Wie und womit man einen Apfelbaum im Winter in Sibirien abdeckt

Apfel

Das Klima in Sibirien ist sehr rau. Winterfröste können in Obstgärten zu Frostschäden führen. Daher müssen Apfelbäume durch Abdecken vor der Kälte geschützt werden. Der Schutz von Stamm und Wurzelsystem ermöglicht es den Bäumen, strenge Fröste mit minimalen Schäden zu überstehen. Die Verwendung minderwertiger Materialien oder unsachgemäßer Abdecktechniken kann jedoch zu unerwünschten Folgen führen.

Müssen Apfelbäume im Winter abgedeckt werden?

Das Überleben in Sibirien ist für Apfelbäume extrem schwierig, besonders in windigen Wintern mit wenig Schnee. In den kältesten Monaten können die Temperaturen auf -50 °C oder darunter sinken. Unter solchen Bedingungen können die Bäume erfrieren. Dies gilt insbesondere für geschwächte, junge Apfelbäume. Auch der Standort des Baumes ist wichtig. Steht er im Tiefland oder ist der Grundwasserspiegel sehr hoch, kann es bereits bei Temperaturen um -15 °C zu Wurzelfäule kommen.

Die Abdeckung ist nicht nur notwendig, um die Wurzeln und die Stammrinde vor Frost zu schützen. Sie erfüllt auch andere Funktionen, darunter:

In Sibirien müssen alle Apfelbaumsorten abgedeckt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte jedoch jenen mit geringer Kältetoleranz gelten. Um sicherzustellen, dass diese Bäume den Winter gut überstehen, sollte nicht nur der Stamm, sondern auch der Bereich um den Stamm herum abgedeckt werden.

Notiz!
Um die Frostresistenz von Apfelbäumen zu erhöhen, empfehlen sibirische Gärtner einen fachgerechten Kronenschnitt. Dabei sollte der Stamm möglichst niedrig gehalten werden; die unteren Äste müssen nicht abgeschnitten werden.

Wann man Apfelbäume für den Winter isolieren sollte

Der Zeitpunkt aller Vorbereitungsarbeiten hängt von den Wetterbedingungen ab. In Sibirien kann der Frost bereits im Dezember einsetzen. Apfelbäume sollten am besten ein bis zwei Wochen vor dem erwarteten Kälteeinbruch abgedeckt werden. Bei günstiger Wettervorhersage kann dies Ende November geschehen. Bei frühem Frost kann der Obstgarten schon Mitte November isoliert werden. Auch vor dem ersten Frost ist es ratsam, die Stämme mit Mulch zu bedecken und mit Jute oder Vliesstoff zu umwickeln. Junge Bäume sollten jedoch frühzeitig isoliert werden.

Vorbereitende Arbeiten wie das Ausgraben der Baumstämme, das Wässern der Apfelbäume und das Düngen sollten einen Monat vor dem ersten Frost erfolgen. In Sibirien ist Mitte November der optimale Zeitpunkt. Sie können all diese Arbeiten sofort abschließen, die Stämme weiß streichen und isolieren oder die Isolierung um ein bis zwei Wochen verschieben.

Notiz!
Warten Sie mit dem Weißeln Ihrer Bäume nicht bis zur letzten Minute. Selbst bei leichtem Frost ist es nicht möglich, die Arbeit ordentlich auszuführen.

Materialien, die für den Bau von Unterkünften verwendet wurden

Natürliche und synthetische Materialien eignen sich zur Isolierung von Baumstämmen und der Umgebung. Wichtig ist dabei die Atmungsaktivität. Es wird nicht empfohlen, den Stamm einfach nur mit Plastik oder anderen luftdichten Materialien zu umwickeln. Die darunterliegende Rinde kann faulen, was die Gesundheit des Baumes beeinträchtigt. In manchen Fällen kann die Verwendung solcher Abdeckungen sogar zum Absterben des Apfelbaums führen. Folgende Materialien sind am besten geeignet:

  • Spinnvlies;
  • Zeitungspapier;
  • Sackleinen;
  • Lumpen;
  • Agrofaser.
Sackleinen

Stroh sollte man möglichst vermeiden, da Mäuse darin gerne nisten. Auch Schilf kann Nagetiere anlocken. Verwenden Sie zum Befestigen der Materialien keinen Draht mit scharfen Kanten oder andere Vorrichtungen, die die Rinde leicht beschädigen könnten. Wenn Sie Papier oder Zeitungspapier verwenden, wickeln Sie die Stämme mit einer wasserdichten Schutzschicht ein. Baumaterialien wie Laminat-Bodenbeläge und Dachpappe werden oft zum Abdecken junger Apfelbäume verwendet. Diese können um den Stamm gewickelt werden, um die Rinde vor Kälte und Witterungseinflüssen zu schützen.

Apfelbäume in Sibirien auf den Winter vorbereiten

Bei der Vorbereitung Ihres Gartens auf den Winter sollten Sie die Bodenbearbeitung nicht vergessen. Dies kann nach der Ernte erfolgen. Baumstämme sollten im Herbst ausgegraben werden. Dadurch wird die Luftzirkulation verbessert. Schädlinge oder deren Larven befinden sich häufig im Boden. Durch das Umgraben wird der Boden durchmischt und die unteren Schichten werden an die Oberfläche gebracht. Dies tötet die Schädlinge ab.

