Tomaten überraschen nicht nur mit ihrem Geschmack, sondern auch mit ihrer Größe, ihrer einzigartigen Form und ihrer ungewöhnlichen Schalenfarbe. Neben den traditionellen roten und gelben runden Tomaten gibt es einige besonders seltene Sorten, die Tomaten überhaupt nicht ähneln. Das Saatgut dieser Sorten (und oft auch von Hybriden) ist im normalen Handel nicht erhältlich. Man kann es nur von privaten Sammlern und passionierten Gärtnern erwerben.
8 ungewöhnliche Tomatensorten
Seltene, exotische Tomatensorten sind in der Regel in irgendeiner Weise einzigartig – sei es in Farbe, Form oder Geschmack. Nur Feinschmecker wissen die Eigenschaften dieser ungewöhnlichen Gemüsesorten zu schätzen, weshalb sie nicht kommerziell angebaut werden.
Auria
Eine einheimische Sorte, die sich durch ihre ungewöhnliche Fruchtform auszeichnet – schmal und länglich (bis zu 15 Zentimeter lang). Die Schale ist traditionell rot, und das Fruchtfleisch enthält wenige Kerne. Es hat einen hohen Trockenmasseanteil, ist aber nicht ganz trocken. Eine mittelgroße Frucht wiegt etwa 100–110 Gramm. Frisch ist der Geschmack eher mittelmäßig, daher wird Auria meist in Dosen verarbeitet.
Auria ist eine ertragreiche und relativ einfach anzubauende Sorte. In nördlichen Regionen empfiehlt sich jedoch der Anbau im Gewächshaus.
Auria-Pflanzen beeindrucken auch durch ihren einzigartigen Wuchs, der für typische Tomatensorten untypisch ist. Der Strauch erreicht eine Höhe von fast zwei Metern und ähnelt einer Kletterpflanze. Der Hauptstamm bildet zahlreiche Seitentriebe, die entfernt werden müssen, um den Ertrag zu maximieren. Die Früchte bilden sich in Büscheln von 5–8 Tomaten.
Reistomat (Knoblauch, Zehen)
Die Herkunft dieser exotischen Tomate ist unbekannt. Manche behaupten, sie stamme aus Deutschland, andere aus Siebenbürgen. Die Reistomat kam Ende des 20. Jahrhunderts nach Russland. Diese frühreife Tomate fasziniert vor allem durch ihr Aussehen. Die Frucht besteht aus kleinen Segmenten und ähnelt einer Mandarine oder einer Knoblauchknolle. Die Segmente lassen sich abbrechen und bedenkenlos essen. Aufgrund dieser Eigenschaft trägt die Reistomat den Beinamen „Reisetomate“ (sie kann unterwegs gegessen werden, ohne dass man sie mit einem Messer schneiden muss).
Die Tomatenpflanzen wachsen unbegrenzt und verzweigen sich stark. Die Stängel sind dick und kräftig und tragen problemlos die 250 Gramm schweren Früchte, von denen 8–9 an jedem Zweig wachsen. Die Tomaten erreichen ihre biologische Reife Mitte Juli.
Die Reisetomate ist zwar optisch ansprechend, geschmacklich aber alles andere als interessant. Das Fruchtfleisch ist zuckerarm und hat eine dezente Säure. Sie eignet sich kaum zur Herstellung von Säften oder Pasten, ist aber ideal als Zutat in aufwendigen Gerichten. Außerdem lässt sie sich leicht konservieren – man teilt die Frucht einfach in Segmente und gibt sie in ein Glas.
Cherokee Green Gold
Diese in Amerika gezüchtete Tomate wurde 1997 entwickelt. In unserem Land ist sie nur bei privaten Sammlern zu finden. Cherokee-Früchte Cherokee-Tomaten haben eine traditionelle runde Form. Sie sind recht groß und wiegen bis zu 400 Gramm. Ihre dünne, dichte Haut ist grünlich-gelb mit einem grünen Bereich am Stielansatz. Der Geschmack der Cherokee-Tomate ist besonders faszinierend: Züchter haben versucht, der bekannten Tomatensüße fruchtige Noten zu verleihen. Diese besondere Eigenschaft verdanken sie den Samen, die nach tropischen Früchten duften und schmecken.
