Paprika ist eine wärmeliebende Pflanze aus dem Süden. In unserem Land benötigen sie angenehme Wachstumsbedingungen. Einige Sorten gedeihen in nördlichen Regionen überhaupt nicht.
Doch die Züchtung macht Fortschritte! Durch jahrelangen Anbau von Paprika unter ungewöhnlichen Bedingungen haben Wissenschaftler zahlreiche Sorten und Hybriden entwickelt, die in jeder Hinsicht widerstandsfähig sind.
Regeln für die Auswahl einer kälteresistenten Sorte
Paprika kann man nicht einfach pflanzen und vergessen; sie braucht Pflege: Gießen, Düngen, Auflockern des Bodens, Schutz vor Krankheiten und Schädlingen, Jäten und Anbinden. Dieses Gemüse ist sehr wertvoll, und bekanntlich bestimmt die Nachfrage das Angebot. Saatgutläden bieten eine große Auswahl an Paprikasorten und -hybriden an, darunter nicht nur solche, die kälte- und krankheitsresistent sind, sondern auch pflegeleichte.
Um bei der Auswahl keine Fehlentscheidung zu treffen, ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Hybriden (F1-Pflanzen) entstehen durch die Kreuzung mehrerer Paprikasorten. Ihre Nachkommen vereinen alle besten Eigenschaften der Elternpflanzen. Diese Paprikasorten sind witterungsbeständig und resistent gegen gängige Pflanzenkrankheiten. Wie pflegeleicht sie sind, lässt sich jedoch schwer vorhersagen.
Bei der Auswahl von Paprikasorten für kühlere Klimazonen sollten die Wachstumsbedingungen sorgfältig beachtet werden. Es ist wichtig, alle wichtigen Details zu berücksichtigen, daher hier einige grundlegende Empfehlungen:
- Bewohnern der nördlichen oder zentralen Regionen wird empfohlen, früh- oder mittelfrühe Paprikasorten zu wählen. So haben sie genügend Zeit, vor dem Einsetzen der kalten Jahreszeit zu ernten.
- Paprikapflanzen erhalten einen gut beleuchteten, ebenen Standort, der vor starken Winden geschützt ist und über durchlässigen, fruchtbaren und nicht sauren Boden verfügt;
- Die besten Vorläufer für Paprika sind Zwiebeln, Knoblauch und Hülsenfrüchte;
- Beim Anbau von hochwachsenden Paprikapflanzen sollten Sie im Voraus Stützkonstruktionen einplanen. Sorten und Hybriden, deren Sträucher über einen Meter hoch werden, sollten am besten nur in Gewächshäusern angebaut werden;

- In sehr kalten Regionen kommt man um ein Gewächshaus oder Folienschutz nicht herum; selbst die widerstandsfähigsten Paprikasorten überleben nicht im Freiland;
- Regelmäßig gießen; Paprika gedeiht weder in zu trockener Erde noch in sumpfigen Gebieten. Gießen Sie möglichst früh morgens, damit das Laub vor der kühlen Nacht abtrocknen kann.
- Vergessen Sie nicht das Düngen. Paprikapflanzen benötigen einige Wochen nach dem Einpflanzen an ihren endgültigen Standort, während der Blütezeit sowie während der Fruchtbildung und -reifung Dünger.
Mit all diesen Tipps gelingt es Ihnen, gesunde Paprikapflanzen anzubauen, die nicht nur rauen Klimabedingungen standhalten, sondern auch eine gute, qualitativ hochwertige Ernte liefern.
Regeln für den Anbau von Paprikasämlingen
In ihrer Heimat werden Paprika als mehrjährige Pflanze aus Samen gezogen und wachsen mehrere Saisons hintereinander. In Ländern mit kurzen Sommern, wie unserem, muss die Pflanze jedoch jährlich neu ausgesät werden, und zwar ausschließlich aus Jungpflanzen. So bereiten Sie Paprika-Jungpflanzen richtig vor:
- Die Aussaat erfolgt von der zweiten Februarhälfte bis Mitte März. Die genauen Termine werden anhand der Angaben auf der Verpackung ermittelt;
- Behälter, Erde und Saatgut werden im Voraus vorbereitet;
- Die Kiste wird mit Erde gefüllt, die Samen werden hineingelegt, bewässert, mit einer durchsichtigen Folie abgedeckt und an einen warmen Ort gestellt;
- Wenn die Samen keimen, wird der Deckel entfernt und die Schachtel auf die hellste Fensterbank gestellt. Die Raumtemperatur wird bei 25–27 °C gehalten.
