
Thymian ist eine mehrjährige, üppig blühende Pflanze, die in ganz Europa, Russland und Sibirien wild wächst. Er ist auch als Bohnenkraut bekannt und wird wegen seiner heilenden Eigenschaften und der unvergleichlichen Schönheit seines blühenden Strauchs geschätzt.
Thymian im Freien anzubauen und zu pflegen ist eine einfache und sehr angenehme Tätigkeit. In relativ kurzer Zeit und mit minimalem Aufwand können Sie eine wunderschön blühende Pflanze ziehen, die zudem Husten lindert und die Nerven beruhigt.
Biologische Merkmale der Pflanze
Der Kriechende Thymian (Bogorodskaya-Gras) gehört zur Gruppe der mehrjährigen krautigen Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Es handelt sich um einen Zwergstrauch von 15–20 cm Höhe mit kriechenden Trieben, die beim Wachsen einen malerischen Teppich bilden. Die Triebe verholzen an der Basis. Die Pflanze ist meist gestielt, wobei aus einem einzigen Trieb Seitentriebe wachsen, die später Blüten hervorbringen. Die Blätter sind eiförmig, hellgrün, mittelgroß und bis zu einem Zentimeter lang. Ihre Ränder sind tief gezähnt, sodass die Blattspreite fast halbiert wird.
Thymian blüht mit kleinen, hellvioletten Blüten, die in großen, köpfchenförmigen Blütenständen angeordnet sind. Die üppigen, lockeren Blütenstände befinden sich an der Spitze der Stängel. Nach der Blütezeit bleiben vier kleine Nüsse als Früchte zurück. Thymian verströmt einen intensiven, aromatischen Duft und blüht im Juni und Juli.
Die heilenden Eigenschaften von Thymian
Dank seiner vielfältigen Inhaltsstoffe hat Thymian eine therapeutische Wirkung auf den menschlichen Körper. Verschiedene Thymianarten werden bei Erkältungen eingesetzt. Kräutertees werden bei Husten, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen getrunken. Darüber hinaus wirkt das Kraut desinfizierend, wurmtreibend und krampflösend. Es hilft bei Fieber und Krämpfen.
Die oberirdischen Teile des Thymians werden zu medizinischen Zwecken verwendet; sie werden während der Hauptblütezeit geerntet. Dabei werden nur die grünen Zweige abgeschnitten, die verholzten Teile werden ausgespart.
Die Mischung im Schatten in einem gut belüfteten Raum trocknen lassen. Die Stängel, die zur Herstellung von Tinkturen verwendet werden sollen, müssen vollständig trocken sein. Man kann feststellen, ob sie fertig sind, indem man einen Zweig abbricht – knackt er dabei, ist das Kraut bereit.
Thymian wird nicht nur für Aufgüsse verwendet. Getrocknete Blüten und Blätter finden in vielen Heilmitteln Verwendung. Auch in der Spirituosen- und Wodkaindustrie wird Thymian eingesetzt, und sein ätherisches Öl dient zur Seifen- und Parfümherstellung.
Zusammensetzung von Thymian:
- ätherisches Öl;
- Mineralsalz;
- Harz;
- verschiedene Säuren;
- Flavonoide.
Thymiansorten
Thymian gibt es in verschiedenen Sorten, die sowohl zu medizinischen Zwecken als auch zur Gartengestaltung verwendet werden. Die bekanntesten Sorten sind:
- Marshallii ist ein bis zu 30 Zentimeter hoher Halbstrauch. Er blüht mit luftigen, hellvioletten Blütenkronen. Er bevorzugt felsige Hänge.
- Talieva – eine nach dem sowjetischen Botaniker Waleri Talijew benannte Sorte. Die Pflanze wächst häufig in Flusstälern und blüht den ganzen Sommer über mit hellblauen Blütenköpfen.
- Silver Queen ist ein 20 Zentimeter hoher Strauch mit silbrigen Blättern und dichten, violetten Blüten.
Kriechender Thymian gehört zur Thymiangruppe, zu der auch Folgendes zählt:
- Thymian ist ein stark verzweigter Zwerg-Halbstrauch. Seine kleinen grünen Blätter sind behaart. Er blüht mit weißen oder lilafarbenen Blüten.
- Zitronenduft – bekannt für sein angenehmes Aroma mit einem Hauch von Zitrone. Die eiförmigen Blätter sind gelbgrün.
- Frühblüher – blüht in der ersten Sommerhälfte. Der Strauch bedeckt große Flächen mit seinen Trieben. Eine kleine Blütenpracht bildet einen leuchtend violetten Teppich.
