Was tun, wenn die Rinde am Apfelbaumstamm einreißt und der Stamm freiliegt?

Apfel

Rindenrisse mindern den Ertrag von Obstbäumen, indem sie den Saftfluss zu den Ästen unterbrechen. Jede Verletzung am Stamm bietet Pilzen und Bakterien eine Eintrittspforte. Rindenrisse können verschiedene Formen annehmen: Brüche (die das Kernholz freilegen), ringförmige Risse, Querrisse oder Längsrisse. Die Behandlung von Apfelbäumen kann erst nach Feststellung der Ursache erfolgen.

Gründe

Risse in der Rinde von Apfelbäumen, sowohl von jungen als auch von alten, können verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten sind Krankheiten, Schädlinge, schnelles Baumwachstum und Temperaturschwankungen die Ursache. Eine weitere mögliche Ursache ist das Fehlen einer Klimazonenanpassung. In diesem Fall können sich die Bäume nicht an die Witterungsbedingungen anpassen, wodurch die Rinde reißt und sich ablöst.

Schnelles Wachstum, falsche Bewässerung

Holz und Rinde müssen gleichzeitig wachsen. Beschleunigt sich das Holzwachstum, kann sich die Rinde nicht schnell genug bilden und reißt. Bei schwankendem Wachstum entstehen Risse im Stamm, durch die Bakterien und Pilze eindringen und die Rinde weiter schädigen können. Auch Schädlinge können diese Risse befallen und Apfelbäumen schaden.

Schnelles Wachstum kann durch häufige Gaben stickstoffhaltiger Düngemittel oder durch unsachgemäß zubereitete Düngemittel mit zu hoher Konzentration ausgelöst werden. Auch die Düngung von Apfelbäumen während der Fruchtzeit kann eine Ursache sein. Jungbäume wachsen in dieser Phase rasant, und bei Überdüngung verdoppelt bis verdreifacht sich das Holzwachstum, was zu Rissen in der Rinde führt. Werden Bäume ständig übermäßig bewässert, steigt der Druck im Stamm. Ab einem gewissen Punkt kann die Rinde diesem Druck nicht mehr standhalten und reißt.

Schädlinge

Im Herbst und Winter können Mäuse auf dem Grundstück auftreten. Sie nagen besonders gern an der Rinde von Apfelbäumen, da diese im Gegensatz zu anderen Obstbäumen nicht bitter schmeckt. Nagetiere schädigen meist junge Bäume aufgrund ihrer weichen Rinde. Ein starker Schädlingsbefall kann einen Apfelbaum vollständig zerstören und den Stamm bis zur Kambiumschicht angreifen. Wurde ein Baum von Hasen beschädigt, ist Veredelung meist die einzige Rettung, da Hasen immer bis zur Kambiumschicht nagen.

Borkenkäfer sind ein weiterer Schädling. Diese Insekten haben einen dunkelbraunen, zylindrischen Körper von etwa 4 mm Länge. Sie leben im Holz und sind daher schwer zu entdecken. Nach der Blütezeit schlüpfen die Käfer, paaren sich und befallen weitere Bäume. Die Käfer legen ihre Eier unter die Rinde von Sämlingen und fressen so zahlreiche Gänge in den Stamm. Die Larven ernähren sich vom Saft des Apfelbaums und graben bis zum folgenden Frühjahr weitere Gänge. Während der Blütezeit verpuppen sie sich und schlüpfen als ausgewachsene Käfer. Man erkennt die Insekten an kleinen Löchern in der Rinde (Bohrgängen), aus denen Holzmehl austritt.

Rumpferkrankungen

Die häufigste Krankheit ist Krebs bei Schwarzen. Die Rinde des Apfelbaums ist rissig. und wird von einem braun-schwarzen Belag überzogen, daher der Name „Schwarzer Apfelkrebs“. Der Apfelbaum verliert seine Blätter, die Zweige trocknen allmählich aus und der Ertrag sinkt. Die häufigsten Ursachen für diesen Krebs sind:

  • Der Sämling wächst neben der Außentoilette;
  • In der Nähe des Sämlings befindet sich eine Kompostgrube;
  • Starke Entwürfe auf der Website;
  • Die Apfelbäume sind alt und geschwächt;
  • Moos, Flechten auf Ästen;
  • häufige Regenfälle;
  • Falsche Berechnung und Anwendung von Düngemitteln.

