Zilga-Trauben: Eigenschaften und Beschreibung, Anbau und Pflege

Traube

Vinograd Zilga

Die Zilga-Hybride ist eine vielseitige Rebsorte. Ihre großen, süßen Beeren eignen sich zur Herstellung von Wein, Säften und verschiedenen Konfitüren. Zilga hat sich zudem aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften einen Namen gemacht: Sie ist frostresistent, nahezu krankheitsresistent und reift sehr früh.

Die Bewohner nördlicher Regionen bevorzugen den Anbau dieser Pflanze, da sie im Winter keinen Schutz benötigt und recht pflegeleicht ist.

Ursprungsgeschichte

Die Rebsorte Zilga entstand 1964 dank des lettischen Züchters P. Sukatnieks. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits fast hundert robuste und erfolgreiche Rebsorten entwickelt. Doch der Winzer setzte seine Experimente fort, um eine an das raue Klima Nordeuropas angepasste Rebsorte zu züchten, die allen Ansprüchen gerecht werden sollte. Zilga entstand aus den russischen Sorten „Smuglyanka“ und „Jubileiny Novgorod“ sowie der lettischen Sorte „Dvietes“. Diese Rebsorte ist bis -30 °C winterhart und übersteht den Winter auch ohne Schutz und Schneefall problemlos. Die neue Rebsorte hat sich in Litauen, Lettland, Weißrussland und anderen Ländern mit wechselhaftem Klima weit verbreitet.

Bitte beachten Sie!

Zilga zählt aufgrund seiner Eigenschaften zu den industriell genutzten Rebsorten. Das bedeutet, dass er Weine von höchster Qualität hervorbringt. Diese Eigenschaft teilen sie nur mit mittel- bis spätreifenden südlichen Rebsorten, während Zilga eine frühreifende Hybride ist.

Allgemeine Beschreibung

Die Zilga-Hybride ist frühreif, die Ernte erfolgt nach 120–130 Tagen. Der veredelte Strauch ist mittelgroß, wurzelecht und erreicht eine Höhe von zwei Metern oder mehr. Die Triebe wachsen kräftig. Die jährlichen Triebe reifen vor dem Einsetzen der kalten Jahreszeit. Das Laub ist groß, dreilappig und dunkelgrün (die Unterseite ist leicht gebleicht). Es ist dicht und rau.

Zilga-Trauben sind selbstbefruchtend. Die Blüten sind beidgeschlechtlich. Nach der Blüte entwickeln sich kleine, runde, blaue Beeren mit einem bläulichen, matten Belag. Die Schale ist dick und fest. Das Fruchtfleisch ist gallertartig und schleimig und enthält einige große Kerne. Der Geschmack wird mit 3,2 Punkten bewertet und weist eine leichte Isabella-Note auf. Die Früchte wiegen 6–7 Gramm. Sie enthalten etwa 20 % Zucker und ihr Säuregehalt liegt unter 5 g/l.

Übrigens!

Der Name der Sorte gibt die Farbe der Beeren an. „Zilga“ bedeutet auf Russisch „bläulich“.

Die Beeren wachsen in lockeren Trauben von 30–35 Stück, wobei jeder Trieb 2–3 Beeren trägt. Sie sind kegel- oder zylinderförmig. Die Trauben sind voluminös und schwer. Eine mittelgroße Traube wiegt 350–450 Gramm.

Die Trauben liefern einen guten Ertrag – bis zu 12 Kilogramm Beeren pro Strauch. Die Früchte reifen Ende August. Ein weiterer Vorteil ist die lange Reifezeit der Beeren am Strauch. Sie können lange an ihren langen Stielen hängen bleiben und in der Sonne trocknen. Je länger sie am Strauch verbleiben, desto süßer werden sie.

