Der Anbau von Tomaten im Gewächshaus ist deutlich rentabler als im Freiland. Die Ernte kann viel früher erfolgen, und die Fruchtperiode verlängert sich erheblich. Und wenn das Gewächshaus beheizt ist, können Sie Ihre Familie das ganze Jahr über mit ihren Lieblingstomaten versorgen.
Doch der Anbau im Gewächshaus hat auch Nachteile. Der wichtigste ist das Mikroklima, das nicht nur Tomaten, sondern auch Schädlingen entgegenkommt. Einer der gefährlichsten Schädlinge ist die Weiße Fliege, die eine ganze Ernte in kürzester Zeit vernichten kann.
Merkmale des Schädlings
Die Weiße Fliege verdankt ihren Namen ihrem Aussehen. Der Schmetterling ähnelt einem Nachtfalter, ist aber kleiner und hat schneeweiße, längliche Flügel. Der wissenschaftliche Name dieses Schädlings, der zu den kleinen, homopteraähnlichen Fluginsekten gehört, lautet Aleurodida. Der Körper des Schmetterlings ist klein, etwa 2 mm lang.
Es gibt über 300 Arten dieses Schmetterlings in freier Wildbahn. Sie leben weltweit in mäßig feuchten und warmen Klimazonen.
Nur wenige Arten dieses gefräßigen Schädlings kommen in unserem Land vor, und alle sind sehr gefährlich für Tomaten. Die Schmetterlinge befallen jedoch nicht nur Tomaten, sondern auch andere Pflanzen in ihrer Nähe.
Lebenszyklus der Weißen Fliege
Damit Weiße Fliegen in einem Gewächshaus auftreten, muss mindestens ein ausgewachsenes Weibchen vorhanden sein. Der Schmetterling setzt sich auf die Blattunterseite und beginnt mit der Eiablage. Die Eier sind länglich und weiß. Innerhalb einer Woche bringt ein einziges Weibchen über 200 Jungtiere zur Welt.
Die Eier sind schwer zu entdecken. Wenn der Schmetterling nur 2 mm lang ist, sind auch seine Eier winzig! Aber mit etwas Mühe kann man sie trotzdem finden. Schließlich sind 200 Eier nicht fünf oder zehn.
Unter günstigen Bedingungen schlüpft innerhalb einer Woche eine Larve aus dem Ei. Dieser winzige Wurm kriecht umher auf der Suche nach dem geeignetsten „Behausungsort“. Sobald er einen gefunden hat, verharrt er regungslos und beginnt aktiv zu fressen – er wächst buchstäblich „vor unseren Augen“.
Gerade in diesem Moment der Unbeweglichkeit werden alle Maßnahmen zur Vernichtung des Schädlings maximale Ergebnisse erzielen.
Nach zwei Wochen ist der gelbliche, durchscheinende Körper des Wurms von einer weißen Schicht überzogen. Diese Schicht ist sehr dicht und wachsartig und dient in erster Linie dem Schutz.
Die nächste Phase beginnt, und die Weiße Fliege verpuppt sich. Ab diesem Zeitpunkt ist das Insekt gegen alle Bekämpfungsmaßnahmen des Gärtners immun, daher ist es sinnlos, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Diese Phase dauert etwa 14 bis 16 Tage, danach schlüpft die Weiße Fliege als ausgewachsenes Tier.
Dieses Insekt ist fast ausgewachsen; in wenigen Tagen kann es fliegen und sich fortpflanzen. Solange jedoch noch Platz am Strauch und genügend Pflanzensaft vorhanden sind, besteht für die Insekten kein Grund, nach einem neuen Nistplatz zu suchen.
Weiße Fliegen entwickeln sich sehr schnell, und je wärmer und feuchter die Luft ist, desto aktiver verlaufen diese Prozesse.
Eine in einer Jungrinderfärse lebende Weiße Fliege kann bis zu 15 Mal pro Saison Eier legen.
Anzeichen des Aussehens
Das Vorhandensein von Weißen Fliegen lässt sich nur schwer feststellen. Es ist jedoch durchaus möglich, selbst im Anfangsstadium der Eiablage. Regelmäßige Kontrollen der Pflanzen, insbesondere der Blattunterseiten der Tomaten, genügen.