Kriechender Thymian: Anpflanzung und Pflege
Thymian wird als ein- oder dreijährige Pflanze angebaut. Er gedeiht am besten an hellen, ebenen Standorten mit fruchtbarem, unkrautfreiem Boden. Am besten pflanzt man ihn auf der Südostseite des Grundstücks, in der Nähe des Hauses oder Zauns, geschützt vor Zugluft.
Landung
Kriechender Thymian lässt sich aus Samen ziehen. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, sobald der Boden 13 Grad Celsius erreicht hat. Die Samen werden auf die Bodenoberfläche gestreut, aber nicht mit Erde bedeckt. Anschließend werden sie mit einer Sandschicht abgedeckt. Der Sand verhindert Staunässe und versorgt die Samen mit wichtigen Mineralien. Bei Frost oder erwartetem Niederschlag empfiehlt es sich, das Beet mit Plastikfolie abzudecken, um den Thymian warm zu halten. Dies beschleunigt die Keimung.
Nach 2–3 Wochen, wenn die Sämlinge ausreichend gewachsen sind, sollten sie vereinzelt werden. Lassen Sie mindestens 30 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen.
Die Aussaat im Freiland ist auch mit Jungpflanzen möglich. Thymian-Jungpflanzen werden Anfang März in Anzuchtschalen ausgesät. Die Keimbedingungen für Thymian unterscheiden sich nicht von denen anderer Jungpflanzen. Die Pflanzen benötigen Wasser, Belüftung, eine angenehme Temperatur und regelmäßiges Tageslicht. Nach einem Monat werden die Jungpflanzen abgehärtet, indem man sie kurzzeitig auf die Veranda stellt. Mitte April werden sie ins Freiland gepflanzt und anschließend gepflegt. Bis Anfang Mai sollten die Jungpflanzen jedoch vorübergehend abgedeckt werden.
Pflege
Thymian ist sehr pflegeleicht. Frisch gepflanzte Pflanzen benötigen nur gelegentliches Gießen und Zurückschneiden. Düngen ist nicht unbedingt notwendig, da die Wurzeln die Nährstoffe recht langsam aufnehmen. Die beim Pflanzen zugegebenen Mittel wirken daher mindestens zwei Jahre lang.
Trimmen. Direkt nach dem Einpflanzen werden Thymianpflanzen gestutzt. Dadurch wird das Wachstum zahlreicher Seitentriebe angeregt, die eine dichte Krone bilden. Die Pflanze muss regelmäßig zurückgeschnitten werden, um ihre schöne Form zu erhalten und die Triebe in die gewünschte Wuchsrichtung zu lenken. Dieser Schnitt erfolgt im zeitigen Frühjahr oder Herbst, nachdem die Blätter abgefallen sind. Die Triebe werden bis zum Ansatz zurückgeschnitten. So kann die Pflanze in der folgenden Saison üppigere und kräftigere Triebe bilden.
BewässerungThymian verträgt wochenlange Hitze gut und ist anspruchslos, was das Gießen angeht. Er sollte höchstens alle zwei Wochen gegossen werden. Bei häufigem Regen sollte das Gießen ganz eingestellt werden.
Bodenbearbeitung. Der Boden unter Thymian sollte stets sauber und unkrautfrei sein. Da die Pflanze eher langsam wächst, entzieht ihr jedes Unkraut Nährstoffe und hemmt so ihr Wachstum. Nach dem Gießen sollte der Boden aufgelockert werden, damit die Wurzeln stets mit frischer Luft versorgt werden. Mehrjähriger Thymian muss im Winter abgedeckt werden. Stroh, Torf oder Sägemehl eignen sich hierfür.
Dünger. Thymian benötigt nicht viel Dünger, sofern der Boden bei der Pflanzung gut mit organischem Material und Mineraldünger angereichert wurde. Einmal jährlich, üblicherweise im zeitigen Frühjahr, werden stickstoffhaltige Verbindungen wie Harnstoff oder Ammoniumnitrat in den Boden eingearbeitet. Im zweiten Jahr wird der Boden mit Kalium-Phosphor-Dünger ergänzt. Thymian profitiert von regelmäßiger Holzasche, die den Boden mit Mineralien anreichert und ihn gleichzeitig entsäuert.