Krankheiten und Schädlinge

Eine besondere Eigenschaft dieser Sorte ist ihre Resistenz gegen Infektionskrankheiten. Sorgfältige Pflege schützt sie vor Pilz- und Virenbefall sowie vor Blattläusen und Spinnmilben. In der Regenzeit können Pilzkrankheiten wie Mehltau, Grauschimmel und Echter Eichel auftreten. Diese Krankheiten äußern sich durch einen pudrigen, grauen Belag, der durch Pilzsporen verursacht wird. Befallene Beeren schrumpeln, trocknen aus und fallen ab. Befallene Triebe entwickeln sich schlecht, reifen spät und sind daher weniger winterhart.

Zum Schutz der Weinberge vor Krankheiten werden mehrere Fungizidbehandlungen durchgeführt. Je nach Krankheitserreger kommen Produkte wie Quadris, Folpan, Strobi, Topaz, Kuprozan, Shavit, Polihom, Acrobat und andere zum Einsatz.

Merkmale des Anbaus

Bei der Planung eines Weinbergs sollten die biologischen Eigenschaften der Rebsorte Zilga berücksichtigt werden. Sie gedeiht am besten an sonnigen Standorten mit sandigen oder lehmigen Sandböden und einem leicht sauren pH-Wert (5–5,7). Ist der Boden zu sauer, empfiehlt sich daher eine Kalkung. Die Reben können zwar auch im Schatten wachsen, doch Lichtmangel beeinträchtigt die Fruchtqualität erheblich. Vermeiden Sie es, die Reben in der Nähe von Hauswänden oder hohen Bäumen zu pflanzen, da deren Wurzeln sie einengen.

Beratung!

Am besten pflanzt man den Weinstock auf der Südseite des Grundstücks, 4–5 Meter von der Hauswand entfernt. So erhält er optimales Licht und ist vor kalten Winden geschützt.

Hochwertige Sämlinge zeichnen sich durch ein gut entwickeltes Wurzelsystem, glatte, saubere Triebe und zahlreiche Knospen aus. Vor dem Einpflanzen werden die Wurzeln in Wasser oder einem Wachstumsförderer eingeweicht. Für eine bessere Haftung im Boden werden die Wurzeln zusätzlich in eine Lehm-Mist-Suspension getaucht.

Vor dem Pflanzen den Boden umgraben und Superphosphat, Holzasche und Humus einarbeiten. Für jeden Setzling ein tiefes Loch von 50 x 70 cm ausheben. Einen Eimer Humus in das Loch geben und gründlich mit der Erde vermischen. Die Setzlinge so pflanzen, dass die Basis der einjährigen Triebe 3–5 cm über den Lochrand hinausragt. Die Erde nach dem Einpflanzen festdrücken und mit warmem Wasser gießen. Bei Stecklingen jeweils zwei pro Loch pflanzen. Die Stecklinge benötigen etwas Pflege, da sie nur schwer Wurzeln schlagen. Da Zilga eine wüchsige und robuste Pflanze ist, sollten die Setzlinge mit ausreichend Abstand gepflanzt werden. Der Abstand zwischen den Pflanzlöchern sollte 1–1,5 m betragen. Nach dem Pflanzen die Reben erneut wässern und den Boden mulchen, um die Feuchtigkeit möglichst lange zu speichern.

Tatsache!

Den köstlichsten Wein erhält man, wenn die Zilgu-Trauben auf kargen, sandigen Böden angebaut werden.

