Rosmarin ist eine immergrüne Pflanze, die seit alten Zivilisationen in der Küche und Volksmedizin verwendet wird. Während der Strauch schon seit Jahrhunderten als Gewürz genutzt wird, ist seine Kultivierung als Zierpflanze erst jüngeren Datums.
In der kurzen Zeit, seit Rosmarin auf Fensterbänken wächst, haben Gärtner seine wohltuenden und dekorativen Eigenschaften schätzen gelernt. Mittlerweile sieht man dieses gesunde Kraut immer häufiger im Topf zu Hause – eine wunderschöne Bereicherung für jede Wohnung. Darüber hinaus erfrischt der Strauch durch die Freisetzung von Phytonziden die Luft und reinigt sie gleichzeitig von Schadstoffen.
Rosmarin ist eine anspruchslose Pflanze, deren Anbau auch für einen Gartenneuling nicht viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt.
Eigenschaften von Rosmarin und wie er aussieht
Rosmarin ist eine Gattung mehrjähriger Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). In seinem natürlichen Lebensraum wächst er als Strauch oder Halbstrauch und wird daher häufig als Hecke verwendet. Diese mediterrane Wildpflanze ist an den trockenen Berghängen Afrikas, der Türkei, Zyperns, Griechenlands, Israels, Italiens, Portugals und Spaniens verbreitet.
Dieser Strauch besitzt ein stark entwickeltes Wurzelsystem, das bis zu 4 Meter tief in den Boden reicht und ihm so ermöglicht, selbst in trockenen Gebieten zu gedeihen. Seine schöne und biegsame Rinde macht ihn ideal für die Bonsai-Kultur. In seinem natürlichen Lebensraum erreicht der Strauch eine Höhe von 1,5 bis 2 Metern, im Haus bis zu 1 Meter.
Die sitzenden, linealischen Blätter sind mit kurzen Blattstielen an den grauen, behaarten Trieben des Rosmarins befestigt. Die ledrigen, glänzenden Blätter mit gebogenen Rändern sind zweifarbig: oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün oder fast weiß.
Rosmarins blauviolette Blüten bilden dichte, kompakte Dolden. Unter günstigen Bedingungen kann die Blütezeit etwa 25 Tage andauern. Der Strauch verströmt einen angenehmen, erfrischenden Duft, der an eine Mischung aus Kiefer, Eukalyptus und Zitrone erinnert.
Rosmarin zu Hause im Topf anbauen
Rosmarin ist eine Wildpflanze, die erst seit Kurzem domestiziert wird. Daher stehen Gärtner beim Anbau vor einigen Herausforderungen, insbesondere bei der Vermehrung und Pflege. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Teilung und Samen. Stecklinge sind jedoch die gebräuchlichste Methode für die Vermehrung im Hausgarten.
Das könnte Sie auch interessieren:Aus Samen
Rosmarinsamen sind in jedem Fachgeschäft erhältlich. Man sollte jedoch bedenken, dass sie langsam keimen. Daher ist es wichtig, bei der Vermehrung auf diese Weise alle Empfehlungen für die Gartenpflege genau zu befolgen.
Es wird empfohlen, die Samen im zeitigen Frühjahr oder Herbst auszusäen. Nur gut angefeuchtete Sämlinge können ausgesät werden. Zum Anfeuchten die Samen einfach auf einem großzügig angefeuchteten Gaze-Tuch verteilen und 48 Stunden ruhen lassen.

Nach dem Einweichen die Samen auf feuchter Erde verteilen und mit Frischhaltefolie abdecken, die mehrmals eingestochen wird, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Alternativ kann auch ein Plastikbehälter mit Deckel zur Aussaat verwendet werden. Solche Behälter müssen jedoch täglich gelüftet werden. Die Erde mit den Samen muss regelmäßig befeuchtet werden.
Die ersten Triebe, die in 2–4 Wochen erscheinen, sollten nur mit einer Sprühflasche feucht gehalten werden. Sobald die Sämlinge 7–9 cm hoch sind und mehr als drei Blätter haben, können sie umgepflanzt werden.
Aus Stecklingen
Die Vermehrung eines gesunden Strauchs durch Stecklinge ist recht einfach und eine bequeme sowie ertragreiche Methode. Wichtig ist jedoch, dass man für diese Methode mindestens einen ausgewachsenen Strauch benötigt, da Stecklinge nur von einem solchen Exemplar geschnitten werden können.
Das Bewurzelungsmaterial wird am besten im Frühjahr, vor der Blüte des Strauchs, oder im Herbst entnommen. Als Steckling dient der obere, bereits mit Rinde bedeckte Teil des Triebs. Der Steckling sollte 8 bis 10 cm lang sein. Vor der Bewurzelung werden die unteren Blätter entfernt und die Schnittstellen mit Glanzgrün behandelt.

