Austernpilze sind saprophytische, holzbewohnende Pilze mit bis zu 30 Arten, von denen sich jedoch nur 10 für die Zucht im Haus eignen. In der Natur wachsen die Pilze auf toten oder kranken Bäumen, ernähren sich vom Holz, zersetzen es, recyceln es und verwandeln es in fruchtbaren Boden. Austernpilze sind zwar einfach zu züchten, aber um eine erfolgreiche Ernte zu gewährleisten, lohnt es sich, die Zuchtmethoden für zu Hause zu erlernen.
Merkmale und positive Eigenschaften von selbst gezüchteten Austernpilzen
Das Aussehen von Austernpilzen hängt von ihrer Umgebung ab: vertikale oder horizontale Stieloberfläche, Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse und Lufttemperatur. Der Pilz wächst an einem voll entwickelten Stiel oder einem Seitenstiel, einzeln, in Gruppen oder kaskadenförmig mit mehreren Hüten an einer gemeinsamen Basis.
Der Hut hat einen Durchmesser von 10 bis 30 cm. Seine Farbe variiert von Hellgrau über Olivgrün bis Violett. Der Hut ist gewölbt, mit eingerolltem Rand und richtet sich mit zunehmendem Alter auf. Da er auf Baumstümpfen und anderen senkrechten Flächen wächst, ist er oft asymmetrisch und fächerförmig.
Das könnte Sie auch interessieren:Das Fleisch ist saftig und weiß, mit weißen Lamellen, die sich bis zum Stiel erstrecken und im jungen Zustand eng anliegen. So sollten Austernpilze zum Verzehr geerntet werden; mit zunehmendem Alter werden sie zäher.
Mit einem sehr niedrigen Kaloriengehalt von nur 40 kcal eignet sich dieser Pilz hervorragend für Diäten. Er ist praktisch für Fastenzeiten und kann sogar Fleisch in Salaten ersetzen. Er ist reich an Proteinen, Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Vitaminen. Dank seiner guten Verdaulichkeit ist er auch für Kinder und ältere Menschen geeignet. Austernpilze werden zur Senkung von Blutdruck und Cholesterinspiegel empfohlen.
Ein Algorithmus zum Anbau von Austernpilzen in Beuteln zu Hause
Da Pilze keine Pflanzen sind, eignen sich Fensterbänke, Gartenerde oder die Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen in Innenräumen nicht für ihren Anbau. So benötigt das Myzel beispielsweise eine Temperatur von 25 Grad Celsius zum Wachsen, während die Fruchtkörperbildung bei 15 Grad Celsius stattfindet. Daher ist eine Investition in die entsprechende Ausrüstung erforderlich. Bei erfolgreicher Zucht sind Pilze jedoch ganzjährig verfügbar, da sie in Innenräumen zu jeder Jahreszeit fruchten.
Als Erstes benötigen Sie einen Raum. Dieser sollte unbewohnt sein, da die Bedingungen dort anders sind als die für Menschen oder Tiere. Belüftung, Luftbefeuchtung und Desinfektion sind notwendig. Daher eignet sich ein separater Schuppen oder Keller ideal.
Das könnte Sie auch interessieren:Eine Veranda im Haus eignet sich ebenfalls, oder, in einer Wohnung, ein verglaster Balkon auf der Schattenseite oder ein separater, ungenutzter Raum. Allerdings sollte man sich der Folgen bewusst sein: Pilze erzeugen einen anhaltenden Pilzgeruch, hohe Luftfeuchtigkeit und stellen ein Risiko für Allergiker dar (Pilzsporenallergien sind weit verbreitet). Der Raum sollte gereinigt und gekalkt werden.
Substratvorbereitung
Da Austernpilze holzbewohnende Pilze sind, benötigen sie zur Fütterung verrottendes Holz und ähnliche Materialien aus dem Garten. Das Substrat besteht daher typischerweise aus Laubholzspänen, Maiskolben, Sonnenblumenkernschalen, Stroh und Kleie in beliebigen Anteilen. Alle diese Materialien sollten auf eine Partikelgröße von maximal 3 cm zerkleinert werden.