Pflege eines jungen Weinbergs

Die Pflege eines frisch gepflanzten Rebstocks umfasst regelmäßiges Gießen, Düngen und Auflockern des Bodens. Reben benötigen viel Wasser, um ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln. Im ersten Jahr wird die Pflanze bis zu 15 Mal gegossen. Die erste Bewässerung erfolgt direkt nach dem Pflanzen. Bei kiesigem Boden erhöht sich die Gießfrequenz auf 18 Mal. Verdichteter Boden benötigt weniger häufiges Gießen, bis zu 10 Mal pro Sommer. Besonders wichtig ist das Gießen im Frühsommer und während der Reifezeit der Trauben. Im September wird weniger gegossen. Am besten gießt man den Weinberg mit einem dünnen Strahl entlang von Furchen, die beidseitig der Pflanze gezogen werden. Jeder junge Rebstock benötigt bis zu drei Eimer Wasser. Der Boden muss bis in eine Tiefe von 80 Zentimetern durchfeuchtet werden. Im zweiten Sommer wird die Pflanze 8-9 Mal gegossen. Im Frühjahr genügt es, einmal im Monat zu gießen, da der Boden noch ausreichend mit Schneefeuchtigkeit gesättigt ist. Auch im Herbst wird einmal im Monat gegossen. In den Sommermonaten sind 2-3 Bewässerungen erforderlich. Ab dem dritten Jahr erhöht sich die Anzahl der Bewässerungen auf 6-7.

Nach dem Bewässern wird der Boden aufgelockert, wobei gleichzeitig Unkraut entfernt wird. Ist der Boden nährstoffarm, wird im Herbst des ersten Jahres Mist ausgebracht – bis zu 4 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei gut gedüngtem Boden beginnt die Düngung erst im Folgejahr.

Obwohl Zilga als frostharte Sorte gilt, empfiehlt es sich dennoch, die jungen Reben im Winter abzudecken. Der Stammfuß wird mit Erde angehäufelt und mit Laub bedeckt. Ende März werden die Reben vorsichtig freigelegt, um die Knospen nicht zu beschädigen. Anschließend wird der Boden gründlich aufgelockert, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Nach dem Freilegen werden die einjährigen Reben geschnitten. Zwei bis drei der kräftigsten Triebe bleiben stehen, die übrigen werden entfernt. Beim Herbstschnitt werden zwei bis vier gut entwickelte Triebe stehen gelassen und auf einen Meter zurückgeschnitten, um die Verzweigung zu fördern. Nach dem Schnitt wird Mist zwischen den Reihen ausgebracht.

Pflege von fruchttragenden Weintrauben

Während der Strauch wächst, werden die Reben an der Rankhilfe befestigt. Die erste Befestigung erfolgt üblicherweise im zweiten Lebensjahr der Pflanze. Ein Spalier gilt als die beste Rankhilfe für Weinreben. Zilga ist vorteilhaft, da es keinen Winterschutz benötigt, wodurch das Entfernen langer, verholzter Reben von der Rankhilfe entfällt. Im Winter kann man einfach den Stammfuß des Strauchs anhäufeln, um die Wurzeln vor dem Erfrieren zu schützen.

Trimmen

Im Frühjahr, wenn die Triebe 10–15 cm lang sind und sich Blütenstände bilden, werden überflüssige Triebe abgebrochen oder zurückgeschnitten. Schwache, beschädigte und nicht fruchttragende Zweige werden entfernt. Der Rückschnitt ist notwendig, um die Krone auszulichten, damit der Strauch nicht von zu vielen Trieben beschattet wird und Sonne und Licht ungehindert eindringen können. Zilga neigt zur Bildung großer Triebe. Werden diese nicht teilweise entfernt, reifen die unteren Reben möglicherweise nicht rechtzeitig und erfrieren im Winter. Selbst wenn der Frost der Pflanze nicht schadet, verfilzen die Reben und bilden ein dichtes Gewirr. Dies reduziert den Ertrag. Ein kurzer Rückschnitt der Trauben ist unbedenklich für den Ertrag. Im Gegenteil: Je mehr Zweige entfernt werden, desto größer werden die Trauben. Beim Rückschnitt fruchttragender Sträucher sollten 4–5 Triebe am Muttertrieb verbleiben – einer für die Fruchtbildung und 2–4 als Ersatztriebe. An keinem Trieb sollten mehr als 7 Knospen verbleiben. Vierjährige Sträucher sollten 6 fruchttragende Triebe und 4 Ersatztriebe haben.

Beratung!

Beschneiden Sie frostgeschädigte Zweige nicht vorschnell. Es besteht die Möglichkeit, dass die Knospen trotzdem austreiben und zu wachsen beginnen.

