Mädesüß – Nutzen und Gegenanzeigen für die Anwendung

Grünzeug und Kräuter

Das Mädesüß (Filipendula) ist eine blühende Pflanze, die vorwiegend auf Wiesen wächst. Sie wird zu Recht als „Königin der Wiesen“ bezeichnet, da sie mit wunderschönen, kleinen weißen Blüten erblüht. Lange Zeit wurde das Kraut als Zierpflanze verwendet, doch bald erkannte man, dass die Blüten auch zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen.

Zahlreiche Studien belegen, dass Mädesüß aufgrund seiner außergewöhnlich reichhaltigen Zusammensetzung zur Behandlung vieler innerer Erkrankungen eingesetzt werden kann, vor allem als wirksames Diuretikum und entzündungshemmendes Mittel. Es ist jedoch zu beachten, dass Mädesüß neben seinen vielfältigen positiven Eigenschaften auch erhebliche Gegenanzeigen aufweist. Insbesondere ist die Anwendung bei niedrigem Blutdruck, Allergien und Asthma strengstens untersagt.

Nützliche Eigenschaften des Mädesüß

Mädesüß enthält eine große Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, die zur Verbesserung der Gesundheit und zur Bekämpfung verschiedener Krankheiten beitragen können.

Chemische Zusammensetzung

Mädesüß enthält eine hohe Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen. Dazu gehören:

  1. Vitamin C. Dieses Element ist wichtig für die Synthese von Corticosteroidhormonen (Nebennierenhormonen), die Reduzierung von Entzündungen sowie die Regeneration und Bildung von Bindegewebe.
  2. Tannine. Sie beeinflussen die Schleimhäute innerer Organe. Ihre Wirkung ist besonders ausgeprägt in den Bronchien, der Lunge und dem Magen-Darm-Trakt.
  3. Phenolische Elemente. Sie besitzen zahlreiche therapeutische Eigenschaften: schleimlösend, blutstillend, beruhigend usw.
  4. Salicylsäure. Diese Substanz beeinflusst die Kapillaren.

    Nützliche Elemente
    Durch die Normalisierung der Durchlässigkeit ihrer Wände wird die Bildung von Schwellungen verhindert.
  5. Flavonoide. Diese Inhaltsstoffe helfen, Entzündungen, allergische Reaktionen und Virusinfektionen zu lindern. Sie sind auch sehr vorteilhaft für den weiblichen Körper, da sie die Östrogenproduktion anregen.
  6. Catechine. Diese Substanzen neutralisieren die Auswirkungen freier Radikale im Körper. Dadurch wird das Krebsrisiko verringert. Catechine verlangsamen zudem den Zellalterungsprozess und tragen so dazu bei, die Jugendlichkeit des Körpers zu erhalten.
  7. Phenolcarbonsäuren beeinflussen die Magen-Darm-Funktion. Sie wirken sich positiv auf Leber und Gallenblase aus. Phenolcarbonsäuren verhindern Gallenstau und sind somit eine hervorragende Präventionsmaßnahme gegen Gallensteine.
  8. Ätherische Öle. Sie normalisieren die Herz-Kreislauf-Funktion, lindern trockenen, hartnäckigen Husten und wirken sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt und die Haut aus.
  9. Fettsäuren. Die Aufrechterhaltung eines normalen Energieniveaus, die Förderung der Zellmembranbildung und die Stabilisierung des Stoffwechsels sind die Funktionen, die diese Elemente im menschlichen Körper erfüllen.
  10. Glykoside sind essenziell für Herz, Nieren und Nervensystem. Diese Substanzen besitzen ein breites Wirkungsspektrum, darunter harntreibende, antimikrobielle und beruhigende Eigenschaften.

Medizinische Eigenschaften

Die medizinischen Eigenschaften des Mädesüßs sind so vielfältig wie seine Inhaltsstoffe. Es hat daher folgende Wirkungen:

  • adstringierend;
  • entzündungshemmend;
  • hämostatisch;
  • immunstimulierend;
  • Antioxidans;
  • harntreibend;
  • kardioprotektiv;
  • anregend;
  • Antiseptikum;
  • Virostatikum;
  • antimikrobiell;
  • Adaptogen;
  • krampflösend;
  • choleretisch;
  • Beruhigungsmittel;
  • Antiallergikum;
  • Mittel gegen Magengeschwüre.
Mädesüß
Unter dem Einfluss von Präparaten aus Mädesüß wird die Bronchialsekretion normalisiert, die Nierenfunktion verbessert und die Leber gereinigt.

Aufgrund dieser Wirkungen zählt dieses Kraut zu den am häufigsten verwendeten Bestandteilen bei der Herstellung pharmazeutischer pflanzlicher Präparate.

