
Bei der Kohlernte fällt möglicherweise ein unschöner äußerer Mangel an den Köpfen auf: Die Blätter sind stark eingerissen, bis zum Strunk. Ursache hierfür ist überschüssige Feuchtigkeit, die sich in den Blättern ansammelt und zum Aufplatzen der Köpfe führt.
Warum knackt Kohl?
Die Hauptursache für das Aufplatzen von Kohlköpfen ist ein Ungleichgewicht im Wasserhaushalt des Bodens. Dies kann folgende Ursachen haben:
- unregelmäßige Bewässerung;
- Überbewässerung;
- regnerischer Sommer;
- plötzliche Temperaturänderungen;
- Späte Ernte.
Kohl ist eine feuchtigkeitsliebende Pflanze; eine stetige Wasserversorgung ist lebenswichtig. Längere Bewässerungspausen, trockener Boden und hohe (oder niedrige) Temperaturen führen dazu, dass die gesamte Pflanze ihr Wachstum einstellt. Wird die Bewässerung plötzlich wieder aufgenommen, beginnen die Wurzeln, die saftigen jungen Blätter im Inneren des Kopfes intensiv zu nähren. Diese wachsen daraufhin rasant, während die äußeren, bereits ausgebildeten Blätter die Feuchtigkeit deutlich langsamer aufnehmen. Unter dem Druck der schnell absorbierenden Blattschichten wird der Kopf borstig, das Gewebe reißt und der Kopf spaltet sich.
Dasselbe geschieht nach einem Temperaturwechsel: Sinkt die Temperatur unter 15 Grad Celsius oder steigt sie auf 30 Grad Celsius oder darüber, stellt der Kohlkopf sein Wachstum ein. Sobald das Wetter wieder angenehm wird, setzt ein starker Wachstumsschub ein. Das äußere und innere Laub entwickeln sich ungleichmäßig, was unweigerlich zu Rissen führt.
Frühe Kohlsorten neigen am ehesten zum Platzen. Dies liegt daran, dass die Köpfe zwar ihr Wachstum einstellen, die Wurzeln aber weiterhin die oberirdischen Teile mit Feuchtigkeit und Mineralien versorgen. Die Blätter werden dadurch übersättigt, was zum Platzen mehrerer Blattschichten führt.
Die Folgen dieses Problems reichen weit über das unansehnliche Aussehen des Gemüses hinaus. Raupen und Schnecken können in die Risse kriechen und den Kohl von innen fressen. Neben Schädlingen kann der Kohl auch infiziert werden – Krankheitserreger können durch die Wunden eindringen und in die inneren Schichten des Kohls gelangen, was zum Verfaulen führt.
Von Schädlingen und Krankheiten befallene Kohlköpfe sind nicht mehr zum Verzehr oder zur Verfütterung an Nutztiere geeignet. Sie müssen entsorgt werden.
Wie man Risse vermeidet
Leider lässt sich Rissbildung nicht beheben. Gärtnern bleibt daher nichts anderes übrig, als vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um dieses unerfreuliche Problem zu vermeiden.
Regelmäßiges Gießen durchführen
Vermeiden Sie längere Trockenperioden im Boden. Kohl sollte alle drei Tage gegossen werden; in Trockenperioden ist es akzeptabel, das Beet jeden zweiten Tag zu gießen.
Durch Tropfbewässerung oder die Anlage des Kohlbeets in einem Gebiet mit hohem Grundwasserspiegel, in der Nähe eines Gewässers, lassen sich Feuchtigkeitsschwankungen vermeiden.
Wasserableitungsvorrichtung
Ist der Boden zu verdichtet oder zu locker, kann sich, insbesondere an Regentagen, überschüssige Feuchtigkeit in den Beeten ansammeln. Daher ist es ratsam, flache Gräben zwischen den Reihen anzulegen, um überschüssiges Wasser abfließen zu lassen.
Wurzelunterschnitt
Einige Wurzeln müssen verformt werden – dadurch wird die Feuchtigkeitszufuhr zu den Wurzeln reduziert, was wiederum die Nährstoffversorgung der Kohlblätter verringert. Die Wurzeln können einseitig mit einem Messer oder Spaten abgehackt werden. Alternativ kann man die Basis einer Kohlgabel um eine Vierteldrehung um ihre Achse drehen.
Verwendung resistenter Sorten
Viele frühe Kohlsorten platzen nicht auf. Dazu gehören:
- Juni.
- Dämmerung.
- Express F1.
- Gegenwärtig.
- Aggressor F1.
- Slava 13-05.
- Rindu F1.
Diese Kohlsorten vertragen eine Bewässerungspause von mehreren Tagen, bis zu 7 Tagen.
Mulchen
In trockenen Regionen ist das Mulchen von Beeten mit Stroh, frisch gemähtem Gras oder Kompost üblich. Dieses Abdeckmaterial speichert die Feuchtigkeit im Boden lange und ermöglicht so eine kontinuierliche Nährstoffversorgung der Pflanzen.
Nach einer Stickstoff-"Diät"
Bei der Düngung während der Gemüsereife sollte der Fokus auf Kalium und Phosphor liegen, während Stickstoff drastisch reduziert werden sollte. Zu viel Stickstoff im Boden kann dazu führen, dass sich neue Blätter innerhalb des Kopfes bilden, was zu starkem Druck und zum Platzen der Blattschichten führen kann.
Rechtzeitige Ernte
Je länger ein reifer Kohlkopf im Garten bleibt, desto größer ist die Gefahr, dass er aufplatzt. Große, volle Kohlköpfe sollten spätestens zwei Wochen nach der Reife geerntet werden. Frühe Sorten haben lockere, reife Köpfe; warten Sie also nicht, bis sie fester werden.
Ein paar Wochen vor der Ernte kann die Bewässerung abgeschlossen sein. Das Abdecken der Köpfe mit einem Kohlblatt schützt sie vor Verbrennungen und Austrocknung.
Was tun mit angebrochenen Kohlköpfen?
Aufgeschnittene Kohlköpfe lassen sich nicht lagern, da sie schnell verderben. Man kann sie nur für selbstgemachte Konserven verwenden (Einmachen, Einlegen, Schmoren oder als Kuchenfüllung). Sie sollten jedoch sofort nach Entdeckung des Risses verzehrt werden, bevor Schädlinge oder Krankheiten eindringen können.
Abschluss
Das Platzen von Kohl wird maßgeblich von den Witterungsbedingungen beeinflusst, die außerhalb des Einflussbereichs des Gärtners liegen. Daher lässt sich das Platzen von Kohl nicht immer vermeiden. Das Risiko dieses unschönen Phänomens kann nur durch vorbeugende Maßnahmen und die richtige Pflege des Kohlbeets deutlich reduziert werden.

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