Der Durchmesser des Stammumfangs des Apfelbaums vergrößert sich mit der Zeit (von 1 m auf 2,5 m). Die Düngermenge wird anhand des Alters des Baumes und des Stammumfangs berechnet. Im Herbst sollten Phosphor- und Kaliumdünger in einer Menge von 60–120 g Superphosphat und 30–60 g Kaliumsalz ausgebracht werden. Alternativ können auch Mehrnährstoffdünger wie Osennee oder ähnliche Produkte verwendet werden. Wichtig ist, dass diese keinen Stickstoff enthalten. Mist, Humus, Vogelkot und andere organische Stickstoffdünger sollten nicht verwendet werden. Sie fördern das Wachstum von Trieben in Stammnähe, was in der Vorwinterphase völlig unnötig ist.

Im Herbst ist es wichtig, alte und kranke Äste sowie Wasserschosse von Apfelbäumen zu entfernen. Auch Wasserschosse sollten entfernt werden. Dies bereitet die Bäume auf den ersten Frost vor und schützt sie. Manchmal können falsch wachsende Äste die Isolierung beeinträchtigen. In diesem Fall sollten sie ebenfalls zurückgeschnitten werden.

Vor dem Winter müssen Apfelbäume gekalkt werden. Dies ist nicht nur zum Schutz vor Schädlingen und Nagetieren notwendig. Im Frühjahr erhitzt sich die Baumrinde durch die intensive Sonneneinstrahlung stark, wodurch Frostrisse entstehen. Kalk oder Farbe verhindern diese Schäden. Aus demselben Grund sollten zur Isolierung der Bäume helle, nicht dunkle Materialien verwendet werden.

Bäume können mit Kalk oder einer speziellen Farbe weiß getüncht werden. Erfahrene Gärtner mischen dem Kalk Lehm bei. Dadurch wird der Anstrich haltbarer und bietet zusätzliche Isolierung. Junge oder säulenförmige Apfelbäume sollten im Norden nicht mit Kalk auf den Winter vorbereitet werden. Dieses aggressive Mittel kann die Rinde beschädigen. Eine spezielle Farbe auf Wasserbasis oder Kreide trägt dazu bei, die Stämme gesund zu erhalten. Kreide ist jedoch ein sehr instabiler Anstrich. Ohne eine isolierende Schutzschicht wird sie nach den ersten Regenfällen abgewaschen.

Wie man Apfelbäume richtig abdeckt

Um Apfelbäume vor Frost und Nagetieren zu schützen, ist es wichtig, nicht nur die richtigen Materialien auszuwählen, sondern diese auch sachgemäß anzuwenden und die richtige Abdecktechnik zu beachten. Der Stammschutz sollte erst nach Abschluss aller Vorarbeiten angebracht werden. Die Bäume sollten mit Kupfersulfat oder anderen Fungiziden behandelt und gekalkt werden. Auch der Baumschnitt sollte vor dem Isolieren erfolgen.

Jute, Stoffreste, Spinnvlies oder andere ausgewählte Materialien werden fest um die Stämme gewickelt. Apfelbäume werden bis zu einer Höhe von 1–1,5 Metern eingewickelt. Das Material wird mit Seil oder einem dünnen Stoffstreifen befestigt. Zusätzlich können die Stämme mit einem feuchtigkeitsbeständigen Material wie Polyethylen oder Lutrasil umwickelt werden. Wichtig ist, das Material nicht zu eng um die Stämme zu wickeln, um Fäulnis der Rinde darunter zu vermeiden.

Baumstämme sollten mit Sägemehl, Torf oder Fichtenzweigen gemulcht werden. Beachten Sie, dass Fichtennadeln und Torf den Boden ansäuern. Apfelbäume gedeihen nur in neutralen Böden. Im Frühjahr können Sie den pH-Wert des Bodens mit pH-Testpapier prüfen. Geben Sie gegebenenfalls gelöschten Kalk hinzu.

Sämlinge und junge Apfelbäume abdecken

In Sibirien wird vom Pflanzen von Apfelbäumen im Winter abgeraten. Die Gefahr von Frostschäden an den Wurzeln ist sehr hoch. Empfindliche Pflanzen können den Frost unter Umständen nicht überstehen. Am besten pflanzt man die Setzlinge an einem erhöhten, windgeschützten Ort und isoliert sie gut. Im Frühjahr können sie dann an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden. Man kann einen etwa 0,5 m tiefen Graben an einer Anhöhe ausheben und mehrere Setzlinge hineinsetzen. Anschließend baut man ein Gerüst und umwickelt es mit dem gewählten Material.

Der Bereich um die Stämme der Sämlinge muss mit Fichtenzweigen oder einer dicken Sägemehlschicht isoliert werden. Die oberirdischen Teile werden vollständig in Isoliermaterial eingewickelt, gebündelt und oben und unten mit Bindfaden zusammengebunden. In schneereichen Gebieten überwintern die Sämlinge unter einer dicken Schneedecke.

