Um nicht ohne frische Kräuter dazustehen, bauen manche Gärtner Petersilie im Winter im Gewächshaus an. Mit dieser Methode lässt sich die gewünschte Menge an Gewürz für kulinarische und medizinische Zwecke gewinnen. Petersilie ist eine anspruchslose Pflanze. Sie benötigt nur wenig Pflege und die Wachstumsbedingungen lassen sich in jedem Gewächshaus leicht schaffen. Diese Methode eignet sich zur Anzucht von Wurzel- oder gewöhnlicher Petersilie aus Samen oder durch Treiben des Grüns von Wurzelgemüse.
Besonderheiten beim Anbau von Petersilie im Gewächshaus
Auch Gartenneulinge können Kräuter anbauen. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen ist Petersilie pflegeleicht. Die Aussaat ist unkompliziert. Bei richtiger Pflege wächst sie kräftig. Daher kann man über den Winter mehrmals ernten. Petersilie verträgt auch häufigen, kurzen Frost gut.
Petersilie wird ab Ende Januar in einem beheizten Gewächshaus angebaut. Ist das Gewächshaus unbeheizt, wird von einer Anpflanzung im Herbst vor dem Winter abgeraten. In südlichen Regionen kann das Kraut bis zum ersten Frost in einem unbeheizten Gewächshaus kultiviert werden.
Das könnte Sie auch interessieren:Die Samen werden im Frühjahr früh in die Gewächshauserde gesät. Sie keimen dann bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius. Für eine besonders frühe Ernte wird Petersilie bereits Ende Oktober, also vor dem Winter, ausgesät. Blattgemüse wird alle zwei Wochen ausgesät. So kann man kontinuierlich frische Kräuter ernten.
Solange die Pflanze grünes Gewebe bildet, benötigt sie Temperaturen von maximal 12 Grad Celsius. Bei Temperaturen von 20 Grad Celsius oder höher beginnt Petersilie zu welken.
Um üppiges und schmackhaftes Grünzeug im Gewächshaus anzubauen, werden folgende Bedingungen geschaffen:
- Künstliche Beleuchtung wird eingesetzt, da die kurzen Tageslichtstunden im Winter bedeuten, dass die Pflanze nicht genügend Sonnenlicht erhält.
- Die Sträucher werden nach dem Schneiden erst dann bewässert, wenn die oberste Erdschicht ausgetrocknet ist.
- Petersilie gedeiht am besten bei einer Luftfeuchtigkeit von 75 % im Gewächshaus.
- Es sollten keine plötzlichen Temperaturschwankungen oder Zugluft auftreten.
- Um Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf einem optimalen Niveau zu halten, wird das Gewächshaus regelmäßig belüftet.
Auswahl einer Art und Varietät
Petersilie wird in Wurzel- und Blattpetersilie unterteilt. Die Wurzelpetersilie besitzt einen dichten, dicken Wurzelteil. Diese Wurzeln werden als Gewürz zum Einlegen von Gemüse und zur Zubereitung von Soßen verwendet. Auch der grüne Teil der Pflanze wird in der Küche verwendet, jedoch erst, nachdem die Wurzeln ausgereift sind.
Die köstlichsten Sorten dieser Gruppe:
- Zucker;
- Scharf;
- Finale;
- Konika;
- Alba.
Nur der grüne Teil der Blattpetersilie ist essbar. Er hat einen sehr feinen Geschmack. Diese Pflanzen werden bis zu 50 cm hoch und bis zu 30 cm breit. Blattpetersilie wird roh, getrocknet oder gefroren verzehrt. Folgende Sorten sind in dieser Kräutergruppe beliebt:
- Aster;
- Bogatyr;
- Brise;
- Karneval;
- Rosava;
- Appetitlich;
- Grüner Kristall.
Vorbereitung des Bodens im Gewächshaus
Vor dem Anbau von Petersilie muss der Boden vorbereitet werden. Dies bestimmt maßgeblich den Ertrag pro Quadratmeter. Es ist praktischer, den Boden im Frühjahr für die Aussaat im Herbst vorzubereiten. Soll die Petersilie vor dem Winter gepflanzt werden, sollten alle Vorbereitungsarbeiten einen Monat vor der Aussaat abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt sollten auch Dünger und Bodenbearbeitung erfolgen.
Kompost, Humus oder verrottetes Laub eignen sich als Dünger. Bringen Sie 5 kg pro Quadratmeter aus. Organische Dünger fördern besonders effektiv das Wachstum und steigern den Ertrag von Blattpetersilie. Nach dem Düngen den Boden gründlich wässern und mit Plastikfolie abdecken.
Wie man Petersilie aus Samen zieht
Petersiliensamen enthalten ätherische Öle, die die Keimung verzögern. Um die Keimzeit zu verkürzen, werden die Sämlinge speziell behandelt.
Die ausgewählten Samen werden 72 Stunden lang in gereinigtem, warmem Wasser eingeweicht. Das Wasser wird zweimal täglich gewechselt. Anschließend wird eine rosafarbene Kaliumpermanganatlösung zubereitet, in der die Samen eine halbe Stunde lang eingeweicht werden. Dieser Vorgang ist notwendig, um das Saatgut zu desinfizieren.
Die Samen werden zum Keimen in gefaltete, wassergetränkte Gaze gelegt. Sie bleiben so lange in diesem Zustand, bis weiße Keimlinge erscheinen. Anschließend werden die Samen getrocknet und ausgesät.
