
Die Erneuerung eines gut gepflegten Obstgartens erfolgt typischerweise im zeitigen Frühjahr. Dabei ist es wichtig, den Saftfluss in den Zweigen zu berücksichtigen, um die Bäume nicht zu schädigen. Der Apfelbaumschnitt im Frühjahr selbst unterliegt einigen wichtigen Vorgaben. Dazu gehört vor allem die klare Definition der Arbeitsziele und die Formgebung der Baumkrone. Der beste Zeitpunkt für den Apfelbaumschnitt ist das Frühjahr, nachdem keine Frostgefahr mehr besteht, da ein Schnitt im Herbst dazu führen kann, dass die Bäume starkem Frost nicht standhalten und absterben.
Grundvoraussetzungen
Untersuchen Sie die Bäume zunächst sorgfältig und identifizieren Sie alle über den Winter beschädigten Äste. Im Gegensatz zu gesunden Ästen bilden diese keine neuen Knospen. Ideal ist eine buschige Kronenform mit mehreren Hauptästen (Skelettästen) und zusätzlichen Seitentrieben. Diese Form ist wichtig, da sie die Stabilität des Baumes erhöht und Verformungen unter dem Gewicht der Früchte verhindert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die einfache Ernte reifer Früchte.
Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt der Arbeiten. Der Rückschnitt sollte unmittelbar nach den letzten Frösten im Frühjahr erfolgen. Dadurch können die Apfelbäume Stress besser verkraften und sich effektiver auf die Fruchtbildung vorbereiten.
Alte, beschädigte und überflüssige Äste sollten schräg vom Stamm oder einem knochigen Ast entfernt werden. Dies ist besonders wichtig bei Säulenapfelbäumen. Die Schnittstellen müssen mit Ölfarbe oder einem speziellen Gartenkleber versiegelt werden. Dadurch wird verhindert, dass Saft austritt und im Stamm verbleibt.
Besonderheiten bei der Arbeit mit jungen und alten Apfelbäumen
Obwohl beim Schneiden junger und alter Apfelbäume einige gemeinsame Prinzipien gelten, gibt es auch einige wichtige Unterschiede, die jeder Gärtner, insbesondere Anfänger, kennen sollte. Zu den allgemeinen Pflegehinweisen für Apfelbäume gehört Folgendes:
- Den Triebspitzenansatz kürzen und anschließend die Ausläufer entfernen;
- Entfernen Sie alle sich kreuzenden Äste durch Beschneiden;
- Entferne alle nach unten gerichteten Zweige an den Gabelungen;
- Schneiden Sie junge Triebe ab, die in der Nähe des Stammes selbst erscheinen, sowie Äste, deren Wachstum auf den Stamm selbst gerichtet ist;
- Schneiden Sie alle herabhängenden und verdickenden Äste sowie alle nach unten zeigenden Äste ab;
- Entfernen Sie junge Triebe aus dem Wurzelbereich der Apfelbäume.
Beschneiden junger Apfelbäume
Die erste Baumbehandlung erfolgt unmittelbar nach dem Einpflanzen der Setzlinge an ihren endgültigen Standort. Dies nennt man Kronenformung. Optimal ist eine lichte Krone mit mehreren Ebenen gesunder, voll entwickelter Äste. In den ersten drei bis vier Jahren muss dieser Vorgang jedes Frühjahr wiederholt werden, danach ist ein Schnitt junger Apfelbäume alle zwei Jahre erforderlich. Erfahrene Gärtner empfehlen, den Hauptstamm vorsichtig zu beschneiden, um die Krone nicht zu beschädigen. Am besten verbleiben nur fünf bis sechs große Äste am Baum. Die Stammhöhe kann etwa 40 bis 50 cm betragen. Wichtig ist, dass ein rechtzeitiger und sorgfältiger Frühjahrsschnitt von Apfelbäumen den Ertrag an gesunden Früchten deutlich steigern kann.
Beschneiden alter Apfelbäume
Gärtner denken in der Regel über die Verjüngung alter Bäume nach, wenn diese mehrere Jahre hintereinander keine volle Apfelernte gebracht haben. Zu den häufigsten Ursachen für das Welken von Apfelbäumen zählt das Vorhandensein zahlreicher überflüssiger Triebe, die nicht nur die Fruchtentwicklung behindern, sondern auch verhindern, dass die Äste ausreichend Sonnenlicht erhalten. Eine ungünstig geformte Baumkrone und das Vorhandensein von abgestorbenen, nicht geernteten Ästen beeinträchtigen ebenfalls die Ertragsfähigkeit des Baumes.
Der Schnitt alter Apfelbäume beginnt mit dem Entfernen überflüssiger Triebe an den Hauptästen und am Stamm, da diese dem Baum die Vitalität rauben. Durch das Ausdünnen der Äste wird sichergestellt, dass die Hauptäste ausreichend Licht und Luft erhalten. Ein sorgfältiger Rückschnitt der überflüssigen Äste (etwa ein Drittel der Gesamtanzahl) kann selbst bei den ältesten Apfelbäumen, die seit 20-30 Jahren wachsen, den Fruchtansatz wiederherstellen. Um dies zu erreichen, muss der Vorgang jedes Frühjahr zwei- bis dreimal hintereinander wiederholt werden. Es ist jedoch wichtig, dieses Drittel der Gesamtanzahl der Äste nicht zu stark zu entfernen, da dies den Baum vollständig schädigen und ein Fällen an der Wurzel erforderlich machen kann.