- Sämlinge, die zwei echte Blätter entwickelt haben, können in separate Töpfe umgepflanzt werden;
- In allen Wachstumsstadien der Sämlinge werden Paprikapflanzen mit warmem Wasser gegossen, zusätzlich beleuchtet und nach Bedarf gedüngt;
- Zwei Wochen vor dem Einpflanzen beginnt die Abhärtung durch Absenken der Raumtemperatur; wird dies nicht getan, haben die Sträucher Schwierigkeiten, unter den neuen Bedingungen Wurzeln zu schlagen;
- Paprikapflanzen werden an ihren endgültigen Standort verpflanzt, wenn sie 7 oder 8 Blätter haben.
Sorten, die gegen Krankheiten und niedrige Temperaturen resistent sind
Kommen wir nun zur Beschreibung der widerstandsfähigsten, frühreifen Paprikasorten, die eine hohe Resistenz gegen häufige Pflanzenkrankheiten aufweisen und niedrige Temperaturen gut vertragen. Viele von ihnen sind zudem sehr trockenheits- und hitzebeständig.
Nafanya
Diese Sorte eignet sich ideal für das Klima Zentralrusslands und der Uralregion. Sie ist resistent gegen Viren und Pilze und zeigt eine ausgezeichnete Toleranz gegenüber plötzlichen Temperaturstürzen. Die Pflanze ist kompakt und erreicht in der Regel eine Höhe von maximal 80 cm.
Die Früchte sind kegelförmig mit spitzer Spitze, dunkelrot, manchmal mit einem deutlichen violetten Schimmer. Jede fleischige und schmackhafte Paprika wiegt maximal 180 Gramm. Die Fruchtbildungsperiode ist lang und der Ertrag liegt bei 15 kg/m². Die Sorte Nafanya kann im Freiland oder im geschützten Anbau angebaut werden.
Wildfang
Diese Sorte ist besonders praktisch, da sie sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland angebaut werden kann. Die Sträucher wachsen kompakt und erreichen eine Höhe von etwas über 70 cm. Die Früchte zeichnen sich durch hervorragenden Geschmack und gute Vermarktbarkeit aus: Sie sind gleichmäßig, fleischig, köstlich und sehr saftig und lassen sich gut transportieren. Eine einzelne Pflanze trägt bis zu 25 Paprikaschoten.
Die Früchte sind goldorange, kegelförmig mit abgerundeter Spitze. Jede Paprika wiegt durchschnittlich etwa 125 Gramm. Die Sorte ist äußerst selten von Krankheiten befallen und verträgt keine plötzlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.
Schauspieler
Diese ertragreiche Sorte benötigt eine stabile Stütze; der Strauch kann bis zu anderthalb Meter hoch werden. Am besten pflanzt man ihn in geschütztem Boden, wo er vor Wind und Starkregen sicher ist. Während des Wachstums muss der Strauch mehrmals angebunden werden. Licedea ist resistent gegen Krankheiten und niedrige Temperaturen.
Die Früchte wiegen durchschnittlich 300 Gramm, und eine Pflanze trägt bis zu 15 leuchtend orangefarbene Paprikaschoten. Sie sind länglich-kegelförmig mit abgerundeter Spitze und roter Farbe. Diese Sorte zeichnet sich durch ihren sehr guten Geschmack, Saftigkeit, ihr aromatisches Aroma und ihre dickwandigen Früchte aus.
Bagration
Diese Sorte ist recht großwüchsig und erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Sie kann im Freien gepflanzt werden. Ihre Eigenschaften sind besonders in kühleren Regionen wertvoll: Sie ist resistent gegen Kälte und Krankheiten, insbesondere gegen Verticillium-Welke und Tabakmosaik.