Gegenanzeigen und potenzielle Gesundheitsrisiken von Mädesüß

Obwohl Mädesüß für die meisten Menschen als unbedenklich gilt, sollte es nicht zur Behandlung folgender Erkrankungen eingesetzt werden:

  1. Kinder unter 16 Jahren. Diese Kontraindikation gilt jedoch nur für Patienten mit ausgeprägten Symptomen von Windpocken, Grippe oder akuten viralen Atemwegsinfektionen. Mädesüßtee oder -aufguss können bei Kindern das Reye-Syndrom auslösen.
  2. Asthmatiker. Mädesüß erhöht die Bronchialsekretion und stimuliert die glatte Muskulatur der Bronchien. Dadurch erhöht sich das Risiko einer asthmatischen Erstickung durch Bronchospasmus.
  3. Personen mit sogenanntem „Aspirin-induziertem“ Asthma sollten Mädesüß meiden. Dies ist auf die in Mädesüß enthaltene Salicylsäure zurückzuführen. Die Missachtung dieser Kontraindikation kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Blutungen, Bronchospasmus und anaphylaktischen Reaktionen führen.

    Definition
    Aspirin Asthma
  4. Blutdrucksenkende Mittel. Medikamente mit Mädesüß können den Blutdruck senken. Menschen mit chronischem Bluthochdruck können solche Mittel in minimalen Dosen anwenden, jedoch nur, wenn keine andere Behandlungsmöglichkeit für die jeweilige Erkrankung besteht.
  5. Personen mit einer individuellen Unverträglichkeit gegenüber den Inhaltsstoffen des Mädesüßes sollten dieses Produkt nicht verwenden. Bei erstmaliger Anwendung eines Absuds oder Aufgusses ist ein Allergietest unerlässlich. Andernfalls kann es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion mit Symptomen wie Dermatitis, Nesselsucht und Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Wichtig!
Personen mit chronischer Verstopfung sowie Schwangere und Stillende sollten diese Therapie meiden. Gleiches gilt für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen.

Rezepte und Anwendungshinweise für die Pflanze

Die Behandlung mit Mädesüß muss genau nach Anweisung durchgeführt werden. Jede Medikamentenverordnung gibt eine spezifische Dosierung an, die unbedingt eingehalten werden muss.

Wie man Tee zubereitet und trinkt

Für ein Heilgetränk 1–1,5 Teelöffel getrocknete Mädesüßblüten in ein Glas Wasser geben, das gerade zu kochen beginnt, aber noch nicht sprudelnd kocht. Das Glas mit einem Deckel verschließen und 10 Minuten ziehen lassen.

Das fertige Präparat sollte auf einmal eingenommen werden, jedoch in kleinen Schlucken und langsam. Dieses Arzneimittel hilft bei Erkältungen und Nervenleiden.

Mädesüßtee
Bei akuten viralen Atemwegsinfektionen fördert Tee das Schwitzen, und bei Schlaflosigkeit hilft er, schnell einzuschlafen und nachts gut zu schlafen. Daher wird empfohlen, ihn vor dem Schlafengehen zu trinken.

Tinktur

Mädesüßtinktur wird äußerlich bei schlecht heilenden Wunden, trophischen Geschwüren sowie infektiösen und entzündlichen Hautläsionen angewendet. Die orale Einnahme ist hilfreich bei Nervenstörungen, die mit erhöhter Erregbarkeit und Aggressivität einhergehen.

Zur Herstellung der Tinktur getrocknete Mädesüßblüten im Verhältnis 1:5 mit Wodka vermischen. Die Mischung mindestens 5 Tage ziehen lassen und anschließend sorgfältig filtern. Die fertige Tinktur in eine Dosierflasche füllen.

Tinktur
Nehmen Sie dreimal täglich 25 Tropfen in einem halben Glas Wasser aufgelöst ein. Vor den Mahlzeiten trinken.

Aufguss von Blüten

Zwei Teelöffel Blüten in eine Tasse oder ein Glas geben und mit kochendem Wasser auffüllen. Zugedeckt 20 Minuten ziehen lassen. Anschließend abseihen und gegebenenfalls mit kochendem Wasser auffüllen.

Die so hergestellte Mischung wird bis zu sechsmal täglich in einer Dosis von 30 ml eingenommen. Sie hilft bei der Behandlung schwerer Vergiftungen, einschließlich Alkoholvergiftungen. Auch bei Schlangenbissen ist sie wirksam. Darüber hinaus wird sie zur Behandlung zahlreicher Hauterkrankungen eingesetzt, darunter Dermatitis, allergische Reaktionen, Ekzeme, Psoriasis und andere.

Dekokt

Aus den Wurzeln des Mädesüß wird ein Absud zubereitet. Dieser wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Verdauungsstörungen, Gicht und Nierenproblemen eingenommen.

Wurzeln
Zur Zubereitung eines Absuds 1 Teelöffel gehackte Wurzeln in 500 ml kochendes Wasser geben.

