Wer möchte, kann einen exotischen Granatapfelbaum selbst ziehen, nicht nur aus einem Samen, sondern auch aus einem Steckling. Wenn man Granatäpfel zu Hause richtig durch Stecklinge, Samen oder Absenker vermehrt, wird der Baum seine Besitzer schon bald nicht nur mit schönen, duftenden Blüten, sondern auch mit köstlichen, saftigen Früchten erfreuen.
Wie man einen Granatapfel anbaut
Granatapfel ist eine beliebte Frucht bei vielen Gärtnern. Er kann auf verschiedene Arten angebaut und vermehrt werden:
- mit einem Knochen;
- Wurzelstecklinge;
- durch Veredelung;
- durch Stecklinge.
Bäume werden selten aus Samen gezogen. Das liegt daran, dass Bäume, die aus Samen wachsen, selten die Eigenschaften und Merkmale ihrer Eltern erben.
Die effektivste Vermehrungsmethode sind Stecklinge. Mit dieser Methode lassen sich hochwertige, keimfähige Sämlinge gewinnen. Dank der Regenerationsfähigkeit der Pflanzenzellen keimen und wurzeln die Stecklinge schnell.
Stecklinge
Für Stecklinge wählt man gesunde, ein- bis zweijährige Triebe. Diese entwickeln schnell und einfach ein starkes Wurzelsystem und wurzeln problemlos. Aus einem Steckling wächst innerhalb von nur zwei Jahren ein ausgewachsener Granatapfelbaum.
Wann man Stecklinge nimmt
Der Granatapfelbaum ist in warmen Klimazonen heimisch. In Regionen mit mäßig kaltem Klima benötigt er besondere Bedingungen für Fortpflanzung, Wachstum und Entwicklung.
Granatäpfel werden in Zentralrussland im Frühjahr durch Stecklinge vermehrt. Für die im Haus vorgezogenen Sämlinge besteht keine Frostgefahr. Daher können Granatäpfel bereits Ende Februar oder Anfang März im Haus vorgezogen werden. Auch eine Pflanzung im Herbst ist möglich.
Regeln für die Stecklingsvorbereitung
Um Granatapfelstecklinge zu Hause zu vermehren und ein gutes Anwurzeln zu gewährleisten, muss das Material richtig vorbereitet werden. Dazu ist es wichtig, ein bestimmtes Verfahren zu befolgen:
- Stecklinge von jungen und gesunden Bäumen verwenden;
- Die optimale Stecklingslänge sollte 20 bis 25 cm betragen;
- Jeder Trieb sollte 4-6 Knospen enthalten.
Ausgewählte Stecklinge werden von Dornen befreit und auf Schädlinge oder deren Larven untersucht. Beschädigte oder geschwächte Zweige werden nicht verwendet, da sie anfälliger für Infektionen sind und andere, gesunde Sämlinge infizieren können.
Regeln für die Bewurzelung von Stecklingen
Vor dem Einpflanzen müssen die Stecklinge ordnungsgemäß vorbereitet werden. Dazu geht man wie folgt vor:
- Schneide die unteren vier grünen Blätter vom Zweig ab;
- Schneiden Sie das untere Ende des Stecklings in einem Winkel von 2 mm von der Knospe ab;
- Auch die Blätter an der Spitze des Triebes werden entfernt, sodass nur noch die obersten drei Blätter übrig bleiben;
- Wenn kein Wachstumspunkt vorhanden ist, muss dieser ausgegeizt werden (damit sich Wurzeln und Seitenzweige entwickeln können).
Nach dem Rückschnitt lässt man die Zweige mehrere Stunden lang ungestört. Sobald der Saftfluss aufgehört hat, werden die Blätter und Schnittstellen mit einer Kornevin-Lösung (einem Präparat zur Förderung der Wurzelbildung) behandelt.
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Wie man im Wasser Wurzeln schlägt
Granatapfelstecklinge wurzeln in Wasser schneller. So gehen Sie vor:
- Man nehme ein Glasgefäß mit einem Fassungsvermögen von 0,5 Litern und fülle es mit Wasser;
- 1 Tablette Aktivkohle in der Flüssigkeit auflösen;
- Das vorbereitete Stück in das Gefäß geben.
Stellen Sie den Behälter an einen hellen Ort (aber nicht in die direkte Sonne). Die ersten Wurzeln bilden sich innerhalb einer Woche. Das aktive Wachstum beginnt innerhalb von 14 Tagen.
Wenn sich das Wurzelsystem nicht oder nur schlecht entwickelt, empfiehlt es sich, die Stecklinge aus dem Wasser zu nehmen und in eine Kornevin-Lösung zu stellen. Das Pflanzgut sollte 12 Stunden in der Wachstumsstimulationslösung eingeweicht werden. Anschließend werden die Zweige wieder ins Wasser gestellt.
Wie man im Boden Wurzeln schlägt
Die Stecklinge werden in die Erde umgepflanzt, sobald sie zwei bis drei Blätter entwickelt haben. Am Topfboden befindet sich eine Drainageschicht (eine Schicht aus Kieselsteinen verhindert Staunässe und sorgt für Luftzirkulation, wodurch die Wurzeln vor Fäulnis geschützt werden). Anschließend wird Erde darübergegeben, und der zukünftige Baum wurzelt darin.
Wie man bewurzelte Stecklinge pflegt
Granatäpfel sind hinsichtlich der Wachstumsbedingungen sehr anspruchsvoll. Sie gedeihen nur bei ausreichend Licht und einer gewissen Luftfeuchtigkeit. Regelmäßiges Gießen und rechtzeitiges Düngen beeinflussen Wachstum und Entwicklung der Sämlinge maßgeblich.