Der Steckling wurzelt sowohl in einem Glas Wasser als auch in einem feuchten Erdgemisch aus gleichen Teilen Torf und Sand gut. Es wird empfohlen, den Steckling 3–4 cm tief in die Erde zu pflanzen.
Wenn der Behälter mit den Stecklingen warm und ausreichend feucht gehalten wird, können sich bereits nach 2–3 Wochen erste Wurzeln bilden. Um die Bildung von Seitentrieben anzuregen, kann die Spitze des Stecklings abgeknipst werden, sobald er aktiv zu wachsen beginnt. Nach 4–6 Wochen können die bewurzelten Stecklinge in endgültige Töpfe umgepflanzt werden.
Indem man den Busch teilt
Das Teilen eines Strauchs ist die schnellste Methode zur Pflanzenvermehrung und kann bei jedem Umtopfen angewendet werden. Der optimale Zeitpunkt dafür ist das frühe Frühjahr. Um die Wurzeln nicht zu beschädigen, sollte der Strauch unmittelbar vor dem Auspflanzen mit warmem Wasser gegossen werden. Der Wurzelballen sollte dabei noch am Strauch befestigt sein.
Der Strauch wird mit einer Gartenschere in Teilstücke geteilt, wobei darauf geachtet wird, den Wurzelballen so wenig wie möglich zu beschädigen. Die so entstehenden kleinen Sämlinge sollten in einzelne Töpfe umgepflanzt werden.
Grundregeln für die Pflege von Rosmarin zu Hause
Rosmarin ist eine recht anspruchslose Pflanze, die sich leicht zu Hause anbauen lässt; die Pflege erfordert jedoch die Beachtung grundlegender landwirtschaftlicher Empfehlungen.
Beleuchtung
Rosmarin ist eine lichtliebende Pflanze, daher schadet ihm auch längere direkte Sonneneinstrahlung nicht. Im Frühling und Sommer kann er auf einem Balkon oder einer Loggia platziert werden; dort erhält er nicht nur ausreichend Licht, sondern auch Sauerstoff.
Temperaturbedingungen
Während der warmen Jahreszeit benötigt die Blume keine bestimmte Temperatur; die Umgebungstemperatur ist für sie völlig ausreichend.

Bei Einbruch der kalten Jahreszeit empfiehlt es sich, Rosmarin in einem kühlen Raum zu halten, da die Kälte im Winter die Blüte anregt. Die empfohlene Temperatur für die Überwinterung liegt zwischen 8 und 13 °C.
Luftfeuchtigkeit und Bewässerung
Rosmarin ist zwar trockenheitsverträglich, muss aber regelmäßig gegossen werden, da sich sonst die Blätter gelb verfärben. Vom Frühjahr bis zum ersten Frost benötigt die Pflanze häufiges Gießen. Während der Ruhephase ist häufiges Gießen nicht nötig; einmal alle zwei Wochen genügt. Die Erde sollte jedoch nicht vollständig austrocknen.
Rosmarin hat keine besonderen Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit. Gelegentliches Besprühen während starker Trockenheit ist jedoch vorteilhaft für diese Zierpflanze.
Topdressing
Während der Wachstumsphase von März bis September benötigt die Gewürzpflanze alle zwei Wochen zusätzliche Düngung. Im restlichen Jahr ist eine häufigere Düngung als alle 30 Tage nicht notwendig. Zur Ergänzung kann ein Volldünger für Zierpflanzen verwendet werden. Alternativ eignet sich auch eine Kalziumlösung zur Düngung.
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Rosmarins Wurzelsystem wächst schnell und füllt den Topf rasch aus, daher muss die Pflanze mindestens alle zwei Jahre umgetopft werden. Bei Bedarf kann sie auch jährlich umgetopft werden.

