Kann man Apfelbäume im Winter beschneiden und wie geht das?

Apfel

Das Schneiden von Apfelbäumen im Winter ist eine sorgfältige Arbeit, die einige wichtige Punkte zu beachten gilt: Ist der Schnitt bei Minustemperaturen überhaupt möglich und bei welcher Temperatur sollte er erfolgen? Mit ein paar einfachen Tipps sorgen Sie für ein gesundes Wachstum Ihrer Apfelbäume und eine reiche Ernte schöner Früchte. Wichtig ist, den Schnitt fachgerecht auszuführen und das richtige Werkzeug zu verwenden: scharf und desinfiziert. Wenn Sie Bedenken haben, den Baum zu beschädigen, überlassen Sie den Schnitt am besten Fachleuten. Es gibt spezialisierte Betriebe, die sich darauf spezialisiert haben.

Warum beschneidet man Apfelbäume im Winter?

Apfelbäume können 50 Jahre oder länger gesund und ertragreich bleiben, benötigen aber gute Pflege und einen fachgerechten Schnitt. Vernachlässigte Apfelbäume verlieren an Wuchskraft und tragen keine Früchte mehr. Der Baumschnitt verfolgt mehrere Hauptziele:

  • Höhenkontrolle, um sicherzustellen, dass die meisten Früchte nicht außer Reichweite wachsen;
  • Entwicklung einer guten Apfelbaumstruktur, Fruchtproduktion und allgemeiner Gesundheit;
  • Verjüngung;
  • Beschädigte oder kranke Äste entfernen.

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Der Zeitpunkt des Laubfalls bei Apfelbäumen kann je nach Sorte variieren. Spät reifende Sorten haben tendenziell länger grüne Triebe, da sie ihre Nährstoffe bis fast Mitte Herbst in die Fruchtbildung investieren.

 

Apfelbäume sind die am häufigsten in Gärten angepflanzten Obstbäume. Ein Rückschnitt ist notwendig, um die Baumkrone für Sonnenlicht und Luftzirkulation zu öffnen.

Aufmerksamkeit!
Durch den richtigen Winterschnitt eines Apfelbaums wird seine Form erhalten, während gleichzeitig schwaches und nutzloses Wachstum unnötiger Äste beseitigt wird, wodurch die Energiemenge für die nächste Wachstumsperiode erhöht wird.

Vor- und Nachteile

Experten empfehlen den Apfelbaumschnitt im Winter aus mehreren Gründen. Frost verändert den Saftfluss. Da Bäume im Winter Wasser gut regulieren, bluten frische Schnittstellen nicht stark. Das Auslichten der Baumkrone trägt zur Gesundheit des Baumes bei. Niedrigere Temperaturen reduzieren die Aktivität mancher Krankheiten und Schädlinge. Frische Schnittstellen sind anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, jedoch nicht bei Kälte. Im Winter ist der Schnitt besonders stressig, da sich der Apfelbaum in der Winterruhe befindet – im Gegensatz zum Schnitt außerhalb der Winterruhe.

Ein weiterer Vorteil ist die Untersuchung des laublosen Baumes. So können Gärtner abgestorbene oder kranke Stellen leicht erkennen und entfernen. Beim Winterschnitt von Apfelbäumen lassen sich zudem leicht potenziell konkurrierende Teile oder Äste identifizieren, die eine Gefahr darstellen könnten.

Der Winterschnitt ist einfacher, da Obstbäume keine Blätter tragen, die den Vorgang nicht behindern. Allerdings sind verschiedene Krankheiten anfälliger für den Baum, da die Schnittwunden im Winter länger zum Heilen brauchen. Herkömmliches Gartenpech eignet sich nicht zur Wundversorgung, da es in der Kälte zu hart wird. Außerdem macht die Arbeit bei Kälte wenig Spaß.

Apfelbaum beschneiden

Dies geschieht je nach Region zwischen November und März, wenn der Baum ruht und trockenes Wetter ideal ist. Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem die Frostgefahr nachgelassen hat, der Saftfluss im Stamm aber noch nicht eingesetzt hat, etwa bei -8 °C. Bei niedrigeren Temperaturen wird die Rinde spröde und kann leicht mit Werkzeugen beschädigt werden.

Die erste Regel lautet: Entfernen Sie alle toten, beschädigten oder kranken Äste. Suchen Sie zunächst nach dem Astkragen (der charakteristischen Verdickung an der Basis, wo der Ast am Stamm ansetzt). Dieser Teil des Baumes enthält alle Nährstoffe, die für die Wundheilung notwendig sind. Schneiden Sie den Astkragen dabei nicht ab. Machen Sie stattdessen einen Schnitt direkt oberhalb der Stelle, an der er sich verbreitert. Lassen Sie beim Winterschnitt keine Stümpfe stehen.

