Kartoffelschorf (Rhizoctonia): Wie man ihn bekämpft (Foto)

Kartoffel

Kartoffelschorf, wissenschaftlich Rhizoctonia genannt, ist eine sehr häufige Krankheit, die praktisch alle Kartoffelkulturen befällt (ein Foto einer befallenen Kultur ist unten zu sehen). Diese Krankheit hat die größten negativen Auswirkungen auf das Pflanzgut. Es ist wichtig, die Krankheit und ihre Behandlung zu verstehen. Eine rechtzeitige Behandlung kann die Ernte retten.

Kartoffelschorf (Rhizoctonia) kann nicht nur die Wurzeln, sondern auch die Stängel der Pflanze befallen. Jüngere Pflanzen sind besonders anfällig für diese Krankheit und benötigen daher besondere Pflege. Es ist wichtig, die Krankheit und ihre Behandlung zu verstehen. Unentwickelte Kartoffeln können durch Schorf schnell ungenießbar werden und absterben (siehe Foto unten). Da sich Rhizoctonia rasch von einer Kultur zur anderen ausbreiten und so potenziell einen erheblichen Teil der zukünftigen Ernte vernichten kann, ist eine sofortige Behandlung unerlässlich.

Ursachen des Kartoffelschorfs

Die Ausbreitung und Entwicklung dieser Krankheiten ist vollständig auf das aktive Wachstum von Sporen zurückzuführen, die vorwiegend die Knollen der Pflanze befallen. Diese bakterielle Aktivität wird durch äußere Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Kartoffelanbaugebiet begünstigt. Auch Bodenbeschaffenheit und -struktur spielen eine Rolle. In lehmigen Böden vermehren sich parasitäre Bakterien deutlich schneller und ihre Aktivität nimmt signifikant zu.

Hinzu kommt das Problem des Säuregehalts im Boden, da der für den Kartoffelanbau optimale pH-Wert mit dem pH-Wert übereinstimmt, bei dem Bakterienwachstum am stärksten ist. Tatsächlich breitet sich Kartoffelschorf aus, weil die Umgebung, in der das Gemüse wächst, für Bakterien besonders günstig ist.

Wichtig! Die Ursachen für Kartoffelschorf sind in der Regel unsachgemäße Lagerbedingungen des Pflanzguts, Fehler bei der Verwendung von Landmaschinen und eine verspätete Ernte.

Wie man das Auftreten von Schorf an Kartoffeln erkennt

Die häufigsten Anzeichen von Kartoffelschorf sind dunkle, eingesunkene Flecken und netzartige Nekrosen. Wenn Ihre Kartoffelwurzeln allmählich faulen und die Blätter Anzeichen des Absterbens zeigen, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihre Ernte gefährdet ist. Es gibt eine Rhizoctonia-Art, die als „Schwarzschorf“ bezeichnet wird. Sie verdankt ihren Namen den dunklen Flecken, die sich über die Oberfläche der Knollen ausbreiten.

Diese Krankheit verursacht normalerweise keine größeren Schäden, da es sich um eine ruhende Art handelt. Das Hauptproblem besteht darin, dass der Schorf in die Pflanze eindringen und die Zersetzung von innen heraus einleiten kann. Dunkle Flecken bilden Ringe, und die Pflanze selbst verfärbt sich braun. Darauf folgt Nekrose, nach der die Pflanze allmählich abstirbt.

Notiz! Ein Anzeichen für parasitäre Bakterien kann anhaltende Fäulnis sein, die sich während der Lagerung an den Wurzeln ausbreitet. Der Schorf breitet sich von Wurzel zu Wurzel aus; daher muss jede befallene Pflanze sofort entfernt werden. Andernfalls riskieren Sie, Ihr gesamtes Pflanzgut zu verlieren.

Anzeichen für Schorfbildung an Kartoffeln

Die Entwicklung schädlicher Bakterien auf Kartoffeln verläuft in mehreren Phasen:

  1. Ruhephase. In diesem Stadium der Rhizoctonia-Fäule treten Sklerotien auf. Diese sind leicht zu erkennen, da sie wie die gleichen schwarzen Flecken aussehen, die auch auf befallenen Kartoffeln erscheinen. Daher rührt auch der Name „Schwarzschorf“. Wichtig: Befallene Kartoffeln dürfen nicht weiterverpflanzt werden, da sie benachbarte Wurzelknollen infizieren können.
  2. Die Wachstums- und Parasitenphase. In diesem Stadium wachsen die Sklerotien sehr schnell und bilden Myzelien, die die Kartoffelknolle rasch umschließen. Dies beeinträchtigt die Knolle, da das Pflanzgut nicht keimt. Die Fäulnis findet im Erdreich statt, also unter der Erde. Es gibt jedoch Fälle, in denen die Kartoffel keimt, ihre Triebe aber infiziert bleiben. Dies kann wiederum die weitere Entwicklung der Kartoffel selbst sowie benachbarter Knollen erheblich beeinträchtigen.
  3. Die Reproduktionsphase beginnt mit der Entwicklung der sogenannten „Weißbeinigkeit“. Dabei vermehren und verbreiten sich Pilzsporen, die sich nur unter günstigen Bedingungen, nämlich hoher Luftfeuchtigkeit und einer Lufttemperatur von 20 Grad Celsius, entwickeln können. In diesem Stadium lässt sich feststellen, dass die Pflanze vollständig infiziert ist und sofort vernichtet werden muss, bevor sich die schädlichen Bakterien auf benachbarte Kartoffeln ausbreiten.

