Kohl wird meist aus Jungpflanzen gezogen. Die Samen werden in Anzuchttöpfen ausgesät und später ins Beet umgepflanzt. Manche Gärtner bevorzugen es jedoch, die Kohlsamen direkt ins Beet zu säen. Der Anbau von Kohl ohne Jungpflanzen spart deutlich Zeit und Arbeit.
Besonderheiten beim Anbau von Kohl ohne Setzlinge
Nicht jedem gelingt es, qualitativ hochwertige Kohlsetzlinge zu ziehen. Manchmal werden sie übermäßig hoch, manchmal ist ihr Wurzelsystem schwach, und manchmal sterben die Setzlinge ohne ersichtlichen Grund ab. In den meisten Fällen liegt die Ursache für Probleme bei den Setzlingen in Lichtmangel: Kohl ist eine sonnenliebende Pflanze, und in Innenräumen bekommt er einfach nicht genug Licht zum Gedeihen.
Die Anzucht von Sämlingen in einem beheizten Gewächshaus oder Frühbeet löst zwar das Lichtproblem, doch diese Methode zur Erzeugung kräftiger Pflanzen verursacht zusätzliche Kosten für Anschaffung und Instandhaltung des Gewächshauses. Außerdem stellen Gewächshaussämlinge hohe Anforderungen an Bewässerung und Mikroklima – bei Störungen können sie an Schwarzbeinigkeit oder anderen Krankheiten sterben.
All diese Probleme lösen sich in Luft auf, wenn man Kohl direkt ins Freiland pflanzt, anstatt Setzlinge zu verwenden. Die Direktsaat von Setzlingen bietet mehrere Vorteile. Durch die natürliche Abhärtung werden die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Kälte, Hitze und Trockenheit und können zwei Wochen früher geerntet werden als Setzlinge. Gemüsegärtner berichten außerdem von deutlich dichteren Köpfen mit höherem Trockenmasse- und Vitamin-C-Gehalt. Da das Umpflanzen der Setzlinge entfällt, wird ihr Wurzelsystem nicht beeinträchtigt und kann sich deutlich besser entwickeln, was zu höheren Erträgen führt.
Man geht davon aus, dass die Direktsaat nur für die Schwarzerdegebiete und die südlichen Regionen des Landes geeignet ist. In der Praxis funktioniert diese Methode jedoch auch im Norden des Landes gut und gewährleistet konstant hohe Erträge bei minimalem Aufwand.
Zu den Nachteilen der kernlosen Methode gehören:
- hoher Saatgutverbrauch (1,5- bis 2-mal höher als bei der traditionellen Methode);
- mehr Sorgfalt in der Anfangsphase der Vegetation;
- Anwendung zusätzlicher Maßnahmen zum Schutz der Sämlinge vor Insekten und Infektionen;
- Sorgfältige Auswahl des Standorts und Bodenvorbereitung.
Zeitpunkt der Aussaat
Mittelfrühe Sorten werden Mitte Mai (zwischen dem 10. und 15.) ausgesät. Mittelfrühe Kohlsorten werden zwischen dem 5. und 10. Mai ausgesät. Der Anbau von spätreifenden Sorten beginnt in den letzten zehn Apriltagen.
Junge Pflanzen vertragen Frost bis zu -4 Grad problemlos.
Bedingungen für die Samenkeimung
Für den Anbau von Kohl ohne Setzlinge sind keine besonderen Anbautechniken erforderlich. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass das Saatbeet mit Plastikfolie abgedeckt werden muss, um das notwendige warme und feuchte Mikroklima über der Bodenoberfläche zu schaffen. Im Prinzip ziehen wir die Setzlinge direkt im Beet vor.
