Was gibt es Schöneres als den Duft frisch zubereiteter Steinpilzsuppe oder Kartoffeln mit Champignons? Auch eingelegte Austernpilze sind ein wahrer Genuss. Doch was, wenn die Ernte von Milchpilzen und Pfifferlingen noch in weiter Ferne liegt und die Champignons im Supermarkt nicht gerade überzeugend wirken? Eine mögliche Lösung wäre ein „Pilzwald auf der Fensterbank“, denn Pilze lassen sich tatsächlich das ganze Jahr über zu Hause anbauen.
Besonderheiten beim Anbau von Pilzen zu Hause
Natürlich lassen sich nicht alle Pilzarten unter künstlichen Bedingungen züchten. Dennoch ist das Sammeln von Pilzen zu Hause heutzutage kein unüberwindbares Problem mehr. Es gibt viele Möglichkeiten: Man kann Myzel aus dem Wald holen und im Garten anpflanzen, Pilzbrut kaufen und daraus Pilze ziehen oder eigene Pilzsetzlinge vorbereiten und im eigenen Garten, Keller, Gewächshaus oder sogar auf der Fensterbank Pilze sammeln.
Bedingungen
Bei der Überlegung, Pilze zu Hause anzubauen, ist die Wahl der Pilzart entscheidend. Alle potenziell für den Hausanbau geeigneten Pilze lassen sich in zwei Gruppen einteilen: holzige und bodenbewohnende Pilze. Davon abhängig werden die Anbaubedingungen und -methoden bestimmt.
Stroh – Weizen-, Gersten- oder Roggenstroh – eignet sich am besten für den Anbau. Allerdings muss das gesamte Material frisch sein, da die Ernte sonst durch pathogene Bakterien gefährdet werden kann.

Am besten kauft man Pflanzmaterial im Fachhandel und achtet dabei auf lebensfähige Pilze. Wichtig ist auch, die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit einzuhalten: Während der Inkubation sollte es warm, während der Wachstumsphase kühl sein. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei mindestens 85–90 %, die Temperatur anfänglich bei etwa 25–27 °C und nach der Keimung bei 12–18 °C.
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Die Wahl des richtigen Werkzeugs ist ein wichtiger Schritt beim Pilzanbau. Sie hängt vor allem von der Methode ab, mit der das Myzel gezüchtet wird. Man kann fertiges Myzel kaufen, erfahrene Pilzzüchter empfehlen jedoch, es selbst herzustellen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Getreidesubstrat oder Holz. Die Wahl hängt von der gewünschten Myzelart ab. Im nächsten Schritt muss man sich für einen Standort und die Lagerung der vorbereiteten Behälter entscheiden.
Stellen Sie im gewählten Raum Regale oder Gestelle auf, auf denen Sie Behälter mit dem vorbereiteten Substrat platzieren. Metallgestelle sind Holzgestellen vorzuziehen, da Holz in feuchter Umgebung schnell verrottet. Wenn Sie Austernpilze anbauen möchten, können Sie einfache Plastiktüten oder -säcke mit dem Substrat füllen.
Technologien
Die Anbautechnologien hängen sowohl von der Art der ausgewählten Pflanzen als auch vom Anbauort ab:
- Am einfachsten lassen sich Honigpilze im Glas züchten. Diese Methode ist zwar die simpelste, eignet sich aber nur für diese spezielle Pilzart. Dazu wird das Substrat im Glas bei schwacher Hitze geköchelt, anschließend abgekühlt, mit Myzel bedeckt und mit einem Mulltuch abgedeckt bei Zimmertemperatur aufgestellt. Nach etwa drei Wochen keimt das Myzel, und das Glas mit der späteren Ernte wird an einen kühlen, schattigen Ort gestellt.

Honigpilze im Glas - Eine weitere kostengünstige Möglichkeit, die wenig Aufwand erfordert, ist der Transport des Myzels vom Wald zu Ihrem Grundstück. Es kann in der Nähe von Bäumen, auf Baumstümpfen oder in den Boden gegrabenen Holzstämmen platziert werden. Das Myzel sollte unter einer Baumart platziert werden, mit der die Fruchtkörper Mykorrhiza bilden können.
- Eine gängige und einfache Methode zur Pilzzucht ist die Verwendung von Plastiktüten. Diese Methode wird am häufigsten für Austernpilze oder Shiitake-Pilze eingesetzt, aber erfahrene Pilzzüchter verwenden sie auch für Champignons. Das Substrat wird in die leicht eingeschnittenen Tüten gefüllt und mit Myzel beimpft. Platziert man diese Tüten in einem speziell ausgestatteten Raum, auf Regalen oder hängt sie von der Decke, ist die Ernte sehr einfach: Die Pilze werden einfach abgeschnitten, und schon bald wachsen neue nach.

