Tomatenstecklinge als Methode zur Vermehrung der Sämlinge

Tomaten

Gärtner ziehen Tomaten üblicherweise aus Setzlingen. Nur wenige wissen, dass man sie auch durch Stecklinge vermehren kann. Es gibt verschiedene Methoden, mit denen man bis Ende Mai zwei bis drei kräftige Pflanzen aus einem einzigen Setzling gewinnen kann. Tomaten haben ein hohes Regenerationsvermögen. An allen Pflanzenteilen bilden sich Wurzeln; sogar der Blütenstand kann Wurzeln schlagen.

Warum sollte man Tomaten durch Stecklinge vermehren?

Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn Saatgut teuer und knapp ist, man aber möglichst viele Tomaten einer bestimmten Sorte anbauen möchte. Es gibt auch andere Situationen, in denen die Vermehrung von Sämlingen durch Stecklinge sinnvoll ist:

  • Beim Transport der Setzlinge zur Datscha gingen einige kaputt;
  • Es gab Hagel oder Starkregen, und das hat die Ernte beschädigt;
  • Die Setzlinge wurden früh ausgesät und wuchsen hoch heran;
  • Aufgrund schlechter Keimung sind nicht alle Samen gekeimt, es sind nur wenige Sämlinge gewachsen, es werden mehr benötigt;
  • Einige der Tomaten sind an Schwarzbeinigkeit verstorben.
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Die Ernte eines aus einem Steckling gezogenen Strauchs erfolgt 2 Wochen später.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Stecklinge vorteilhaft sind. Daher lohnt es sich, diese Methode der vegetativen Vermehrung von Tomaten zu beherrschen.

Vermehrung von Tomaten durch Stecklinge

Mindestens 7 cm lange Stecklinge mit zwei Knoten bewurzeln am besten. Der für die Stecklingsvermehrung vorgesehene Strauch wird begutachtet und mit einer Schere in Teilstücke geteilt. Gängige Tomatensorten eignen sich hierfür weniger; die vegetative Vermehrung wird typischerweise bei Sorten angewendet, die mehrere Seitentriebe bilden (unbestimmte und bestimmte Sorten).

An der Mutterpflanze verbleiben vier Blätter. Am siebten Tag treiben aus ihren Blattachseln Seitentriebe aus. Diese werden zur Bildung des Strauchs verwendet. Die Stecklinge (die Krone, der Teil des Stängels mit zwei Knoten) werden zwei Stunden lang in Wasser eingeweicht, anschließend in Plastikbecher mit einem Gemisch aus Torf, Humus, Gartenerde und Sand (1:1:1:0,5) gepflanzt und angegossen.

Die Behälter werden in Plastiktüten verpackt und eine Woche lang im provisorischen Mini-Gewächshaus belassen. Nach sieben Tagen haben die Stecklinge kräftige Wurzeln gebildet, die durch die transparenten Seiten der Becher deutlich sichtbar sind. Am Ende der zweiten Woche werden die bewurzelten Stecklinge an ihren endgültigen Standort umgepflanzt.

Rettung überwachsener Sämlinge

Sämlinge, die Ende Januar oder im Februar ausgesät werden, wachsen bis April in die Länge. Bei kaltem Wetter ist es noch zu früh, sie ins Gewächshaus zu pflanzen, geschweige denn ins Freiland. Warten Sie nicht, bis sie zu groß geworden sind; nehmen Sie lieber gleich eine Schere und schneiden Sie Stecklinge.

Lassen Sie 2–3 Knoten an der Mutterpflanze und schneiden Sie die Spitze ab. Entfernen Sie eventuell vorhandene Knospen. Bestäuben Sie den Stängel mit Kornevin und stellen Sie ihn in ein Gefäß mit Wasser. Falls Sie keinen Bewurzelungsstimulator zu Hause haben, können Sie darauf verzichten.

Stellen Sie den Becher mit der Mutterpflanze wieder an ihren ursprünglichen Standort und pflegen Sie sie wie eine normale Sämling. Innerhalb einer Woche bilden sich Seitentriebe in den Blattachseln. Lassen Sie den kräftigsten Trieb am abgeschnittenen Haupttrieb stehen und brechen Sie die übrigen ab.

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Um zu verhindern, dass die im Februar ausgesäten Sämlinge in die Höhe schießen, werden sie unter eine „kalte“ Lampe gestellt.

Nach etwa 10 Tagen bilden sich an der Spitze der Pflanze im Glas weiße Wurzeln. Topfen Sie die Pflanze nun um. Füllen Sie den Topf mit Erde, drücken Sie die Spitze vorsichtig hinein und gießen Sie. Falls sich die Erde setzt, füllen Sie Erde nach. Stellen Sie die Pflanze zwei Tage lang nicht in die direkte Sonne, bis sie Wurzeln geschlagen hat, und düngen Sie sie 14 Tage lang nicht.

Bewurzelung von Trieben von mehrjährigen Tomatenpflanzen

Im Herbst einen gesunden Tomatenstrauch ausgraben und in einen größeren Topf umpflanzen. Im Winter sollte er an einem kühlen Ort (15 °C) stehen. Da Tomaten mehrjährig sind, wird die Pflanze nicht eingehen. Während der Ruhephase sparsam und mäßig gießen.

Im Frühjahr, mit zunehmenden Tagen, treiben die Triebe aus den Blattachseln aus. Diese werden abgeschnitten und bewurzelt. Mit dieser Methode bleibt eine wertvolle Sorte (Hybride) erhalten, deren Saatgut schwer zu gewinnen ist. Dank des robusten Wurzelsystems der Pflanze bilden sich die Triebe aktiv, sodass Bewurzelungsmaterial leicht zu finden ist. Die bewurzelten Triebe behalten die sortentypischen Merkmale.

Die so gewonnenen Sämlinge sind robust und wachsen schnell an. Zwei Wochen nach dem Umpflanzen bilden sich die Fruchtknospen. In Notfällen können Tomaten den ganzen Sommer über vegetativ vermehrt werden.

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