend kleine Löcher in die Rohre gebohrt. Ein Ende des Tropfschlauchs wird in das Loch gesteckt. Das andere Ende des Schlauchs wird zur Pflanze hinabgelassen.
Die besten Bewässerungssysteme
Verschiedene kommerziell hergestellte Tropfbewässerungssysteme sind mittlerweile erhältlich. Hobbygärtner und Sommergäste verwenden typischerweise Produkte russischer oder belarussischer Hersteller.
Das Tropfbewässerungssystem AquaDusya wird in Belarus sowohl in einer automatischen als auch in einer halbautomatischen Ausführung hergestellt. Bei der automatischen Version läuft die gesamte Bodenbewässerung automatisiert ab. Tagsüber wird Wasser in einem Behälter gesammelt und nachts werden die Pflanzen bewässert. Bei der halbautomatischen Version muss der Behälter manuell befüllt werden.
Das Bewässerungssystem „Zhuk“ wird von einem russischen Hersteller produziert. Es eignet sich für ein Gewächshaus von 18 Quadratmetern und ist nicht automatisiert. Es kann an einen Wassertank oder eine permanente Wasserquelle angeschlossen werden.
Das Clip-36 Tropfbewässerungssystem ermöglicht die 24-Stunden-Bewässerung Ihrer Beete. Das Wasser wird alle 1,5–2 Minuten in dünnen Strahlen abgegeben. Das System kann eine Fläche von bis zu 36 Quadratmetern bewässern und wird an eine Gießkanne oder einen Wasseranschluss angeschlossen.
Rezensionen
Nikita, 45 Jahre alt:
Gebaut DIY-Tropfbewässerung Ich nutze medizinische Infusionen in meinem kleinen Gewächshaus. Es handelt sich zwar nicht um ein vollwertiges, industriell gefertigtes System, aber es erleichtert die Pflanzenpflege ungemein.
Alena, 36 Jahre alt:
Ich habe AquaDusya gekauft und in meinem Gewächshaus in der Datscha installiert. Es ist ein hervorragendes, vollautomatisches System, und jetzt, anstatt mühsam Eimer mit Wasser zu schleppen, kann ich mich auf andere Aufgaben konzentrieren.
Abschluss
Tropfbewässerungssysteme Bei korrekter Installation und Konfiguration vereinfachen sie die Pflanzenpflege. Sie reduzieren den Wasserverbrauch und steigern die Ernteerträge. Wer sich kein teures, industriell gefertigtes System leisten kann, kann sich mit vorhandenen Materialien selbst eines bauen.