Austernpilze in Beuteln
Pilzarten, die sich das ganze Jahr über anbauen lassen
Natürlich eignen sich einige der beschriebenen Methoden nur für bestimmte Jahreszeiten. Im Freien ist der Anbau von Pilzen schwierig, wenn der Boden gefroren oder dick mit Schnee bedeckt ist. In speziell ausgestatteten Bereichen – Gewächshäusern oder Kellern – kann man jedoch ganzjährig ernten. Die gängigsten Arten, die sich für den ganzjährigen Anbau eignen, sind Austernpilze, Champignons und Shiitake.
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Sie sind die anspruchsloseste Sorte. Sie benötigen nur minimale Pflege und Investitionen, liefern schnell die erste Ernte und tragen über einen langen Zeitraum Früchte.
Als Substrat eignen sich Weizen-, Roggen- oder Gerstenstroh, das frisch, sauber, trocken und frei von Schimmel und Fremdgerüchen sein muss.
Austernpilze benötigen keine spezielle Beleuchtung; sie können nahezu ohne Licht überleben. Am besten hält man sie im Keller, indem man sie in mit Myzel angereicherten Substratbeuteln in Plastiksäcken aufbewahrt, die auf Regalen stehen oder von der Decke hängen.
Die Säcke werden zunächst längs aufgeschnitten, und die Pilze wachsen an den Schnittstellen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein allmählicher Temperaturabfall – dies simuliert den Beginn der Herbstkälte, die Zeit, in der Austernpilze in freier Natur aktiv reifen.
Champignon
Im Gegensatz zu Austernpilzen sind Champignons anspruchsvoll und benötigen spezielle Bedingungen. Ihr Geschmack ist jedoch so hervorragend, dass sich die Mühe lohnt.
Champignons gedeihen am besten in feuchter, schattiger Umgebung mit hochwertigem Kompost und Pferdemist. Am besten hält man sie in speziellen, temperaturkontrollierten Räumen, da sie in verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedliche Temperaturen benötigen.
Als optimaler Boden gilt Mist, vorzugsweise Pferdemist; ist dieser nicht verfügbar, kann auch Kuhmist, verdünnt mit Stroh und Laub, verwendet werden.
Pilze wachsen nicht sofort. Ihre Triebe ähneln Schimmelpilzen, aus denen sich allmählich kleine, knotenartige Pilze entwickeln. Erst nach 45 bis 55 Tagen kann man die erste Ernte einfahren. Pilzmyzelien können bis zu drei Monate lang Fruchtkörper tragen.
Shiitake
Der Shiitake-Pilz, ein beliebtes Produkt aus Fernost, ist eine relativ neue Bereicherung für die Speisepläne unserer Landsleute. Er gilt als deutlich geschmacklich überlegen gegenüber Austernpilzen und Champignons, und seine Anbaumethode macht ihn zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Diese exotischen Pilze lassen sich problemlos zu Hause und auf dem Land anbauen, nicht nur in spezialisierten Anlagen.
Shiitake-Pilze werden entweder in einem Substrat oder auf Baumstämmen und -stümpfen gezogen. Sägemehl – bis zu 90 % Sägemehlanteil – und verschiedene Zusätze gelten als optimales Substrat. Das Sägemehl sollte vorzugsweise von Laubbäumen wie Eiche, Buche, Ahorn, Erle, Birke und Espe stammen.
Baumstümpfe und -stämme sind ebenfalls notwendig, und das Myzel wird in die gebohrten Löcher eingebracht. Unabhängig von der Anbaumethode benötigen Shiitake-Pilze Feuchtigkeit und wenig Licht. In freier Natur gedeihen sie während der Regenzeit. Daher benötigen sie bei der Indoor-Kultur regelmäßige Bewässerung und ausreichend Feuchtigkeit.
Pilze brauchen unter warmen Bedingungen lange Zeit zum Keimen, bis zu 2-2,5 Monate, und reifen unter kühlen und feuchten Bedingungen, sodass die Ernte innerhalb von 4-6 Monaten erfolgt.
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Pilze sind ein wertvolles Grundnahrungsmittel. Ihre Nährstoffe, ihre reichhaltige Zusammensetzung und ihr köstlicher Geschmack haben ihnen viele Bewunderer eingebracht. Deshalb hat die Menschheit Wege gefunden, dieses gesunde und leckere Protein praktisch das ganze Jahr über zu genießen, unabhängig von der Außentemperatur.





















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