Gewächshäuser, Treibhäuser und andere Räume mit warmem, feuchtem Mikroklima bieten ideale Bedingungen für die Insektenentwicklung. Saftige Blätter und Pflanzenstängel sind für sie die beste Delikatesse.
Man erkennt einen Schädlingsbefall an den Pflanzen nur optisch. Aber das ist nur der Anfang. Sind ganze Schädlingsfamilien betroffen, steigt schon bei der kleinsten Berührung des Strauchs eine weiße Wolke auf. Ein Schmetterlingsschwarm fliegt auf. Man kann ihn unmöglich übersehen.
Schadenssymptome
Folgende Symptome eines Schmetterlingsbefalls sollten Gärtner alarmieren:
- Die Farbe der Pflanzen wird trüb, sie werden klebrig und bekommen einen „lackartigen“ Überzug;
- Auf den Blättern bilden sich schimmelartige Flecken;
- Junge Blätter beginnen sich einzurollen und zu welken; in fortgeschrittenen Stadien treten die gleichen Anzeichen auch an älteren Blättern auf;
- Auf der Blattspreite erscheint ein gelbliches „Mosaik“.
- Die Früchte verfaulen, trocknen aus und sterben ab;
- Pilzerkrankungen beginnen.
Je stärker der Befall, desto schwieriger ist die Bekämpfung der Weißen Fliege. Nur rechtzeitige Maßnahmen können die Ernte vor der vollständigen Zerstörung bewahren.
Schäden durch Weiße Fliege
Dieser Schädling ist sehr gefährlich. Er saugt Pflanzensaft und nimmt dabei große Mengen auf. Jede Mahlzeit hinterlässt kleine Löcher in der Oberfläche, durch die Krankheitserreger eindringen können. Diese Verletzungen beeinträchtigen zudem die Photosynthese.
Bei einem geringen Insektenbefall an Tomaten verlangsamt sich deren Wachstum. Bleibt die Pflanze unbehandelt, trocknet sie aus, welkt und stirbt schließlich vollständig ab.
Weiße Fliegen stellen für Gärtner eine doppelte Bedrohung dar. Sie sind nicht nur selbst Schädlinge, sondern übertragen auch schwerwiegende Krankheiten wie Vergilbung, Nekrose, Blattkräuselung und Chlorose.
Als Folge ihrer Lebensaktivität sondert die Weiße Fliege eine trübe, klebrige Flüssigkeit ab, die die befallene Pflanze bedeckt und ein ideales Umfeld für die Entwicklung verschiedener pathogener Bakterien schafft.
Methoden zur Schädlingsbekämpfung
Vorbeugen ist besser als Heilen. Deshalb sollten vorbeugende Maßnahmen gegen Weiße-Fliegen-Befall auf der Checkliste jedes Gewächshausbesitzers stehen.
Alle Methoden der Insektenbekämpfung lassen sich unterteilen in:
- mechanisch;
- Chemikalie;
- biologisch;
- Leute.
Mechanische Methoden
Weiße Fliegen sind sehr hartnäckig und schwer zu bekämpfen. Sie reagieren jedoch sehr empfindlich auf Frost. Daher ist es im Spätherbst nach der Ernte und im zeitigen Frühjahr vor der Gartenarbeit unerlässlich, die Fenster und Türen des Gewächshauses zu öffnen (und wenn möglich, die Abdeckung vollständig zu entfernen) und sie gründlich durchzufrieren.
Beim Erneuern des Bodens im Gewächshaus sollte auch die neue Schicht vollständig durchfrieren.
Viele Gärtner bestreuen die Erde in ihrem Gewächshaus mit einer Schicht Schnee. Das führt zu hervorragenden Ergebnissen. Der Schnee gefriert nicht nur den Boden und tötet überwinternde Larven ab, sondern versorgt die Beete beim Schmelzen auch mit wichtigen Nährstoffen.
Im Herbst ist es unerlässlich, Pflanzenreste gründlich zu entfernen, die Gewächshauskonstruktion mit Desinfektionsmitteln zu reinigen und alle Risse abzudichten.
