Der Steinpilz (Boletus) zählt zu den schmackhaftesten und gesündesten Waldpilzen. Die Fruchtkörper dieser Art werden häufig zum Kochen verwendet. Trotzdem findet man ihn aufgrund seines relativ hohen Preises und seiner begrenzten Saison im Wald selten auf dem Teller. Deshalb möchten so viele Menschen lernen, wie man Steinpilze ganzjährig zu Hause züchtet. Das ist eine sehr interessante Tätigkeit und kann zu einem wunderbaren Hobby werden.
Merkmale der Art und nützliche Eigenschaften
Der Steinpilz (Porcini) ist ein markanter Vertreter der Pilzfamilie (Boletaceae) und gehört zur Gattung Boletus. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass sein Fleisch auch nach dem Erhitzen und Kochen weiß bleibt. Diese Sorte erreicht eine beachtliche Größe. Der Hut ist halbrund, braun mit einem hellbraunen Schimmer und hat einen durchschnittlichen Durchmesser von 20–30 cm, kann aber in manchen Fällen bis zu 50 cm erreichen.
Der Hut dunkelt allmählich nach und fühlt sich samtig und angenehm an. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich ein dünner, schleimiger Belag. Der Stiel ist fleischig und erreicht eine Höhe von bis zu 12 cm. Er ist fleischig und saftig, fassförmig und verjüngt sich nach oben und unten. Die Farbe variiert von hellbraun bis dunkelbraun mit roten Flecken.
Steinpilze kommen in fast allen Breitengraden vor, außer in sehr trockenen und heißen Gebieten. Diese Pilzart bevorzugt Wälder mit sandigen oder lehmigen Böden. Die Hauptsaison für die Ernte ist Anfang Juni und dauert bis Mitte Herbst.
Bedingungen für den Anbau von Steinpilzen zu Hause
Pilze zu züchten ist eine recht schwierige Aufgabe, da es notwendig ist, ständig Bedingungen aufrechtzuerhalten, die für ihre Vermehrung geeignet sind.
Temperatur und Beleuchtung
Die Temperaturregelung gilt als einer der wichtigsten Faktoren. Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 15 und 19 Grad Celsius. In der kalten Jahreszeit wird ein Ofen oder eine Heizung installiert, um diese Temperatur zu halten.
Ebenso wichtig ist die Luftfeuchtigkeit im Raum, die mindestens 90 % betragen sollte. Um diesen Wert zu halten, stellen Sie mehrere Wasserbehälter in den Raum, in dem die Fruchtteile wachsen, oder verwenden Sie ein spezielles Gerät, einen sogenannten Luftbefeuchter.
Wer Pilze im Keller züchtet, muss für ausreichend Licht sorgen. Es sollte nicht zu hell sein, da Pilze dunkle Orte bevorzugen und nicht viel Licht benötigen. Während der Inkubationszeit ist Licht sogar schädlich.
Diese Bedingungen eignen sich zwar für den Anbau von Steinpilzen, sind aber für Menschen unangenehm. Die Fruchtkörper setzen zudem große Mengen an Sporen frei, die allergische Reaktionen auslösen können. Bei Menschen mit Überempfindlichkeit kann sich daraus Asthma entwickeln. Deshalb tragen Personen, die solche Bereiche betreten oder dort arbeiten, Masken.
Auswahl eines Standorts
Als beste Anbauorte gelten Gewächshäuser, Scheunen oder Keller.
Es gibt auch viele Informationen über den Anbau von Pilzen auf Fensterbänken oder Balkonen. Das ist zwar eine praktikable Option, aber die Schaffung und Aufrechterhaltung solcher Bedingungen kann sehr schwierig sein. Daher fällt die Ernte entweder sehr gering oder gar nicht aus, da junge Pilze sehr empfindlich auf die Wachstumsbedingungen reagieren.
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Zunächst einmal sollte der Keller einen Betonboden haben, isoliert und vor äußeren Einflüssen geschützt sein. Um die wachsenden Früchte mit Licht zu versorgen, sollte täglich mehrere Stunden eine Lampe eingeschaltet werden. Das Licht sollte gedämpft, diffus und gleichmäßig auf alle Beete verteilt sein.
Der Keller muss belüftet sein. Natürliche Belüftung ist ausreichend, aber falls diese nicht ausreicht, können Ventilatoren und Luftfilter zusätzlich installiert werden.
Um Temperatur und Luftfeuchtigkeit einfach zu überwachen, installieren Sie ein Thermometer und ein Hygrometer im Keller. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch Besprühen des Bodens erhöhen. Ist der Keller groß, kann er in mehrere Bereiche unterteilt werden. Ein Bereich eignet sich für Setzlinge, ein anderer für ausgewachsene Früchte.
Vor der Ausbringung von Myzel oder Sporen im Keller wird dieser gründlich desinfiziert, beispielsweise mit einer Formalinlösung. Anschließend wird der Keller gründlich belüftet.
Zur Vorbereitung des Gewächshauses wird die Innenseite der Folie zunächst mit Kreide gestrichen oder mit dunklem Agrarfasergewebe abgedeckt, um den Lichteinfall auf die Früchte zu reduzieren. Die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus wird meist durch Tropfbewässerung konstant gehalten. Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit.