Arten von schwarzem Schorf

Laut Experten gibt es mehrere Unterarten der schwarzen Schorfkrankheit:

  1. Gewöhnlicher Schorf. Trockene, stark saure Böden bieten optimale Bedingungen für das Wachstum des Schwarzen Schorfs. Die Bakterien gedeihen auch in trockenen Böden und alkalischen Umgebungen. Die optimale Temperatur für das Wachstum des Gewöhnlichen Schorfs liegt bei 25–30 Grad Celsius. Der Erreger kann nicht nur auf den Kartoffelknollen, sondern auch im Boden selbst und in organischen Resten darin vorkommen. Diese Schorfart ist an den unregelmäßig geformten Geschwüren zu erkennen, die an den Wurzeln auftreten. Bei Druck fühlen sich diese Geschwüre ungewöhnlich hart an. In fortgeschrittenen Stadien können die Kartoffelwurzeln vollständig von diesen Geschwüren bedeckt sein.
  2. Pulverschorf. Der Erreger zeigt sich hierbei als schleimiger Klumpen, der sich selbstständig verlagern kann. Diese Art befällt nicht nur die Wurzeln, sondern auch die Stängel der Pflanze. Befallene Rhizome trocknen schnell aus, während Knollen, die in feuchter Umgebung gelagert wurden, rasch zu faulen beginnen. Kartoffeln, die mit dieser Schorfart infiziert sind, entwickeln erhabene, braune Wucherungen. Zu nasser Boden begünstigt die Entstehung von Pulverschorf.
  3. Knotenschorf. Diese Rhizoctonia-Art befällt vorwiegend die Wurzeln der Kartoffelpflanzen. Form und Aussehen der befallenen Stellen hängen von der Kartoffelsorte und der Art der Krankheit ab. Infolgedessen verlieren die Kartoffeln an Geschmack, und ihr Stärke- und Proteingehalt sinkt. Als Ursache gelten meist minderwertiges Saatgut oder unsachgemäße Anbaumethoden.
  4. Silberschorf. Er verdankt seinen Namen seinem silbrigen Aussehen. Typischerweise tritt er bei hoher Luftfeuchtigkeit auf und breitet sich dann aktiv auf gesunde Knollen aus. Paradoxerweise verlieren die Knollen bei dieser Schorfart rasch an Feuchtigkeit, zeigen aber keine Anzeichen von Fäulnis.

Methoden zur Vorbeugung von Infektionen

Wie bekämpft man Kartoffelschorf? Diese Frage betrifft nicht nur Gartenneulinge, sondern auch diejenigen, die dieses Gemüse schon länger anbauen. Vorbeugen ist deutlich einfacher als Heilen.

Kartoffelpflanzen sollten vorbeugend und fachgerecht behandelt werden. Es ist wichtig, das Pflanzgut regelmäßig auf Krankheitsanzeichen zu überprüfen. Sobald Sie auch nur den geringsten Befall mit Rhizoctonia an einer Wurzel feststellen, muss das betroffene Pflanzgut sofort von den übrigen Wurzeln entfernt werden.

Achten Sie besonders auf die Lagerung des Pflanzmaterials. Der Lagerort sollte gut belüftet, dunkel und kühl sein. Behandeln Sie das Material außerdem mit speziellen Mitteln, um eventuell auftretenden Schorf zu bekämpfen und Wurzelfäule vorzubeugen.

Vergessen Sie auch nicht die Anbaumethoden. Sie müssen eine Fruchtfolge einhalten. Wenn zuvor Kartoffelschorf festgestellt wurde, sind wahrscheinlich noch Bakterien im Boden vorhanden. Sie sollten in diesem Boden mindestens vier Jahre lang keine Kartoffeln anbauen. Es ist entscheidend, hochwertiges Saatgut und resistente Kartoffelsorten zu verwenden.

Nur mal so als Information! Vor dem Pflanzen die Knollen unbedingt mit einer Borsäurelösung behandeln. Dem Boden mineralische und organische Düngemittel hinzufügen.

Präparate gegen Rhizoctonia

Es gibt viele solcher Medikamente. Die wirksamsten sind:

  1. Fitosporin. Ein hochwirksames Mittel gegen Pilzkrankheiten an Gemüse. Es wirkt nahezu sofort, unmittelbar nach der Anwendung. Seine Wirkung ist systemisch, d. h. es breitet sich in der gesamten Pflanze aus.
  2. Mancozeb ist ein benetzbares Pulver, das an der Pflanzenoberfläche haftet und einen Schutzfilm bildet, der die Ausbreitung von Schorf verhindert.
  3. Fenoram ist hervorragend. Es wirkt ausschließlich bei Wurzelgemüse. Die Wirkung hält garantiert bis zum Ende der Vegetationsperiode an.
  4. Kolfugo. Dieses Produkt wird während der Wachstumsperiode auf die Pflanzen ausgebracht. Es dient vor allem der Bekämpfung von Rhizoctonia an Saatkartoffeln. Auch bei starkem Regen bleibt es wirksam, da dieser die Wirksamkeit der Behandlung nicht beeinträchtigt.

Rezensionen

Viele Gärtner bestätigen, dass die Wirksamkeit dieser Produkte in der Praxis erwiesen ist. Oftmals verwenden sie diese Produkte nach dem ersten Ausprobieren ausschließlich. Einige bedauern sogar, sie nicht schon früher eingesetzt, sondern sich stattdessen vorwiegend auf traditionelle Behandlungsmethoden und vorbeugende Maßnahmen verlassen zu haben.

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