Das Veredeln von Apfelbäumen ist nicht zwingend notwendig. Viele erfahrene Gärtner und Sommergäste versuchen jedoch, dies jährlich durchzuführen. Die Gründe für das Veredeln von Bäumen sind vielfältig. Um ein positives Ergebnis zu erzielen, empfiehlt es sich, sich vorab über die Eigenschaften, Methoden und den optimalen Zeitpunkt für das Veredeln von Apfelbäumen verschiedener Sorten und Altersgruppen zu informieren.
Warum impfen?
Gärtner veredeln jedes Jahr im Frühjahr oder Herbst Obstbäume. Hauptzweck dieses Verfahrens ist die Identifizierung neuer Apfelsorten und die Verbesserung des Fruchtertrags. Doch das ist nicht alles. Es gibt noch weitere Gründe, Apfelbäume vor dem Winter oder Sommer zu veredeln:
- Erweiterung der Baumvielfalt im Garten;
- Wiederherstellung durch Anbinden von Ästen an den Stumpf eines ausgetrockneten oder kranken Baumes;
- Die Möglichkeit, mehrere Sorten an einem Baum anzubauen, um Platz auf dem Grundstück zu sparen.
Gärtner führen diese Prozedur aus verschiedenen Gründen durch. Die Prozedur selbst ist recht einfach, führt aber nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Dies liegt an verschiedenen Fehlern. Es ist wichtig, sich vorher zu informieren, wie und wann man Apfelbäume veredelt: im Frühjahr oder im Herbst.
Normaler Zeitpunkt für die Impfung
Als Erstes sollte man den richtigen Zeitpunkt für die Veredelung wählen. Die Meinungen der Gärtner gehen hier auseinander. Einige halten den Frühling für ideal, andere bestehen darauf, dass diese nützliche Maßnahme im Herbst oder Winter durchgeführt werden sollte. Unabhängig von der Jahreszeit müssen für die Veredelung einige Bedingungen erfüllt sein:
- Die optimale Lufttemperatur liegt bei bis zu -15 Grad;
- Der Mindestzeitraum vor dem letzten Frost beträgt 1 Monat;
- Fehlen von Wärme;
- Zum Zeitpunkt des Eingriffs kein Regen.
Die Einhaltung des richtigen Pflanzzeitpunkts garantiert ein gutes Ergebnis. Im zentralen Teil des Landes, wo das Klima überwiegend gemäßigt ist, liegt der optimale Zeitpunkt zwischen Mitte August und der ersten Septemberhälfte. In einigen Regionen, wie beispielsweise im Moskauer Gebiet, sinken die Temperaturen später, sodass das Veredeln bis Mitte Oktober möglich ist.
In welchen Monaten kann man im Herbst einen Apfelbaum veredeln?
Gärtner argumentieren aus gutem Grund, dass der günstigste Zeitpunkt zum Veredeln ein warmer oder kühler Herbst ist. Denn so kann sich die Pflanze über den Winter besser etablieren, und die ersten Früchte einer anderen Sorte können bereits im Sommer erscheinen. Man sollte den richtigen Zeitpunkt jedoch nicht verpassen. Besonders für ältere Bäume ist der September die beste Zeit.
Oktober und November eignen sich ebenfalls gut zum Veredeln. In diesem Fall ist es jedoch wichtig, die Lufttemperatur regelmäßig zu überwachen; das Thermometer sollte nicht unter -15 °C fallen. Im Oktober empfiehlt es sich, junge Bäume und Sämlinge zu veredeln. Für die kühlen Herbstmonate ist die Rindenveredelung oder die Spaltveredelung empfehlenswert.
Benötigte Werkzeuge und Materialien
Das Veredeln von Apfelbäumen ist zwar einfach, aber ein wichtiger Vorgang. Ein einziger Fehler kann die ganze Mühe zunichtemachen. Er kann dem Baum auch ernsthaft schaden und zu seinem Austrocknen und Absterben führen. Der erste Schritt beim Veredeln von Apfelbäumen im Herbst ist die Vorbereitung der benötigten Werkzeuge und Materialien.
- Ein Messer. Es sollte scharf und für Gartenarbeiten geeignet sein. Eine Gartenschere ist dafür hervorragend geeignet.
