Apfelbäume haben, wie andere Obstbäume auch, eine begrenzte Lebensdauer. Nach dem Ende der aktiven Fruchtperiode nimmt der Ertrag ab, die Fruchttriebe sterben ab und der Baum stellt sein Wachstum ein. Es ist nicht notwendig, einen alten Apfelbaum zu fällen und einen jungen an seiner Stelle zu pflanzen. Durch einen Verjüngungsschnitt lässt sich die Lebensdauer eines solchen Baumes verlängern. Dieser Schnitt dauert zwei bis drei Jahre und besteht aus mehreren Schritten. Wird er fachgerecht durchgeführt, trägt er wieder Früchte.
Anzeichen des Alterns
Bei richtiger Pflege kann ein Apfelbaum über 300 Jahre alt werden. Die meisten Obstbäume in Gärten sterben jedoch im Alter von 50 bis 60 Jahren. Dies ist in der Regel auf unsachgemäße Pflege älterer Bäume zurückzuführen. Erste Alterserscheinungen zeigen sich bei Apfelbäumen etwa ab einem Alter von 30 Jahren. Durch den Verlust der Fruchttriebe werden die knochigen Äste sichtbar. Diese sterben von der Mitte der Baumkrone nach außen ab. Infolgedessen sinkt der Ertrag des Apfelbaums rapide.
Ein weiteres Anzeichen für das Altern eines Apfelbaums ist vermindertes Wachstum. Die Baumhöhe nimmt kaum noch zu oder stagniert ganz. Die Spitze eines alten Apfelbaums trocknet vollständig aus. Frucht- und Blatttriebe sterben massenhaft ab. Die Fruchtbildung setzt sich auch während dieser Zeit fort. Die Äpfel bleiben jedoch klein und ihr Geschmack verschlechtert sich.
An den skelettierten Ästen bilden sich zahlreiche Seitentriebe. Diese belasten das jährliche Wachstum zusätzlich. In diesen Zweigen werden Nährstoffe produziert und anschließend im gesamten Ast verteilt. Durch die hohe Belastung verkürzt sich das jährliche Wachstum, und die fruchttragenden Zweige trocknen aus. Flechten und parasitäre Pilze siedeln sich an. Ein solcher Baum wird oft aufgegeben oder einfach entwurzelt.
Schnittzeiten
Der Rückschnitt ist für Obstbäume immer mit Stress verbunden. Um diesen Stress zu minimieren, sollte der optimale Zeitpunkt für den Schnitt gewählt werden. Im Winter brechen Äste in der Kälte leicht und werden sehr spröde. Im Sommer tritt an beschädigten Stellen über einen längeren Zeitraum Saft aus. Der beste Zeitpunkt für einen Verjüngungsschnitt alter Apfelbäume ist im Frühjahr oder Herbst.
Erfahrene Gärtner verjüngen ihre Obstbäume am liebsten im Frühjahr, bevor die Pflanze austreibt und der Saftfluss einsetzt. Bei fachgerechtem Schnitt benötigt der Apfelbaum wenig Energie für die Regeneration, und die Schnittstellen heilen schnell. So geht der Baum erholt in den Winter. Im Frühjahr ist die Baumkrone am besten sichtbar, und abgestorbene Äste lassen sich leicht erkennen.
Alte Apfelbäume können im Herbst verjüngt werden. Dazu wartet man, bis die Fruchtzeit vorbei ist und die Blätter abgefallen sind. Ein Rückschnitt ist erforderlich. Vor dem ersten Frost. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Obstbaum bereits in der Winterruhe. Daher schadet ein Verjüngungsschnitt der Pflanze nicht.
Notwendige Werkzeuge
Folgende Werkzeuge werden zur Pflege alter Apfelbäume verwendet:
- Handschere zum Schneiden dünner und mitteldicker Äste.
- Eine Astschere mit langem Griff zum Entfernen dicker Äste mit einem Durchmesser von 1 bis 5 cm. Ihre verlängerten Hebel sorgen für optimale Hebelwirkung und einen kraftvollen Schnitt.
- Klappsäge zum Entfernen von Ästen mit dicken Enden und Ästen mit einem Durchmesser von über 5,5 cm.
- Eine Gartenschere mit Teleskopstiel ist unverzichtbar zum Entfernen von Unkraut in der Höhe. Sie ähnelt einer herkömmlichen Gartenschere, ist aber an einer hohen Stange befestigt.