Die Pflanze wird üblicherweise im Frühjahr vor der Blüte umgetopft. Die wichtigste Regel beim Umtopfen ist, auf eine gute Drainage der Erde zu achten.
Merkmale des Beschneidens
Durch das Beschneiden wird die Bildung neuer Zweige angeregt und das Aussehen der Pflanze verbessert. Der Rückschnitt sollte unmittelbar nach der Blüte erfolgen. Dabei empfiehlt es sich, nicht mehr als ein Drittel des Triebs von den Blattspitzen entfernt zu entfernen.
Mögliche Probleme beim Anbau von Rosmarin in einer Wohnung
Selbst erfahrene Gärtner können beim ersten Anbau von Rosmarin in Innenräumen auf Schwierigkeiten stoßen. Rosmarin ist zwar eine robuste und widerstandsfähige Pflanze, aber anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge, die durch unsachgemäße Pflege verursacht werden.
- Längere direkte Sonneneinstrahlung auf die oberirdischen Pflanzenteile kann zum Ausbleichen und schließlich zum Welken der Blätter führen. Ein Standort mit indirektem Licht kann dieses Problem beheben.
- Vergilbte untere Blätter deuten auf unzureichende Bewässerung hin; die Pflanze erhält nicht genügend Feuchtigkeit. Ein schwacher Duft und abgefallene Blätter hingegen weisen auf Staunässe hin.

Durch die Einrichtung eines Bewässerungssystems wird das dekorative Aussehen der Blume wiederhergestellt. - Wenn der Strauch an einem schlecht belüfteten Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit steht, kann er an Falschem Mehltau erkranken. Die Krankheit zeigt sich als weißer Belag auf der oberirdischen Pflanzenteil, der sich später braun verfärben kann. Zur Behandlung werden die befallenen Stellen entfernt und der Strauch in neue, desinfizierte Erde umgepflanzt. Zusätzlich wird die Behandlung mit einem Fungizid empfohlen.
- Im Winter, wenn die Raumluft zu trocken ist, kann die Pflanze anfällig für Spinnmilbenbefall werden. Die Milben erkennt man an den feinen Gespinsten, die Blätter und Stängel des Strauchs bedecken. Ein leichter Befall lässt sich mit Seifenwasser bekämpfen. Wird der Befall jedoch nicht sofort bemerkt, können Insektizide erforderlich sein.

Rosmarinkrankheit - Neben Spinnmilben kann der Strauch auch von Blattläusen befallen werden. Die Blätter solcher Pflanzen verformen sich und rollen sich ein. Diese Insekten lassen sich nur mit Insektiziden bekämpfen.
Anzeichen und Vorteile der Pflanze für Zuhause
Wer Rosmarin im Topf zu Hause anbaut, hat gleichzeitig eine schöne Pflanze, ein köstliches Kraut und einen natürlichen Lufterfrischer. Die Geschichte des Rosmarinanbaus reicht bis in die Antike zurück, als Rosmarin als Symbol der Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit, galt. Man glaubte, die Pflanze könne die Jugend bewahren und Gedanken und Gefühle harmonisieren.
Heutzutage gilt Rosmarin als Symbol für eine „echte“ Hausfrau, die nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihren Mann im Griff hat. Ein gesunder, üppiger und blühender Strauch ist daher ein Geschenk der Natur.
Die Blätter des Strauchs enthalten ätherisches Öl, reich an Phytonziden und Antioxidantien, die die Luft erfrischen und von schädlichen Verunreinigungen und Partikeln reinigen. Der Duft des Strauchs fördert die Entspannung, lindert Stress und trägt zum emotionalen Gleichgewicht bei.
Rosmarin ist reich an Nährstoffen und Vitaminen, weshalb sein Öl in der Volksmedizin häufig zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Migräne, Diabetes, Neurasthenie und Entzündungen der Nieren, der Leber und des Magen-Darm-Trakts eingesetzt wird.
Dank seines charakteristischen Kiefernaromas ist Rosmarin ein beliebtes Gewürz, das Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten eine raffinierte Note verleiht. Mit Rosmarinzweigen aromatisierte Getränke wirken belebend und erfrischend.
Die Pflanze reinigt die Luft, bringt Ruhe ins Haus und ist zudem eine wunderbare Ergänzung zu jedem Gericht, sei es als Beilage oder Dessert.
Häufig gestellte Fragen
Das könnte Sie auch interessieren:Rosmarin auf der Fensterbank anzubauen ist ganz einfach. Befolgen Sie einfach die grundlegenden Pflegehinweise, und Sie erhalten einen wunderschönen Strauch, der mit seinem angenehmen Duft jeden Raum verschönert. Rosmarin ist eine Pflanze, die Ihre Pflege belohnt, indem sie die Luft reinigt und einen erholsamen Schlaf fördert.









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