Ist die Fläche bereits befallen, sollte der Boden mit einer Lösung aus Kupfersulfat und Bleichmittel bewässert werden. Fachhändler oder erfahrene Landwirte können Ihnen bei der Bestimmung des richtigen Mischungsverhältnisses helfen. Die Zusammensetzung und Konzentration der Lösung hängen von der Bodenbeschaffenheit ab. Manchmal genügt es, den Boden tief umzugraben und etwas Kalk in die Beete einzuarbeiten.
Chemische Behandlung
Wenn ein Befall mit Weißer Fliege nicht verhindert werden kann, ist eine chemische Behandlung notwendig. Zwar sind schonendere Methoden durchaus möglich, doch derzeit bieten nur chemische Behandlungen wirksame Ergebnisse.
Insektizide müssen gemäß den Anweisungen auf der Verpackung verdünnt werden, und während der Arbeit müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden (Schutzkleidung, Atemschutzmaske und Handschuhe tragen).
Unabhängig von der gewählten Behandlungsmethode muss diese umfassend sein. Das bedeutet, gleichzeitig zu gießen, die Pflanzen zu besprühen und die Gewächshausoberfläche zu behandeln.
Folgende Präparate sind im Kampf gegen Weiße Fliegen am wirksamsten:
- Confidor. Eine einmalige Behandlung pro Saison ist ausreichend. Empfohlen wird die Anwendung im Frühjahr, zwei Wochen vor der Pflanzung. Es kann jedoch auch zu jedem anderen Zeitpunkt der Vegetationsperiode angewendet werden.
- Fufanol oder Mospilan. Diese Lösungen sind ebenfalls zur einmaligen Anwendung bestimmt;
- Verticillin oder Pegasus. Kann sowohl zur Vorbeugung im frühen Frühjahr als auch zur Behandlung mitten in der Vegetationsperiode eingesetzt werden;
- Actellic ist ein universelles Produkt. Es kann zur Bekämpfung von Weißen Fliegen in jedem Entwicklungsstadium eingesetzt werden.
Biologische Methode
Die Verwendung biologischer Methoden zur Bekämpfung des Schmetterlingsbefalls mag aufgrund seiner ungewöhnlichen Natur viele überraschen. Im Fachhandel können Sie je nach Größe Ihres Gewächshauses eine Flasche oder eine Einwegtube mit nützlichen Parasiten, sogenannten Encarsia, erwerben.
Man sollte nicht vergessen, dass ein Parasit ein Lebewesen ist, das ein anderes Lebewesen für sein Wachstum und seine Entwicklung nutzt, und dass Parasiten nicht immer Schaden anrichten.
Im Gewächshaus den Behälter öffnen und den Inhalt gleichmäßig verteilen. Innerhalb von zehn Tagen finden die winzigen Insekten die Larven der Weißen Fliege und legen in jede ein (oder in seltenen Fällen zwei) Eier. Innerhalb weniger Tage mumifizieren die infizierten Larven.
Encarsia wird in speziellen Laboren gezüchtet, um vor allem Gewächshaustomaten und -gurken vor dem Schädling Encarsia zu schützen.
Volksheilmittel
Für kleine Gewächshäuser und Frühbeete sowie zur Vorbeugung können Sie auch Hausmittel gegen Weiße Fliegen einsetzen. Die Schmetterlinge mögen den Geruch von Dill und Ghul nicht, daher können diese Pflanzen entlang der Beete gepflanzt werden. Sie können die Pflanzen und das Gewächshaus auch regelmäßig mit Aufgüssen aus Knoblauch, Tabak oder Zwiebelschalen besprühen.
Eine radikale Methode ist das Anzünden von Rauchbomben. Dazu stellt man einen Metallständer ins Gewächshaus, platziert die Rauchbombe darauf, zündet sie an und verlässt das Gewächshaus zügig, wobei man alle Fenster und Türen fest verschließt. Am besten betritt man das Gewächshaus 3–5 Tage lang nicht und lüftet es anschließend gründlich.
