Gärtner züchten fruchttragende Kirschsorten, die durch Kreuzung von Kirschen mit verschiedenen Süßkirschen entstanden sind. Diese Beere ist fast allseits beliebt. Viele bevorzugen die Vermehrung durch Stecklinge oder kaufen Jungpflanzen und pflanzen diese direkt ein. Es ist aber auch möglich, Kirschbäume zu Hause aus Samen zu ziehen. Das ist allerdings recht aufwendig und erfordert Geduld. Man sollte jedoch bedenken, dass ein solcher Baum möglicherweise nicht die Eigenschaften der Elternsorte erbt.
Kann man einen Kirschbaum aus einem Samen ziehen?
Ein aus einem Stein gezogener Kirschbaum trägt kleine, saure Früchte, und das frühestens nach fünf, manchmal sogar erst nach acht Jahren. Meist handelt es sich dabei um Wildkirschen. Es empfiehlt sich, einen solchen Baum mit einer hochwertigen, sortenreinen Kirsche zu veredeln, idealerweise mit zwei Sorten gleichzeitig. Da der Stamm eines jungen Baumes sehr dünn ist, gilt die Spaltpfropfung als beste Methode. Man nimmt einen Edelreis von dem Steinobstbaum, den man im Garten pflanzen möchte. Er sollte zwei bis drei gesunde Knospen haben. Die Wurzelunterlage wird auf 15 cm gekürzt, und ein zwei bis drei Zentimeter tiefer Schlitz wird angelegt, in den das Edelreis eingesetzt wird. Die Veredelungsstellen werden verbunden und mit Klebeband fixiert, die Klebeseite zeigt dabei nach außen. Die restlichen Veredelungsstellen werden mit Gartenerde aufgefüllt. Die Arbeit wird mit sterilen Werkzeugen durchgeführt.
Die Veredelung ist erfolgreich, wenn oberhalb der Veredelungsstelle Blätter erscheinen. Mit der Zeit gewöhnt sich die Pflanze daran, und die Veredelungsschlinge wird entfernt. Dieser Baum wächst gut und ist pflegeleicht. Diese Kirsche bietet viele Vorteile. Zu den positiven Eigenschaften eines aus einem Samen gezogenen Baumes gehören:
- Ausdauer;
- erhöhte Frostbeständigkeit;
- verringerte Anfälligkeit von Steinobstkulturen gegenüber Krankheiten.
Diese Bäume passen sich gut an die Bedingungen eines bestimmten Gebiets an.
Das könnte Sie auch interessieren:Auswahl des Pflanzmaterials
Bei der Vermehrung von Kirschen ist zu beachten, dass nicht jeder Kern zu einem ausgewachsenen Baum heranwächst. Es ist wichtig, große Sämlinge von vollreifen Beeren direkt am Baum auszuwählen.
Nur reife, vom Boden gefallene, aber nicht ausgetrocknete Beeren eignen sich zum Pflanzen. Vermeiden Sie es, Beeren aus den Kernen von im Handel gekauften Beeren zu pflanzen, da diese oft unreif gepflückt werden und erst auf dem Transportweg nachreifen.
Ihre Keimrate liegt bei 70 bis 80 %, daher ist es wichtig, sie in größeren Mengen zu sammeln. Vermeiden Sie beim Vorbereiten der Samen das Mischen verschiedener Sorten. Verwenden Sie am besten separate Behälter. Achten Sie darauf, die Samen nicht zu stark auszutrocknen, da dies die Samenschale beschädigt und die Keimung beeinträchtigt. In Zentralrussland, wo die Aussaat im Frühjahr erfolgt, legen Sie die Samen in ein mit feuchtem Sand gefülltes Glas. So bleiben sie in einem geeigneten Zustand für die Aussaat, ohne die Keimung zu beeinträchtigen.
Schichtung
Um zu verhindern, dass die Kerne im kalten Winter gefrieren, sollte die Pflanzung bis zum Frühjahr verschoben werden. Vorher muss eine Stratifizierung erfolgen. Dabei werden die Samen auf die Kälte vorbereitet und quasi unter natürlichen Bedingungen überwintert. Die Stratifizierung fördert die Keimung. Je südlicher die Region ist, in der Sie Kirschen anbauen möchten, desto kürzer ist die Stratifizierungsdauer und desto höher die Wahrscheinlichkeit, keimfähige Sämlinge zu erhalten.