Im nächsten Schritt wird die Mischung desinfiziert, um Schimmel und schädliche Bakterien abzutöten. Dazu wird sie zunächst eingefroren und anschließend im Backofen gebacken oder wiederholt mit kochendem Wasser übergossen. Sicherheitshalber kann sie auch auf dem Herd gekocht werden.
Anschließend muss das Substrat in Behälter wie Fässer, Kisten oder Säcke gefüllt und 12 Stunden lang quellen und abkühlen gelassen werden.
Myzelverarbeitung
Das Myzel sollte bei einer Temperatur von 3–4 °C gehalten werden; ein Kühlschrank eignet sich hierfür. Sobald das Substrat vorbereitet ist, sollte das Myzel entnommen und auf natürliche Weise erwärmt werden.
Der Arbeitstisch wird desinfiziert, Handschuhe werden angezogen und die Haare unter einer Haube oder einem Schal versteckt. Um das Risiko einer Kontamination des Myzels mit unerwünschten Bakterien zu minimieren, sollte das Myzel mit Wasserstoffperoxid behandelt werden.
Landung
Das Substrat wird im Verhältnis 10:1 mit Myzel vermischt und in saubere, desinfizierte Beutel gefüllt. Üblicherweise werden Plastikbeutel verwendet; Farbe und Transparenz sind unerheblich. Alle 10–15 cm werden 2 cm große Löcher in die Beutel geschnitten; durch diese Schlitze wachsen die Fruchtkörper.
Das könnte Sie auch interessieren:Da die Beutel von allen Seiten Luftzirkulation benötigen, können sie an der Decke aufgehängt oder in Gestellen vertikal gestapelt werden. Die erforderliche Lufttemperatur beträgt bis zu 25 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 70–80 %. Ein Ventilator kann installiert werden, der Luftstrom sollte jedoch nicht direkt auf die Blöcke gerichtet sein. Während des Myzelwachstums müssen die Beutel dunkel gehalten werden, beispielsweise durch Abdecken mit einem Vorhang oder einem Gitter.
Nach 2–3 Wochen sind die Pilze durch die Löcher sichtbar. Der Prozess beginnt jedoch schon nach wenigen Tagen, und bei einem transparenten Beutel kann man das Myzelwachstum beobachten. Es wird empfohlen, den Raum durch Feuchtreinigung sauber zu halten.

Reifung der Ernte
Sobald das Myzel gewachsen ist, benötigt es andere Bedingungen. Am einfachsten lässt sich dies erreichen, indem man den Standort wechselt und alles in den Keller verlegt, wo die gewünschten Bedingungen gegeben sind. Für die Reifung ist es wichtig, folgende Bedingungen zu schaffen:
- Luftfeuchtigkeit 95 %. Dieser Wert kann durch einen Luftbefeuchter oder regelmäßiges Besprühen der Luft erreicht werden;
- Lufttemperatur +10-15°C;
- 12 Stunden Tageslicht: Die Installation von LED-Pflanzenlampen wäre ideal, aber herkömmliche Lampen können auch verwendet werden;
- Den Raum 2-3 Mal täglich lüften;
- Die Pilzhüte sollten täglich abgeduscht werden, aber achten Sie darauf, dass das Wasser abläuft und nicht im Inneren des Pilzes stehen bleibt, um Fäulnis zu vermeiden.

Die erste Ernte kann etwa 1,5 Monate nach der Pflanzung eingebracht werden, die zweite 2–3 Wochen später. Insgesamt sind bis zu vier Ernten möglich. Danach muss das Substrat ausgetauscht werden, und der Prozess beginnt von neuem. Der Inhalt des alten Sacks eignet sich hervorragend als Gartendünger.