Die würfelförmigen Früchte sind gelblich-orange, manchmal mit grünen Sprenkeln, und wiegen bis zu 200 Gramm. Pro Saison können bis zu 15 fleischige, saftige und unglaublich schmackhafte Paprikaschoten von einer einzigen Pflanze geerntet werden. Diese hochgeschätzte und beliebte Sorte ist vielseitig in der Küche einsetzbar.
Sorten für Sibirien
Sibirien hat ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit kurzen, kühlen Sommern, was den Anbau dort zu einer Herausforderung macht. Selbst die kälteresistentesten Paprikasorten benötigen unter diesen Bedingungen einen Platz im Gewächshaus oder unter einer Plastikabdeckung.
Früher wurden in Sibirien nur dünnwandige, kleinfrüchtige Sorten angebaut, denen es an Saftigkeit und Geschmack mangelte. Das hat sich geändert. Mittlerweile sind nicht nur Samen mit fleischigen, schmackhaften Früchten erhältlich, sondern der Anbau ist sogar im Freien möglich. Trotzdem empfiehlt es sich, vorsichtshalber einen provisorischen Unterstand zu errichten.
Nowosibirsk
Diese in Sibirien gezüchtete Sorte eignet sich für den Anbau in Gewächshäusern, Frühbeeten oder unter Folienabdeckungen. Die Sorte „Novosibirsky“ ist frühreif. Die maximale Wuchshöhe beträgt 120 cm. Die roten, prismatischen Früchte sind klein, wiegen nicht mehr als 60 Gramm, sind aber dickwandig und saftig. Unter guten Bedingungen und bei richtiger Pflege kann der Ertrag bis zu 10 kg/m² erreichen.
sibirisch
Diese Sorte passt sich dem sibirischen Klima am besten an. Die Pflanze ist kompakt und erreicht eine Höhe von etwas über einem halben Meter. Sie ist besonders widerstandsfähig gegen Kälte und Krankheiten und reift mittelfrüh.
Die roten, würfelförmigen Paprikaschoten sind süß, schmackhaft, fleischig und saftig. Das maximale Fruchtgewicht beträgt etwa 170 Gramm. Selbst bei minimaler Pflege bleibt der Ertrag hoch; in guten Jahren können Sie etwa 7 kg Paprika pro Quadratmeter ernten.
Kolobok
Die Kolobok-Pflanze ist sehr kompakt und erreicht eine Höhe von etwas über einem halben Meter. Ihre Paprika reifen früh. Sie ist anspruchslos und gedeiht sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland. Die Paprika sind köstlich, dickwandig, rot und würfelförmig. Jede Frucht wiegt etwa 160 Gramm, der Ertrag liegt bei 6 kg/m².
Der Erstgeborene Sibiriens
Diese Sorte wurde ebenfalls in Sibirien gezüchtet und ist optimal an die lokalen Bedingungen angepasst. Sie reift mittelfrüh. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von etwa 50 cm, wachsen kompakt und sind pflegeleicht. Die Paprikaschoten sind pyramidenförmig, dickwandig, rot und wiegen bis zu 60 Gramm. Geschmack und Marktfähigkeit sind hervorragend; die Früchte sind zwar klein, aber sehr saftig. Der Ertrag liegt bei etwa 4 kg/m².
Pfeffer für den Ural
Das Klima im Ural ist zwar nicht entscheidend für den Anbau von Paprika, aber auch nicht optimal. Die Sommer sind kühl und sehr unbeständig. Um eine gute Ernte zu erzielen, sollten frühreifende Sorten gewählt werden.
Bogatyr
Diese Sorte wird vorwiegend in kälteren Regionen angebaut; sie reift mittelfrüh und ist kälteresistent. Sie weist eine ausgezeichnete Krankheitsresistenz auf. Der Strauch erreicht eine Höhe von maximal 65 cm und breitet sich aus. Die Paprikaschoten sind kegelförmig, prismenförmig, rot, dickwandig, sehr schmackhaft und saftig. Das durchschnittliche Fruchtgewicht beträgt etwa 200 Gramm, der Ertrag bis zu 1 kg/m².