Krankheiten und Schädlinge
Thymian ist eine sehr widerstandsfähige Pflanze gegen Krankheiten und Schädlinge. Infektionen befallen die Sträucher selten, Insekten hingegen schon. Man muss allerdings anmerken, dass Thymian selbst bei geringem Schädlingsbefall sein attraktives Aussehen behält und fast nie abstirbt. Zu den häufigsten Schädlingen zählen Rüsselkäfer, Blattläuse, Sandkäfer und Wiesenmotten. Besonders die Wiesenmotte kann großen Schaden anrichten. In großer Zahl befällt sie Stängel und Blätter und hinterlässt Löcher. Die Wiesenmotte, ein gefräßiger schwarzer Käfer, schädigt auch die oberirdischen Pflanzenteile des Thymians.
Bei den ersten Anzeichen eines Schädlingsbefalls werden Insektizide eingesetzt (Akarin, Actellik, Inta-vir u. a.).
Reproduktionsmethoden
Der Anbau von sortenreinem Thymian ist mit Hilfe folgender Hilfsmittel möglich:
- Samen;
- Stecklinge;
- den Busch in Teile teilen.
Samenvermehrung
Thymian lässt sich zwar durch Aussaat vermehren, doch diese Methode ist nicht die erfolgreichste, da die Samen im Freiland schlecht keimen. Dies liegt meist an zu wenig oder zu viel Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Frost oder kaltem Boden. Wenn es jedoch keine andere Möglichkeit gibt, ist diese Methode einen Versuch wert. Hier also das Prinzip der Thymianvermehrung durch Aussaat:
- Nach der Blüte bilden die Thymianstängel Samenkapseln (Früchte). Diese Samen werden vorsichtig aus ihren Kapseln entnommen und auf ein Stück Papier geschüttet.
- Sie werden in einer dicken Schicht auf Papier ausgebreitet und zum Trocknen in der Sonne auf eine Fensterbank gelegt. Sobald sie vollständig getrocknet sind, nehmen sie einen goldenen Farbton an.
- Die Samen werden bis zum Frühjahr in einem Papierumschlag an einem trockenen, dunklen Ort aufbewahrt.
- Wenn Sie Thymian aus Setzlingen ziehen möchten, werden die Samen am Ende des Winters ausgesät; wenn Sie ihn direkt ins Freiland pflanzen, dann im Mai.
Stecklinge
Beim Beschneiden werden die kräftigsten und gesündesten Stecklinge (in diesem Fall Zweige) für die Vermehrung durch Stecklinge ausgewählt. Sie werden nahe der Basis abgeschnitten, wo der Bereich bereits verholzt ist. Folgende Schritte werden durchgeführt:
- Die Zweige werden mit ihren unteren Enden für 2-3 Tage in Wasser gestellt, damit die Knospen anschwellen und sich leicht öffnen.
- Anschließend werden die Zweige in ein mineralstoffreiches Substrat umgepflanzt. Mehrere Zweige können in einem einzigen Anzuchttopf gepflanzt werden.
- Bei gutem Wetter können Stecklinge aus einem Gewächshausbeet geschnitten werden. Dazu gräbt man einen kleinen Graben und pflanzt die Thymianzweige hinein.
- Vor dem Einpflanzen alle Blätter und Triebe von den Zweigen entfernen.
- Die Stecklinge werden flach in die Erde gepflanzt, etwa 2-3 Zentimeter unter der Erdoberfläche.
- Stecklinge wurzeln gut an einem warmen, sonnigen Standort. Wenn sie in einer Gärtnerei gezogen werden, stellen Sie den Topf auf eine Fensterbank; im Freien empfiehlt sich ein Frühbeet.
- Die ersten Wurzeln bilden sich nach einigen Wochen. Die Zweige sollten nach 5–6 Wochen Wurzeln schlagen. Erst dann kann der Thymian an seinen endgültigen Standort gepflanzt werden.
Das Buschland teilen
Dies ist eine weniger effektive Vermehrungsmethode, da die Pflanze die Teilung nicht gut verträgt. Stehen jedoch keine anderen Methoden zur Verfügung, kann die Teilung des Strauchs angewendet werden. Allerdings eignet sich nicht jede Pflanze für dieses Verfahren: Am besten wurzeln ältere Pflanzen mit einem gut entwickelten Wurzelsystem an. Es empfiehlt sich, einen dreijährigen Strauch zu teilen. Vermehrungstechnik:
- Ein gut verwurzelter Busch wird vollständig aus dem Boden ausgegraben.
- Die Wurzeln werden von Erdklumpen befreit.
- Der Busch wird in zwei Hälften geteilt, sodass jede Hälfte ein Stück der Mutterwurzel enthält.
- Sie graben zwei flache Pflanzlöcher.
- Jeder von ihnen wird mit organischen Düngemitteln versorgt.