Klebefallen eignen sich ebenfalls gut. Platzieren Sie sie rund um das Gewächshaus. Ihr Duft und ihre Farbe locken die Schmetterlinge an.
Verwenden Sie blaue und gelbe Klebefallen. Diese locken Insekten stärker an und sind daher wirksamer.
Bekämpfung der Weißen Fliege
Vorbeugende Pflegemaßnahmen zum Schutz Ihrer Pflanzen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Dazu gehört vor allem die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen. Untersuchen Sie jeweils fünf bis sieben Sträucher, um eventuelle Schäden festzustellen. Dies sollte mindestens einmal wöchentlich erfolgen, und wenn die Fenster und Türen des Gewächshauses häufig geöffnet werden, jeden zweiten Tag.
Schmetterlingsraupen können in Beete mit infizierten Setzlingen oder unbehandelten Werkzeugen und Arbeitskleidung gelangen. Um dies zu verhindern, behandelt man junge Setzlinge am besten vor dem Pflanzen mit einer tiefrosa Kaliumpermanganatlösung. Auch die Pflanzlöcher können mit dieser Lösung gegossen werden. Es empfiehlt sich, für das Gewächshaus separate Werkzeuge zu verwenden und diese regelmäßig zu behandeln.
Eine Möglichkeit, einen Befall zu verhindern, besteht in der Einhaltung sachgemäßer Pflanzpraktiken. Je dichter die Pflanzen stehen, desto günstigere Bedingungen bieten sie der Weißen Fliege. Auch eine ausreichende Belüftung ist entscheidend. Stehende Luft sollte unbedingt vermieden werden.
Wenn Sie Moskitonetze an den Fenstern und Türen des Gewächshauses anbringen, können die Schmetterlinge nicht hineinfliegen.
Herbstliche Reinigung des Gewächshauses
Nach der Ernte sollte das Gewächshaus gründlich gereinigt werden. Ist die Konstruktion zusammenklappbar, genügt es, sie gründlich abzuwaschen und zu desinfizieren (auch Haushaltsreiniger sind geeignet, sollten aber nicht mit den Beeten in Berührung kommen). Die Beete selbst sollten umgegraben und mit einer Kaliumpermanganatlösung behandelt oder mit sehr heißem Wasser bewässert werden.
Bei festen Konstruktionen ist der Arbeitsaufwand höher. Das Gewächshaus muss nicht nur innen, sondern auch außen gereinigt werden. Es ist unerlässlich, es auf Risse und Beschädigungen zu untersuchen.
Sämtliche Pflanzenreste müssen aus den Beeten entfernt werden, die oberste Bodenschicht muss mindestens 7 cm tief abgetragen, durch neue Erde ersetzt und mit Desinfektionsmitteln behandelt werden.
Schwefelkerzen sind wirksam. Sie bekämpfen nicht nur Weiße Fliegen und andere Insektenschädlinge, sondern auch Pilze und Infektionen. Stellen Sie die Kerze auf einen Metallsockel in die Mitte des Gewächshauses und zünden Sie sie an. Verlassen Sie das Gewächshaus anschließend schnell. Lüften Sie den Bereich nach zwei bis drei Tagen gründlich.
Wenn die Konstruktion aus Metall besteht, wäre es ratsam, sie mit einem Rostschutzmittel zu behandeln, und es wäre besser, das Holz zu kalken oder zu lackieren.
Ganz am Ende der Arbeiten muss der von Pflanzenresten befreite Boden mit einer Kupfersulfatlösung (250 Gramm pro Eimer Wasser) bewässert werden.
Bei der Reinigung Ihres Gewächshauses im Herbst sollten Sie es nicht nur desinfizieren, sondern auch die Konstruktion erhalten. Es empfiehlt sich, es mit Stützen zu verstärken, um starkem Schneefall standzuhalten. Achten Sie außerdem darauf, dass keine Risse vorhanden sind und Türen und Fenster dicht schließen.
Sie brauchen sich wegen eines Befalls mit Weißen Fliegen keine Sorgen zu machen. Führen Sie einfach umgehend vorbeugende Maßnahmen durch und konsultieren Sie Fachleute, falls es doch zu einem Befall kommt.

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