Weiße Flecken auf Gurkenblättern: Wie und womit man sie behandelt

Gurken

Eine gesunde Pflanze hat sattgrüne Blätter. Ungleichmäßige Färbung deutet immer auf ein Problem hin. Manchmal ist dies harmlos, doch häufiger kann es schwerwiegende Folgen haben. Daher ist es wichtig, die Ursache für weiße Flecken auf Gurkenblättern herauszufinden. Daraus wird deutlich, was zu tun ist, um die Pflanze am Leben zu erhalten und eine reiche Ernte zu erzielen.

Ätiologie

Weiße Flecken auf Gurken können verschiedene Ursachen haben. Sie können eine vorübergehende Reaktion auf ungünstige Witterungsbedingungen oder unsachgemäße Anbaumethoden sein oder ein Symptom einer ernsthaften Krankheit oder eines Schädlingsbefalls darstellen. Um die Ursache des Problems zu ermitteln, empfehlen Agronomen, auf den allgemeinen Zustand der Pflanze und eventuell auftretende Begleitsymptome zu achten.

Brennen

Gurken lieben zwar die Sonne, vertragen aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Sonnenbrand entsteht typischerweise, wenn bei klarem, heißem Wetter Wasser auf die Blätter spritzt. Die Tropfen verbrennen dann wie Linsen das gesunde Gewebe. Daher sollte man entweder morgens oder abends gießen. Sonnenlicht ist schädlich für frisch gepflanzte Gurkenkeimlinge, da die zarten Blätter junger Pflanzen lange brauchen, um sich an die Umgebung anzupassen.

Sonnenbrand lässt sich leicht von anderen Schäden unterscheiden. Analysieren Sie einfach die Bewässerungshistorie Ihrer Pflanzen und vergleichen Sie diese mit der aktuellen Sonneneinstrahlung. Achten Sie darauf, dass außer weißen Flecken keine weiteren Schäden auftreten. Sonnenbrand lässt sich nicht heilen. In diesem Fall sollten Sie Ihren Bewässerungsplan überdenken und die Beete mit einer lichtstreuenden Abdeckung vor der Sonne schützen.

Aufmerksamkeit!
Neben Verbrennungen können Blattflecken auch durch plötzliche Kälteeinbrüche, regelmäßiges, aber unzureichendes Gießen, nährstoffarme Böden oder Überwässerung verursacht werden. All diese Faktoren sollten berücksichtigt und analysiert werden, bevor Sie Ihre Beete mit Pestiziden besprühen.

Echter Mehltau

Die Bildung eines weißen Belags auf Gurken im Gewächshaus oder im Freiland ist eines der Hauptanzeichen für Echten Mehltau. Kleine, mehlartige Flecken erscheinen auf den Blättern. Mit der Zeit breiten sich diese Flecken auf die gesamte Blattspreite aus, wodurch diese austrocknet und gelb wird. Echter Mehltau kann nur nach einer Infektion mit obligaten Parasiten auftreten. Diese Parasiten vermehren sich aktiv bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 20 °C. Agronomen geben an, dass unter diesen Bedingungen drei Tage ausreichen, damit das Blatt vollständig infiziert ist.

Echter Mehltau tritt nicht an kräftigen Pflanzen auf. Er befällt häufiger geschwächte Sämlinge. Pflanzen, die extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, sind gefährdet, da ihre Phytoimmunität geschwächt ist. Lichtmangel kann das Problem verschlimmern. Sämlinge, die auf Balkonen ohne künstliche Beleuchtung gezogen werden, sind oft betroffen.

Weißes Mosaik

Das Weißmosaikvirus ist eine Viruserkrankung. Die Krankheit entwickelt sich vorwiegend in lebenden Pflanzenzellen, der Erreger kann aber auch über abgestorbene Blätter übertragen werden. Das Virus kann längere Zeit im Boden oder an Werkzeugen überleben. Sobald es ein gesundes Blatt erreicht, beginnt es, Chlorophyll abzubauen. Dadurch sinkt der Kohlenhydratgehalt der Pflanze.

Das weiße Mosaikvirus befällt typischerweise Gewächshauspflanzen. Folgende Faktoren lösen die Krankheit aus:

  • dichte Anpflanzungen;
  • Lufttemperaturänderungen;
  • hohe Innenraumtemperatur.