Cherokee ist eine hochwachsende Tomatensorte. Sie gedeiht am besten mit 3–4 Trieben. Die erste Ernte ist die ergiebigste: Die Früchte sind dann am größten und saftigsten. Später werden die Tomaten kleiner und trockener. Diese Sorte kann im Gewächshaus oder im Freiland angebaut werden – wichtig ist nur, dass der Boden gut mit Nährstoffen, insbesondere Kalium und Stickstoff, versorgt ist. Unter günstigen Bedingungen kann ein einzelner Strauch bis zu 15 Kilogramm erlesene Tomaten tragen. Die Früchte sind sehr schmackhaft und für alle Verarbeitungsarten geeignet, schmecken aber besonders gut frisch.
Amethyst-Juwel
Diese mittelfrühe Indent-Sorte stammt ursprünglich aus Großbritannien. Ihr unverwechselbares Aussehen verdankt sie ihren ungewöhnlich gefärbten, runden Früchten: Die dichte, glänzende Schale ist im reifen Zustand dunkelviolett und färbt sich bei voller Reife schwarz mit dunkelburgunderroten Reflexen. Das saftige, fleischige Fruchtfleisch mit einem Hauch exotischer Früchte hat einen rosafarbenen Schimmer. Im Inneren befinden sich einige kleine gelbe Kerne.
Amethyst Treasure ist eine sehr ertragreiche Tomatensorte. Im Gewächshaus produziert sie bis zu 14 Kilogramm Tomaten, und die Ernte dauert bis Ende September. Im Freiland ist die Sorte sehr robust und selten krankheitsanfällig. Ihre größte Schwäche ist die Hitzeempfindlichkeit. Bei Temperaturen über 25 °C reduziert sich der Fruchtansatz, und die Früchte bleiben klein und trocken.
Die Fruchtknoten beginnen sich Mitte Juni zu bilden. Jede Fruchtgruppe enthält 5-6 Früchte.
Schwarze Birne
Eine hochwachsende Tomatensorte. Indent kann bis zu anderthalb Meter hoch werden. Der Strauch ist stark verzweigt und wüchsig. Er sollte auf drei Triebe gezogen werden. Die Ernte beginnt Mitte Juli. Die Früchte reifen gleichzeitig. Ein charakteristisches Merkmal der Black Pear ist ihre Form – sie ähnelt einer Birne (oder Glühbirne). Der schmale Teil ist im reifen Zustand dunkelgrün und leicht rau. Der runde Teil ist kupferfarben. Die Haut einer reifen Tomate ist sehr dicht, wodurch die Frucht lange frisch bleibt und den Transport gut übersteht.
Die Früchte sind klein und wiegen 80 Gramm. Sie haben einen süßlichen Geschmack und ein leicht saftiges Inneres.
Zu den vielen Vorteilen dieser Sorte zählen ihre hohe Resistenz gegen Krautfäule, die verlängerte, mehrphasige Fruchtbildung, die ausgezeichnete Marktfähigkeit und die Vielseitigkeit ihrer Früchte. Allerdings weisen Schwarze Birnentomaten auch einige Nachteile auf: Sie sind anspruchsvoll an die Bodenbeschaffenheit (auf sandigem Lehmboden gedeihen sie schlecht) und bilden zahlreiche Seitentriebe, die regelmäßig entfernt werden müssen. Im Freilandanbau ist die Anzahl der Seitentriebe im Vergleich zum Gewächshausanbau etwas geringer.
Schwarze Galaxie
Eine von Seeds Technologies entwickelte Hybridsorte. Genetiker haben eine Tomate geschaffen, die sich deutlich von allen anderen unterscheidet und eher an eine Pflaume erinnert. Die kleinen Früchte, etwa so groß wie ein kleiner Apfel, sind leuchtend violett.