Red Bull
Diese mittelfrühe, robuste und ertragreiche Sorte bildet hohe Sträucher mit großen Paprikaschoten. Sie benötigt eine Stütze und zuverlässigen Windschutz und kann auch im Freien angebaut werden. Die Früchte wiegen bis zu 500 Gramm, sind dickwandig, zylindrisch und länglich. Sie zeichnen sich durch exzellenten Geschmack und gute Vermarktbarkeit aus.
Gelber Bulle
Sie unterscheidet sich von ihrer Verwandten nur in Farbe und Gewicht der Früchte; alle anderen Merkmale sind identisch. Die Paprika der Sorte „Yellow Bull“ sind leuchtend gelb und wiegen zwischen 200 und 300 Gramm.
Winnie Puuh
Diese ungewöhnliche, dekorative Sorte zeichnet sich vor allem durch ihren kompakten Wuchs aus, der maximal 40 cm hoch wird. Bemerkenswert ist auch die Anordnung der Früchte: Sie wachsen in Büscheln. Die Paprikaschoten sind rot, kegelförmig, dickwandig, süß und saftig und wiegen bis zu 60 Gramm. Der Ertrag liegt bei bis zu 2 kg/m² und die Paprika reift früh.
Montero
Diese Sorte lässt sich leicht im Freien, unter Plastikfolie oder in einem normalen oder beheizten Gewächshaus anbauen. Unabhängig von den Bedingungen benötigt die Pflanze jedoch eine Stütze, da die Sträucher bis zu 130 cm hoch werden können.
Die Paprikaschoten sind fleischig, saftig und süß mit einem prismenförmigen roten Boden. Die Früchte wiegen üblicherweise um die 300 Gramm, können aber unter günstigen Bedingungen und bei sorgfältiger Pflege bis zu 900 Gramm erreichen. Der Ertrag kann bis zu 16 kg/m² betragen.
Pionier
Diese Sorte wurde speziell für den Ural gezüchtet und kann problemlos im Freien angebaut werden, ohne dass Temperaturschwankungen eine Rolle spielen. Pioneer ist zwar keine besonders ertragreiche Paprikasorte, aber robust und liefert unabhängig vom Wetter jährlich mindestens 1 Kilogramm pro Quadratmeter. Die Pflanze ist kompakt und erreicht eine Höhe von bis zu 75 cm. Die Paprikaschoten sind rot, klein, wiegen bis zu 60 Gramm, sind aber saftig und fleischig, kegelförmig mit einer spitzen Spitze.
Mit den Hinweisen zur Saatgutauswahl und den richtigen Anbaumethoden können Sie in jeder Region, selbst im Ural und in Sibirien, gesunde Paprika anbauen. Alle oben beschriebenen Sorten benötigen Standardpflege und liefern dennoch konstant gute Erträge.
Rezensionen
Elizaveta. Wir in Sibirien sind mittlerweile sehr geschickt darin, selbst ungewöhnliche und exotische Paprikasorten anzubauen, aber das gelingt nicht jedem. Am besten wählt man natürlich regionale Sorten. Der Erfolg der Sämlinge hängt übrigens maßgeblich von den Pflegebedingungen ab. Ich habe meine bewährten Lieblingssorten: Kolobok und Novosibirsky. Sie sind ertragreich, krankheitsresistent und vertragen Temperaturschwankungen gut. Die Früchte schmecken frisch, in verschiedenen Gerichten und auch als Konfitüre hervorragend.
Boris. Ich möchte Ihnen die meiner Meinung nach besten Sorten für den Ural vorstellen: Pioneer, Bogatyr und Montero. Sie haben mich noch nie im Stich gelassen, obwohl ich keine vorbeugenden Spritzungen durchführe und nur am Wochenende auf die Datscha fahre. Einige Sämlinge kommen ins Gewächshaus, andere werden direkt ins Freiland gepflanzt, und der Ertrag ist nahezu gleich. Das Einzige, was unbedingt zu beachten ist, ist die sorgfältige Vorbereitung von Boden und Saatgut.


Victoria-Pfeffer: Sortenbeschreibung mit Fotos und Bewertungen
TOP 10 der frühreifenden Paprikasorten
Pfeffer in einer Schnecke – Setzlinge pflanzen, ohne sie zu pflücken
Was tun, wenn Paprikasämlinge nach der Keimung umfallen?