Geben Sie die Samen in ein kleines Gefäß und bestreuen Sie es mit feuchtem Torf, Sägemehl oder Sand. Stellen Sie es an einen Ort mit einer Temperatur von 2 °C bis 6 °C. Kontrollieren Sie das Pflanzmaterial wöchentlich auf Schimmel oder Fäulnis. Schütten Sie die Samen auf eine saubere Oberfläche und prüfen Sie sie. Kontrollieren Sie auch die Erde und geben Sie die Samen anschließend wieder hinein. Befeuchten Sie die Erde gegebenenfalls. Behandeln Sie die Samen immer mit einem Fungizid. Diese Behandlung trägt zu ihrer besseren Haltbarkeit bei und verhindert das Wachstum schädlicher Mikroben und Pilze.
Einen Samen in einen Topf oder Behälter pflanzen
Sobald der Samen seine Schale aufbricht und ein Keimling erscheint, ist es Zeit zum Einpflanzen. Sie benötigen einen 0,5-Liter-Topf mit einer 3–4 cm dicken Drainageschicht aus feinem Sand am Boden. Füllen Sie den Topf mit nährstoffreicher, lockerer Erde auf. Diese kann vom Standort des Mutterbaums stammen. Die Erde sollte im Backofen vorgewärmt und mit einer Kaliumpermanganatlösung behandelt werden. Manche bereiten ihre Blumenerde selbst zu. Dazu mischen Sie:
- Laubboden;
- grober Sand;
- Schwarzerde;
- Sägemehl.
Um das Wurzelwachstum anzuregen, empfiehlt es sich, die Sämlinge 1–2 Stunden in einem Wurzelwachstumsförderer einzuweichen. Anschließend die Samen 1,8–2 cm tief in die Erde pflanzen und diese vorher leicht anfeuchten. Die Samen sollten etwa 1 cm voneinander entfernt sein. Danach mit Erde bedecken, erneut gießen und mit Frischhaltefolie abdecken. Im ersten Jahr darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet. Die Erde vorsichtig auflockern. Ein aus Samen gezogener Sämling erreicht in der Regel im fünften Jahr seine volle Größe. Dann bilden sich die ersten Früchte, und der Baum beginnt Früchte zu tragen.
Verpflanzung ins Freiland
Bei richtiger Standortwahl kann man von einem aus einem Kern gezogenen Kirschbaum eine gute Ernte erwarten. Der Baum bevorzugt volle Sonne und verträgt keine Zugluft. Ein Standort an der Südseite eines Hauses ist ideal. Die Hauswand schützt den Kirschbaum vor Wind. In mittleren und nördlichen Regionen sollten die Setzlinge im Frühjahr, im Süden im Herbst verpflanzt werden.
Das könnte Sie auch interessieren:Der Boden wird umgegraben und im Voraus gedüngt, und ein Pflanzloch wird ausgehoben, um dem Wurzelsystem Platz zu bieten. Pro m² werden 15 kg organischer Dünger hinzugefügt.
- verrotteter Mist;
- Kompost;
- Humus.
Geeignete Mineraldünger sind Kalium (20–25 g pro m²) und Phosphor (15–20 g pro m²). Beim Umpflanzen eines Sämlings ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt oder nach oben verschoben werden.
Die Samen sollten mindestens 15 cm voneinander entfernt und 2–3 cm tief in die Erde gelegt werden. Der Reihenabstand sollte mindestens 30 cm betragen. Nach dem Pflanzen werden die Sämlinge mit Erde bedeckt. Erfahrene Gärtner empfehlen, die Pflanzstelle zu markieren, um ein Betreten zu verhindern. Sobald die ersten Triebe erscheinen, sollten sie mit Plastikflaschen abgedeckt werden. Bei Einhaltung dieser Pflanzanleitung erhalten Sie die gewünschte Anzahl an Sämlingen.
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Die Pflege von Kirschbäumen ist einfach. Gießen Sie den Baum regelmäßig und entfernen Sie Unkraut in Stammnähe. Im Herbst sollten Sie die Sämlinge kontrollieren, die kräftigen stehen lassen und die schwachen aussortieren. Über den Winter werden die Sämlinge gut abgedeckt. Trockenes Laub eignet sich dafür gut. Im folgenden Jahr werden sie an ihren endgültigen Standort verpflanzt. Veredelung erfolgt bei mindestens vierjährigen Bäumen, da diese dann kräftig genug sind.
Das könnte Sie auch interessieren:Erfahrungsberichte von Menschen, die Kirschen aus Samen gezogen haben, zeigen, dass der Prozess zwar nicht einfach, aber durchaus machbar ist. Konstante Temperaturen beeinträchtigen die Entwicklung der Pflanze, daher ist es wichtig, den Setzling im Topf regelmäßig an die frische Luft zu stellen. Mit der richtigen Anleitung und den Ratschlägen von Experten lassen sich gute Ergebnisse erzielen.

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