Es ist eine gute Regel in der Landwirtschaft, Nützliches nicht wegzuwerfen. Karotten- und Rübenblätter gelten als Abfall. Die Blätter und Stängel von Wurzelgemüse enthalten jedoch Vitamine und Mineralstoffe. Die Blätter und Büschel von Gemüse werden als Kompostgrundlage, Nahrungsergänzungsmittel, Rohstoff für Konserven und als Heilmittel verwendet.
Düngemittel
Wenn organische Abfälle verrotten, entsteht Kompost. Verschiedene Pflanzenarten zersetzen sich unterschiedlich schnell. Dichte Blätter (wie Kartoffeln und Tomaten) benötigen länger, während dünnere Blätter (wie Rote Bete und Karotten) schneller verrotten. Der so entstandene Kompost wird in Pflanzlöcher gegeben oder unter die Wurzeln bereits gekeimter Pflanzen gegossen. Asche, eine Quelle für Phosphor und Kalium, lässt sich viel schneller gewinnen. Sie wird durch Trocknen und Verbrennen der oberirdischen Pflanzenteile hergestellt. Um jedoch größere Mengen Dünger zu produzieren, werden große Mengen an Rohmaterial benötigt.
Rübenblattdünger wird Mitte Juli zubereitet. Dazu reißt man die Rübenblätter in 5 cm große Stücke und gibt sie zusammen mit Brennnesseln, Kletten und Quinoa in einen Behälter. Anschließend fügt man einen Bund Stroh und 1 kg Erde hinzu und bedeckt alles fest. Die Mischung lässt man bei Temperaturen über 20 Grad Celsius im Freien ziehen. Die fertige Mischung wird dann alle 10–14 Tage auf die Wurzeln gegossen.
Das könnte Sie auch interessieren:Ein Aufguss aus Karottengrün wird auf Blätter gesprüht, um Schädlinge zu bekämpfen. Zur Zubereitung geben Sie 500 g frisches oder vorgetrocknetes, gehacktes Karottengrün in ein Gefäß. Übergießen Sie die Mischung mit 8 Litern kochendem Wasser und lassen Sie sie 3,5 bis 4 Stunden ziehen.
Behandlung
Vor der Verwendung werden die Pflanzen gewaschen, mit kochendem Wasser übergossen und kurz in Wasser eingeweicht, um Nitrate zu entfernen. Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten nach Hautkontakt Handschuhe getragen werden. Die Blätter der Roten Bete werden zur Gewinnung ihrer medizinischen Wirkung verwendet: als Aufguss gegen Verstopfung, als Kompresse gegen Kopfschmerzen, Bindehautentzündung und Mastitis sowie zum Abwischen betroffener Stellen mit dem Saft. Karottengrün wird zu medizinischen Zwecken als Saft, Tee oder Abkochung konsumiert. Rohes Rote-Bete-Grün wird Salaten und anderen Gerichten zur Gewichtsreduktion und zur Senkung des Cholesterinspiegels beigemischt.
Rote-Bete-Blätter enthalten Biotin, ein Antioxidans, das den Stoffwechsel anregt. Ein Bund Karottengrün enthält Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink, Phosphor, Natrium, Chlorophyll, Ascorbinsäure, die Vitamine B und K sowie Ballaststoffe. Karottengrün enthält deutlich mehr Vitamin A als die Wurzel. Es ist außerdem reich an dem Antioxidans Selen, das zur Krebsprävention beiträgt und die Fortpflanzungsfähigkeit unterstützt.
Das könnte Sie auch interessieren:Für die Verwendung von Rüben- und Karottengrün bestehen keine schwerwiegenden Gegenanzeigen, jedoch sind allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten gegenüber der Pflanze möglich. Daher sollten Arzneimittel mit Vorsicht angewendet werden.
- aus Rübenblättern gegen Reizdarmsyndrom, Gicht, infektiöse Nierenerkrankungen, Hepatitis, Hypotonie;
- aus Karottengrün bei akuten Magen-Darm-Erkrankungen, bei Kindern unter 12 Jahren, schwangeren und stillenden Frauen.
Ernährung
Rote-Bete- und Karottengrün werden als Nahrungsergänzungsmittel verwendet oder als eigenständiges Gericht namens Botvinya zubereitet. Rote-Bete- und Karottenblätter werden eingefroren, getrocknet, fermentiert, gesalzen und eingelegt, um sie über den Winter haltbar zu machen. Gängige Verarbeitungsmethoden, die den Nährstoffverlust minimieren und für eine gesunde Ernährung geeignet sind, umfassen Trocknen und Einfrieren.
Vor dem Trocknen werden die Blätter fein gehackt. Anschließend werden sie dünn auf einem Blatt Papier, einem Tablett oder einem Tuch ausgebreitet. Zum Trocknen werden sie im Freien im Schatten ausgelegt. Während des Trocknungsprozesses werden die Blätter gelegentlich umgerührt, um ein gleichmäßiges Trocknen zu gewährleisten. Die Trocknungszeit richtet sich nach dem Aussehen des Grüns. Die Farbe verblasst, und die Blätter werden brüchig. Das getrocknete Grün wird in Stoffbeuteln oder dicht verschlossenen Glasbehältern aufbewahrt.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Blattgemüse einzufrieren. Erstens: Man bündelt das Gemüse, bindet es mit Küchengarn zusammen und legt es in Gefrierbeutel oder auf spezielle Tabletts. Die Gefrierzeit richtet sich nach dem Aussehen des Gemüses. Es verliert seine Farbe, wird hart und die Bündel überziehen sich mit einer dünnen Eisschicht. Das gefrorene Gemüse wird dann in Beuteln oder Plastikbehältern aufbewahrt. Zweitens: Man hackt das Gemüse, wickelt es in Frischhaltefolie und legt es in den Gefrierschrank.
Das könnte Sie auch interessieren:Die Ernte von Roter Bete und Karotten, vom Grün bis zur Wurzel, wird zur Ernährung, zur Heilung und zur Bodenverbesserung genutzt. Das Grün eignet sich als preiswerter, organischer Dünger. Getrocknete und gefrorene Bündel des Grüns, die ihren wertvollen Vitamin- und Mineralstoffgehalt bewahren, eignen sich zur Zubereitung gesunder Gerichte. Abkochungen und Aufgüsse fördern die Gesundheit.

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