Für die Direktsaat wird eine große Menge Saatgut benötigt, da einige Keimlinge zwangsläufig ausfallen und andere ausgedünnt werden. Da die Sämlinge in einem großen Erdvolumen gleichzeitig keimen, entwickeln sie ein kräftiges Wurzelsystem, das tief in die Erde reicht. Dadurch werden sie widerstandsfähiger gegen Trockenstress. Kohl gedeiht gut in leichtem, lockerem und gedüngtem Boden. Im Herbst wird beim Umgraben Mist oder Torfkompost eingearbeitet. Alternativ kann der Boden im Frühjahr beim Anlegen der Beete mit Humus angereichert werden. Diese Kulturpflanze benötigt einen hohen Mineralstoffgehalt. Daher wird der Boden im Frühjahr mit komplexen Mineraldüngern ergänzt. Vor der Aussaat sollte der Boden desinfiziert, von Unkraut befreit und gründlich befeuchtet werden.
Kohl sollte am besten nach Nachtschattengewächsen angebaut werden.
Löcher für die Aussaat vorbereiten
Ein häufiges Problem bei der Direktsaat ist die schlechte Keimung. Das liegt an der geringen Größe der Samen: Beim Gießen sinken sie tief in die Erde und können nicht keimen. Die Anzahl der Sämlinge lässt sich erhöhen, indem man die Samen auf leicht angedrücktem Boden in die Pflanzlöcher legt. Die dichte Erde hält die Samen sicher fest, sodass sie gut keimen. Landwirte empfehlen, die Löcher mit einer Plastikflasche zu machen (den Boden in die Erde drücken und die Flasche dabei leicht drehen). Alternativ kann man den Boden des Pflanzlochs mit der Handfläche leicht andrücken.
Saatgutvorbereitung
Eine hohe Keimfähigkeit wird stets durch hochwertiges Saatgut gewährleistet. Daher ist es beim Anbau von Kohl ohne Jungpflanzen wichtig, das Saatgut sorgfältig vorzubereiten und nur die größten und kräftigsten Samen auszuwählen. Durch die Kalibrierung verkürzt sich die Aussaatzeit und das spätere Entfernen schwacher Sämlinge. Da junger Kohl häufig von verschiedenen Insekten befallen wird, können nur kräftige, widerstandsfähige Sämlinge aus desinfiziertem Saatgut diesen Schädlingen trotzen. Daher muss das Saatgut vor der Aussaat mit Kaliumpermanganat desinfiziert und anschließend 10–12 Stunden im Kühlschrank abgehärtet werden. Bei Unsicherheit bezüglich der Saatgutqualität empfiehlt es sich, das Saatgut in einem Keimmittel einzuweichen und bis zur Keimung in einer feuchten Umgebung aufzubewahren.
Aussaat
Die Samen werden in Löcher oder flache Furchen gesät. Bei der Aussaat in Löchern werden bis zu fünf Samen pro Loch gegeben. In Furchen werden die Samen einzeln im Abstand von 10 cm gesät, um ein späteres Vereinzeln zu vermeiden. Die Saattiefe beträgt 2–3 cm. Bei der Aussaat in Reihen sollte der Reihenabstand 50–60 cm betragen.
Die Samen werden mit leicht feuchtem, mit Humus vermischtem Torf bedeckt. Die Erde wird leicht angedrückt. Das Beet muss nicht zusätzlich bewässert werden, da die Samen sonst weggespült werden könnten.
Über dem Beet wird ein provisorisches Gewächshaus aus zwei Lagen Folie oder Vliesstoff errichtet. Wurden die Samen in Löcher gesät, kann über jedes Loch eine Plastikflasche mit abgeschnittenem Boden gestülpt werden. In die Flasche werden mehrere Löcher gestochen, damit frische Luft eindringen kann. Sobald die Keimlinge sichtbar sind, wird die obere Folienlage entfernt.
Im ersten Monat sollten die Setzlinge am besten mit einer dünnen Schicht Agrospan abgedeckt werden. Dies schützt die Kohlpflanzen vor verschiedenen Gartenschädlingen. Wichtig ist, dass die Triebe nicht zu lang werden und sich nicht versengen. Lüften und lockern Sie die Erde daher regelmäßig auf.