- Isolierband. Leider hat das nicht jeder Gärtner. Alternativ kann man einen Plastikstreifen oder eine Schnur verwenden.
- Gartenvarietät.
Zuerst müssen Sie die Unterlage und den Edelreis für die Veredelung vorbereiten. Die Unterlage ist ein junger Baum, an dem der Edelreis befestigt ist. Der Edelreis ist der Teil, der veredelt werden soll. Natürlich benötigen Sie auch den Wunsch, etwas Zeit und Geschick.
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Was kann als Unterlage verwendet werden?
Erfahrene Gärtner und Sommergäste empfehlen, zwei- bis dreijährige Apfelbaumsetzlinge als Unterlagen zu verwenden. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen aus. Dies gilt insbesondere für Wildapfeltriebe, die sehr widerstandsfähig sind. Sie können Ihre Unterlagen auch selbst ziehen, indem Sie die Samen ins Freiland säen.
Vorbereitung des Edelreises
Das Edelreis, das auf einen Sämling oder Baum veredelt werden soll, muss vor dem Veredeln mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere in mehrere Stücke geschnitten werden. Dies sollte vor dem Veredeln erfolgen, da die Stücke nicht lange gelagert werden können. Die optimale Länge des Edelreises beträgt 25 bis 30 cm, die Dicke 1 bis 1,3 cm. Wichtig ist außerdem, dass sich nach dem Veredeln mindestens vier gesunde Knospen am Edelreis bilden. Unterlage und Edelreis sollten nur von gesunden Pflanzen stammen.
Methoden der Veredelung
Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Apfelbaum im Herbst fachgerecht zu veredeln. Viele davon sind jedoch für Laien recht schwierig durchzuführen. Für unerfahrene Gärtner gibt es vier Methoden, um verschiedene Apfelbaumsorten zu verbinden: Okulation, Kopulation, Spaltpfropfung und Rindenpfropfung. Die Okulation ist die gängigste Methode, da sie effektiv ist und nur wenig Ausrüstung und Material erfordert.
Knospen
Das Veredeln ist eine der ältesten Methoden, um verschiedene Pflanzenarten zu einer einzigen Pflanze zu vereinen. Es ist so einfach, dass es selbst Gartenneulinge beherrschen. Desinfizieren Sie vor Beginn Ihre Hände und die benötigten Werkzeuge. Für die Veredelung müssen keine Stecklinge geschnitten werden; es wird fertiges Veredelungsmaterial verwendet. Die Veredelungsprozedur umfasst folgende Schritte:
- Untersuchen Sie die einjährige Pflanze und suchen Sie nach einer gesunden Knospe.
- Schneiden Sie die Knospe zusammen mit einem kleinen Stück Holz daneben ab.
- Nehmen Sie die Wurzelunterlage in die Hand und machen Sie einen Schnitt, der dem Buchstaben „T“ ähnelt.
- Die Baumrinde an den Schnittstellen leicht einspalten.
- Stecken Sie eine Knospe unter die Rinde, sodass sie nach oben zeigt.
- Die Ecken der Rinde am Wurzelstock leicht begradigen.
Führen Sie alle Handgriffe an der Knospe vorsichtig durch, um sie nicht zu beschädigen. Wickeln Sie die veredelte Knospe nach Abschluss aller Schritte fest mit Isolierband oder einem Streifen Plastikfolie ein. Der Erfolg der Veredelung lässt sich frühestens nach 2–3 Wochen beurteilen. Ein Zeichen für eine erfolgreiche Veredelung ist die Bildung neuer Knospen. In diesem Fall kann der Verband etwas gelockert werden.
Kopulation
Die Kopulationsmethode bei Obstbäumen ist nur möglich, wenn Edelreis und Unterlage ähnliche Größen aufweisen. Ein Baum oder Setzling eignet sich nur dann zum Pflanzen, wenn sein Stammdurchmesser nicht mehr als 2,5 cm beträgt. Diese Methode ist nur bei Apfelbäumen wirksam, die jünger als zwei Jahre sind. Gehen Sie zur Durchführung der Kopulation wie folgt vor:
- Nehmen Sie den Edelreis in die Hände und machen Sie einen schrägen Schnitt, dessen Länge nicht mehr als 4 cm betragen sollte.
- Nimm den Trieb in die Hände und führe einen identischen Schnitt daran aus.
