Gurken im Gewächshaus stutzen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

Gurken

Gurken nehmen im Gewächshausgemüseanbau eine führende Position ein. Der Schwerpunkt liegt in der kalten Jahreszeit auf ertragreichen, mittel- und langfruchtigen Sorten und von Frühling bis Herbst auf kurzfruchtigen Sorten. Unabhängig von der Sorte sind die richtige Bewässerung, das Stützen, Düngen und die Buscherziehung entscheidend für eine reiche und gesunde Ernte. Durch das gezielte Stutzen der Gurkenpflanzen im Gewächshaus kann der natürliche Reifeprozess beschleunigt und die Fruchtbarkeit deutlich erhöht werden.

Was ist Kneifen?

Jede Pflanze strebt danach, ihre Biomasse durch die Vergrößerung der Blattdichte und -oberfläche zu erhöhen. In der Natur steigert dies die Effizienz der Photosynthese und ermöglicht die Anreicherung ausreichender Nährstoffe für volles Wachstum, selbst auf nährstoffarmen Böden. Im Gewächshaus entfällt dieses Bedürfnis, doch die Pflanze setzt ihr „Selbsterhaltungsprogramm“ durch die Bildung zahlreicher Seitentriebe fort.

Je üppiger das Laub, desto mehr Energie wird für den Erhalt des lebenswichtigen Gleichgewichts aufgewendet, was die Blütenbildung beeinträchtigt. Anzahl und Gewicht der Früchte nehmen ab. Ein Großteil der Früchte ist ständig dicht von Laub bedeckt, was den Reifeprozess aufgrund von Lichtmangel verzögert. Um dies zu vermeiden, werden Gurken in Gewächshäusern ausgegeizt – überschüssige Triebe, die aus den Blattachseln wachsen, werden künstlich entfernt.

Wichtig!
Durch rechtzeitiges Stutzen der Gurken wird ein optimales Lichtregime geschaffen und der Ernteertrag um 200-300% gesteigert, selbst bei einer Verringerung der Gesamtlänge der Stängel und des Gewichts des Strauchs.

Wann man Gurkensträucher auskneifen sollte

Der optimale Zeitpunkt zum Ausgeizen junger Triebe ist erreicht, wenn die Pflanze 3–4 echte Blätter hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Strauch 30–40 cm hoch, und die Seitentriebe sind etwa so lang wie ein Zeigefinger (5–6 cm). Warten Sie nicht auf bestimmte Zehn-Tage-Zeiträume oder „günstige“ Daten nach dem Mondkalender. Je länger Sie warten, desto größer ist der Schaden an den Hauptstämmen und desto schwieriger wird es, die Triebe in Form zu bringen und zu lenken.

Wichtig!
Um den Stress beim Entfernen von Seitentrieben bei Gurken im Gewächshaus zu minimieren, wählt man am besten einen sonnigen Tag und entfernt die Ranken. Diese Ranken stützen die Pflanze und beeinträchtigen die Fruchtbildung nicht. 30–40 Minuten nach dem Ausdünnen sollte man die Erde um die Rhizome herum auflockern und gießen.

Das Wesentliche des Verfahrens

Das Ausgeizen dient dazu, überschüssige Seitentriebe im Stadium ihrer Entstehung vom Hauptstamm zu entfernen, damit die Nährstoffe in die Bildung der Fruchtknoten und die Entwicklung der Früchte fließen und nicht in überschüssige grüne Masse und leere Blütenstände.

Allgemeines Schema zum Ausgeizen von Gurken im geschützten Boden (siehe Tabelle).

Anzahl der Blättchen an einem Stängel

Überschüssige Triebe abknipsen

3-4

+

5-7

+

8-9

+

11 und mehr

Triebspitzenentfernung für breiteres Wachstum

Jeder Strauch erfordert eine individuelle Vorgehensweise. Wenn die Pflanze krank ist oder nicht gut gewachsen ist, sollte der Eingriff verschoben werden, selbst wenn sie viele Blätter hat.

Besonderheiten beim Gurkenpflücken im Gewächshaus

Die klassische Methode besteht darin, Seitentriebe etwa 1 cm vom Stamm entfernt mit den Fingernägeln abzuknipsen. Diese kurze Triebspitze ist bewusst gewählt. Sie minimiert die Beschädigung des Strauchs und verhindert, dass neue Triebe (zu nah an der Blattachsel) oder Triebfäule und die Entwicklung schädlicher Bakterien (zu lange Triebspitze) entstehen.

Das Ergebnis des Verfahrens ist:

  • Abnahme der Anzahl männlicher Blütenstände;
  • Fehlen steriler Triebe;
  • gleichmäßige Ausleuchtung;
  • Ausreichende Verdickung der Triebe für normales Wachstum und reichliche Fruchtbildung.

Gurken lassen sich im Gewächshaus mit den Fingern, einer Schere, einem Universalmesser oder einer kleinen Gartenschere seitlich beschneiden. Dabei ist auf gute Hygiene zu achten. Sollten Sie währenddessen kranke Pflanzen entdecken, waschen Sie Ihre Hände und Werkzeuge gründlich, bevor Sie mit der nächsten Pflanze fortfahren.

Anleitung zum Gurkenschneiden – vom Sämling bis zum fruchttragenden Strauch

Die erste Phase beginnt, nachdem die Sämlinge ins Gewächshaus gepflanzt wurden. Alle Triebe in der Nähe des vierten Blattes werden vorsichtig entfernt. Anschließend werden sie an einem Netz befestigt. Das Netz wird am Stängelansatz und an einer vertikalen Stütze fixiert. Diese Vorgehensweise vereinfacht die spätere Pflege erheblich.