Sie benötigen außerdem einen Hocker oder eine kleine Leiter, Leinwand und Gartenlack zum Versiegeln der Schnittstellen. Alle Werkzeuge werden vor Gebrauch mit Alkohol oder einer konzentrierten Kaliumpermanganatlösung desinfiziert. Werden beschädigte oder infizierte Triebe entfernt, wird die Desinfektion während des Rückschnitts wiederholt. Schärfen Sie die Schneidekanten der Werkzeuge scharf. Andernfalls werden die Schnittränder uneben und die Wundheilung verzögert sich. Versiegeln Sie die Schnittstellen nach dem Schnitt mit Gartenlack oder Ölfarbe. Größere beschädigte Stellen werden zusätzlich mit Stoff umwickelt.
Schema für den Verjüngungsschnitt eines alten Apfelbaums
Im Frühjahr oder Herbst werden Obstbäume, die diesen Schnitt vertragen, beschnitten. Weist der Stamm Höhlungen, breite Risse, Fäulnis- oder Austrocknungserscheinungen auf, ist vom Beschneiden abzuraten. Ein solcher Baum ist nicht mehr zu retten. Er wird daher ausgegraben und durch einen jungen Setzling ersetzt. Für andere Bäume kommt eines von drei Schnittverfahren zum Einsatz.
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allmählich
Ein alter Apfelbaum sollte über zwei bis drei Jahre in mehreren Etappen fachgerecht beschnitten werden. Überflüssige Äste und Knoten werden nach und nach entfernt. Dabei sollten nicht mehr als 30 % aller Äste auf einmal entfernt werden, da sonst die Gefahr des Absterbens steigt. Die Arbeiten werden jedes Jahr über mehrere Jahreszeiten verteilt.
Herbstschnitt in der ersten Saison
Im ersten Jahr werden alle abgestorbenen, beschädigten und trockenen Äste bis zum Jahresring zurückgeschnitten. Die Schnittstellen müssen mit Gartenlack oder Ölfarbe versiegelt werden. Falls noch Platzmangel besteht, entfernen Sie Triebe mit Flecken, abblätternder oder runzeliger Rinde in der Nähe der freiliegenden Äste. Der Schnitt sollte so glatt wie möglich bis ins gesunde Holz erfolgen, sodass keine Stümpfe zurückbleiben. Andernfalls beginnt in diesem Bereich Fäulnis.
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Große Äste werden abschnittsweise abgeschnitten. Zuerst werden sie von Trieben befreit. Sobald das Gewicht des Astes nachgelassen hat, wird er 1 cm vom Stamm entfernt und von oben bis etwa ein Drittel seiner Länge eingeschnitten. Anschließend wird der Ast bis zum Jahresring vollständig entfernt. Danach wird der dem Stamm nächstgelegene, senkrechte Trieb ausgewählt und der alte Trieb entfernt.
Frühjahrsschnitt im zweiten Jahr
Ende Februar und Anfang März werden die Wurzelausläufer – lange, senkrecht wachsende Triebe – vom Apfelbaum entfernt. Sie werden bis zum Jahresring zurückgeschnitten. Um die Fruchtbildung anzuregen, kann man an jedem Ast einen Ausläufer stehen lassen. Dazu biegt man die Ausläufer im rechten Winkel zum Stamm seitlich ab und fixiert sie mit Draht.
Herbstschnitt im zweiten Jahr
In dieser Phase wird der Kronenschnitt fortgesetzt, um die Baumhöhe zu reduzieren. Bei kleinen Bäumen werden die skelettartigen Äste gekürzt, um den Lichteinfall der darunterliegenden Äste zu verbessern. Triebe können um ein Drittel gekürzt werden, jedoch nicht mehr. Nach Abschluss dieser Phase wirkt der Baum um zwei Drittel jünger.
Rückschnitt im dritten Jahr
In diesem Stadium werden die verbleibenden überflüssigen Äste entfernt. Dazu gehören auch große Ausläufer, die zuvor nicht nach unten gebogen wurden. Auch senkrecht wachsende Konkurrenztriebe werden abgeschnitten. Gleichzeitig erfolgt ein Pflegeschnitt. Dabei werden neue Ausläufer nach unten gebogen. Mit Beginn des Herbstes werden die verbleibenden trockenen, befallenen und beschädigten Äste entfernt. Weitere Informationen zum richtigen Schneiden finden Sie in den Videoanleitungen für Anfänger.