Das Hauptsymptom der Weißmosaikkrankheit ist das Auftreten heller Flecken, anfangs mit unscharfen Rändern. Diese befinden sich in der Nähe der Blattadern. Nach und nach breiten sich die betroffenen Bereiche aus, bis schließlich das gesamte Blatt weiß oder gelb wird. Dies hemmt das Pflanzenwachstum und mindert den Ertrag. Die Weißmosaikkrankheit tritt häufig auch bei Sämlingen auf, die kürzlich an ihren endgültigen Standort verpflanzt wurden. Junge Blätter und Triebe sind betroffen.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau (Peronosporose) verursacht gelbe, ölige Flecken entlang der Blattadern auf der Blattoberseite. Auf der Blattunterseite bildet sich ein weißlicher, violett schimmernder Belag. Die Flecken breiten sich schnell aus, und die betroffenen Stellen verfärben sich braun. Der Belag verdickt sich. Die Blätter beginnen auszutrocknen und werden brüchig. An manchen Stellen kann Gewebe abfallen. Dies kann zum vollständigen Absterben der Pflanze führen.

Aufmerksamkeit!
Der Pilz vermehrt sich aktiv bei hoher Luftfeuchtigkeit, daher ist es wichtig, vor Beginn der Behandlung von Falschem Mehltau die Häufigkeit des Gießens zu reduzieren.

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Spinnmilbe

Der Parasit kann verschiedene Garten-, Zier- und Gemüsepflanzen befallen, am häufigsten jedoch Gurken. Bedingungen für den Schädling Wärme, trockene Luft und schlechte Belüftung begünstigen Spinnmilbenbefall. Spinnmilben können sowohl an Sämlingen als auch an ausgewachsenen Pflanzen auftreten. Das Hauptmerkmal sind kleine weiße Punkte auf den Blättern. Dabei handelt es sich um Bissspuren, die durch das Saugen von Pflanzensaft durch die Schädlinge entstehen.

Die meisten Bisse finden sich in der Nähe des Blattstiels, da sich der Schädling am Pflanzenstängel entlangbewegt und, sobald er die Blattspreite erreicht, sofort seinen Hunger stillt. Man kann auch spinnennetzartige Fäden entdecken. Im Verlauf des Befalls bilden diese ein durchgehendes Netz, das Blätter und Stängel bedeckt. Bei genauerem Hinsehen kann man sogar den Schädling selbst – ein wenige Millimeter langes Spinnentier – auf den Gurkenblättern erkennen. Auf dem Foto ist er leicht zu identifizieren.

Ascochytose

Die Ascochyta-Blattfleckenkrankheit befällt meist geschwächte Pflanzen. Sie wird durch einen pathogenen Pilz verursacht, der über den Boden übertragen oder mit organischen Resten verbreitet wird.

Zu den Hauptsymptomen gehören weiße oder braune Flecken an den Blatträndern. Mit der Zeit breiten sich weiße Flecken über das gesamte Gurkenblatt aus. Die betroffenen Stellen trocknen aus.

Das Wachstum erkrankter Pflanzen ist gehemmt, und an den Stängeln bildet sich ein kupferfarbener Ausfluss. Das Gemüse mutiert außerdem. Schließlich sieht es aus, als wäre es gekocht worden, und seine Oberfläche ist mit schwarzen Flecken bedeckt. Es sollte nicht mehr zum Kochen verwendet werden. Die Ascochyta-Fäule tritt am stärksten während der Fruchtbildung auf. Risikofaktoren sind allgemeine Pflanzenschwäche, hohe Luftfeuchtigkeit und unzureichende Fruchtfolge.

Anthraknose

Anthraknose (Kupferkopf) ist ebenfalls eine Pilzkrankheit. Sie befällt alle Pflanzen der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie ist eine der häufigsten Ursachen für Blattflecken an Gurken in Gewächshäusern. Infektionsquellen sind Pflanzenreste, Insekten, Saatgut, Bewässerungswasser und Niederschlag, Wind und städtischer Abfall. Der Erreger gedeiht bei Temperaturen zwischen 4 und 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 90 %. Sinkt die Luftfeuchtigkeit auf 60 %, verfällt der Pilz in eine Ruhephase und bleibt inaktiv. Anthraknose tritt auch im Freiland auf, wenn auch selten.

Aufmerksamkeit!
Die Symptome der Kupferkopffliege hängen vom Wetter ab. Typischerweise faulen die Spitzen bei hoher Luftfeuchtigkeit und brechen ab, während sie bei Trockenheit austrocknen und rissig werden.

Eine Infektion kann in jedem Entwicklungsstadium der Pflanze auftreten, daher müssen sowohl Sämlinge als auch ausgewachsene Sträucher untersucht werden. Der Krankheitsverlauf beginnt am Strauchfuß. Braune Dellen bilden sich am Wurzelhals und an den Stängeln. Anfangs klein, vergrößern sie sich schließlich und führen zum Bruch des Stängels.

