Die Vorbereitung des Gartens auf den Winter beginnt lange vor dem Einsetzen anhaltender Kälte. Einer der wichtigsten Arbeitsschritte ist das Freischneiden der Baumstämme um die Obstbäume herum. Das Laub sollte nicht bis zum Frühjahr liegen bleiben; alle Aufräumarbeiten müssen am Ende der Saison abgeschlossen sein.
Worin besteht die Gefahr?
Laubfall ist ein natürlicher Prozess. Doch anders als im Waldboden ist eine Laubschicht nicht gut für Obstbäume. Denn das Herbstlaub beherbergt zahlreiche Pilze, die auf den Blättern überleben und den Winter überwintern. Die gefährlichsten für den Garten sind:
- Echter Mehltau;
- Rost;
- Sichtung;
- Schorf.
Darüber hinaus dringen Krankheitserreger von infizierten Blättern leicht in den Boden und das Grundwasser ein. Mit dem Einsetzen der Frühlingswärme können sie sich auf andere Pflanzen ausbreiten.
Kleine Schädlinge oder deren Larven können den Winter in der Wärme von verrottendem Pflanzenmaterial überleben. Im Frühjahr vermehren sie sich weiter und befallen dann die Pflanzen. Folgende Insektenarten leben am häufigsten im Pflanzenmaterial:
- Spinnmilben;
- Weiße Fliege;
- Psylliden;
- Rüsselkäfer;
- Rohrrollende Käfer;
- Apfelwickler (Apfel-, Birnen-, Pflaumenwickler);
- Seidenraupe.
Das könnte Sie auch interessieren:Bei einem starken Befall können diese Insekten eine ganze Ernte oder sogar den Baum selbst vernichten. Die Schädlingsbekämpfung erfordert oft den Einsatz von Chemikalien über mehrere Saisons. Durch Krankheiten und Insekten geschwächte Bäume kämpfen ums Überleben und liefern nur geringe Erträge.
Landwirtschaftsexperten empfehlen, Laub auch in Gärten zu entfernen, die auf den ersten Blick gesund aussehen. Gefährliche Viren zeigen im Sommer möglicherweise keine Anzeichen einer Infektion, können aber im Frühjahr mit voller Wucht ausbrechen. Pflanzenreste sollten entfernt oder verbrannt werden. Befallenes Laub darf nicht kompostiert werden. Nach dem Entfernen des Laubs kann der Boden um die Bäume herum mit Fungiziden besprüht werden, um Krankheiten vorzubeugen.
Wie man den biologischen Zyklus wiederherstellen kann
Durch das Entfernen des Baumstammbereichs greifen Menschen in den natürlichen Kreislauf ein. Schließlich werden die meisten Nährstoffe, die dem Boden entzogen werden, mit herabgefallenem Laub und anderen Baumteilen wieder in den Boden zurückgeführt. In der Natur liegt die Laubstreu auf der Oberfläche der mineralischen Bodenschicht und reichert diese mit organischer Substanz an. Über Jahre hinweg angesammelt und ständig von Lebewesen verarbeitet, verbessert sie die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit. Zudem schützt die Laubstreu die Wurzeln junger Pflanzen vor Frost. Das Sammeln von Laub beugt zwar Krankheiten und der Vermehrung schädlicher Insekten und Bakterien vor, stört aber gleichzeitig das normale Funktionieren des Gartenökosystems.
Das könnte Sie auch interessieren:Deshalb müssen nach der Herbstreinigung rund um den Baumstamm noch einige weitere Arbeitsschritte durchgeführt werden:
- Den Boden nur flach umgraben;
- Dünger ausbringen;
- Den Boden mit Mulch bedecken;
- Schutzmaßnahmen gegen Nagetiere aufbauen.
Langsam verrottendes Laub sättigt den Boden mit großen Mengen an Kalium und Phosphor. Daher empfehlen Landwirte im Herbst, Bäume mit phosphor-kaliumhaltigen Düngemitteln zu düngen. Diese können entweder trocken bei der Bodenbearbeitung oder als Lösung beim Gießen ausgebracht werden. Unter den Hausmitteln gilt Holzasche als der beste kaliumreiche Dünger.
Organische und anorganische Materialien eignen sich als Mulch. Organische Materialien (Stroh, Kompost, Mist) zersetzen sich langsam wie natürliches Laub und reichern den Boden mit Nährstoffen an. Künstliche Materialien (Kieselsteine, Schotter, Spinnvlies) verleihen dem Garten um Bäume ein gepflegtes Aussehen. Unabhängig vom Material ersetzt der Mulch das entfernte Laub und erfüllt alle wichtigen Funktionen:
- verhindert das Einfrieren der Wurzeln;
- wird die Feuchtigkeit bis in den späten Herbst hinein speichern;
- wird das Unkrautwachstum verringern.
Ein junger Garten benötigt im Winter zusätzlichen Schutz vor Tieren, die die empfindliche Rinde beschädigen können. Um zu verhindern, dass Nagetiere den Stamm auf der Suche nach Nahrung erreichen, kann ein Metall- oder Kunststoffgitter um den Stamm angebracht werden. Ist der Boden bereits dick und ein Gitter nicht möglich, kann der untere Teil des Stammes mit Lappen oder Dachpappe umwickelt werden.

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