In den ersten Jahren nach der Pflanzung lässt man dem Apfelbaum Zeit, seine Wurzeln zu entwickeln und sich zu etablieren, bevor man mit dem Entfernen unnötiger Äste beginnt. Sie führen einen starken Rückschnitt durch. Im dritten Wachstumsjahr sollten alle konkurrierenden jungen Seitentriebe entfernt werden, wenn sie sich überlappen oder zu dicht wachsen, d. h. näher als 10–15 cm beieinander stehen. Entfernen Sie außerdem Äste, die zum Stamm hin wachsen, um die Luftzirkulation zu verbessern.

Im nächsten Schritt werden überflüssige Äste entfernt und die kräftigsten belassen. Seitentriebe werden um etwa ein Drittel zurückgeschnitten, und zwar direkt über einer Knospe. Mindestens die Hälfte des Vorjahreszuwachses bleibt ungeschnitten, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen bestehendem und neuem Wachstum zu gewährleisten. Vertikale Äste tragen weniger Früchte als horizontale. Erscheint der Baum zu hoch, kann er bedenkenlos zurückgeschnitten werden, ohne dass die Ernte darunter leidet.

Beratung!
Wurde ein Apfelbaum viele Jahre lang nicht beschnitten, sollte man ihn nicht auf einmal stark zurückschneiden. Stattdessen sollte man den Rückschnitt über mehrere Vegetationsperioden verteilen.

Werkzeuge, Anfängerfehler und Nachsorge

Alle Instrumente müssen vor jedem Gebrauch vorbereitet, gut geschärft und desinfiziert werden. Folgende Instrumente gelten als geeignet:

  1. Gartenschere (Hand). Wird zum Entfernen kleiner Äste verwendet.
  2. Astschere. Eine gute Astschere schneidet kleine und mittelgroße Äste und bietet eine etwas größere Reichweite. Lange Griffe ermöglichen es, Äste höher anzuheben und bieten eine bessere Hebelwirkung beim Schneiden dicker Äste mit einem Durchmesser von über 0,5 cm.
  3. Klappsäge. Dieses Werkzeug eignet sich zum Beschneiden von Ästen mit einem Durchmesser von mehr als 1 cm.

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Eine unsachgemäße Auslichtung kann dem Baum ernsthaft schaden. Einer der häufigsten Fehler ist die Wahl des falschen Zeitpunkts. Tritt nach dem Eingriff starker Frost auf, stirbt der Ast ab. Oft werden Äste so beschnitten, dass die Krone wie ein Kunstwerk aussieht. Für die Gesundheit des Apfelbaums ist es jedoch wichtiger, ihn fachgerecht an den richtigen Stellen zu beschneiden, als auf ein ästhetisches Erscheinungsbild zu achten.

Apfelbaum im Winter

Schnittwunden an einem Baum sind im Grunde genommen vergleichbar mit Schnittwunden am menschlichen Körper: Einerseits besteht die Gefahr von Blutverlust (Saftfluss), andererseits erhöht sich das Infektionsrisiko, insbesondere wenn Flüssigkeit mit der Schnittwunde in Berührung kommt. Zudem verdunstet die Feuchtigkeit schnell aus der Wunde, was sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit des Baumes auswirkt. Daher ist die Nachbehandlung von Apfelbäumen nach dem Schnitt unerlässlich. Schnitte an dünnen Ästen bis zu 1,5–2,5 cm Länge bleiben unbehandelt, jedoch nur, wenn der Baum ansonsten gesund ist. Bevor ein Wundheilmittel aufgetragen oder die Luftzufuhr einfach unterbrochen wird, wird die Schnittstelle gründlich gereinigt, um die Oberfläche zu glätten und Grate sowie Holzstaub zu entfernen. Dies geschieht mit einer Gartenschere, indem ein kleines Stück gesundes Gewebe entfernt wird. Anschließend wird die Wundfläche sofort mit einem weichen, sauberen Pinsel behandelt. Dazu wird Kupfer- oder Eisensulfat (3–5%ige Konzentration), Kaliumpermanganat (gesättigte rosa Lösung), Bordeauxbrühe oder Brillantgrünlösung aufgetragen. Die Lösung muss vollständig trocknen. Je nach Wetterlage kann dies zwischen 40 Minuten und mehreren Tagen dauern.

Notiz!
Alle Bereiche werden behandelt – sowohl dicke als auch dünne.

Der Apfelbaumschnitt ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege. Daher empfiehlt es sich, einen Fachmann zu konsultieren, wenn Sie damit keine Erfahrung haben. Beim Winterschnitt sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Ihre Entscheidungen beeinflussen die Gesundheit des Apfelbaums, seine Stabilität und sein zukünftiges Wachstum.

Apfelbäume im Winter beschneiden
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