Um im Gewächshaus eine konstante Temperatur zu gewährleisten, kann man einen Ofen oder einen Heizlüfter aufstellen und ein Thermometer aufhängen, um die Temperatur jederzeit im Blick zu behalten. Die mit Myzel gefüllten Kisten werden nicht auf Holzgestelle gestellt, die im Voraus gebaut werden müssen.
Möglichkeiten zur Gewinnung von Myzel zu Hause
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Myzel zu gewinnen: durch im Laden gekauftes oder im Wald ausgegrabenes Myzel oder durch in der Natur gesammelte Pilzsporen.
Aus Myzel
Die gebräuchlichste Vermehrungsmethode ist die Verwendung von Myzel. Dieses ist im Fachhandel erhältlich. Das vorbereitete Myzel wird in das Substrat eingebracht. Man kann es fertig kaufen oder selbst herstellen.
Dazu werden trockenes Waldgras, Kiefernnadeln, kleine Zweige und Blätter (Eiche, Birke) sowie Moos vermischt und mit vier Teilen Sand und einem Teil Lehm bedeckt. Dieses Verhältnis simuliert den für das Wachstum von Steinpilzen optimalen Boden. Die Mischung lässt man 10–14 Tage einweichen, bevor man das Myzel hinzufügt. Die Substratschicht sollte unterhalb des Myzels mindestens 30–35 cm und darüber 3–5 cm dick sein. Eine Drainage ist erforderlich.

Aus dem Streit
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Steinpilze aus Sporen zu ziehen. Man sammelt etwa ein Dutzend Fruchtstücke im Wald und entfernt den Stiel, da dieser nicht benötigt wird. Zuhause sortiert man die gesammelten Pilze sofort nach den Bäumen, unter denen sie gefunden wurden, um sie, wenn möglich, unter dem entsprechenden Baum einzupflanzen.

Die Pilze 24 Stunden in warmem Wasser einweichen. Pro 10 Liter Wasser einen Esslöffel Zucker hinzufügen. Nach der Einweichzeit die Pilzhüte im Wasser in kleine Stücke zerreißen und fein pürieren. Die entstandene Mischung durch ein Mulltuch abseihen. Das gefilterte Wasser mit den Sporen verbleibt im Behälter.
Auch der Boden wird vorbereitet. Zerstoßene Pilzkappen werden hineingestreut, mit Torf bedeckt und mit Sporenwasser übergossen. Die gesamte Mischung wird großzügig bewässert und sofort in den vorbereiteten Raum gestellt.
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Der größte Vorteil des Pilzanbaus zu Hause ist die ganzjährige Ernte. In Gewächshäusern, Kellern und anderen Innenräumen lassen sich Steinpilze das ganze Jahr über vermehren.
Auf der Fensterbank
Das Substrat wird in die Behälter gefüllt und das Myzel hinzugefügt. Kunststoffbehälter eignen sich gut zum Anpflanzen. Die Behälter werden auf eine Fensterbank gestellt und mehrmals täglich gegossen. Wichtig ist außerdem, für ausreichende Belüftung zu sorgen und die gewünschte Temperatur zu halten.

Während der Heizperiode ist es schwierig, die Temperatur in einer Wohnung auf das erforderliche Niveau zu senken. Daher bietet es sich an, dieses Experiment auf dem Balkon durchzuführen. Dort sollte es anfangs recht warm sein – 25–28 Grad Celsius. Sobald die ersten Triebe erscheinen, ist eine Abkühlphase erforderlich, in der die Temperatur auf 15–18 Grad Celsius gesenkt wird.
Die Pilze benötigen keine zusätzliche Beleuchtung; das Licht, das durch die Fenster fällt, genügt. Bei erfolgreichem Verlauf des Experiments ist die erste Ernte in etwa 30 Tagen zu erwarten.
Im Keller
Ein wesentliches Merkmal beim Anbau von Pilzen im Keller ist, dass sie neben ständiger Bewässerung auch mehrere Stunden Licht täglich benötigen – mindestens sechs. Am besten eignen sich Tageslichtlampen.
Im Gewächshaus
Die Kultivierung im Gewächshaus unterscheidet sich nicht von der Myzelkeimung im Keller. Dazu wird das Myzel in das Substrat eingegraben und großzügig bewässert.
Zusätzliches Licht ist nicht erforderlich; Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten denen im Keller entsprechen. Pilze benötigen ausreichend Sauerstoff, was durch regelmäßiges Lüften des Gewächshauses gewährleistet wird.
Um die Luftfeuchtigkeit zu erhalten, besprühen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Wasser. Alternativ können Sie auch mit Sägemehl gefüllte Behälter verwenden – dieses speichert die Feuchtigkeit gut.
Zum Ernten den Pilz vorsichtig aus der Erde drehen und das entstandene Loch wieder mit Erde auffüllen. Vermeiden Sie jede andere Methode (den Pilz abschneiden oder herausziehen), da dies das Myzel beschädigen kann.
Die Vor- und Nachteile des Pilzanbaus für Unternehmen
Der Anbau von Steinpilzen zu Hause gilt als lukratives Geschäft, da diese Pilzart sehr gefragt und als Delikatesse geschätzt wird. Diese Tätigkeit wird hauptsächlich von Hobbyzüchtern und weniger von großen Unternehmen betrieben. Die Vorbereitungen für die Vermehrung kosten etwa 30.000 bis 40.000 Rubel.
Es dürfte nicht schwer sein, Abnehmer zu finden, daher können reife Fruchtkörper an Großhändler oder auf dem Markt verkauft werden. Der Verkauf von Steinpilzmyzel ist eine gute Idee.
Der größte Nachteil der Pilzzucht als Geschäft ist der geringe Ertrag. Da diese Sorte recht anspruchsvoll in Pflege und Anbau ist, kann es vorkommen, dass die Pilze nicht wachsen, und darauf sollte man vorbereitet sein.
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Steinpilze sind eine schmackhafte und beliebte Pilzart, daher ist der Anbau zu Hause eine gute Idee. Obwohl es ein schwieriger und arbeitsintensiver Prozess ist, kann er Freude bereiten und sogar Gewinn bringen.














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