Vor dem zweiten Schritt ist es wichtig, die Pflanzen zu stärken (5–7 Blätter). Düngen Sie dazu 1–2 Tage vorher mit einem Dünger wie „Kormilets“, „Rodnichok“, „Ispolin“ oder „Agricola“. Gießen Sie am Tag der Bearbeitung großzügig mit abgestandenem, zimmerwarmem Wasser (0,8–1,0 Liter pro Pflanze). Entfernen Sie alle Seitentriebe, lassen Sie aber 1–2 Fruchtknoten stehen.

Der dritte Schritt erfolgt im Stadium der 8-10-Blatt-Bildung. Es empfiehlt sich, eine kleine Voruntersuchung durchzuführen. Oberflächenbehandlung und gießen. Entfernen Sie alle Seitentriebe. Am Strauch bleiben einige Blätter und 1–2 junge Gurken zurück. Nach dem 11. Blatt die Spitze abschneiden. Optimalerweise hat der Strauch 2–4 Blätter und 2–3 Früchte auf jeder Seite.

Weitere Pflege der Pflanze

Nach dem Auskneifen der Seitentriebe von Gurken im Gewächshaus ist Folgendes erforderlich:

  • Regelmäßiges Jäten ist wichtig, um ein Verdicken zu verhindern.
  • Beschädigte und kranke Blätter entfernen;
  • Unfruchtbare Blüten abzwicken;
  • Breitenausdehnung regulieren;
  • für regelmäßige Fütterung sorgen;
  • reife Ernten schnell einbringen;
  • Den Boden rechtzeitig auflockern und befeuchten.
Wichtig!
Gießen Sie Gurkenpflanzen ausschließlich mit warmem Wasser (24 Stunden in Fässern, Eimern oder anderen Behältern erwärmt). Die direkte Bewässerung mit Leitungswasser birgt die Gefahr eines Temperaturschocks, der selbst ausgewachsene Pflanzen abtöten kann.

Wie man eine zusätzliche Ernte erzielt

https://youtu.be/leHMHiB0V2U

Um die Haupternte um einige Kilogramm zu steigern und die Fruchtperiode zu verlängern, muss die Nährstoffversorgung und Wuchsrichtung des ausgewachsenen Strauchs angepasst werden. Dazu wird er von seinen Stützen gelöst und auf den Boden gelegt. Anschließend werden alle Bereiche ohne Fruchtknospen, kranke Stängel und Blätter entfernt. Danach wird ein natürlicher Flüssigdünger auf Basis von Torf und Holzkohle ausgebracht. Bei Frostgefahr sollte der Strauch mit einem Abdeckmaterial (Spinnvlies, doppellagige Polyethylenfolie oder Agrarfaser) geschützt werden. Die neue Ernte wird zwar weniger üppig ausfallen, aber über mehrere Wochen stabil sein.

Mögliche Fehler

Gewächshausgurken sind eine recht anspruchsvolle Pflanze mit saftigen und empfindlichen Stängeln, die regelmäßige und schonende Pflege benötigt. Die häufigsten Fehler beim Stutzen von Gurkenpflanzen sind:

  • unachtsames Abknipsen, das die Pflanze stark schädigt;
  • frühe Stadien des Verfahrens im Stadium des intensiven Wachstums (vor dem Erscheinen von 3-4 Blättern);
  • fehlende Vorfütterung;
  • Mit kaltem Leitungswasser gießen.

Auch das zu späte Abknipsen von Seitentrieben hat negative Folgen. Oftmals hat ein Seitentrieb genügend Zeit, sich zu kräftigen und zum Haupttrieb zu entwickeln. Ihn vollständig zu entfernen, verlangsamt das Wachstum und stresst die Pflanze. In diesem Fall sollte der Schnitt nicht direkt am Stamm, sondern in einem Abstand von 10–15 cm (Knoten 3–5) erfolgen.

Gurken, die ohne Stutzen gewachsen sind

Manche Gurkensorten breiten sich nicht breit aus und bilden keine großen Seitentriebe, sondern haben einen einzelnen Stamm oder einen kompakten, buschigen Wuchs. Diese Gurkensorten müssen nicht ausgegeizt werden. Dazu gehören:

  • „Blizzard“, „Balalaika“, „Saratov F1“;
  • "Detinets", "Petrovsky F1", "Bouquet";
  • „Valdai“, „Balkon F1“, „Severyanin“;
  • "Gribovchanka", "Labyrinth", "Junior Lieutenant";
  • "Sei gesund", "Tom Thumb F1", "Swallowtail F1".
Wichtig!
Bei der Auswahl einer Sorte für ein Gewächshaus, die kein Stutzen erfordert, sollten selbstbefruchtende Sorten oder parthenokarpe Hybriden bevorzugt werden (diese benötigen überhaupt keine Bestäubung).

Durch das richtige Auslichten von Seitentrieben im Gewächshaus wird die Nutzfläche optimal genutzt, gleichzeitig werden hohe Erträge, eine lange Fruchtperiode und eine einfache Pflege erzielt. Wichtig ist, den gewählten Zeitplan genau einzuhalten und die Seitentriebe rechtzeitig zu entfernen. Dabei sollten das Stammwachstum und das Aussehen der Blätter visuell beurteilt werden. Alle Arbeitsschritte müssen sorgfältig durchgeführt werden, um die Pflanze nicht unnötig zu beschädigen. Vor dem zweiten und allen weiteren Seitentrieben sollte gedüngt und gegossen werden.

Gurken auskneifen
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