Die Krankheit wird durch einen Pilz verursacht, dessen Sporen sich schnell über die Luft verbreiten. So kann sich eine Infektion von einem Baum rasch auf andere Obstbäume im Garten ausbreiten. Erste Anzeichen der Krankheit zeigen sich meist im Frühjahr am Stamm und an den Ästen. Zunächst bilden sich kleine braune Dellen. Mit fortschreitender Ausbreitung des Pilzes dunkelt die Rinde nach, schält sich ab und fällt ab. Früchte im Anfangsstadium der Krankheit bleiben intakt und faulen erst bei der Lagerung. Breitet sich der Pilz schnell entlang des Stammes und der Äste aus, werden auch die Früchte befallen.

Feuerbrand ist eine weitere häufige bakterielle Erkrankung. Sie befällt am häufigsten Apfel-, Birnen-, Quitten- und Weißdornbäume. Typischerweise tritt die Krankheit im Frühjahr auf, und die Bakterien werden durch Vögel, Insekten und Wind verbreitet. Sind die Früchte bereits angewachsen, verfärben sie sich dunkel und trocknen aus, fallen aber nicht vom Baum. Die Rinde wird weich und mit weißen Flecken bedeckt, die sich schließlich gelb färben. Anschließend schwillt die Rinde an und reißt ein.

Kalter Winter, Sonnenbrand

Werden wärmeliebende Apfelbäume in Gebieten mit kalten Wintern und strengem Frost gepflanzt, überleben sie den Winter entweder nicht oder erleiden schwere Schäden: Die Rinde reißt, der Ertrag sinkt und sie werden anfälliger für Krankheiten. Daher ist es wichtig, vor der Auswahl einer Sämlingssorte das Klima zu berücksichtigen. Bei starkem Frost gefriert der Saft im Inneren der Bäume; nach dem Auftauen steigt der Druck, wodurch die Rinde reißt.

Sonnenbrand tritt häufiger bei jungen Apfelbäumen auf und zeigt sich als rötliche oder braune Flecken. Er entsteht im frühen Frühling, wenn der Baum noch nicht genügend Zeit hatte, sich vom Frost zu erholen und sich an die wärmeren Temperaturen anzupassen. Sonnenbrand führt zum Austrocknen der Rinde und damit zu Rissen. Starker Sonnenbrand kann einen großen Teil des Stammes schädigen und den Baum sogar abtöten.

Wichtig!
Risse in der Rinde, gleich aus welchem ​​Grund, beeinträchtigen die Nährstoffversorgung des Apfelbaums. Bakterien und Pilze können durch jede Beschädigung eindringen. Bereiche unter beschädigter Rinde sind anfälliger für Austrocknung und Frost.

Was tun, wenn die Rinde eines Apfelbaums rissig ist und sich ablöst?

Ist die Rinde eines Apfelbaums rissig, entfernen Sie alle beschädigten Stellen mit einer Drahtbürste, nachdem Sie den Boden mit Plastikfolie abgedeckt haben, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Die freigelegte Oberfläche wird mit antiseptischen Lösungen und Gartenpech behandelt, die im Fachhandel erhältlich sind. Finden sich mehrere Käfergänge im Stamm und in den knochigen Ästen, werden diese mit Antizhuk, Calypso oder anderen Insektiziden bekämpft. Die Lösung wird in eine Spritze aufgezogen, in die Gänge injiziert und anschließend mit Gartenpech versiegelt. Sind zahlreiche Gänge vorhanden, Äste und Früchte vertrocknet, wird der Baum gefällt, der Stumpf entfernt und der gesamte Baum verbrannt.

