Spalt- und Schnittveredelung von Apfelbäumen: Merkmale und Technologie der Veredelung

Apfel

Viele erfahrene Gärtner wenden die Veredelung von Apfelbäumen an. Dieses Verfahren verbessert den Fruchtansatz und die Widerstandsfähigkeit der Bäume gegenüber den lokalen Klimabedingungen. Ein einzelner Baum kann Früchte verschiedener Sorten tragen. Die Spaltveredelung ist besonders verbreitet. Diese Methode ist einfach durchzuführen, schränkt die Auswahl an Edelreisern und Unterlagen nicht ein und eignet sich zur Verjüngung älterer Apfelbäume. Für ein erfolgreiches Ergebnis müssen alle Besonderheiten der Spalt- und Schnittveredelungstechniken beachtet werden.

Vorteile der Methode

Es gibt verschiedene Methoden zum Veredeln von Apfelbäumen. Dieser Baum ist mit vielen Obstarten kompatibel, die ähnliche Wachstumsperioden haben. Die meisten Gärtner bevorzugen jedoch die einfache und vielseitige Spaltveredelungsmethode. Sie bietet gegenüber anderen Optionen mehrere Vorteile:

  1. Diese Methode ist universell anwendbar, da sie nicht von der Größe des Edelreises oder der Unterlage abhängt. Sie eignet sich sowohl für junge Sämlinge als auch für ausgewachsene Pflanzen. Häufig wird sie eingesetzt, um Bäume zu retten, deren oberirdische Teile absterben. Auch zur Verjüngung von überwucherten Wildpflanzen ist sie geeignet.
  2. Es gewährleistet eine hohe Überlebensrate.
  3. Das Veredeln geht sehr schnell. Das ist wichtig, wenn man mehrere Bäume gleichzeitig veredeln muss.
  4. Diese Methode eignet sich zur Wiederherstellung von Pflanzen mit beschädigter Rinde. Oft ist sie die einzige wirksame Möglichkeit, einen sterbenden Baum zu retten.
  5. Das Veredeln von Spaltpfropfungen ist einfach durchzuführen. Selbst Gärtner mit wenig Erfahrung können es beim ersten Versuch schaffen.
  6. Ist die Unterlage groß, werden viele Stecklinge gleichzeitig auf eine Pflanze gesetzt.
Wichtig!
Die Spaltpfropfung ist bei fruchttragenden Pflanzen möglich.

Diese Veredelungsmethode hat einen Nachteil: Mit der Zeit bildet sich an der Verbindungsstelle von Edelreis und Steckling ein Auswuchs. Dieser Auswuchs schrumpft jedoch mit dem Wachstum der Pflanze.

Impfzeitpunkt

Das Veredeln von Apfelbäumen mit dieser Methode ist ganzjährig möglich. Die Spaltveredelung wird ganzjährig angewendet. Das Verfahren hat je nach Jahreszeit seine Besonderheiten, die Erfolgsquote variiert jedoch nicht wesentlich. Für Gartenanfänger ist der Frühling die beste Zeit für die Veredelung. Das Veredeln im Sommer oder Herbst erfordert mehr Erfahrung.

Veredelung im Frühjahr

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Apfelbäume werden meist im Frühjahr durch Spaltpfropfung veredelt. Edelreis und Veredelungsstelle wurzeln gut an, wenn die Veredelung im April erfolgt, bevor der Saftfluss einsetzt, die Knospen anschwellen und Laub und Blüten – die wichtigsten Nährstoffquellen – erscheinen. Beim Veredeln werden sowohl Unterlage als auch Veredelungsstelle beschädigt. Im Frühjahr verträgt die Pflanze diese Eingriffe besser und erholt sich schneller.

Der Vorteil der Frühjahrsveredelung liegt darin, dass sie wiederholt werden kann. Sollte der Steckling aus irgendeinem Grund nicht anwachsen, kann der Apfelbaum einige Wochen später erneut veredelt werden. Die Veredelung erfolgt, solange die durchschnittliche Tagestemperatur nicht +15 °C erreicht hat.

Sommerveredelung

Im Sommer haben Gärtner weniger zu tun, wodurch mehr Zeit für die Veredelung von Obstbäumen bleibt. Dieses Verfahren wird üblicherweise angewendet, wenn die Veredelung im Frühjahr nicht erfolgreich war. Außerdem entfällt die zeitaufwendige Vorbereitung von Stecklingen in den Sommermonaten. Das Pflanzengewebe verwächst sehr gut, ohne dass sich an der Veredelungsstelle große Wucherungen bilden. Der Baum benötigt keine intensive Pflege. Alle verfügbaren Unterlagen können gleichzeitig verwendet werden.