Die Mischung in ein Wasserbad stellen und eine halbe Stunde köcheln lassen. Anschließend abkühlen lassen und abseihen. Dreimal täglich nach den Mahlzeiten 15 ml des Suds trinken.

Für einen Mädesüß-Sud zur äußerlichen Anwendung 25 Gramm des Krauts in 1 Liter Wasser geben. Die oben genannten Anweisungen befolgen. Als Kompresse oder Spülung anwenden.

Fußbad

Frisches Mädesüß in einen 1-Liter-Topf geben und mit Wasser auffüllen. Alternativ können Sie auch getrocknete Kräuter verwenden, benötigen dann aber mehr Wasser – bis zu 3 Liter. Den Topf auf den Herd stellen und die Mischung zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen und anschließend halb abkühlen lassen. Den Aufguss anschließend gründlich abseihen (optional).

Gießen Sie die Flüssigkeit ins Badewasser. Wenn Sie getrocknete Kräuter verwendet haben, reicht die Menge des Suds aus; Verdünnen ist nicht nötig. Weichen Sie Ihre Füße 20 Minuten lang in der Flüssigkeit ein und tupfen Sie sie anschließend gründlich mit einem weichen Handtuch trocken.

Vorteile von Bädern
Diese Behandlungen helfen, übermäßiges Schwitzen zu reduzieren. Sie lindern außerdem Müdigkeit, verbessern die Durchblutung und tragen dazu bei, Schweregefühl und Unbehagen zu beseitigen.

Salbe

Diese Zubereitungsform ist nur zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Die Salbe lindert wirksam Entzündungen und Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen und Hautkrankheiten. Das Mittel wird aus den Rhizomen hergestellt. Man nehme 20 Gramm Rhizome, zermahle sie zu Pulver und vermische sie mit 90 Gramm hochwertiger Butter. Alternativ kann auch Vaseline oder Lanolin verwendet werden.

Alle Zutaten gründlich vermischen. Es ist wichtig, dass das aus Mädesüßwurzeln hergestellte Pulver nicht verklumpt. Die zubereitete Salbe in die Haut über dem betroffenen Gelenk einreiben.

Salbe
Bei dermatologischen Erkrankungen wird die entzündete Stelle mit dem Produkt behandelt.

Öl

Zur Herstellung des Öls benötigt man Blüten und Kräuter. Die Zubereitung:

  1. Übergießen Sie 50 g gehacktes Mädesüß mit Oliven- oder Sonnenblumenöl, sodass das Kraut vollständig bedeckt ist.
  2. Verschließen Sie den Behälter mit einem Deckel und stellen Sie ihn an einen kühlen, dunklen Ort.
  3. Zwei Wochen lang ziehen lassen und das Glas dabei regelmäßig schütteln.
  4. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit sollte das Medikament gut abgeseiht werden.

Vor dem ersten Gebrauch kann Mädesüßöl in einem Wasserbad leicht erwärmt werden, dies ist jedoch nicht notwendig.

Notiz!
Das resultierende Produkt ist zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungen, Hauterkrankungen und Rheuma bestimmt.

Wasseraufguss

Ein Aufguss aus Mädesüß wird innerlich und äußerlich angewendet. Beispielsweise dient er als Spülung zur Behandlung von Scheidenpilz bei Frauen. Zubereitung: 4 Teelöffel Mädesüß in 250 ml kochendem Wasser aufgießen. Den Aufguss in ein Wasserbad stellen und 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Abseihen und dreimal täglich 15 ml trinken.

Die Infusion ist wirksam gegen Grippe, Erkältungen, Herpesvirusinfektionen, Gicht und Ödeme. Sie kann auch zur Behandlung von Gürtelrose, Pankreatitis und Virushepatitis eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man Mädesüß von der Sechsblättrigen Spierstrauch?
Das Sechsblättrige Mädesüß besitzt kugelförmige Verdickungen an seinen Rhizomen. Das Gemeine Mädesüß hingegen nicht.
Wie sammelt und trocknet man Rohstoffe?
Die Blüten sollten während der Hauptblütezeit im Juli und August gepflückt werden. Zum Trocknen empfiehlt sich ein spezieller Obst- und Beerentrockner oder ein warmer, trockener Ort.
Kann man pflanzliche Heilmittel überdosieren?
Bei strikter Einhaltung der Anwendungshinweise für Mädesüß ist eine Überdosierung unwahrscheinlich. Überschreitet man jedoch regelmäßig die empfohlene Dosis, können allergische Reaktionen, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

Mädesüß ist ein wahres Geschenk der Natur und ein nahezu universelles Heilmittel. Seine vielfältigen therapeutischen Wirkungen rechtfertigen seine Beliebtheit in der Alternativmedizin. Obwohl die Pflanze nur wenige Gegenanzeigen hat, müssen bestehende Einschränkungen und Begrenzungen beachtet und nachdrücklich vermieden werden.

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