Für gutes Wachstum, eine optimale Entwicklung während der Vegetationsperiode und eine zufriedenstellende Ernte benötigen landwirtschaftliche Nutzpflanzen eine fruchtbare Bodenschicht. Gärtnerbeete, die jährlich neu bestellt werden, weisen häufig einen Mangel an Nährstoffen auf. Um dem entgegenzuwirken, greifen sie auf verschiedene Düngemittelzusätze zurück. Diese Mischungen können jedoch mitunter nicht nur eine gute Grundlage für das Pflanzenwachstum schaffen, sondern auch schädlich sein.
Die nutzlosesten und gefährlichsten Methoden
Für eine reiche Obst- und Gemüseernte ist die richtige Pflege entscheidend. Es reicht nicht aus, Schädlinge einfach nur wahllos zu bekämpfen und die Pflanzen mit herkömmlichen Methoden zu düngen. Wichtig ist auch, die vorgeschriebene Dosierung und Behandlungshäufigkeit genau einzuhalten und die Kombination unverträglicher Mittel zu vermeiden.
Mischung aus mineralischen Düngemitteln
Um Zeit zu sparen, mischen Gärtner oft verschiedene Mineraldünger. Die Anwendung falsch gemischter Dünger verschlechtert jedoch die Bodeneigenschaften. Zum Beispiel:
- Bei der Reaktion von gemischtem Salpeter und Harnstoff wird sofort Ammoniak in die Luft freigesetzt, was zu einem raschen Stickstoffverlust führt;
- Werden Superphosphat und Nitrat gleichzeitig dem Boden zugegeben, verhärtet sich die Masse und kann nicht mehr verteilt werden.
Darüber hinaus stellen Ammoniakdünger, die von unerfahrenen Gärtnern in großen Mengen ausgebracht werden, ein erhebliches Risiko dar. Salpetersäuresalze sind, wenn sie von Obst und Gemüse aufgenommen werden, schädlich für den menschlichen Körper. Nach dem Verzehr von mit Mineraldünger überdüngten Obst- und Gemüsesorten werden die Salze im Blut in Nitrate umgewandelt. Dieser Prozess kann Bronchodilatation und Lungenkrämpfe, Vergiftungen und die Entstehung von Tumoren verursachen.
Ein Phosphorüberschuss im Boden stört die Wechselwirkung zwischen Pilzsporen und Pflanzenwurzeln. Ohne diesen natürlichen Prozess können sich Nutzpflanzen nicht normal entwickeln und Wasser und Nährstoffe nicht aus dem Boden aufnehmen.
Knochenmehl
Bio-Gärtner loben dieses tierische Nebenprodukt aufgrund seiner natürlichen Herkunft. Befürworter dieser Methode glauben, dass Knochenmehl den Stress für Sämlinge beim Umpflanzen reduziert und die Wurzelbildung anregt. Knochenmehl enthält etwa 20–32 % Phosphorsäure und 3–5 % Stickstoffverbindungen. Diese Elemente sind für die Photosynthese der Pflanzen unerlässlich. In hohen Konzentrationen sind sie jedoch schädlich.
Bei einer Düngung mit mehr als 200 g Dünger pro 10 Liter Wasser regt Phosphor-Stickstoff-Dünger die Wurzelbildung auf Kosten des oberirdischen Pflanzenteils von Gemüsepflanzen oder Obst- und Beerensträuchern an. Die Pflanzenmasse wird geschwächt, und nach ein bis zwei Tagen haben die Wurzeln Schwierigkeiten, Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen.
Frischer Mistbrei
Unter den natürlichen Düngemitteln ist Dünger aus Tiermist am weitesten verbreitet. Er enthält viele Nährstoffe, die ein aktives Pflanzenwachstum und eine gesunde Entwicklung fördern und die Bodenfruchtbarkeit verbessern.
Mikroorganismen, die Dung abbauen, produzieren jedoch Flüssigkeit, Kohlendioxid und organische Verbindungen zur Energiegewinnung. Dabei steigt die Temperatur des Düngers auf bis zu 75 Grad Celsius. Nach der Düngung von Pflanzen mit frischem Dung werden deren Wurzeln verbrannt und versengt. Daher sollte frischer, mit Wasser verdünnter Dung nicht verwendet werden. Die Gülle sollte zwei bis drei Tage lang ziehen.
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Ammoniumhydroxid-Lösung in Apotheken enthält bis zu 80 Prozent Stickstoffverbindungen. Diese Verbindungen sind ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen, die sie ausschließlich aus dem Boden aufnehmen können. Die Nichteinhaltung der korrekten Dosierung und Anwendungshäufigkeit kann zu Schäden führen. Ammoniakbasierte Düngemittel führt zu einer Zunahme der vegetativen Masse auf Kosten der Fruchtbildung. Übermäßige Mengen des Stoffes im Boden erhöhen das Risiko von Pilzkrankheiten.
Darüber hinaus ist eine wässrige Ammoniaklösung giftig. Die Zugabe von mehr als 25 ml Ammoniak zu 10 Litern Wasser kann zu einer Vergiftung führen. Das Einatmen giftiger Dämpfe über mehr als eine Minute verursacht Benommenheit und Herzrasen. Längerer Kontakt mit einer unsachgemäß verdünnten Arbeitslösung kann schwere neurologische Schäden bis hin zum Koma hervorrufen.
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Bei kaliumarmen Böden kann Holzasche Abhilfe schaffen. Wichtig ist dabei, Holzasche nicht mit Salpeter oder Harnstoff zu mischen. Diese Mischung kann Pflanzen schaden, anstatt ihnen zu nützen. Bei der Reaktion dieser Stoffe entsteht große Mengen Ammoniak. Zu viel Ammoniak ist schädlich für Pflanzen.
Ungeeignete und gefährliche Düngemittel versorgen Pflanzen nicht mit Nährstoffen. Nur die sachgemäße Anwendung selbst hergestellter Düngemittel ermöglicht es Gärtnern, eine hochwertige Ernte zu erzielen.

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Andrej Isakow
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