Der beste Zeitpunkt für die Sommerveredelung ist, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist. Je nach Region erfolgt dies Ende Juli oder Mitte August. Bei extremer Hitze sollte die Veredelung vermieden werden. Auch die Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten scheint, ist nicht geeignet.

Veredelung im Herbst

Im Herbst führen nur erfahrene Gärtner die Spaltveredelung von Apfelbäumen durch. In Regionen mit frühen Frösten ist dies nicht der beste Zeitpunkt. Verwachsen Edelreis und Unterlage nicht, stirbt der Baum. Es wird empfohlen, die Spaltveredelung bis zum 10. September abzuschließen. Nur in wärmeren Klimazonen kann die Veredelung bis Mitte Oktober erfolgen.

Wichtig!
Das Veredeln von Apfelbäumen kann in den Herbstmonaten nicht hinausgezögert werden.

Für eine erfolgreiche Impfung müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. Das Verfahren wird durchgeführt, während in den Stämmen und Ästen aktiver Saftfluss stattfindet.
  2. Fehler beim Veredeln sind inakzeptabel. Sie verringern die Überlebenschancen erheblich. Mit Beginn des Herbstes verlangsamt sich der Stoffwechsel. Daher muss die Arbeit so schnell wie möglich ausgeführt werden.
  3. Als Unterlage eignen sich Bäume im Alter von 3 bis 6 Jahren mit skelettartigen Ästen mit einem Durchmesser von 2 bis 10 cm.
  4. Alle Arbeiten werden 2 Wochen vor dem Absinken der Temperatur auf +15°C abgeschlossen.

Möglichkeit der Winterveredelung

Apfelbäume können bei Bedarf auch im Winter veredelt werden. Diese Methode wird auch als Tischveredelung bezeichnet, da alle Arbeiten in Innenräumen durchgeführt werden. Hierfür werden vorbereitete Stecklinge verwendet. Als Unterlagen dienen ein- bis zweijährige Sämlinge. Diese werden im Spätherbst ausgegraben und bis dahin in einem kühlen, frostfreien Raum aufbewahrt. Eine Woche vor der Veredelung werden die Sämlinge in einen warmen Raum gebracht. Nach weiteren drei Tagen werden sie aus ihrer Verpackung genommen.

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Apfelbaumstecklinge werden nach dem 15. Dezember oder Anfang Januar durch Spaltpfropfung vermehrt. Anschließend werden die Sämlinge befeuchtet und 20 Tage lang in einem Raum mit einer Temperatur von 20 °C bis 25 °C gehalten. Danach werden sie in einen kühlen Raum mit einer Temperatur von -4 °C bis 0 °C gebracht. Sobald im Frühjahr warmes Wetter einkehrt, werden sie an ihren endgültigen Standort verpflanzt. Dies geschieht üblicherweise in der zweiten Märzhälfte.

Werkzeuge und Materialien

Für die Durchführung der Arbeiten benötigen Sie folgende Werkzeuge:

  • ein scharfes Messer mit kleiner Klinge;
  • Knospenmesser;
  • Veredelungsmesser;
  • Gartenschere oder Holzsäge.

Manche Gärtner verwenden spezielle Veredelungsscheren. Diese haben eine ungewöhnliche Klingenform. Man geht davon aus, dass dieses Werkzeug die Pflanze weniger beschädigt. Es ermöglicht gleichmäßige Schnitte für eine perfekte Ausrichtung der Veredelungsflächen.

Um Pflanzenfasern vor Schäden durch Krankheitserreger und Schädlinge zu schützen, werden offene Schnittstellen mit Gartenpech versiegelt. Dieses Bindemittel fördert eine schnelle Wundheilung. In kalten Klimazonen kann es jedoch reißen. Zum Verschließen werden Bast- oder Flachsgarn verwendet. Alternativ können auch Isolierband, Pflaster oder normales Klebeband verwendet werden. Materialien mit Kleberückseite sollten besonders vorsichtig entfernt werden, um die Rinde nicht durch ruckartige Bewegungen zu beschädigen.