Junge Apfelbäume benötigen ebenfalls sorgfältigen Winterschutz. Ihre Rinde ist sehr empfindlich. Diese Bäume werden oft nicht nur durch Frost, sondern auch durch Nagetiere und Hasen beschädigt. Um sie vor allen möglichen Gefahren zu schützen, wird der Bereich um die Stämme mit Fichtenzweigen oder Sägemehl gemulcht. Auch Baumrinde kann verwendet werden. Die Stämme werden in Jute oder Stofffetzen eingewickelt. Isolierende Materialien (Schaumgummi, synthetische Polsterung) sind ebenfalls geeignet. Die Isolierung wird um den Stammfuß und in einer Höhe von etwa 1,2 m befestigt. Manche Gärtner bauen ein Gerüst aus Zweigen. Daran lässt sich das Material leicht umwickeln. Das Gerüst bietet hervorragenden Schutz vor Wind, Niederschlag, Nagetieren und Hasen.

Schaumgummi und andere dichte Baumaterialien lassen sich leicht um die Stämme junger und säulenförmiger Apfelbäume wickeln. Auch Laminatunterlagen oder Dachpappe eignen sich. Schneiden Sie die benötigte Menge Material zu, wickeln Sie es schlauchförmig um den Stamm und befestigen Sie es mit Bindfaden oder speziellen Klammern.

Notiz!
Manche Gärtner umwickeln die Stämme junger Apfelbäume mit Fichtenzweigen und befestigen diese mit Seilen oder speziellen Vorrichtungen. Diese Umhüllung verhindert das Verfaulen der Rinde.

Wie man einen alten Apfelbaum für den Winter isoliert

Auch alte Apfelbäume benötigen einen guten Schutz. Sie vertragen starken Frost schlecht. Trotz ihres tiefen Wurzelsystems muss der Bereich um den Stamm gemulcht werden. Alte Apfelbäume weisen oft Risse und Brüche in der Rinde auf. Diese müssen vor dem ersten Frost entfernt werden. Alle beschädigten Teile sollten mit einem zuvor desinfizierten Gartenmesser abgeschnitten werden.

Im Herbst erfolgt der hygienische Rückschnitt alter Apfelbäume. Die Verjüngung sollte man am besten bis zum Frühjahr verschieben. Wurden im Herbst größere Äste abgeschnitten, sollten die Schnittstellen mit Gartenharz behandelt werden. Die Stämme alter Apfelbäume werden in Jute, Spinnvlies oder Lutrasil eingewickelt und an mehreren Stellen mit Seilen fixiert.

Häufige Fehler bei der Vorbereitung von Apfelbäumen auf den Winter

Um einen Apfelbaum in Sibirien richtig für den Winter abzudecken, müssen die Fristen eingehalten, die richtigen Materialien ausgewählt und die korrekten Verfahren befolgt werden. Gartenanfänger machen oft Fehler, die zu geringeren Erträgen im Folgejahr oder sogar zum Absterben der Bäume führen können. Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Vor starken Frösten sollten Apfelbäume reichlich bewässert werden (die Bäume müssen 2-3 Wochen vor dem erwarteten Kälteeinbruch bewässert werden);
  • als Hauptdämmstoff wird eine luftundurchlässige Folie verwendet;
  • Stroh zum Schutz von Baumstämmen vor Frost verwenden;
  • Vernachlässigung der Mulchschicht um den Stamm herum (insbesondere bei Bäumen, die im Tiefland wachsen);
  • Verwendung von Materialien, die die Stämme beschädigen können;
  • Kalk zum Weißeln junger Bäume verwenden.

Zu viel Isolierung schadet Apfelbäumen. Man sollte es aber nicht übertreiben. Sind die Bäume gut isoliert, der Frühling aber früh gekommen, kann man die Jute oder die synthetische Watte entfernen. Andernfalls könnten ruhende Knospen vorzeitig austreiben.

Nach dem Entfernen der Isolierung sollte der Zustand des Stammes überprüft werden. Wurde der Baum im Herbst nicht gekalkt, sollte er mit Kalk oder Farbe gestrichen werden. Dies kann bei Außentemperaturen über 0 Grad Celsius erfolgen. Ungeschützte Stämme können Frostschäden erleiden. Die intensive Sonneneinstrahlung erwärmt die Rinde und führt zu einem vorzeitigen Saftfluss. Wiederkehrender Frost kann Risse in der Rinde verursachen. Diese Risse bieten Schädlingen und Pilzen einen idealen Eintrittspunkt.

Der Winterschutz für Apfelbäume in Sibirien ist unerlässlich. Am besten verwendet man hochwertige Materialien, die die Stämme atmen lassen und die Luftzirkulation nicht behindern. Setzlinge und junge Apfelbäume sollten besonders sorgfältig abgedeckt werden, da sie frostempfindlicher sind.

Wie und womit man einen Apfelbaum für den Winter abdeckt
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