Übrigens kann man nicht nur Kohl, sondern auch Brokkoli und Blumenkohl ohne Setzlinge anbauen. Säen Sie die Samen drei Monate vor der erwarteten Ernte aus. Legen Sie die Samen dazu in separate Nester von 3–4 Samen in einer Tiefe von 1,5–2 Zentimetern.
Pflege von Sämlingen
Nach der Aussaat keimen die Pflanzen recht schnell – schon nach 3–4 Tagen, vorausgesetzt, das Wetter ist klar und warm und die Bodenfeuchtigkeit beträgt 80 %. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, wird das Beet mit Asche oder Tabakstaub bestäubt, um Schädlinge wie Erdflöhe oder Blattläuse fernzuhalten.
Sobald die Sämlinge 3–4 Blätter entwickelt und die Stängel 10–15 Zentimeter lang sind, werden die Pflanzen zum ersten Mal ausgedünnt. Dabei werden alle dünnen und kleinen Triebe entfernt, sodass nur noch zwei der kräftigsten übrig bleiben. Beim erneuten Ausdünnen werden die besten Pflanzen behalten. Die entfernten Sämlinge werden nicht weggeworfen, sondern auf einem separaten Beet ausgepflanzt – auch sie können eine Ernte bringen, wenn auch nicht so viel und von gleicher Qualität.
Bei dichtem Boden kann das Ausreißen von Trieben die Wurzeln benachbarter Pflanzen schädigen. Daher sollten in diesem Fall überschüssige Triebe mit einer Schere an der Wurzel abgeschnitten werden.
Nach dem letzten Ausdünnen werden die Büsche bewässert und angehäufelt.
Kohl wird 3-4 Mal pro Saison angehäufelt. Diese Anbautechnik fördert das Wurzelwachstum und verbessert die Nährstoffversorgung aller oberirdischen Pflanzenteile. Nach jedem Anhäufeln ist ein Wachstumsschub zu beobachten. Zudem ist der Stängel, der an der Basis mit Erde bedeckt wird, zuverlässig vor Staunässe und die Wurzeln vor Überhitzung geschützt. Und wenn sich große Kohlköpfe bilden, verhindert der Erdhügel, dass der Stamm bricht.
Kohl sollte regelmäßig, aber mäßig gegossen werden. Zwar gedeiht die Pflanze in feuchter Erde, doch zu viel Wasser kann dazu führen, dass die Köpfe aufplatzen und ihr ansprechendes Aussehen verlieren. Jungpflanzen sollten zweimal wöchentlich mit 500 Millilitern Wasser pro Pflanze gegossen werden. Dieses häufige Gießen fördert die Entwicklung einer kräftigen Blattrosette. Ausgewachsene Pflanzen benötigen 1–2 Liter Wasser. Während der Kopfbildung benötigt jede Pflanze bis zu 4 Liter Wasser. In der Reifephase sollte die Wassermenge alle drei Tage auf bis zu 2 Liter erhöht werden.
Der Boden sollte bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern befeuchtet werden.
Sobald die ausgewachsenen Sämlinge frei sind, siedeln sich schnell verschiedene Insekten an. Schmetterlinge, Kohlfliegen und Nacktschnecken (ganz zu schweigen von Erdflöhen) lieben besonders die saftigen Blätter. Diese lassen sich mit chemischen Insektiziden oder traditionellen Schädlingsbekämpfungsmethoden bekämpfen: Eine Mulchschicht aus Eierschalen, Brennnesseln und Sägemehl hält Nacktschnecken fern. Ringelblumen, Dill, Rucola, Petersilie oder Basilikum in der Nähe des Kohls vertreiben viele Schädlinge. Das Besprühen mit Barguzin, Medvetoks, Zemlin, Grizzly und Grom hilft gegen Kohlfliegen und Maulwurfsgrillen. Thripse, Kohlweißlinge, Erdraupen, Motten, Blattläuse und andere Schädlinge können mit Karbofos-500, Iskra M und Fufanon-Nova bekämpft werden.