- Den Edelreis fest mit der Unterlage verschließen.
- Sichern Sie die Verbindung mit Isolierband.
- Die Stellen, die sich nicht mit Isolierband sichern ließen, sollten mit Gartenpech bestrichen werden.
Die einfache Veredelungsmethode besteht darin, Edelreis und Unterlage wie Puzzleteile durch einen gleich großen Einschnitt zusammenzufügen. Diese Methode ist einzigartig. Apfelbäume können so im Frühjahr, Sommer oder Herbst veredelt werden. In seltenen Fällen ist die Veredelung auch im Winter möglich, jedoch nur nach Schaffung geeigneter Temperaturbedingungen.
In die Spalte
Aufgrund der Vielzahl an Obstbaumsorten kann es mitunter schwierig sein, Edelreis und Unterlage mit identischen Abmessungen zu finden. Ihre Durchmesser unterscheiden sich oft erheblich. Erfahrene Gärtner nutzen diese Methode, um verschiedene Apfelsorten zu vermehren, da dieses Wachstum die Rinde verdickt und den Baum merklich kräftiger macht. Bei der „Split“-Technik werden der Wurzelstock und das Edelreis im rechten Winkel verbunden. Apfelbäume werden folgendermaßen angebunden:
- Nehmen Sie die Unterlage in die Hände und schneiden Sie vorsichtig den Ast oder Stamm ab.
- Reinigen Sie es mit einem Messer.
- Schneiden Sie einen flachen Schlitz entlang der Oberfläche. Um ein Aufreißen zu verhindern, sichern Sie das Loch mit einem Messer oder einem schmalen Schraubendreher.
- Nehmen Sie den Steckling zum Veredeln in die Hände.
- Führen Sie auf beiden Seiten diagonale Schnitte durch. Jeder Schnitt sollte nicht länger als 4 cm sein.
- Setzen Sie den Edelreis in die Spalte der Unterlage ein und achten Sie darauf, dass die Einschnitte vollständig verdeckt sind.
- Wickeln Sie den Ast in Folie oder Isolierband ein.
- Zusätzlich sollten die freien Flächen mit Gartenerde bedeckt werden.
Die Besonderheit der Spaltpfropfung liegt darin, dass sie die gleichzeitige Veredelung mehrerer Apfelsorten ermöglicht. Dies ist möglich, da mehrere Edelreiser – ein bis sechs – an einen einzigen Spalt angebracht werden können. Nach erfolgreicher Veredelung tragen die Obstbäume schon bald Äpfel, die sich in Aussehen und Größe deutlich unterscheiden.
Für die Rinde
Die Rindenpfropfung ist eine geeignete Methode zur Veredelung ausgewachsener Bäume. Es gibt zwei Möglichkeiten: die Veredelung auf einen kleinen Baumstumpf oder auf einen separaten Leittrieb. Die Unterlage sollte mindestens 50 cm über dem Boden positioniert werden. Gehen Sie bei der Veredelung wie folgt vor:
- Wählen Sie einen skelettartigen Ast am Baum, der sich mindestens 50 cm über dem Boden befindet.
- Stellen Sie es an einen kühlen, dunklen Ort und lassen Sie es 2 Tage lang stehen.
- Reinigen Sie die Schnittflächen, um sicherzustellen, dass sie vollkommen glatt und ebenmäßig sind.
- Machen Sie einen kleinen senkrechten Schnitt in die Rinde.
- Verwenden Sie ein Messer, um das entstandene Loch etwas zu erweitern.
- Führen Sie am Edelreis den gleichen Schnitt durch.
- Befestigen Sie es mit einem Schnitt am Stamm.
- Die Verbindungen mit Isolierband und Gartenpech sichern.
Alle vier Methoden zum Veredeln eines Apfelbaums sind einfach. Auch Anfänger können sie problemlos anwenden, und erfahrene Gärtner beherrschen diese bekannten Schritte längst. Für ein optimales Ergebnis ist es wichtig, den Baum nicht nur korrekt zu veredeln, sondern ihn anschließend auch richtig zu pflegen.
