Vom Keimling bis zur ausgewachsenen Pflanze mit saftigen Früchten, wie sie auf der Packung abgebildet ist, vergehen mindestens vier Monate. Damit die Mühe der Gärtner nicht umsonst ist, erklären wir Ihnen, wie Sie Tomatenpflanzen zu Hause vorziehen. Es ist wichtig, alle Anbauhinweise genau zu befolgen. Erfahrungsgemäß garantieren selbst gute Tomatenpflanzen keine reiche Ernte. Schauen wir uns den gesamten Entwicklungszyklus der Pflanze genauer an.
Die Reifezeit stimmt nicht immer mit der Realität überein.
Um in gemäßigten Klimazonen eine frühe und reiche Tomatenernte zu erzielen, ist die Wahl der richtigen Sorte entscheidend. Viele unerfahrene Hobbygärtner wählen Tomaten oft nur nach dem Bild auf der Verpackung. Das ist ein großer Fehler. Moderne Produzenten beschönigen, um den Absatz zu steigern, nicht nur das Bild, sondern auch die Informationen auf der Rückseite der Verpackung. Gewicht und Reifezeitpunkt der Früchte sind für den Käufer von großer Bedeutung. Erwarten Sie beim Kauf einer bestimmten Sorte nicht, dass sie riesig wird oder dass eine einzelne Pflanze ihren Besitzer mit Kilogramm an Früchten überschüttet. Wäre dies der Fall, bräuchte unser Gemüseanbau keine Importe, sondern wäre mit heimischen Produkten vollkommen zufrieden.
Beurteilen Sie daher die Angaben auf der Verpackung realistisch. Die in den Anbaubedingungen angegebene Zeit sollte immer um mindestens 20–30 Tage verlängert werden. Auf dieser Grundlage lässt sich der tatsächliche Erntetermin leicht berechnen. Im März gepflanzte Tomatenpflanzen tragen frühestens im Juli Früchte. Eine frühere Ernte ist leider nicht zu erwarten.
Es empfiehlt sich, vor dem Kauf von Saatgut erfahrene Gärtner zu konsultieren. Ihr Rat ist sehr hilfreich. Sie können Ihnen möglicherweise die besten Sorten empfehlen, die garantiert eine reiche Ernte an hochwertigem Gemüse versprechen.

Die ersten Lebenstage
Bevor die Samen in die Erde kommen, müssen sie eingeweicht werden. Dies geschieht im März, wenn die Sonnentage die bewölkten überwiegen. Die Betonung der Sonnentage ist bewusst gewählt. Sonnenlicht ist bekanntermaßen ein entscheidender Faktor für gesundes Pflanzenwachstum. Tomatensämlinge, die drinnen vorgezogen werden, leiden unter Lichtmangel, werden stark gestreckt und verlieren an Qualität. Zwar gibt es verschiedene Beleuchtungsgeräte für junge Sämlinge, doch keines kann die Sonnenstrahlen ersetzen. Alle Pflanzen haben einen inneren biologischen Rhythmus, daher ist die Keimrate in den Frühlingsmonaten höher.
Nach zwei bis vier Tagen Einweichen bilden sich weiße Wurzeln an den Samen. Dies zeigt an, dass sie bereit sind, ins Freiland gepflanzt zu werden. Die Anzuchtschalen können klein sein, da die Jungpflanzen nur den ersten Monat darin verbringen. Anschließend werden sie an einen geeigneteren Standort umgepflanzt.

Die Erde für Sämlinge muss von hoher Qualität sein. Am besten kauft man sie im Fachhandel, da namhafte Hersteller ausgewogene Mischungen anbieten, die alles Notwendige für einen guten Start enthalten. Die Pflanzerde sollte locker, krümelig und frei von Fremdkörpern wie Wurzeln und Insekten sein. Zur zusätzlichen Desinfektion kann die Mischung im Backofen erhitzt oder mit einer rosa Kaliumpermanganatlösung besprüht werden, solche Maßnahmen sind aber in der Regel nicht erforderlich.

Die Samen werden 1 cm tief in angefeuchtete Erde gesät. Die Anzuchtgefäße können zusätzlich mit Plastikfolie abgedeckt werden, um die Temperatur zu halten. Nach etwa 5 Tagen sollten sich kleine Keimlinge zeigen. Dann sollte die Folie entfernt und die Pflanzen an einen hellen Standort gestellt werden.

Im Laufe eines Monats entwickeln sich die Sämlinge langsam und bilden Laub. Während dieser Zeit benötigen Tomatensämlinge aus Samen lediglich regelmäßiges Gießen und ausreichend Licht. Abends sollten die Pflanzen zusätzlich beleuchtet werden, um die Tageslichtstunden zu verlängern und übermäßiges Längenwachstum zu verhindern.