Der Anbau von Kohl in sauren Böden kann zu Kohlhernie führen, einer Krankheit, die sich durch Wucherungen und Schwellungen an den Wurzeln äußert. Leider gibt es kein Heilmittel, aber die Ausbreitung der Infektion lässt sich mit starken chemischen Mitteln wie Trichodermin, Alirin, Topaz und Previkur eindämmen.
Kohl reagiert gut auf Düngung. Die erste Düngung erfolgt, sobald nur noch ein kräftiger Sämling im Pflanzloch steht. Zu diesem Zeitpunkt werden Ammoniumnitrat, Superphosphat und Kaliumchlorid in den Boden eingearbeitet. Zusätzlich wird das Besprühen mit Nitrophoska, Rasvtorin oder Kemira Universal empfohlen. Ammoniakwasser und eine organische Düngerlösung können ebenfalls verwendet werden. Die zweite Düngung erfolgt, sobald sich die Kohlköpfe bilden.
Frühreife Sorten sind gegen Ende des Sommers erntereif. Mittelfrühe Sorten sind im September erntereif. Die Erntezeit erstreckt sich von Anfang September bis Ende Oktober. Leichter Frost ist unproblematisch – selbst ein leichter Temperaturabfall führt dazu, dass der Kohl mehr Zucker und Saft anreichert.
https://youtu.be/YpU3D-xygxw
Rezensionen
Ljudmila
Dieses Jahr habe ich mich für die samenlose Anzucht entschieden. Ende April säte ich die Samen der späten Sorte „Moskovskaya“ unter Plastikfolie aus. Ich hatte Bedenken, dass sie nicht keimen würden, aber das Wetter war den ganzen Frühling über warm, was wohl der Grund dafür war, dass die Sämlinge schon nach fünf Tagen aufgingen. Sie wuchsen gleichmäßig und waren alle kräftig, fast wie handverlesen. Ich legte drei Samen pro Loch, und da alle gleichmäßig keimten, pflanzte ich auch die ausgedünnten Sämlinge ein. Übrigens: Der Kohl, der daraus entstand, wurde genauso groß. Mir gefiel diese Methode, weil man keine sperrigen Anzuchtkästen im Haus und kein Umpflanzen der Sämlinge mehr braucht. Es stellte sich heraus, dass man im Freilandbeet ganz unkompliziert eine ansehnliche Kohlernte erzielen kann.
Anastasia
Ich ziehe Kohl schon seit vielen Jahren direkt aus Setzlingen, da ich aus leidvoller Erfahrung weiß, dass diese nur eine sehr geringe Überlebensrate haben. Die Wurzeln sind schwach und werden beim Umpflanzen oder Pikieren oft beschädigt. Hier hingegen gibt es keine Probleme – der Kohl wächst direkt an seinen endgültigen Standort, die Wurzeln entwickeln sich kräftig, und die Köpfe werden immer groß und saftig. Außerdem ist aus Samen gezogener Kohl weniger anfällig für Krankheiten, da er ein stärkeres Immunsystem besitzt.
Michael
Ich habe Kohl sowohl aus Setzlingen als auch aus Samen gezogen. Ehrlich gesagt, habe ich kaum einen Unterschied bemerkt. Meine Pflanzen sind in beiden Fällen kräftig und gesund geworden. Die Ernte ist gleichzeitig reif. Ich denke, wenn das Beet in der Nähe des Hauses liegt, ist die Direktsaat die bessere Methode. Liegt der Garten jedoch weit außerhalb der Stadt, ist es praktischer, Kohl drinnen aus Setzlingen vorzuziehen.
Abschluss
Millionen von Hobbygärtnern nutzen bereits die Direktsaat für Kohl und erzielen dadurch deutlich schmackhaftere und gesündere Ernten. Obwohl diese Methode auch Nachteile hat, ist sie aufgrund des geringeren Arbeits- und Zeitaufwands für die Anzucht der Setzlinge einen Versuch wert.

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