Grundsätze des Schnitts von Säulenapfelbäumen
Beim Anbau von Säulenapfelbäumen sollten im Frühjahr alle beschädigten Äste und übermäßig wuchernde Triebe entfernt werden. Auch überflüssige Seitenzweige sind zu entfernen. Ziel dieses Frühjahrsschnitts ist ein säulenförmiger Baum. Der Stamm selbst sollte nicht beschnitten werden. Er kann nur leicht gekürzt werden, wenn das Wachstum des Baumes abgeschlossen ist.
In den ersten Jahren nach dem Pflanzen muss der Sämling an einer Stütze befestigt werden, um ein Abbrechen oder Absterben zu verhindern. Zu Beginn des ersten vollen Frühjahrs nach dem Pflanzen werden die Triebe auf maximal zwei Knospen zurückgeschnitten. Dadurch werden kräftigere und dichtere einjährige Triebe gezogen. Ein Jahr später bleiben alle horizontalen Zweige unberührt, während die vertikalen Zweige erneut um zwei Knospen gekürzt werden. Von den vorhandenen horizontalen Zweigen kann in diesem Jahr geerntet werden, und die zurückgeschnittenen vertikalen Zweige können neue, gesunde Triebe bilden. In jedem folgenden Frühjahr werden alle Zweige, die Früchte getragen haben, bis zum Wurzelring zurückgeschnitten.
Besonderheiten beim Beschneiden von Zwergapfelbäumen
Auch niedrig wachsende Obstbäume benötigen einen sorgfältigen und rechtzeitigen Schnitt. Dies gilt insbesondere für die Baumkrone, deren richtige Pflege die zukünftige Ernte beeinflusst. Beim Kronenschnitt sollten starke, gesunde Äste unterhalb schwacher Äste positioniert werden. Die obersten Knospen der Äste sollten entfernt werden. Dadurch können sich die mittelgroßen Knospen besser entwickeln, was die Bildung dichterer und kräftigerer neuer Triebe fördert.
Ein wichtiges Merkmal niedrig wachsender Apfelbäume ist die hohe Last reifender Früchte an ihren Ästen, die rechtzeitig geerntet werden müssen, und die Krone selbst muss mit zusätzlichen Stützen abgestützt werden.
Regeln für die Auswahl von Werkzeugen
Erfahrene Gärtner empfehlen oft, zum Beschneiden abgestorbener, kranker oder einfach unerwünschter Äste an Apfelbäumen eine scharfe Säge zu verwenden. Alternativ kann man auch eine spezielle Gartenschere oder eine Säge benutzen. Für schwer erreichbare Äste eignet sich eine Astschere oder ein Gartenmesser.
Die einzige zwingende Voraussetzung ist die Schärfe und Sauberkeit der verwendeten Klingen, da Rost oder andere Substanzen die Schnittstellen beschädigen und zum Austreten von Saft führen können. Dadurch können sich Krankheiten über den zirkulierenden Saft im gesamten Baum ausbreiten. Unmittelbar nach dem Beschneiden muss die Schnittstelle versiegelt werden, um Saftverlust zu verhindern. Neben speziellem Mastix oder Ölfarbe eignet sich hierfür auch handelsübliche Knete. Wenn Sie zum ersten Mal Apfelbäume pflegen, überlassen Sie die Arbeit am besten einem erfahrenen Fachmann und beobachten Sie ihn aufmerksam, damit Sie den Vorgang in einem Jahr selbst wiederholen können.
Apfelbaumschnittplan
Gärtner haben eine Reihe wichtiger Regeln für den erfolgreichen Apfelbaumschnitt. Diese betreffen hauptsächlich:
- Wenn keine Äste vorhanden sind, sollte der Apfelbaum selbst in einer Höhe von einem Meter über dem Boden abgeschnitten werden.
- Die gebildeten Triebe sollten in einer Höhe von bis zu 60 cm über dem Boden vollständig entfernt werden.
- Alle Äste, die in einem spitzen Winkel zum Stamm wachsen, müssen vollständig entfernt werden, da sie unter dem Einfluss reifender Früchte sehr leicht brechen.
Wenn Sie eine gestaffelte Form der Apfelbäume wünschen, dann lassen Sie in der untersten Reihe 3-4 Hauptäste stehen, und in der zweiten Reihe sollten bereits zwei vorhanden sein.
Mastix für Schnittwunden selbst herstellen
Falls Sie im Handel keine Mastixmasse oder Ölfarbe zum Versiegeln von Apfelbaumschnitten finden, können Sie eine selbstgemachte Lösung verwenden. Es handelt sich dabei um einen speziellen Gartenlack, für den Sie jeweils 500 Gramm Terpentin und Kolophonium sowie 250 Gramm Leinöl benötigen.
Die Mischung selbst ist halbfest. Sie muss leicht erwärmt und auf die Streifen aufgetragen werden, anschließend wird sie fest um alle Schnittenden der Bäume gewickelt.

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