Tomaten an zwei Wurzeln – Experimente mit Sämlingen

Tomaten

Jeder Gärtner, selbst ein Anfänger, träumt davon, im Sommer eine reiche Tomatenernte einzufahren und reife Tomaten direkt vom Strauch zu probieren. Schmackhaft, fleischig und mit dünner Schale eignen sie sich hervorragend zum Frischverzehr, für Salate, Winterkonserven, Soßen, Ketchup und zum Einfrieren. Allerdings hat nicht jeder die Möglichkeit, 50 bis 100 Nachtschattengewächse im Garten anzupflanzen. Gärtner haben daher eine Methode entwickelt, um den Ertrag auf kleinem Raum zu steigern: Sie veredeln zwei Pflanzen und entfernen die schwächere, wobei die Wurzel erhalten bleibt.

Ablation

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Das Veredeln einer Pflanze auf eine andere mit der Methode der engen Veredelung wird als Ablaktation bezeichnet. Die Unterlage wird nicht abgeschnitten, sondern mit offenen Schnittstellen und nebeneinanderliegenden Edelreisern veredelt. Anschließend wird die Unterlage einfach entfernt.

Die Ablaktation bei Tomaten wird angewendet:

  1. Um das Wurzelsystem zu vergrößern, das die Pflanze ernährt.
  2. Um auf minimaler Fläche eine anständige Ernte zu erzielen.
  3. Wenn die Sämlinge herauswachsen.
  4. Zur Stärkung schwacher Pflanzen.
  5. Um die Fruchtperiode zu verlängern.
  6. Um größere und schmackhaftere Früchte zu erhalten.
  7. Um die Fruchtbildung zu beschleunigen.
  8. Zur Entsorgung großer Mengen von Setzlingen.
Aufmerksamkeit!
Durch das Veredeln einer Tomatenpflanze auf eine andere erhöht sich der Endertrag um 30-40%.

Zu den Nachteilen gehören:

  1. Schlechtes Pflanzenwachstum aufgrund nachlässiger oder schlampiger Vorgehensweise.
  2. Mangelnde Ertragssteigerung aufgrund unzureichender Pflege.
  3. Die geschnittene und bewurzelte Unterlage wächst deutlich langsamer und bringt nicht immer eine Ernte hervor.
  4. Hohe Tomatenpflanzen können beim Wachsen an der Veredelungsstelle brechen, wenn diese nicht ausreichend gestützt wird, was zu Ernteausfällen führt. Daher werden sie beim Anbinden an einen Pfahl an zwei Stellen, unterhalb und oberhalb der Veredelungsstelle, fixiert.

Spleißmethode

Tomaten-SpleißmethodeDer beste und schmerzloseste Zeitpunkt zum Veredeln ist beim Umpflanzen vieler Sämlinge aus einem Topf in einzelne Töpfe. Das Prinzip der Methode:

  1. Zum Anpflanzen benötigen Sie einen großen Topf mit einer Drainageschicht am Boden und fruchtbare Tomatenerde.
  2. Zwei Tomatensträucher werden in einem vorbereiteten Behälter in einem Abstand von höchstens 2 cm gepflanzt. Man lässt sie etwa eine Woche lang Wurzeln schlagen und sich an den neuen Standort gewöhnen.
  3. Schneiden Sie einen Streifen Vliesstoff (Lutrasil, Spinnvlies) ab und kleben Sie doppelseitiges Klebeband an das Ende.
  4. Die Tomaten werden dicht beieinander gepflanzt, um die optimale Höhe für die Veredelung zu ermitteln. Dünne Hautstreifen von etwa 5–7 cm Länge werden mit einem Messer oder Universalmesser von der Innenseite der gegenüberliegenden Triebe abgeschnitten.
  5. Bei einem kräftigeren Sämling wird ein zungenförmiger Schnitt am Stamm vorgenommen, wobei der Stamm um ein Drittel von unten nach oben durchtrennt wird.
  6. Bei einem schwächeren Tomatenstrauch, der als Edelreis verwendet wird, wird ein Einschnitt von oben nach unten gemacht.
  7. Die Zungen vorsichtig und präzise ineinander einführen.
  8. Die Verbindungsstelle wird mit einem Vliesverband gesichert, der mit Klebeband an der Oberfläche befestigt wird.
  9. Stellen Sie den Topf von einem hellen, sonnigen Platz an einen Ort mit diffusem Licht, achten Sie auf die Bewässerung und lassen Sie die Erde nicht austrocknen.
  10. Nach 7–10 Tagen sollten die Sträucher visuell überprüft werden. Wenn der Edelreis geschwächt und kraftlos erscheint, bedeutet dies, dass die Veredelung erfolgreich war.
  11. Der Trieb wird vorsichtig abgeschnitten, ohne die Wurzel zu berühren. Die Schnittstelle wird mit einem weiteren Stück Vliesstoff oder einem Verband umwickelt, um sie vor Mikroorganismen zu schützen.
  12. Nach 14 Tagen werden die Verbände entfernt.
  13. Sind nur wenige Sämlinge vorhanden, wird der abgeschnittene Stängel in einer Lösung mit einem Bewurzelungsmittel (1 Tropfen Epin pro 200 ml Wasser, 1,2 Tropfen Aloe-Saft pro 200 ml Wasser, 1 Teelöffel Honig pro 200 ml Wasser) bewurzelt; sind genügend Sträucher vorhanden, wird der Trieb entfernt.
  14. Die weitere Pflege der Pflanze unterscheidet sich nicht von der üblichen Pflege von Tomaten.
  15. Bevor man eine vollständige Veredelung durchführt, empfiehlt es sich, an mehreren Pflanzen zu experimentieren, um nicht ohne Ernte dazustehen.

Aufmerksamkeit!
Verzichten Sie auf Plastiktüten zum Einwickeln. Da Tomatenpflanzen über ihre gesamte Oberfläche Wurzelknospen besitzen, können sie auch unter Abdeckung Wurzeln schlagen oder faulen.

Experimentelle Gärtner veredeln verschiedene Tomatensorten miteinander und erzielen so nicht nur Früchte unterschiedlicher Größe und Form, sondern auch verschiedener Farben – von gelb bis rot – an einer einzigen Pflanze. Dadurch erhält die Pflanze die Eigenschaften verschiedener Sorten, ihre Krankheitsresistenz wird erhöht und der Ertrag gesteigert, da die Wurzeln auf minimalem Raum mehr Nährstoffe aufnehmen können. Manche Hobbygärtner veredeln Tomaten erfolgreich auf andere Nachtschattengewächse (Kartoffeln) oder Paprika.

Tomate an zwei Wurzeln
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