Wird die innere Rindenschicht durch Mäuse oder Hasen beschädigt, wird eine Brückenveredelung durchgeführt, um die Nährstoffversorgung des Baumes wiederherzustellen. Stecklinge werden im frühen Frühjahr zum Veredeln geschnitten. Die beschädigte Rinde wird entfernt und desinfiziert. Ober- und unterhalb der beschädigten Stelle werden T-förmige Schnitte gesetzt und die Rinde leicht zurückgebogen. Die Stecklinge werden in die Schnitte gesteckt, mit Gartenpech verschlossen und mit Isolierband umwickelt. Sobald die Stecklinge Wurzeln geschlagen haben, fließen die Nährstoffe durch sie in den oberen Teil des Stammes und umgehen so die beschädigte Stelle.

Ist ein Apfelbaum von Schwarzkrebs befallen, kann die Krankheit nur im Frühstadium geheilt werden. Beschädigte Äste werden zurückgeschnitten und die befallene Rinde bis auf etwa 2 cm gesunde Rinde abgeschabt. Die befallenen Teile des Apfelbaums werden verbrannt. Wunden werden mit Kupfer- oder Eisensulfat behandelt; alternativ kann eine Mangan- oder Brillantgrünlösung verwendet werden. Fungizide Kitte (z. B. Funaben) sind im Fachhandel erhältlich. Ist der Apfelbaum vollständig befallen, sind die Blätter vertrocknet und die Früchte verfault, wird er gefällt und verbrannt.

Wichtig!
Wenn die Rinde von Apfelbäumen durch Sonneneinstrahlung Risse bekommt, empfehlen Gärtner, den Stamm bei heißem, trockenem Wetter tagsüber abzudecken.

Präventive Maßnahmen

Frostempfindliche Apfelbäume sollten vor dem Winter mit Abdeckmaterial geschützt werden, dies bietet jedoch keinen vollständigen Schutz. Bei häufigem Mäusebefall empfiehlt sich der Einsatz von Ködern, Ultraschallvertreibern, Zäunen um die Bäume usw. Kontrollieren Sie die Apfelbäume regelmäßig auf Risse und Fraßgänge und führen Sie im Frühjahr und Herbst vorbeugende Behandlungen gegen Schädlinge und Krankheiten durch.

Alle beschädigten Teile des Baumes müssen verbrannt werden, da sich sonst Infektionen oder Schädlinge in der Umgebung und auf benachbarte Bäume ausbreiten können. Stamm und knochige Äste sollten im Herbst weiß gestrichen werden; dies schützt vor Frost, Frühsonneneinstrahlung, einigen Schädlingen und Krankheiten. Falls Wunden entdeckt werden, behandeln Sie diese mit antiseptischen Lösungen oder Gartenpech.

Um Rindenrisse durch Überdüngung zu vermeiden, beachten Sie bitte die Empfehlungen auf der Produktverpackung. Im Frühjahr empfiehlt sich stickstoffreicher Dünger, im Herbst hingegen kalium- und phosphorhaltiger Dünger. Achten Sie bei der Auswahl eines Setzlings auf die Klimazone der jeweiligen Sorte, um Rindenrisse durch Frost zu vermeiden.

Manche Gärtner empfehlen, die Rinde älterer Bäume (über 7 Jahre) regelmäßig zu entfernen, da sie sich auf natürliche Weise ablöst. Die Rinde wird mit einem Metallschaber entfernt, um eventuell darin befindliche Schädlinge oder Bakterien zu beseitigen. Andere Gärtner raten jedoch von einer regelmäßigen Rindenentfernung ab, da beobachtet wurde, dass „geschälte“ Apfelbäume im Winter schlechter gedeihen und frostempfindlicher sind. Außerdem steigt das Krankheitsrisiko, wenn die Oberfläche nicht gründlich gereinigt wird.

Durch rechtzeitiges Behandeln und Entfernen befallener Baumteile lässt sich Rindenrissbildung durch Krankheiten und Schädlinge verhindern. Wählen Sie für Apfelbäume einen sonnigen Standort ohne Zugluft, Grundwasser, Kompostbehälter oder Außentoiletten, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

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