Pflege
Die Pflege eines angebundenen Apfelbaums erfordert die regelmäßige Kontrolle der Veredelungsstellen. Dies sollte mindestens alle zwei Wochen erfolgen. Achten Sie besonders auf das Aussehen der ersten Knospen. Die Bindung darf erst im Frühjahr, nach dem Tauwetter, gelöst werden. Eine frühere Lösung ist nur dann ratsam, wenn Sie vermuten, dass Edelreis und Unterlage nicht richtig verwachsen. In diesem Fall müssen sie erneut verbunden werden.
Ernten von Stecklingen und Zweigen
Es ist nicht immer möglich, frische Stecklinge oder Zweige zum Anbinden vorzubereiten. Sie können jedoch im Voraus vorbereitet und an einem kühlen, dunklen Ort gelagert werden, an dem die Temperatur 3 Grad Celsius nicht übersteigt. Schneiden Sie die Stecklinge auf eine Länge von 25 bis 30 cm und einen Durchmesser von 6 bis 9 cm. Falten Sie sie vorsichtig, wickeln Sie sie in ein feuchtes Tuch und bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf. Wenn Sie sie längerfristig lagern möchten, stecken Sie die Enden in ein mit feuchtem Sand gefülltes Gefäß.
Worauf kann man einen Apfelbaum veredeln?
Die ideale Veredelungsmöglichkeit ist Apfel auf Apfel. Diese ertragreiche Pflanze lässt sich jedoch auch mit anderen ähnlichen Kulturpflanzen kreuzen. Erfahrene Gärtner haben die erfolgreichsten Baumkombinationen ermittelt. Apfelbäume können mit Birnen und Ebereschen gekreuzt werden. Auch die Veredelung mit Zitronen ist möglich, allerdings nur im Gewächshaus unter geeigneten Bedingungen.
Wie man im Herbst einen Apfelbaum veredelt
Die Methode zum Veredeln eines Apfelbaums im Herbst hängt direkt von der verwendeten Unterlage ab. Die Kreuzung von Obstbäumen im Herbst kann an ausgewachsenen, jungen oder wildwachsenden Bäumen erfolgen. Ein ausgewachsener Baum ist über 10 Jahre alt. Gärtner bezeichnen junge Bäume als Setzlinge oder kürzlich gepflanzte Bäume, die nicht älter als 2–3 Jahre sind.
An einem alten Baum
Eine Herausforderung für viele Hobbygärtner ist das Veredeln eines Apfelbaums auf einen älteren Baum im Herbst. Es ist wichtig zu wissen, dass dies ein einfacher, aber alles andere als schneller Prozess ist, der zwei bis drei Jahre dauern kann. Die Veredelung erfolgt auf einem zuvor in eine Art Trichter geschnittenen Stumpf. Auf diesen Trichter können ein bis fünf Apfelsorten veredelt werden. Bäume, die älter als 25 Jahre sind, eignen sich jedoch nicht für diesen Zweck.
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Eine weitere Frage, die viele Gärtner beschäftigt, ist, wie man im Herbst einen Apfelbaum veredelt. Es gibt zwei Veredelungsmethoden: auf einen Jungbaum oder auf einen kleinen Baum. Alle vier Veredelungsmethoden können angewendet werden. Wichtig ist, dass junge Bäume dafür noch nicht kräftig genug sind. Daher wird empfohlen, nicht mehr als einen Edelreis auf eine Veredelungsstelle zu setzen, und alle Schritte müssen mit äußerster Sorgfalt ausgeführt werden.
In der Wildnis
Ein „wilder“ Apfelbaum ist ein wildwachsender Apfelbaum, der im Garten oder im Freien gedeiht. Die Veredelung kann mit jeder Methode und zu jeder Jahreszeit erfolgen. Das Edelreis für den wilden Apfelbaum wird vorbereitet: Nach dem ersten Frost schneidet man geeignete Zweige ab und fertigt daraus 20 bis 25 cm lange Edelreiser. Diese werden bei 0 °C gelagert und können jederzeit veredelt werden.
Abschluss
Das Veredeln von Apfelbäumen ist optional. Es ist jedoch die einzige Möglichkeit, eine reiche Ernte mit verschiedenen Sorten zu erzielen. Eine fachgerechte Veredelung ist unerlässlich für gesunde, schöne Bäume, die saftige Früchte tragen. Und schon in 2–3 Jahren können Sie sich an einer ganz neuen Ernte aus Ihrem Garten erfreuen.

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