Als Nächstes bilden sich gelbe oder braune Flecken mit einem Durchmesser von 5 bis 40 mm an den Blatträndern und -adern. Diese Flecken breiten sich allmählich auf die Stängel aus. Die weißen Flecken auf den Gurken verschmelzen und fallen ab, wodurch schließlich Löcher entstehen. Die betroffenen Stängel werden brüchig. Auf den Gurken selbst können längliche, rosafarbene Flecken auftreten, die bis zu einem halben Zentimeter tief in die Pflanze hineinreichen. Die befallene Pflanze stirbt ab.

Anwendung von Volksheilmitteln

Hausmittel sind im Frühstadium oft ausreichend. Ihr Vorteil liegt in ihrer Unbedenklichkeit. Sie schaden dem Gemüse nicht, sodass die Ernte nach dem Gießen verzehrt werden kann. Es gibt viele Hausmittel, die alle gleichermaßen wirksam sind. Vor der Behandlung sollten befallene Blätter entfernt und verbrannt werden.

Für verschiedene Krankheiten müssen unterschiedliche Heilmittel angewendet werden:

  1. Echter Mehltau. 40 g Waschsoda in einen Eimer mit warmem Wasser geben und umrühren.
  2. Falscher Mehltau. 400 g Zwiebelschalen in 10 Liter Wasser geben, aufkochen und die Mischung 3 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen.
  3. Spinnmilben. 60 g Senfpulver in 1 Liter Wasser auflösen und in einem verschlossenen Behälter 3 Tage ziehen lassen. Anschließend weitere 3 Liter Wasser hinzufügen.
  4. Anthraknose. 1 kg Asche in 10 Litern Wasser auflösen. Zur besseren Haftung der Behandlung auf den Blättern können Teerseifenspäne hinzugefügt werden.
Aufmerksamkeit!
Die Weißmosaikkrankheit ist nicht heilbar, daher sollten befallene Pflanzen ausgegraben und verbrannt werden. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern, empfehlen Experten, 10 cm der obersten Bodenschicht abzutragen und durch frische Erde zu ersetzen.

Verwendung von Chemikalien

In schweren Fällen ist der Einsatz handelsüblicher Produkte angezeigt. Antifungizide (wie Bayleton oder Vitaros) sind wirksam gegen Echten und Falschen Mehltau. Spinnmilben werden mit Akariziden oder Insektiziden (wie Actellic oder Neoron) bekämpft. Anthraknose kann mit Kontakt- oder systemischen Antifungiziden behandelt werden. Agronomen empfehlen die Anwendung von Poliram oder Quadris.

Die Ascochyta-Blattfleckenkrankheit ist schwer zu bekämpfen. Produkte wie Saprol oder Thiram sind sehr wirksam. Diese Produkte sollten in Fachgeschäften erworben werden, und es ist wichtig, auf das Verfallsdatum zu achten. Für eine optimale Behandlung ist es wichtig, nicht nur die befallenen Pflanzen, sondern auch gesunde Pflanzen in der Nähe sowie den Boden, in dem sie wachsen, zu behandeln. Ist die Pflanze fast vollständig von Flecken bedeckt, kann sie nicht mehr gerettet werden.

Verhütung

Weiße Flecken auf Gurken lassen sich durch Befolgung dieser Richtlinien vermeiden:

  • Jäten Sie regelmäßig Unkraut und lockern Sie den Boden auf;
  • Beim Anpflanzen von Nutzpflanzen sollte ein großer Abstand eingehalten werden, damit die Luft zwischen den Sträuchern normal zirkulieren kann.
  • Pflanzen nur mit warmem Wasser gießen, vorzugsweise direkt an den Wurzeln;
  • Nach Abschluss der Arbeiten die Geräte desinfizieren;
  • Halten Sie sich an die Fruchtfolge und pflanzen Sie die Setzlinge nicht jedes Jahr am selben Ort.
  • Mulchen durchführen;
  • Düngemittel rechtzeitig ausbringen.

Weiße Flecken auf Gurkenblättern sind normal. Treten sie bereits auf, sollten Gärtner die vorausgegangenen Ereignisse analysieren. Sobald die Ursache des Problems identifiziert ist, kann die geeignete Behandlung gewählt werden. Rechtzeitiges Handeln kann das Überleben der Pflanze sichern. Um ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern, ist die richtige Pflege unerlässlich.

Wie man weiße Flecken auf Gurkenblättern behandelt
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