Temperatur und Beleuchtung
Eine junge Pflanze verträgt weder Kälte noch Hitze. Die optimale Temperatur für sie liegt bei 10 °C. Steigt oder sinkt die Raumtemperatur, sollte der Sämling in einen Raum mit angenehmeren Bedingungen gestellt werden.
Licht ist für Granatäpfel unerlässlich. Stellen Sie die Töpfe an die sonnigsten Plätze im Haus. Bei zu viel direkter Sonneneinstrahlung sollte die Pflanze jedoch geschützt werden. Am besten gedeiht der Granatapfel an einem halbschattigen Standort. Im Winter, wenn die Tage kurz sind, ist zusätzliches künstliches Licht ratsam.
Luftfeuchtigkeit, Bewässerung, Düngung
Granatäpfel vertragen weder zu hohe Luftfeuchtigkeit noch zu viel Hitze. Damit der Sämling an seinem Standort gut gedeiht, sollte die Luftfeuchtigkeit moderat sein. Bei Bedarf können Sie Luftbefeuchter aufstellen.
Gießen Sie Granatapfelsetzlinge nach Bedarf. Verwenden Sie abgestandenes, chlorfreies Wasser. Achten Sie darauf, dass die Erde nicht austrocknet. Gießen Sie Wasser in den Untersetzer (um zu verhindern, dass sich Feuchtigkeit im Topf ansammelt und Wurzelfäule verursacht).
Granatäpfel werden mit wachstumsfördernden Produkten gedüngt. Natriumhumat eignet sich hierfür am besten. Während der Blütezeit wird der Baum mit Bud behandelt (was die Blütenbildung und die Fruchtknotenbildung anregt). Einmal während der Wachstumsperiode erhält der Granatapfelbaum eine Mineralstoffmischung für Zimmerpflanzen.
Einen Granatapfel an einen dauerhaften Standort verpflanzen
Granatäpfel werden am Ende des Sommers an ihren endgültigen Standort verpflanzt. Beachten Sie diese Anweisungen zum Verpflanzen:
- ein Loch (0,7 m tief und 0,6 m breit) formen;
- In der Mitte des Lochs wird ein Stützstift eingesetzt;
- In das Loch wird eine Drainagemasse, ein Gemisch aus Erde, Sand und Humus, eingefüllt;
- Ein junger Strauch wird vorsichtig in das vorbereitete Pflanzloch umgesetzt, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
- Mit Erde bestreuen und leicht andrücken.
Der Sämling wird mit Seil oder Schnur an einem Pfahl befestigt. Der Wurzelbereich wird gegossen und mit Mulch bedeckt (dies schützt die Wurzeln vor Kälte, versorgt sie mit zusätzlichen Nährstoffen und wehrt Schädlinge ab).
Vermehrung von Granatapfel durch Veredelung und Samen
Um einen Granatapfel durch Veredelung zu vermehren, schneidet man einen Zweig von einem gesunden, fruchttragenden Sämling ab. Der Steckling wird zugeschnitten und in eine Spalte, einen Seitenschnitt oder hinter die Rinde eines anderen Baumes oder Strauchs veredelt. Der veredelte Granatapfel blüht nach zwei bis drei Jahren.
Granatäpfel lassen sich aus Samen vermehren. So ziehen Sie einen Sämling aus einem Samen:
- Schütten Sie eine Schicht Erde (6-8 cm) in den Behälter und befeuchten Sie diese;
- Die Körner werden auf der Schicht ausgelegt (der Abstand zwischen ihnen sollte 2-3 cm betragen);
- Bedecken Sie die Samen mit Erde (2-3 cm) und gießen Sie sie an.
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Decken Sie die Sämlinge mit Plastikfolie oder Glas ab und lassen Sie sie so lange darin, bis sie keimen. Stellen Sie die Töpfe an einen warmen Ort; die optimale Temperatur für die Keimung liegt bei 26–27 °C. Sobald die jungen Sämlinge vier Blätter haben, werden sie umgepflanzt. Zum Umpflanzen eignen sich Einweg-Plastikbecher.
Anbautipps von Profis
Mit Tipps von professionellen Gärtnern können Sie zu Hause einen exotischen Granatapfelbaum anbauen.
- Zum Anpflanzen empfiehlt sich eine spezielle Erdmischung für Zitruspflanzen. Eine Mischung aus Flusssand, verrottetem Laub und Rasensoden ist ebenfalls geeignet.
- Man kann keinen Granatapfel in Erde pflanzen, die von einem Standort stammt, an dem zuvor eine Eiche gewachsen ist (sie ist zu sauer).
- In den ersten Lebensjahren muss der Sämling jährlich umgetopft werden. Das Umtopfen erfolgt im frühen Frühling.
- Der neue Topf zum Umtopfen sollte 1–2 cm größer sein als der vorherige. Ist der Topf zu groß, entwickelt sich das Wurzelsystem zwar schnell, der oberirdische Teil der Pflanze jedoch nur langsam.
Der Baum blüht erst, wenn sein Wurzelsystem vollständig ausgebildet ist. Übermäßiges Wurzelwachstum hemmt den Blühprozess.
Der Granatapfelbaum ist wunderschön. Man kann gleichzeitig ungeöffnete Knospen, Blüten und reifende Früchte sehen. Um einen Baum aus einem Steckling zu ziehen, muss man den Boden vorbereiten, den Setzling heranziehen und ihn bewurzeln lassen. Dabei sind die notwendigen Bedingungen wichtig: Wärme, mäßige Luftfeuchtigkeit, ausreichend Licht und zusätzliche Nährstoffe.




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