Pflanzen, die bereits Früchte tragen, benötigen zusätzlichen Dünger. Weinreben, die eine Kombination aus Mineralien und organischem Material erhalten, einschließlich einer Sommerdüngung, erzielen bessere Ergebnisse. Die Grunddüngung umfasst Superphosphat (50 Gramm) und Kaliumchlorid (6–9 Gramm pro Quadratmeter), die im Herbst bei der Bodenbearbeitung in den Boden eingearbeitet werden. Im Frühjahr, nachdem der Boden aufgeräumt ist, werden Gartensträucher mit Ammoniumnitrat (30–50 Gramm) und Ammoniumsulfat (60 Gramm) gedüngt.

Kalium-Phosphor-Dünger können im Frühjahr ausgebracht werden, falls dies nicht bereits im Herbst geschehen ist. Zwei weitere Anwendungen erfolgen im späten Frühjahr und im Hochsommer:

  1. 10-15 Tage vor der Blüte 20 Gramm Ammoniumnitrat (oder 30 Gramm Ammoniumsulfat), 25 Gramm Superphosphat und 4 Gramm Kaliumchlorid pro Quadratmeter ausbringen.
  2. Zwanzig Tage nach der Blüte werden die Pflanzen mit Superphosphat (25 Gramm) und Kaliumchlorid (3-4 Gramm) gedüngt.

Organisches Material wird alle 2-3 Jahre hinzugefügt, und zwar in Form von verrottetem Mist oder Kompost mit einer Menge von 5-6 Kilogramm pro Quadratmeter.

Vor- und Nachteile der Sorte

Lettische Trauben sind in jeder Hinsicht hervorragend. Sie sind äußerst anspruchslos an den Anbau, selten krankheitsanfällig und trotzen den russischen Wintern gut. Sie liefern jedes Jahr gute Erträge. Die zwittrigen Blüten benötigen keine externen Bestäuber, was die Hybride noch attraktiver für den Anbau macht. Die Pflanze wächst schnell, sodass innerhalb weniger Jahre ein ausgewachsener, konkurrenzfähiger Weinberg angelegt werden kann. Zilga kann als Wildpflanze angebaut oder auf jede beliebige Unterlage veredelt werden – sie wurzelt leicht an und wächst im Folgejahr schnell weiter. Erstaunlicherweise ist diese Sorte nahezu immun gegen Wespenbefall, sodass die Ernte fast immer einwandfrei ist. Lässt man sie etwas länger in der Sonne hängen, lassen sich daraus natürliche Rosinen gewinnen.

Zu den wenigen Nachteilen zählen am häufigsten eine zu dicke Schale und große Körner im Inneren.

Rezensionen

Die Zilga-Hybride ist zwar noch nicht im staatlichen Sortenregister eingetragen, zählt aber dennoch zu den begehrtesten Rebsorten. Angehende Winzer beginnen ihre Weinbaukarriere oft mit der Zilga-Traube. Kein Wunder, denn sie gedeiht in jedem Boden und Klima. Sie benötigt weder häufiges Düngen noch aufwendige Anbautechniken. Die Pflege wird zudem dadurch vereinfacht, dass die Reben im Winter nicht vom Spalier entfernt werden müssen. Obwohl Zilga hauptsächlich zur Weinherstellung bestimmt ist, kann sie durchaus frisch genossen oder zu Kompotten und Säften verarbeitet werden. Im Gegenteil: Ihr Muskat-Aroma verleiht jeder kulinarischen Kreation eine besonders feine und aromatische Note.

Abschluss

Zilga gilt als traditionelle Rebsorte. Sie bildet keine großen Trauben aus, und der Geschmack der Früchte ist eher durchschnittlich. Dennoch ist diese Hybridrebe genauso beliebt wie viele südliche Sorten. Denn selbst mit minimaler Pflege, ohne Winterschutz und selbst unter widrigen Wetterbedingungen produziert diese Rebe zuverlässig die begehrten Trauben.

Vinograd Zilga
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