Hälfte
Diese Methode wird von erfahrenen Gärtnern angewendet. Sie ermöglicht es, die Baumkrone schnell und sicher von unerwünschten Ästen zu befreien. Die Kronenformung erfolgt über zwei Jahre in mehreren Abschnitten. Um den Apfelbaum zu verjüngen, wird er im ersten Jahr auf eine Höhe von 3 m zurückgeschnitten. An der Südseite wird die Krone auf eine Breite von 2 m gekürzt. Im darauffolgenden Jahr wird der restliche Teil des Baumes auf die gleiche Weise geformt.
Die am weitesten entwickelten Triebe werden an allen Zweigen im Abstand von 70 cm belassen. Die Schnittstellen werden mit einem Messer gesäubert und mit Ölfarbe versiegelt. Ist die Schnittstelle breiter als 5 cm, wird sie zusätzlich mit schwarzer Plastikfolie abgedeckt. Die Abdeckung wird erst zu Beginn des Herbstes entfernt.
Einweg
Diese Methode wird auch als maximaler oder Schockschnitt bezeichnet. Durch diesen Schnitt wird der Baum erheblich geschwächt und kann sogar absterben. Ein solcher Schnitt wird nur als letztes Mittel angewendet und ist nicht empfehlenswert, wenn mehr als die Hälfte der Äste entfernt werden müssen. Dazu wird der Baum durch Stutzen des oberen Teils des Haupttriebs auf die gewünschte Höhe zurückgeschnitten. Anschließend werden alle beschädigten, befallenen und nicht fruchttragenden Triebe entfernt.
Hygieneschnitt
Neben der Verjüngung benötigen Obstbäume auch einen fachgerechten Rückschnitt. Dabei werden alle Triebe entfernt, die eine Gefahr für den Apfelbaum darstellen könnten. Dieser Rückschnitt ist notwendig, wenn im Garten Krankheiten auftreten oder die Bäume durch starken Wind oder Hagel beschädigt wurden. Die Baumkrone wird von toten, abgebrochenen und kranken Ästen befreit. Auch wenn es viele sind, werden sie alle entfernt. Andernfalls steigt das Risiko, dass der Baum abstirbt. Dieser Rückschnitt wird bei Obstbäumen jeden Alters durchgeführt.
Beim Rückschnitt werden die Triebe bis zum Jahresring zurückgeschnitten. Sollen befallene Äste entfernt werden, wird dabei etwas gesundes Holz mitgeschnitten. Dies beugt Fäulnis vor. Nach einem frostigen Winter ist ein tiefer, hygienischer Rückschnitt notwendig. Frostgeschädigte Äste werden bis ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten. Die anfallenden Pflanzenreste werden verbrannt.
Beschneiden eines vernachlässigten Apfelbaums
Diese von europäischen Spezialisten entwickelte Methode beinhaltet die Erneuerung des Wurzelsystems des Apfelbaums. Dies geschieht durch die gleichmäßige Verteilung der Fruchtknospen und -triebe entlang der gesamten Astlänge. Dadurch erhalten die Äpfel ausreichend Platz, um optimal an Gewicht zuzunehmen und zu reifen. Gleichzeitig werden überflüssige Seitentriebe entfernt und die verbleibenden um ein Drittel gekürzt. Bei kleinen, geschwächten Bäumen wird nur die Spitze beschnitten. Ein gut entwickelter Apfelbaum behält einen einzigen Haupttrieb. Konkurrenz durch andere Triebe schwächt die Pflanze.
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Eine weitere Methode zur Verjüngung vernachlässigter Apfelbäume ist das Beschneiden der Fruchttriebe. Dadurch wird die Bildung weiterer Fruchttriebe angeregt. Dazu werden die Knospen an den Triebspitzen einjähriger Triebe entfernt. Im darauffolgenden Jahr treiben diese Triebe Seitentriebe aus. Ein Jahr später bilden sich an ihnen Blütenknospen. Diese Triebe tragen sechs Jahre lang Früchte. Anschließend werden sie zurückgeschnitten und an einen benachbarten Trieb verpflanzt.
Durch fachgerechten Rückschnitt während der Ruhephase können selbst alte und vernachlässigte Apfelbäume um mehrere Jahre verlängert werden. Dies verleiht der Pflanze neuen Schwung, ermöglicht ihr einen üppigen Fruchtansatz und verbessert ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.



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