Das Pikieren ist ein umstrittener Schritt bei der Anzucht von Jungpflanzen. Einige Gärtner raten davon ab, da sie es für überflüssig halten, während andere neue Methoden ausprobieren, die zu gesünderem Pflanzgut führen.
Um festzustellen, ob eine Verpflanzung für eine bestimmte Kulturpflanze oder Sorte notwendig ist, gilt es, deren tatsächlichen Nutzen und die bestehenden Risiken zu verstehen und Fehlvorstellungen von erwiesenen Fakten zu trennen.
Mythen und Fakten
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass das Pikieren die Wurzeln schädigt und das Wachstum hemmt. Fakt ist: Bei richtigem Zeitpunkt des Umpflanzens ist die Beschädigung des Haupttriebs minimal und sogar notwendig. Wichtig ist, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem die Pflanze ihren oberirdischen Teil bereits ausgebildet, aber noch keine Seitenwurzeln gebildet hat. Dann gibt es keine Verflechtungen im Wurzelballen, die gelöst oder auseinandergerissen werden müssen. Durch gründliches Anfeuchten der Erde im Vorfeld und die Verwendung geeigneter Werkzeuge zum Herausziehen der Triebe lässt sich Beschädigung vollständig vermeiden. Ziel ist es jedoch, durch die Anregung des Seitentriebwachstums ein starkes Wurzelsystem zu entwickeln. Um dies zu erreichen, wird der Haupttrieb eingeknickt und gebogen. Daher schadet das Pikieren den Wurzeln nur, wenn es zum falschen Zeitpunkt erfolgt.
Manche glauben, dass Pikieren das Wachstum verlangsamt und man dadurch schneller kräftigere Sämlinge erhält. In der Praxis kennen die meisten Gärtner jedoch das Problem des Überwachsens: Die Pflanzen strecken sich, schwache Stängel biegen sich, und die Sämlinge können sich aufgrund unterentwickelter Wurzeln im Garten nicht etablieren. Pikieren löst diese Probleme. Nach dem Pikieren stellen die Sämlinge die Nährstoffversorgung des oberirdischen Teils ein und konzentrieren ihre gesamte Energie auf die Wurzelbildung, das Wurzelwachstum und die Stärkung des Stängels. Das Ergebnis ist eine nicht zu hohe Pflanze mit einem dichten, elastischen Stängel und einer stabilen Basis. Diese Pflanzen lassen sich leichter ins Freiland umpflanzen, wachsen schnell an und benötigen keine ständige Stütze.
Man geht davon aus, dass Sämlinge nach der Behandlung erkranken und der Anteil abgestorbener Sämlinge steigt. Tatsächlich kann die Behandlung Infektionen und sogar vollständiges Welken verursachen. Dies ist jedoch meist auf Folgendes zurückzuführen:
- Nichteinhaltung von Fristen;
- falsche Technik;
- fehlerhafte nachfolgende Bodenbehandlung.
Das könnte Sie auch interessieren:Die Sämlinge werden krank, wenn man sie von Hand herauszieht, unsaubere Geräte benutzt oder nicht genügend Zeit für die Bodenbearbeitung aufwendet. Fütterung über die nächsten WochenDarüber hinaus ermöglicht Ihnen das rechtzeitige Umpflanzen nach der chinesischen Methode, die doppelte Anzahl an Pflanzen zu erhalten.
Nutzen oder Schaden
Das Pikieren von Sämlingen sollte nicht als obligatorischer Schritt bei der Anzucht oder als Allheilmittel für alle Pflanzprobleme betrachtet werden. Das Verfahren bietet zwar einige unbestreitbare Vorteile: Es entfernt die schwächsten Sämlinge und verbessert die Leistung der verbleibenden Pflanzen deutlich, wodurch sich sogar der Gesamtertrag steigern lässt. Man sollte jedoch bedenken, dass das Pikieren auch Nachteile und Grenzen hat. Zu den Vorteilen zählen:
- platzsparend;
- Wachstumskontrolle;
- einfache Sortierung der Pflanzen;
- die Fähigkeit, Eigenschaften zu verändern.
Anfänglich vereinfacht das Anpflanzen in Kisten statt in Töpfen die Pflege und spart Platz. Beim späteren Umpflanzen können Gärtner Pflanzen mit verfaulten Wurzeln, kranken Stängeln und schwachen Blättern leicht erkennen. Durch das sofortige Entfernen dieser Pflanzen wird das Risiko der Ausbreitung von Infektionen, Bakterien oder Pilzen auf den gesamten Bestand deutlich reduziert. Nur durch Umpflanzen lässt sich die Wuchsform der zukünftigen Pflanze beeinflussen. So können beispielsweise hohe Tomatenpflanzen so erzogen werden, dass sie zwei Stängel bilden und dadurch den Ertrag verdoppeln.
Zu den Nachteilen zählen das Risiko erheblicher Verluste durch einen falschen Pflanzzeitpunkt sowie das anfängliche Infektionsrisiko für alle Sämlinge, da sie in einem einzigen Topf gezogen werden. Außerdem müssen Sie im Voraus Erde besorgen und Platz für einzelne Töpfe finden. Der Anbau frühreifender, südlicher Pflanzen erfordert oft kein Umpflanzen, insbesondere wenn sie frühzeitig ins Freiland gepflanzt oder in einem Gewächshaus oder Frühbeet vorgezogen werden.
Das könnte Sie auch interessieren:Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile und unter Berücksichtigung der Fakten kann jeder Gärtner selbst entscheiden, welche Pflanzen er behandelt und welche er unbehandelt lässt. Umtopfen ist unerlässlich, wenn das Wachstum gestoppt und die Wurzeln gestärkt werden sollen. Können die Pflanzen jedoch direkt in separate Töpfe gesetzt werden, kann auf eine weitere Behandlung verzichtet werden.

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