Umzug in neue Wohnungen und neue Wohnverhältnisse
Sobald die zweite Blattrosette an den jungen Tomatensämlingen erscheint, sollten diese in größere Töpfe umgepflanzt werden. Andernfalls bleiben die Pflanzen im Wachstum zurück. Jeder Sämling benötigt einen Topf mit einem Mindestvolumen von 200 ml. Plastikbecher, leere Saftkartons oder selbstgenähte Beutel eignen sich dafür. Wichtig ist, dass die Gefäße Abflusslöcher haben und undurchsichtig sind.

Beim Umtopfen sollte die Pflanze bis zum ersten Blatt tief eingepflanzt werden. Dadurch kann sich ein zusätzliches Wurzelsystem entwickeln, das die ausgewachsene Pflanze später ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
Im zweiten Monat wachsen Tomatensämlinge im Haus gut und sind Anfang Mai fast bereit zum Auspflanzen. Es ist wichtig, die Pflanzen in den Anzuchttöpfen am Blühen zu hindern. Das Umpflanzen blühender Sämlinge an ihren endgültigen Standort kann dazu führen, dass die Tomaten ihre Blüten verlieren und im Wachstum gehemmt werden.
Dauerhafter Wohnsitz
Wer ein Gewächshaus im Garten hat, kann in den ersten zehn Maitagen Setzlinge pflanzen.
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Zwar stellt die Gefahr von Spätfrösten ein Risiko dar, doch ein hochwertiges Polycarbonat-Gewächshaus kann dieses Problem problemlos bewältigen. Foliengewächshäuser sind weniger effektiv, lassen sich aber mit zusätzlichem Abdeckmaterial ausstatten. Tomatenpflanzen können nach den letzten Spätfrösten ins Freiland gepflanzt werden.

Pflanzen Sie die Setzlinge im Gewächshaus nach dem gleichen Prinzip wie beim Umpflanzen. Die Setzlinge sollten tief oder schräg eingepflanzt werden. Nach dem Umpflanzen entwickeln sich die Tomaten noch schneller, da die Wurzeln nicht durch den begrenzten Platz der Anzuchttöpfe eingeschränkt sind.

Bis Ende Mai müssen die Sämlinge an einer Stütze befestigt werden. Ist das Gewächshaus hoch genug, können Sie Bänder am Rahmen anbringen. In niedrigen Gewächshäusern werden zusätzliche Stützen verwendet, die auf der den Wurzeln gegenüberliegenden Seite angebracht werden.
Während der Blüte benötigen Tomaten Bestäubung, insbesondere Sorten, die im Gewächshaus angebaut werden. Um den Fruchtansatz zu fördern, klopfen Sie täglich leicht gegen den Stamm, um den Pollen an die benachbarten Knospen zu verteilen. Alternativ können Sie die Tomaten mit einem Fruchtansatzförderer besprühen, was den Fruchtansatz deutlich erhöht.

Tomaten benötigen keine häufige Bewässerung, da ihnen zu viel Feuchtigkeit schadet. Einmal wöchentliches Gießen genügt, und an heißen Tagen sollte das Gewächshaus gut belüftet werden.
Entstehung eines Tomatenstrauchs
Eine ausgewachsene Pflanze muss in Form gebracht werden. Hohe Tomatensorten werden so erzogen, dass sie einen oder zwei Stämme bilden, niedrige Sorten hingegen zwei oder drei. Zusätzliche Triebe, die aus den Blattachseln wachsen, werden Seitentriebe genannt. Diese überflüssigen Seitentriebe müssen entfernt werden, da sie der Pflanze Energie rauben. Die ersten, unteren Triebe bleiben stehen, da sie die Hauptstämme des Strauchs bilden, an denen die Früchte wachsen.

Überschüssige Blätter sollten entfernt werden. Für eine optimale Tomatenentwicklung genügen 2–3 obere Blätter. Bei hochwachsenden Sorten werden alle Blätter bis zum Blütenstand entfernt. Nach der Bildung des nächsten Blütenstands werden die Blätter erneut entfernt. Sobald die Pflanze ihre maximale Höhe erreicht hat, wird die Spitze abgeknipst, um das Wachstum zu stoppen und die Energie auf die Fruchtreife zu konzentrieren.
Jetzt wissen Sie nicht nur, wie man Tomatensämlinge zu Hause zieht, sondern auch, wie man eine gute Ernte daraus erzielt.
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Inna
Ich ziehe ständig Setzlinge für meinen Garten zu Hause vor und befolge dabei alle hier empfohlenen Tipps. Ein paar Hinweise noch: Wenn Sie eine Zentralheizung haben, sollten Sie die Setzlinge regelmäßig besprühen (ich schalte dafür ab und zu einen Luftbefeuchter ein), sonst bekommen sie nicht genug Feuchtigkeit. Außerdem stelle ich die Anzuchtkästen immer auf die Südseite, damit sie viel Sonnenlicht bekommen.