Beratung!
Um Beschädigungen der Rinde zu vermeiden, wird das Klebematerial so aufgewickelt, dass die Klebeschicht nach außen zeigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Veredelungsverfahren ist einfach. Ein einjähriger Wildapfelbaum oder ein dünner Gerüsttrieb verbindet sich problemlos mit dem Edelreis. Die Veredelung auf einen größeren Stumpf oder einen Ast mit großem Durchmesser ist deutlich schwieriger. Die Spaltveredelung erfordert mehrere Arbeitsschritte. Das Edelreis wird mit dem Jungbaum verbunden, und die entstandene Verbindung wird anschließend versiegelt.

Vorbereitende Arbeiten

Stecklinge werden mehrmals im Jahr geschnitten. Einjährige Zweige aus dem mittleren Bereich der Krone eignen sich dafür. Ausgewählt werden Triebe im südlichen Kronenbereich mit kurzen Internodien. Gute Edelreiser stammen von gut tragenden, 3 bis 10 Jahre alten Pflanzen. Die Stecklinge sollten 30 bis 40 cm lang und mindestens 8 mm dick sein. Zu dünne Triebe bewurzeln schlecht.

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Vermeiden Sie beim Schneiden von Stecklingen senkrecht wachsende Triebe. Diese wurzeln zwar gut, tragen aber lange Zeit keine Früchte. Um den Garten zu verjüngen und eine Lieblingssorte zu erhalten, können Stecklinge von älteren Bäumen genommen werden. Diese Stecklinge werden dann kurz gehalten, maximal 15 cm lang. Lassen Sie an jedem Steckling 4–5 gut entwickelte Knospen. Überschüssige Knospen werden vorsichtig mit einer Gartenschere entfernt.

Zeit für die Stecklingsernte

An im Herbst geschnittenen Trieben schwellen die Knospen nicht frühzeitig an. Wurden die Triebe im Frühjahr geerntet, können sie sofort zum Veredeln verwendet werden. Die Herbsternte erfolgt im November, nachdem der Saftfluss aufgehört hat. Nach dem Schnitt werden die Triebe kühl und trocken gelagert. Ein Keller oder ein Gemüsefach im Kühlschrank eignen sich dafür. Die Temperatur sollte zwischen 0 °C und +3 °C liegen. Bei Bedarf kann das Veredelungsmaterial durch Vergraben in einer Grube und Abdecken mit trockenem Laub konserviert werden.

Stecklinge, die den Winter erfolgreich überstanden haben, weisen eine glatte, gleichmäßige Oberfläche und dichte Knospen auf. Sie sind biegsam und brechen nicht. Ist die Rinde eines Triebs runzelig, bricht der Trieb aber an der Biegung nicht, weichen Sie ihn drei Tage lang in Wasser ein. Machen Sie anschließend einen neuen Schnitt 2 cm oberhalb des vorherigen. Es empfiehlt sich, den Steckling auf Frostschäden zu überprüfen. Verfärbt sich die Schnittstelle nach dem Einweichen in Wasser braun, ist der Steckling nicht mehr zu gebrauchen.

Im Frühjahr beginnt die Ernte der Edelreiser, bevor der Saftfluss einsetzt. Der beste Zeitpunkt ist März. Das Veredelungsmaterial wird bei +3 °C gelagert. Knospenschwellungen und vorzeitige Blattbildung an den Edelreisern sollten vermieden werden, da diese nicht mehr anwurzeln. Vor der Verwendung wird der untere Teil des Edelreises keilförmig auf das Dreifache seines Durchmessers gekürzt.

Wichtig!
Um eine Infektion zu vermeiden, berühren Sie die Schnittwunde nicht mit den Händen.

Vorbereitung der Unterlage

Auch der Sämling benötigt Vorbereitung. Der Wildtrieb oder das Gerippe des Triebs wird von Erde befreit. Lose, alte Rinde wird entfernt. An der gewünschten Stelle wird ein Schnitt gemacht oder kleine Seitentriebe werden einfach entfernt und die Schnittfläche mit einem Messer gesäubert. Soll ein einzelner Edelreis veredelt werden, erfolgt der Schnitt schräg. Der Edelreis wird dann auf die höhere Seite gesetzt.

In der Mitte wird ein 20 bis 28 mm langer Spalt gemacht. Dazu schneidet man die Rinde zunächst bis zur gewünschten Tiefe ein. Anschließend spaltet man den Stamm mit einem Messer oder einer Axt in 5 bis 7 cm breite Spalten. Um zu verhindern, dass sich der Stamm wieder schließt, führt man einen Meißel ein. Falls nötig, kann man den Spalt mit einem Keil etwas erweitern. Sind mehrere Spalten erforderlich, macht man eine weitere, senkrecht zur ersten verlaufende Spalte, wie im Foto gezeigt.