- Die Wurzeln werden mit einer Manganlösung bewässert und anschließend in einem Wachstumsstimulator eingeweicht.
- Jeder Busch wird streng senkrecht gepflanzt und mit Erde bedeckt.
- Der Boden wird von oben verdichtet und bewässert.
Thymian in der Landschaftsgestaltung
Gezüchteter Thymian eignet sich hervorragend zur Gestaltung von Beeten und als Rahmen für Blumengruppen. Da Thymian eine Zwergpflanze ist, wird er typischerweise im unteren Bereich von Vorgärten gepflanzt. Er wirkt besonders schön in naturnahen Umgebungen, wie beispielsweise an Hängen von Alpengärten, in Steingärten und Felsbeeten. In Kombination mit einer steinigen Landschaft fügt sich Thymian mit seinen zahlreichen zarten Blüten harmonisch ein. Das unscheinbare Kraut lässt Grenzen verschwimmen und mildert die Härte des Steins. Kriechende Sorten benötigen viel Platz und gedeihen daher am besten an offenen Stellen am Rand von Gemüsebeeten oder neben Obstbäumen. Eine Komposition aus verschiedenen Thymianarten erzeugt einen zarten Effekt. Unabhängig von den gewählten Sorten ergänzen sie sich dank ihrer subtilen Blütenfarben stets perfekt. Das gemischte Beet behält auch nach der Blütezeit seine Wirkung.
Kombination mit anderen Farben
Thymian harmoniert wunderbar mit nahezu allen Blumen. Sein leuchtend grünes Laub bildet einen harmonischen Kontrast zu üppigen Pfingstrosen, leuchtenden Chrysanthemen, dezenten Rosen, bezaubernden Tulpen, Ecklilien und anderen Blüten. In Gruppenpflanzungen bildet kriechender Thymian einen abwechslungsreichen Teppich, über den höhere Blüten majestätisch emporragen. Thymian passt auch hervorragend zu Nadelgehölzen, sei es zu mehrjährigen Fichten oder niedrig wachsenden Wacholderarten.
Rezensionen
Maria
Ich kenne Thymian vor allem wegen seiner heilenden Eigenschaften. Dieses duftende Kraut ist hervorragend gegen Husten. Deshalb haben wir immer einen Teebeutel mit getrocknetem Thymian im Haus, den wir aufbrühen, sobald jemand in der Familie krank wird. Meine Mutter erzählte mir, dass früher Neugeborene in Wasser mit Thymian gebadet wurden. Viele Menschen bauen Thymian auch als Zierpflanze in ihren Gärten an. Tatsächlich ist die Pflanze recht anspruchslos. Sie verträgt Trockenheit gut und gedeiht auch im Schatten. Kurz gesagt: Wer seinen Garten verschönern möchte, trifft mit Thymian die beste Wahl.
Elizabeth
Wir leben auf dem Land, und die Felder rund um unser Dorf sind voller Thymian. Es gibt verschiedene Sorten, aber der Kriechende Thymian ist der schönste. Er breitet sich wie ein Teppich an den Hängen aus und wächst anmutig an Bachufern entlang. Im Hochsommer ist alles übersät mit kleinen violetten Blüten, die einen intensiven Kräuterduft verströmen, den man sogar im Haus wahrnimmt. Ich habe gehört, dass Landschaftsarchitekten dieses Kraut besonders schätzen. Kein Wunder, denn Thymian ist so robust, dass er lange Dürreperioden und Schädlingsbefall übersteht. Krankheiten können ihm nichts anhaben. Er ist wirklich ein wunderbares Kraut und vor allem gesund.
Abschluss
Thymian ist eine wunderbare, vielseitige Pflanze. Er besitzt nicht nur heilende Eigenschaften, sondern ist auch ein prächtiger Zierstrauch, wie zahlreiche Fotos von Gärtnern beweisen, die sich bereits an den üppigen, duftenden Sträuchern erfreuen. Selbst Gartenanfänger können Thymian problemlos im Freiland anpflanzen und pflegen. Die Pflanze ist anspruchslos, was Wachstum und Pflege angeht, sodass sich mit diesem niedrig wachsenden Strauch mühelos ein farbenfrohes Blumenbeet gestalten lässt.

Kriechender Thymian: Sortenbeschreibung, Anbau im Freien, Pflanzung und Pflege
Wie man Thymian zu Hause aus Samen in einem Topf auf der Fensterbank zieht
Wie man Thymian im Freien aus Samen zieht (mit Fotos)
Wie man Thymian im Freien in der Moskauer Region anbaut