Wissenschaftler behaupten, dass Black Galaxy-Tomaten deutlich gesünder sind als herkömmliche rote Tomaten. Züchter erzielten dieses einzigartige Produkt durch wiederholte Kreuzungen von Wildtomaten mit Kulturtomaten. Das Endprodukt wurde mit einem Blaubeerpigment angereichert, das zum charakteristischen Merkmal dieser Hybride wurde. Dieses Pigment entfaltet seine Wirkung unter hellem Licht – je länger die Frucht der Sonne ausgesetzt ist, desto dunkler wird ihre Schale.
Das könnte Sie auch interessieren:Die Tomatensorte „Black Galaxy“ wird nur in geringen Mengen exportiert. Diese exotische Sorte wird hauptsächlich von Luxusresorts gekauft, die ihre Gäste mit Gerichten aus ungewöhnlichen Zutaten beeindrucken möchten. Zugegebenermaßen ist der Geschmack der „Black Galaxy“ eher durchschnittlich. Ihr fehlt es an Süße, und das Fruchtfleisch ist etwas trocken. Andererseits sind Gerichte, die mit dieser Tomate zubereitet werden, nicht zu intensiv und haben stets ein unverwechselbares Aroma.
Weißes Herz
Eine weißfrüchtige Tomate mit mittlerer Reifezeit (die Tomaten erreichen die biologische Reife 110 Tage nach der Aussaat). Eine andere Bezeichnung für diese Sorte ist Weißes Stierherz.
Die Tomatensorte „White Heart“ ist hochwüchsig, kräftig und buschig. Sie gedeiht gut im Gewächshaus und trägt im Freiland mäßig viele Früchte. Am Hauptstamm bilden sich bis zu fünf Fruchtstände, von denen jeder fünf bis sechs herzförmige Früchte mit einem Gewicht von jeweils 500 bis 600 Gramm hervorbringt. „White Heart“-Tomaten sind überraschend saftig, süß, zart und fleischig. Ihre Haut ist dünn, glatt und hellgelb. Die Oberfläche ist leicht gerippt und reißt selten ein.
Das könnte Sie auch interessieren:Die Tomatensorte „White Heart“ ist in jeder Hinsicht perfekt, auch beim Anbau. Sie verträgt widrige Klimabedingungen problemlos, ist selten krank und nahezu schädlingsfrei. Sie benötigt lediglich viel Feuchtigkeit und Stickstoff. Am besten schmeckt sie frisch, da sie beim Einkochen oft matschig wird.
Weiße Tomaten sind reich an Flavonen, Substanzen, die die Blutgefäßwände stärken und eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben. Sie werden Allergikern und Menschen, die auf ihre Ernährung achten, empfohlen.
Elberta-Pfirsich
Eine mittelgroße, frühreifende Sorte mit kleinen, pflaumenförmigen Früchten. Die Tomaten sind auffällig: zweifarbig (gestreift) und flaumig. Ihre Schale ist rosa mit gelben Querstreifen und mit zahlreichen kleinen, weichen Härchen bedeckt. Bemerkenswerterweise sind auch die Elberta-Sträucher selbst behaart. Zudem ist das Laub nicht wie gewohnt grün, sondern bläulich.
Elberta-Tomaten wiegen durchschnittlich 100 Gramm und reifen Ende Juni. Reife Tomaten sind reich an Zucker und haben ein saftiges, fleischiges Inneres. Sie eignen sich sowohl als Zutat in Gerichten als auch als frische Gemüsebeilage – ihr intensives Aroma kommt in jedem Fall hervorragend zur Geltung.
Elberta persica gedeiht am besten im Gewächshaus. Es ist wichtig, den Strauch auf drei Stämme zu erziehen, da sonst ein erheblicher Teil der Ernte verloren gehen kann. Die Sorte ist mäßig anfällig für Krautfäule, daher sind rechtzeitige Behandlungen und sachgemäße Anbaumethoden unerlässlich.
Die meisten ungewöhnlichen Tomatensorten sind in Russland selten, da sie nicht an unser Klima angepasst sind. Nur wenige Hobbygärtner schaffen es, exotische Tomatensorten in großer Menge zu ernten. Wer es geschafft hat, wird beneidet – wer ein ganz gewöhnliches, aber dennoch völlig fremdes Gemüse im eigenen Garten anbauen kann, besitzt höchstwahrscheinlich ein besonderes Talent. Finden Sie es heraus!

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