Spleißtechnologie

Wenn die Unterlage ein Ast oder ein junger Wildapfelbaum ist, wird das Edelreis vorsichtig in den Spalt eingesetzt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kambiumschichten übereinanderliegen. Das Edelreis wird nicht vollständig eingetaucht, sodass einige Millimeter Schnittfläche über der eigentlichen Schnittfläche frei bleiben. Dies verbessert die Gewebeverwachsung. Für die Veredelung auf einen breiten Stumpf werden zwei bis vier Edelreiser verwendet. Diese werden auf die gleiche Weise in den Schnitt eingesetzt. Achten Sie darauf, dass das Kambiumgewebe und nicht die Rinde ausgerichtet wird. Die Edelreiser werden paarweise in den kreuzförmigen Schnitt eingesetzt.

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Eine Seitenpfropfung ist einfacher. Dazu schneidet man den Apfelbaumstamm ein und entfernt die Rinde oberhalb des Schnitts. Der untere Teil wird so geformt, dass die Schnittkanten senkrecht zueinander stehen. Ein Schnitt wird etwas länger ausgeführt. Die restliche Rinde wird mit einer Metallsäge entfernt. Der Edelreis wird mit dem längeren Ende nach außen in den Schnitt eingeführt, bis er nicht mehr hineinpasst. Anschließend wird die Pfropfstelle isoliert.

Isolierung

Die Veredelungsstelle muss geschützt werden. Zuerst wird der Bereich mit lebensmittelechter Plastikfolie umwickelt. Ein Stück Gummi oder Isolierband ist ebenfalls geeignet. Dadurch wird ein vollständiger Kontakt zwischen den Geweben gewährleistet, was ein schnelleres Anwachsen der Fasern fördert. Anschließend werden alle nicht mit Rinde bedeckten Bereiche mit Gartenpech abgedeckt. Eine Plastikfolie wird darüber gespannt, um die Veredelungsstelle konstant feucht zu halten. Sobald die ersten Blätter erscheinen, wird die Schutzschicht entfernt.

Pflege

Nach 3–5 Wochen erkennen Sie, ob die Veredelung erfolgreich war. Sind die Gewebe verwachsen, öffnen sich Knospen am Edelreis und Blätter erscheinen. Mit dem Wachstum des Edelreises verdichtet sich die Veredelungsstelle. Der Verband wird dann etwas gelockert, um ein Einschneiden in die Rinde zu verhindern. Jede Beschädigung der Rinde führt zu diesem Zeitpunkt zum Absterben der Pflanze.

Die Veredelungsstelle wird konstant feucht gehalten. Es darf jedoch kein Wasser zwischen Edelreis und Unterlage eindringen. Die Stelle muss außerdem vor Austrocknung geschützt werden, da Feuchtigkeitsverlust die Anwachschancen des Edelreises verringert. Daher muss die Veredelungsstelle luftdicht sein. Ihr Zustand wird alle zwei bis drei Tage überprüft, und eventuell entstehende Risse werden gegebenenfalls mit Gartenpech abgedichtet.

in die Spalte

Im ersten Jahr nach der Veredelung muss der Apfelbaum vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Überhitzung oder Austrocknung des neu gebildeten Gewebes führen zum Absterben. Idealerweise pflanzt man einen weiteren Baum südlich des veredelten Baumes. Ist dies nicht möglich, kann ein kleines Sichtschutznetz in der Nähe angebracht werden.

Wichtig!
Sobald neue Triebe am veredelten Baum erscheinen, werden sie sofort angebunden. Da sie sehr schnell wachsen, besteht ein hohes Risiko, dass die Pflanze abbricht. Das Wachstum der neuen Triebe wird ständig überwacht. Alle Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle erscheinen, werden entfernt, um zu verhindern, dass sie dem Baum Nährstoffe entziehen.

Die universelle Spaltpfropfungsmethode eignet sich für Obstbäume aller Altersgruppen und Größen. Sie gewährleistet ein besseres Anwachsen und ist einfach durchzuführen und zu pflegen. Die Vorbereitungsarbeiten können zu jeder Jahreszeit erfolgen. Bei korrekter Durchführung entwickelt sich der Baum schnell und trägt innerhalb von 2–3 Jahren Früchte.

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