In den Beeten werden 1,5 cm tiefe Furchen gezogen, mit einem Reihenabstand von 10 cm. Die Furchen werden großzügig mit warmem Wasser bewässert. Die Samen werden im Abstand von 4 cm in die Furchen gestreut, mit Erde bedeckt und leicht angedrückt. Nach der Aussaat wird die Erde mit warmem Wasser aus einer Sprühflasche befeuchtet, um ein Wegspülen zu verhindern. Die ersten Keimlinge erscheinen innerhalb von zwei Wochen.
Wie man Petersilie aus Rhizomen pflanzt
Die Saatgutaufbereitung und Keimung dauern mehrere Tage. Um Zeit zu sparen, ziehen viele Gärtner Petersilie aus Rhizomen im Gewächshaus oder Treibhaus vor.
Mehrere große Wurzelgemüse werden im Herbst als Pflanzgut geerntet. Sie werden Ende Oktober zusammen mit dem Wurzelballen ausgegraben und in eine Holzkiste gelegt. Die Rhizome werden so bis zum Frühjahr im Keller gelagert.
Mit Beginn des Frühlings können Sie die Wurzelgemüse in vorbereitete Erde pflanzen. Die Pflanzen werden 10 cm tief und in einem Winkel von 45 Grad gesetzt. Lassen Sie 5 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Die Reihen haben einen Abstand von 10 cm. Die Rhizome werden so positioniert, dass ihre Hälse mit der Erde in Berührung kommen.
Pflege
Bei richtiger Pflege liefert Petersilie reichlich Ertrag. Düngung steigert die Ernte zusätzlich. Petersilie benötigt regelmäßiges Gießen und Unkrautbekämpfung. Besonders in der frühen Wachstumsphase reagiert sie empfindlich auf Unkraut. Lockern Sie die Erde zwischen den Wassergaben, um die Belüftung der Wurzeln zu verbessern.
Das könnte Sie auch interessieren:Bewässerung
Regelmäßiges Gießen verhindert das Austrocknen der Erde. Vermeiden Sie jedoch Staunässe. Blattpetersilie benötigt am meisten Wasser. Gießen Sie die Pflanzen morgens oder abends. Verwenden Sie abgestandenes, weiches Wasser, das auf Zimmertemperatur erwärmt ist.
Düngung
Pflanzen werden je nach Gewürzart und -sorte unterschiedlich häufig gedüngt. Petersilie wird zweimal während der Wachstumsperiode gedüngt. Dazu werden 50 Gramm Salpeter pro Quadratmeter Anbaufläche ausgebracht.
Wurzelpetersilie wird mit Kalium und Phosphor gedüngt. Im Frühjahr werden Mineraldünger ausgebracht. Während der Wurzelreife wird der Boden mit Kaliumsalz und Superphosphat angereichert. Die Mengen dieser Dünger betragen 50 g bzw. 70 g pro Quadratmeter.
Mögliche Krankheiten und Schädlinge
Petersilienkrankheiten entstehen meist durch mangelhafte Anbaumethoden. Schwarzfäule und Mehltau sind häufig. Zur Bekämpfung dieser Krankheiten werden die Pflanzen mit kupferhaltigen Fungiziden behandelt.
Petersilie wird häufig von Melonenblattläusen und Möhrenfliegen befallen. Diese Insekten parasitieren die Sträucher und legen ihre Eier ab; die geschlüpften Insekten ernähren sich von den Wurzeln und den grünen Pflanzenteilen. Zur Bekämpfung eignet sich eine Lösung aus Zwiebelschalenaufguss. Die Zugabe von Flüssigseife verbessert die Haftung. Insektenbefall lässt sich durch Bestäuben mit Tabakstaub, Holzasche oder rotem Pfeffer vorbeugen.
Ernte
Je nach Wachstumsdauer und Sorte wird die Petersilie ein- oder mehrmals geerntet. Diese Kulturpflanze liefert konstant hohe Erträge. Wurde das Saatgut vorbehandelt, erfolgt die erste Ernte 20 Tage nach der Aussaat. Bei der Aussaat mit trockenem Saatgut verlängert sich diese Zeitspanne auf 45 Tage.
In einem unbeheizten Gewächshaus werden Wurzelgemüse bei Frost geerntet und eingelagert oder verzehrt. Das Grün wird geschnitten und zum Kochen verwendet. In einem beheizten Gewächshaus kann das Grün den ganzen Winter über geerntet werden. Es wird zum Kochen verwendet, frisch im Kühlschrank aufbewahrt, getrocknet oder eingefroren.
Das könnte Sie auch interessieren:Rezensionen
Mikhail, 44 Jahre alt:
Nach der Ernte pflanzen wir die Petersilie im Gewächshaus an, damit sie nicht in die Winterruhe geht. Sie wächst schnell und liefert eine reiche Ernte. So haben wir immer frische und leckere Kräuter auf dem Tisch.
Jewgeni, 38 Jahre alt:
Ich ziehe Petersilie im Herbst und Winter im Gewächshaus vor. Diese Methode gefällt mir, weil ich so im Frühling einige Wochen früher frisches Grün ernten kann als beim herkömmlichen Anbau. Außerdem benötigen die Pflanzen nur minimale Pflege.
Abschließend
Petersilie lässt sich im Gewächshaus oder Frühbeet problemlos anbauen und benötigt wenig Aufwand. Bei richtiger Anbaupraxis und Temperaturkontrolle ist der Anbau sehr rentabel. Mehrere Ernten sind in einer Saison möglich.

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