Austernpilze auf Baumstümpfen züchten
Wenn Sie ein Gartengrundstück besitzen und Austernpilze für den Eigenbedarf anbauen möchten, ohne Gewinnabsicht, dann eignet sich eine weniger intensive Methode – der Anbau auf Baumstümpfen, Baumschnittflächen, sogenannten „Churkas“.
Laubbäume wie Espe, Pappel, Weide und Linde eignen sich dafür. Schneiden Sie, ähnlich wie bei den Säcken, tiefe Schlitze in die Stämme und füllen Sie diese mit dem gekauften Myzel. Stellen Sie die Stämme in den Schatten und gießen Sie sie, bis die ersten Pilze erscheinen. Anschließend können Sie die Stämme im Schatten – unter Bäumen oder an der Nordwand eines Gebäudes – platzieren und regelmäßig ernten.
Ein kommerzielles Pilzzuchtset
Die Beliebtheit von Austernpilzen und das Interesse am Selbstanbau regen die Produzenten zur Entwicklung neuer Produkte an. Für Anfänger eignet sich möglicherweise ein Komplettset – ein fertiger Behälter mit Substrat und Myzel.
Wie und wo kann man Materialien bestellen?
Der Kauf eines fertigen Sets ist einfach: Sie werden in Gartencentern und spezialisierten Online-Händlern angeboten. Das Set enthält stets eine ausführliche Gebrauchsanweisung.
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Stellen Sie das Pilzzuchtset an den in der Anleitung empfohlenen Ort und befeuchten Sie es, um das Myzelwachstum anzuregen. Halten Sie die empfohlenen Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Lichtwerte ein. Sobald die ersten Pilze erscheinen, stellen Sie die Box an einen kühleren Ort, z. B. auf einen Balkon, und setzen Sie sie dem Licht aus.

Obwohl ein so kompaktes Set durchaus für die Wohnung geeignet ist, sollte man bedenken, dass es für Menschen und Tiere, insbesondere für empfindliche, unangenehm sein kann. Es könnte auch Pilzen schaden, da Wohnräume viele Bakterien beherbergen, die für diese schädlich sind. Daher sollte selbst ein fertiges Set am besten in einem unbewohnten Bereich aufbewahrt werden.
Rezensionen
Einige Leser haben bereits Erfahrung mit diesem Set. Hier ihre Aussagen:
Oleg: Ich beschloss, Gartenarbeit mit meinem Geschäft zu verbinden und Austernpilze anzubauen. Allerdings hatte ich viel über Allergien gegen die Sporen gehört. Dieses Set war ideal, um es selbst zu testen. Es sah aus wie ein niedlicher Pappkarton mit einem Beutel Substrat darin. Ich fing an zu gießen und verbrachte mehr Zeit in der Nähe der Pilze. Ich hatte Glück: Ich entwickelte keine Allergie und wagte mich daher an den Anbau in größerem Maßstab.
Anna: „Meine Großmutter liebt es, im Wald Pilze zu sammeln, aber dafür ist sie zu alt. Deshalb war dieses Set eine tolle Idee für sie. Auf der kühlen Veranda hat die Box genau das geleistet, was die Werbung versprochen hatte.“
Sieger: „Meine Erfahrung war erfolglos: Ich habe drei Pilze aus dem Set gepflückt. Ich weiß nicht, ob mit dem Myzel selbst etwas nicht stimmt oder ob es vielleicht beim Transport eingegangen ist – ich habe es online bestellt – aber ich habe absolut keine Lust mehr, ein weiteres zu kaufen.“
Antworten auf häufig gestellte Fragen
Das könnte Sie auch interessieren:Der Anbau von Austernpilzen ist interessant und sogar lohnend. Es gibt drei Möglichkeiten, Pilze zu Hause zu züchten: in Säcken, auf Stümpfen oder mit einem fertigen Pilzzuchtset. Austernpilzliebhaber können die für sie passende Methode wählen und schon bald ihre eigene Ernte einfahren.




















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